Veranstaltungen

Sommersemester 2019

Collective|Affective|Commoning

16.04.2019 // 18:15 // ArchipelagoLab (C5.225)
Study Night: Collective Listening
Zu Gast: Kathrin Wildner (Hamburg)

Die „Study Night: Collective Listening“ dreht sich vor allem um den Prozess des Hörens. Nach einem Input zu konzeptuellen Begriffen und Methoden der kulturwissenschaftlichen Soundforschungen, werden wir anhand einiger Hörübungen der Frage nachgehen, wie sich Hören, „Collective Listening“ und die Beschäftigung mit Sound als Methode der kulturwissenschaftlichen Forschung einsetzen lässt und welches neue Wissen entstehen kann.

22.05.2019 // 18:15 // ArchipelagoLab (C5.225)
Study Night: Logistiken des Affekts
Zu Gast: Gerko Egert (Gießen)

Mit Logistik beschreiben wir normalerweise die weltweiten Bewegungen von Waren, Gütern und Rohstoffen – also gerade jene Prozesse des „global supply chain capitalism“ (Anna Loewenhaupt Tsing), die nur allzu oft unsichtbar bleiben. Während der Study Night wollen wir diskutieren, wie die Mikrobewegungen, Rhythmen und Dynamiken der Logistik in unseren Alltag und unsere affek- tiven Existenzweisen eingedrungen sind, und wie diese sich gegenseitig modulieren.

12.06.2019 // 18:15 // ArchipelagoLab (C5.225)
Study Night: Artistic Practices of Commoning
Zu Gast: Cornelia Sollfrank, Shusha Niederberger, Felix Stalder (Berlin/Zürich)

Künstlerische und aktivistische Strategien des Commoning gehen über den Unterhalt und die Zugänglichmachung von Ressourcen hinaus. Fragen von autonomer Infrastruktur, alternativen Wissensformen und ein erweitertes Verständnis ästhetischer Praxis werden nicht nur diskursiv aufgeworfen, sondern auch experimentell umgesetzt.

Anhand von Beispielen aus ihrem aktuellen Forschungsprojekt „Creating Commons" entwickeln Felix Stalder, Cornelia Sollfrank und Shusha Niederberger anhand von drei konkreten künstlerisch-aktivistischen Projekten aus dem Bereich der Digital Commons die zugrunde liegenden Fra- gestellungen und Strategien.

Mehr Infos unter creatingcommons.zhdk.ch

21.06.2019 // 19:00 // mosaique (Katzenstraße 1 / angefragt)
Hanging Out With... Diaspora Salon صالون الشتات

„Der Diaspora Salon ist ein Ort für (post-)migrantische Stimmen, Stimmen of colour in Hamburg. Lasst uns Raum schaffen für Kunst, Begegnung, Austausch. Gegen Rassismus. Für Empowerment. Gegründet wurde der Salon als ein Projekt von Freund*innen aus St. Pauli & Nachbarschaft in Kooperation mit der GWA St. Pauli“ (Selbstbeschreibung Diaspora Salon). Im Juni kommt der Salon nach Lüneburg, um einen Abend zu einem bestimmten Thema zu gestalten. Stay tuned!

Dokumentieren am Donnerstag: Das ABC des Gilles Deleuze (L’Abecedaire)
16.05. / 23.05. / 06.06. / 20.06. // 18:15 // ArchipelagoLab (C5.225)

Nach der erfolgreichen Dokureihe letztes Semester, wollen wir die Praxis des gemeinsamen Anschauens von Filmmaterial fortführen. Dieses Semester und aufgrund vielfachen Wunsches werden wir uns über vier Sessions hinweg, das von Claire Parnet mit Gilles Deleuze geführte Interview, im Stile eines ABCs von Begriffen, ansehen - von A wie „animal“ bis Z wie „zigzag“ - es gibt kaum eine schönere Weise, Deleuze und sein Denken kennenzulernen.

