Werdegang

Julia Voss ist Honorarprofessorin am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg. In Freiburg i. Brsg., London und Berlin studierte sie Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit über „Darwins Bilder. Ansichten der Evolutionstheorie, 1837-1874“ erhielt sie von 2001 an Stipendien am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und an der Akademie Schloss Solitude. 2006 ging sie für Forschungsarbeiten an die Stazione Zoologica di Anton Dohrn in Neapel. Von 2007 bis 2017 leitete sie das Kunstressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, von 2014 bis 2017 wurde sie zusätzlich stellvertretende Leiterin des Feuilletons. Sie unterrichtete Kunstkritik an der Städelschule in Frankfurt am Main und an der Philipps-Universität in Marburg. Nach zehn Jahren Zeitungsarbeit kehrte sie in die Wissenschaft zurück. 2016/17 war sie Fellow des Wissenschaftskollegs in Berlin mit einem Projekt über „Hilma af Klint und die Evolution der Kunst“ und im Anschluss Fellow des Lichtenberg-Kollegs der Georg-August-Universität Göttingen. Ihre Arbeiten wurden mit renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft und der Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Sie kuratierte im Jahr 2013 am Jüdischen Museum in Frankfurt die Ausstellung „1938. Kunst, Künstler, Politik“. Sie ist u. a. Mitglied der Jury „Geisteswissenschaften International“, der „Sachbuch-Bestenliste“ von Deutschlandfunk Kultur, ZDF und Die Zeit, und des Arnold-Bode-Preises. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der Abstraktion, die Verbindungen von Evolutionstheorie und Kultur, Restitution und Provenienz, Theorie und Geschichte des Kunstmarkts und der Kunstkritik. Bis zum Januar 2020 schrieb die Kunstkolumne „Fragen Sie Julia Voss“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Ende Februar 2020 erschien ihr Buch „Die Menschheit in Erstaunen versetzen: Hilma af Klint – Leben und Werk. Biographie“ im S. Fischer Verlag, das für den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse nominiert wurde.

 

Publikationen (Auswahl)

„Die Menschheit in Erstaunen versetzen: Hilma af Klint. Leben und Werk“, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2020. 

„The Traveling Hilma af Klint”, in: Tracey Bashkoff, ed., Hilma af Klint: Paintings for the Future, Ausstellunskatalog des Guggenheim Museums, New York 2018, S. 49-63 

„Hinter weißen Wänden/Behind the White Cube.“ Zeichnungen von Philipp Deines, Merve Verlag, Berlin 2015 

„1938. Kunst, Künstler, Politik“, hrsg. mit Eva Atlan und Raphael Gross, Ausstellungskatalog, Wallstein Verlag, Göttingen 2013

„Darwins Bilder. Ansichten der Evolutionstheorie, 1837-1874“, Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007 (englisch: Yale University Press 2010)

Lehre

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Hon-Prof. Dr. Julia Voss

New (digital) forms of art and cultural criticism (module 2, profile Dekri)


Im Kunstfeld hat die Kritik ihren Ort traditionell in der Zeitschrift und der Zeitung. Mit der Digitalisierung konstituiert sich spätestens im 21. Jahrhundert eine neue Vielheit an Möglichkeiten der Verhandlung von Kunst, die auch die Debattenkulturen und die Praxis der Kritik verändern. Vor allem soziale Netzwerke wie Instagram aber auch neue Kommunikationsformen an Museen stellen modifizierte Verfahren für die Auseinandersetzung mit ästhetischen Objekten bereit, denen nachgespürt wird und die anhand von exemplarischen Beispielen diskutiert werden. Zudem wird es eine Exkursion in das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden geben.

Ziel: Das Seminar bietet die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit aktuellen Formen von Debatte und Kritik im künstlerischen Feld sowie die kritische Reflexion darüber anhand von exemplarischen Beispielen.

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