Sommer 2019 // ArchipelagoLab (C5.225)
How to be an Ally - Solidarität und Allianz-Schließung im antirassistischen Kontext

Arpana Aischa Berndt und Maja Bogojević thematisieren in ihren Workshops Handlungsmöglichkeiten zur Unterstützung von rassismusbetroffenen Menschen in Alltag. Zusammen mit den Teilnehmer*innen werden Begriffe des Rassismusdiskurses geklärt und erklärt und der Umgang mit Situationen in denen Diskriminierung stattfindet besprochen. 


Arpana Aischa Berndt ist Autorin und Antirassismus-Trainerin. Maja Bogojević ist Sozialwissenschaftlerin*, Künstlerin*, Aktivistin* und Filmemacherin mit dem Fokus auf Antirassismus und intersektionalen Queerfeminismus. 

„Nicht Mittäter*in werden, sondern sich mit dem Opfer solidarisieren – das ist Kern des Ganzen.“ - Maja Bogojević

 

 

 

Wintersemester 2018/2019

Hanging Out With...

... Ecologies of Care
Perspektiven auf Sorge
08.01.2019 | 18:15 | C5.225

Um die Sorge ist es nicht gut bestellt. Selbst wenn sie es ist, die uns am Leben hält, wird sie ständig unsichtbar gemacht, abgewertet und ausgebeutet. Doch es regt sich Widerstand: transnationale feministische Allianzen weisen diese Zustände zurück, treten in den Streik oder erfinden neue Formen des Miteinanderlebens und des Sorgetragens, jenseits kapitalistischer und staatlicher Verhältnisse.

Sorge-Krise, Sorge-Streik – Ecologies of Care und Carespective. Wir wollen euch einladen, mit uns darüber nachzudenken, was theoretisch wie praktisch geschieht, wenn wir die Sorge ins Zentrum stellen. Wie kann ein Sorgestreik funktionieren, wenn die Erhaltung des Lebens doch nie ausgesetzt werden kann? Welche Möglichkeiten ergeben sich hieraus für den feministischen Anspruch, Politik im Hier und Jetzt zu machen? Auf welche Weise können existierende (queer-)feministische Konzepte durch das Nachdenken über Ökologien der Sorge erweitert werden?

... Texture
22.01.2019 | 18:15 | C5.225

Als Projektraum bzw. Projektgruppe, die sich zwischen Universität, Institution, offenem Freundeskreis und kollektivem Lernen bewegt, organisiert texture seit Mai diesen Jahres regelmäßig Veranstaltungen. Gemeinsam mit dem Archipelago Lab aus Lüneburg wollen wir diese Praxis der semi-institutionellen Diskursarbeit selbst zum Thema machen. Aus den Ideen und Hoffnungen des gemeinsamen und kollektiven Lesens und Diskutierens entstehen unmittelbar Fragen nach der Form und Ordnung des Zusammenkommens und den „Arbeitsverhältnissen“, in die man sich begibt. Wir wollen uns selbst fragen: Welche Rolle spielen das Imperativ der projektbasierten Arbeitsweise und das kontrollgesellschaftliche Paradigma in dieser Arbeitsform? Was waren und sind die Hoffnungen und Ängste eines solchen Projektes und ist diese Praxis die einzig attraktive? Von welchen Unzufriedenheiten oder Bedürfnissen ausgehend, erscheint uns diese Praxis als sinnvoll?

Wir werden gemeinsam den Text "Gouvernementalität und Selbst-Prekarisierung. Zur Normalisierung von KulturproduzentInnen" von Isabell Lorey lesen und diskutieren. Der Text ist über transversal erschienen und unter diesem Link erreichbar: eipcp.net/transversal/1106/lorey/de

Study Night

04.12.2018 / 18:15 / C5.225
Flavia Mereilles (Rio de Janeiro) & Paula Hildebrandt (Berlin)
Women on Streets | Women on Walls

This Study Night deals with feminist activism and resistant practices in Latin America. Focusing on the recent feminist movement in Brazil (2015-2018) Flavia Meireles will contribute her perspectives on thinking what political action could mean in terms of resistance against imposing neoliberalism/neocolonialism and the renewed image of witches. Paula Hildebrandt will share insights from her artistic research and visual ethnography in Bolivia working with women in mining contexts, emphasizing the politics of reproductive labor and domestic life from a transhistorical perspective. Together with Christoph Brunner the two guests will engage in an open polylogue on the aesthetic politics of feminist struggle and protest in light of a decolonial geopolitics.

Our focus on feminist activism in Latin America goes hand in hand with the recent publication on the 8M Movement and the Feminist Strike published by transversal texts. We will together read excerpts from the book, in particular, the contribution of Marie Bardet and Suely Rolnik. The book can be bought at the event for 10€ and/or downloaded here: transversal.at/media/8m.pdf 

This session is conceptualized as Study Night, meaning there will be food and drinks as well as an open and informal setting with enough time for informal conversation. 

Flavia Meireles is Dance Professor at CEFET-RJ (Brazil) and Ph.D. Candidate in Communication and Culture at Federal University of Rio de Janeiro. She is visiting researcher of the Angewandte Theaterwissenchaft (ATW) at Justus-Liebeg Universität (Giessen) with a scholarship from CAPES - Brasil. The present work was realized with the support of "Coordenação de Aperfeiçoamento de Pessoal de Nível Superior" - Brasil (CAPES).

Born 1976 in Berlin, Paula Hildebrandt initially worked as a political scientist for the United Nations Development Program (UNDP) in New York, Ghana and Thailand. She holds a PhD from the Bauhaus University Weimar and lectured at various art schools and universities in Germany, the UK, Lithuania and Brazil before turning to art and photography. Her articles and essays appeared in numerous journals, a.o. Arte & Ensaios, Der Wedding, PERIPHERIE, Polar. Currently, she writes a book about the ‘Welcome City’, an artistic research project within the Hamburg-based graduate program ’Performing Citizenship’. www.paulahildebrandt.de

Activist Sense Workshop Series

30.11.2018 | 10:15 | C40.153
Luciana Santos Roça (São Paulo)
Sounding Territories

This short workshop proposes listening protocols to discuss the influence of sound in making space and territories, putting the relation between sound and frontiers into discussion. Sound carries a socio-political aspect, either by language or voice tone or by who speaks and is silenced, figuratively or not. Listening and sounding are not passive acts, whether intentionally or not, both acts are active and provide insights. The sound has a political and aesthetical dimension as well, which makes it a tool of representation and creation. This proposal is intended for anyone who is interested in listening and understanding urban sounds in their context. The workshop can offer ethnographic and sound insights to researchers in cultural studies, architecture, urbanism, sociology, anthropology.

Luciana Santos Roça is a researcher at Nomads.usp, holds a Bachelor degree in Audiovisual and a Master degree in Architecture and Urbanism. She does a PhD at the Institute of Architecture and Urbanism, University of São Paulo, and is currently in a research exchange at Cresson, Centre for research on sound space and urban environment, Grenoble, France.

19.12.2018 | 18:15 | C5.225
Marc Herbst (London)
Being as it is and the sense to act

This is a talk that looks at the variety of ways the one and the many feel properly situated to struggle. This conversation looks at a variety of subjective situations and political contexts – and looks at when it is the time to struggle versus the knowing that the struggle’s time might be elsewhere, or that you might best place your energy elsewhere. Sometimes the time to act is settled between a variety of objective and subjective positions or just with common senses. While the abstract situation of the researcher or unembedded activist might objectively suggest that action seems to be the only option, subjective relations between the individual or collective, and any other variety of orientations (conditions set between operable horizons, between ones self and others, between what is common sense etc…) suggest there are many reasons to believe that the fight is not now, or not in this place. That is, until that its is clearly the time, when either individual sense, common sense or necessity determine otherwise. 

Through a conversation on various current research and editorial projects (in Barcelona, in London, in France, In Berlin), Marc Herbst, recent PhD from Goldsmiths University of London and co-editor of the Journal of Aesthetics & Protest, will discuss certain feelings in relation to distance and proximity to the active sense. 

Marc Herbst recently received his PhD from Goldsmiths Centre for Cultural Studies and is a long-time co-editor of the Journal of Aesthetics & Protest. His PhD thesis is titled A cultural policy of the multitude in the time of climate change: with an understanding that the multitude has no policy. Though concerned with general questions on the nature of culture in the time of a changing climate, research for the project was done with the Barcelona-based group of the Plataforma De Afectados Por La Hipoteca. He recently co-edited with the Barcelona-based anarchist feminist collective Murmurae the book Situating Ourselves in Displacement (Minor Compositions) and is currently editing several projects including one on punk shamanism and another with the Mauvais Troupe collective on the zad occupation.

Artist in Residence | Maju Martins

23.10.2018 | 18:15 | C5.225
Artist Talk with Maju Martins

12.12.2018 | 13:00-17:00 | C5.225
Workshop | Frontier Zones in Urban Spaces: Images, Sounds, Movements in History

By Maju Martins and Ursula Kirschner

This workshop is an invitation to reflect and discuss about the concept of Frontier Zones in different contexts. It will present and negotiate the processes and results of three different research and didactic experiences. Two International Summer Schools entitled “Frontier Zones” that took place in Brazil (2015 and 2017) and a seminar entitled Frontier Zones in Urban Spaces at Leuphana University Campus in 2018. The main objective of these experiences was to highlight the value of experience-based learning approaches and the method of documentary filmmaking with the focus on the audio-visual without explanatory words. The aim resided in creating methodologies and knowledges from urban audio-visual exploration applying the techniques of documentary filmmaking as a medium to reveal new insights and readings of contemporary spaces.

The workshop will be divided into two parts. Starting at the Kunstraum, the audience is invited to take part in an audio-visual exhibition that will occur in three different places around the Campus. The projected short films are a result of the seminar. The second part, back at Kunstraum, will include the screening of two films produced during the Frontier Zones International Summer School presenting the ideas and practices involved in those experiences, coordinated by Professor Ursula Kirschner in collaboration with Maria Julia Martins.

Performance

13.11.2018  17:00-18:30 / C5.321|C5.225
(aktionssensor | coming closer)
One-to-one Performance von Clara Wessalowski und Lena Panten

Anmeldung unter archipelagolab@leuphana.de

Lesekreis

Tausend Plateaus
14.11. | 28.11. | 12.12. | 09.01. | 23.01.
18:00-20:00 | C5.225

Dokumentieren am Donnerstag
C5.225 | 18:00

Wir möchten dieses Semester das Spektrum von Talks und Workshops sowie Lesekreisen im Lab erweitern. Mit "Dokumentieren am Donnerstag" zeigen wir in den kommenden Wochen donnerstags ausgewählte Dokumentationen und Filme, die für wir für kulturwissenschaftlich zentrale Arbeiten halten. Ziel ist es Dokumentation und Film als wichtiges Reflexionsmoment der Kulturwissenschaften zu eröffnen. Wie ihr seht, es gibt noch freie Donnerstagstermine, die ihr gerne mit euren Vorschlägen ergänzen könnt.

22.11. |  The Stuart Hall Project - John Akomfrah, 2013, 95 min, OmeU

29.11. |  I Am Not Your Negro - Raoul Peck, 2016, 90 min, OmeU

06.12. |  Donna Haraway: Story Telling for Earthly Survival - Fabrizio Terranova, 2016, 90 min, OmfU

24.01. |  Last Year at Marienbad, Alain Resnais, 1961, 94 min

 

 

Sommersemester 2018

Das Lab befasst sich dieses Semester mit Fragen der Praxis und Organisation. In drei Formaten, der Workshop- und Vortragsreihe Activist Sense, dem Hanging Out With ... sowie zwei Workshops zum Thema „Urban Commons“, haben wir Gäste eingeladen, um über ihre Erfahrungen zwischen Forschung und politischer Arbeit zu sprechen. Hierbei liegt der Fokus auf Arten und Weisen der Organisation, was es bedeutet kollektiv zu agieren und wie sich dadurch neue Perspektiven des Denkens und Handelns eröffnen. Die eingeladenen Positionen reichen von queer-feministischen, zu dekolonialen und aktivistischen Organisationsformen, vom Büchermachen bis zur gesundheitlichen Beratung in sozial prekären Situationen als widerständige Praxis. Das Programm geht aus einer geteilten Dringlichkeit hervor, voneinander zu lernen, mit dem Ziel innerhalb und außerhalb der Universität selbst und mit Kompliz*innen aktiv zu werden oder bisherige Aktivitäten miteinander ins Gespräch zu bringen. Alle Veranstaltungen finden im ArchipelagoLab (C5.225) statt.

Activist Sense Workshop and Lecture Series

Mit Activist Sense verknüpfen wir die Fragen nach Aktivität und Aktion, dem Aktivismus immanent, mit der Frage des Sinns, in seiner doppelten Bedeutung - als Sinnliches und als Sinngebendes. Es geht somit um die Verhältnisse von Erfahrung und einer Politik der Wahrnehmung in ihrem Vermögen neue Sinne(s)zusammenhänge herzustellen. 

24. APRIL 2018 / 18:15-19:45
Katherine Braun (Hamburg / Osnabrück)

Dekoloniale Perspektiven auf Fürsorgepolitiken: was bleibt vom "langen Sommer der Migration"?

Die Ereignisse des  "Sommers der Migration" haben zu tiefgreifenden Veränderungen geführt. Einerseits hat sich das europäische Grenzregime rekonstituiert und brutalisiert: nach außen wurde der Grenzschutz ausgerüstet, Kooperationen und fragwürdige Abkommen mit Transitländern wie Libyen abgeschlossen. Nach "innen" ist die Gründung eines "Heimatministeriums" sowie der Einzug rechtspopulistischer Parteien nicht nur Ausdruck einer demokratischen Krise, sondern eines sich verändernden politischen Imaginären der Zugehörigkeit und der Ablehnung. Andererseits hat die Bewegung der Migration und Flucht des "langen Sommers der Migration" zu bisher nicht da gewesenen Mobilisierungen geführt, in der zivilgesell-schaftliche Akteur_innen, Trans-Border- und Refugee-Welcome-Aktivist_innen sowie bereits bestehende Selbstorganisierungen und Menschen, die sich als "nicht politisch" bezeichnen, zusammen-gekommen sind. Hier sind Fürsorgepraktiken entstanden , die über den Zeitraum der "Willkommenskultur" hinauswirken, und nun in Stadtteilen, öffentlichen Räumen und Begegnungsstätten zusammenkommen. Zugleich sind diese Prozesse des Zusammenkommmens und "Soziabilität" konkliktdurchzogen, sie gehen einher mit Hierarchisierungen, Prozessen der Rassifizierung und Vergeschlechtlichung. Aus einer dekolonialen Perspektive sollen bei dem Vortrag Fürsorgepraktiken und die damit verbundenen Vorstellungen des Eigenen, des Fremden und des Gemeinsamen im Hinblick auf koloniale Sedimentierungen, aber auch auf Neuanordnungen und Resignifizierungspraktiken gerichtet werden.

03. MAI 2018 // 14:00-16:00
Tina Fritschy (Zürich) & Laura Nitsch (Wien)

Queer-feminist Survival Training: Prekarität, Politiken der Freund_innenschaft und die Sehnsucht nach Normalität

Queer-feministische Politiken und Lebensweisen artikulieren sich meist in einem Begehren nach Abgrenzung zu herrschenden gesellschaftlichen Normen. Doch wann und wie schlägt queere Marginalität um in eine Sehnsucht nach Normalität? Welche Auswirkungen haben insbesondere prekäre Lebensverhältnisse auf die Art und Weise wie wir (Anerkennung) begehren? Welcher Situierung (und bereits erfahrene normative Anerkennung) bedarf es, um überhaupt Widerständigkeit begehren zu können und auf Anerkennung verzichten zu wollen? Und wie gehen wir als Queer-feminist_innen mit (unseren) komplexen und widersprüchlichen Begehren nach Normalität um? Können wir die Trennlinien zwischen Widerständigkeit / Normalität und Anerkennung / Prekarität durchkreuzen,indem wir Differenz teilen und Politiken der Freund_innenschaft und Sorge etablieren?

Das Queer-feminist Survival Training lädt ein zu theoretischen, experimentellen und lebenspraktischen Erkundungen dieses Themenkomplexes. Das Training ist gleichermassen Workshop, Performance und liminales Experimentieren.

19. JUNI 2018 // 18:15 - 19:45
Adnan Softić (Hamburg)
Lesung: A Better History / Eine Bessere Geschichte / Screening: Bigger Than Life

Adnan Softić liest Textpassagen aus seinem Buch „A Better History / Eine bessere Geschichte“ – eine Erzählung über Mythisierungen Skopjes als Versuch der Regierung eine neue ursprüngliche nationale Identität und Geschichte zu schaffen. Außerdem zeigt er Fragmente von seiner Videoinstallation "Bigger Than Life".

27. JUNI 2018 // 18:15-19:45 // In Englischer Sprache
Kelly Mulvaney (Chicago)

Body activity and political action: an experiential workshop

The critical tradition has usually considered political knowledge to be discursive knowledge, a way of knowing and an articulation of known things that takes shape outside the skin and between thinking minds. Yet critique of these premises is also not “new” (or necessarily “beyond” critique): we can think of calls for reflexivity, situated thinking, focus on bodily materiality and affect theory – for example – as attempts to grapple with the realities of embodiment with respect to what we know and how we come to know, which is always also political. In this experiential workshop we will consider space, place, and the body in the making of political knowledge. We will proceed by taking the call for reflexivity in a less popular direction: inward. What can attention to our own embodied realities teach us about the way we inhabit the world as political beings? How might attention to our bodies invite us to think differently about activity, action, and activism? A lecture drawing on multi-year activist/ethnographic research with political collectives in multiple countries will complement the exploratory approach of the workshop.

 

Hanging Out With...

Mit diesem Format möchten wir vorschlagen, anstelle eines zusätzlichen strengen Lesepensums mit intensiver Vorbereitungszeit, gemeinsam Zeit zu verbringen, sich Zeit zu nehmen und sich auf kollektive Prozesse des Erkundens einzulassen. Dazu bringen Gäste Materialstücke mit, die wir gemeinsam anschauen und diskutieren - oder von ihnen abschweifen.

25. APRIL 2018 / 18:15
... dem Lab

Das erste Abhängen findet mit uns statt. Das ArchipelagoLab stellt sich vor und lädt herzlich bei Snacks und Wein zum Vorbeischauen und Kennenlernen ein.

16. MAI 2018 / 18:15
... Medibüro & Poliklinik

Gemeinsam sprechen das Medibüro Hamburg und die Poliklinik Veddel über die momentane Situation im Gesundheitsbereich für illegalisierte und marginalisierte Menschen, ihre Community-Arbeit und über die Herausforderungen eine widerständige Praxis beizubehalten.

03. JULI 2018 / 18:15
... Esther Meyer

Wer entscheidet, welches Wissen das Klima schützt und wessen Zukünfte durch dieses Wissen existieren? Esther Meyer wird das policy paper zur Operationalisierung einer local communities and indigenous peoples platform von der letzten Klimakonferenz in Bonn mitbringen und im Hinblick darauf diskutieren, welche Auffassungen von Wissen auf dieser Plattform Eingang finden. Dabei wollen wir auch diverse Gründe beleuchten, wie es in der Historie der Klimakonferenzen, durch die Formierung transnationaler NGOs sowie wissensbezogener Diskurse der Dekolonialisierung der letzten Jahre dazu gekommen ist, dass die Stimmen von indigenous people (IP) zu Klimaschutz Gehör und eine Plattform finden und ob dadurch politische Einflussnahme für sie möglich ist. 

 

Workshops zu Urban Commons

Der zweiteilige Workshop widmet sich Urban Commons und Commoning: selbstorganisierte, kollektive Projekte im Stadtraum und die dafür benötigten materiellen sowie immateriellen Ressourcen. Seit Jahren setzen sich u.a. „Recht-auf-Stadt“-Initiativen für eine Stadt für Alle ein, doch die Privatisierung öffentlicher Plätze, Räume und Einrichtungen ist weiterhin auf dem Vorlauf, während steigende Mieten immer mehr Menschen an die Ränder drängt. Um dagegen zu steuern und eine alternative Stadtentwicklung zu etablieren ist seit einigen Jahren das Konzept der Urban Commons in Theorie und Praxis in den Fokus gerückt und nicht zuletzt die Frage, wie diese in Resonanz miteinander treten. Welche Ressourcen sind notwendig, welche Organisationsformen? Wie kann es gelingen, dass Stadtinitiativen mit der Stadtpolitik zusammenarbeiten, ohne dass Gentrifizierungsprozesse und damit Verdrängungsdynamiken in Gang gesetzt werden? Oder sollten diese Initiativen gerade deswegen unabhängig bleiben? Wie kann eine produktive Vernetzung alternativer Projekte funktionieren, so dass nicht bloß bestehende Strukturen bewahrt werden, sondern auch Raum für Neues entsteht?

06. JUNI 2018 / 16:00-18:00
Theorie und Praxis
Gäste: Mary Dellenbaugh-Losse (Urban Commons Cookbook) & Hajo Toppius (Hacking Urban Furniture)

Unsere Gäste Mary Dellenbaugh-Losse und Hajo Toppius geben uns einen Einblick in ihre jeweilige Arbeit als Wissenschaftlerin bzw. Kulturarbeiter, um gemeinsam über die Möglichkeiten und Herausforderungen der Verbindung von akademischer Forschung zu und praktischer Anwendung von Urban Commons zu diskutieren. 

Mary Dellenbaugh-Losse (Urban Research Lab) hat vor kurzem eine erfolgreiche Kampagne zur Finanzierung des „Urban Commons Cook Book“ durchgeführt. Sie ist außerdem Mitgründerin des Urban Commons Research Lab und forscht zu integrierter postindustrieller Stadtentwicklug mit Fokus auf Kultur- und Kreativwirtschaft, den Dynamiken des Immobilienmarktes, Stadtentwicklung von unten sowie Urban Commons. 

Hajo Toppius gründete 2006 die Club Galerie „Antje Öklesund“ in Berlin, die zehn Jahre lang Plattform war für junge KünstlerInnen und MusikerInnen, bevor das Gelände von einem großen Investor aufgekauft wurde. Er ist außerdem Mitgründer der „Kollegen 2,3 | Bureau für Kulturangelegenheiten“. 

13. JUNI 2018 / 16:00-18:00
Do It Yourself

Zum zweiten Termin laden wir Initiativen wie zum Beispiel das im März eröffnete Haus mosaique aus Lüneburg ein, um gemeinsam zu diskutieren, was Urban Commons, die bisher vor allem im Kontext von Großstädten verhandelt werden, für Kleinstädte wie Lüneburg bedeuten können. Welche Herausforderungen gibt es hier, die sich vielleicht von Herausforderungen in Städten in Berlin oder Hamburg unterscheiden? Wo gibt es konkreten Handlungsbedarf? Der Workshopteil ist vor allem dazu gedacht, interessierte Studierende und BewohnerInnen mit bereits bestehenden Initiativen zusammenzubringen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln und Pläne zu schmieden für zukünftige Projekte oder dem Ausbau bereits bestehender. 

Wintersemester 2017/2018

Sommersemester 2017

Wintersemester 2016/2017