Wintersemester 2023/24

Labortreffen

Jeden zweiten Dienstag finden wir uns um 18 Uhr im ArchipelagoLab (C5.225) (oder hybrid) zum Labortreffen zusammen um uns auszutauschen. Fühlt euch herzlich eingeladen, dazuzukommen.

Termine: 10. und 24. Oktober, 7. und 21. November, 5. und 19. Dezember, 9. Januar (ACHTUNG: Nicht am 23. Januar), 6. und 20. Februar

Die Treffen im Februar finden online statt: https://leuphana.zoom.us/j/99109988787?pwd=bFVkTGxYVXV2YW5kNmR0dlJmL1ZzUT09

 

1. Februar – Georgien und die Avantgarden. Irine Jorjadze im Gespräch

14.15 – 15.45 Uhr
Gespräch
Gast: Irine Jorjadze (via Zoom)
ArchipelagoLab (C5.225)
Diese Veranstaltung wird auf Deutsch stattfinden.

Im Rahmen der ersten europäischen Ausstellung zur Moderne und Avantgarde in Georgien wurden in Brüssel kürzlich Malereien, Grafiken und Filme ausgestellt, die im Gespräch mit der Kuratorin und Kunsthistorikerin Irine Jorjadze vorgestellt und diskutiert werden.

Im Gespräch mit ihr werden wir über das Verhältnis von Kolonialität und Moderne innerhalb der Avantgarde Bewegungen, die sich in Georgien abspielten, sprechen und insbesondere um die heutigen Ausstellungspraktiken dazu. Dabei geht es einerseits um die Arbeit der Kuratorin, u.a. an der Ausstellung „Avant-Garde in Georgia (1900-1936)“, andererseits birgt die Kunst selbst Raum für politischen Diskurs, denn in Fragen der Nationalisierung von Kunst bietet Tbilissi einen interessanten Zwischenraum: Vom Stalinistischen Terror von 1937 zu explizit linken künstlerischen Gegenentwürfen dazu.

Der Fokus des Gesprächs richtet sich insbesondere auf Vorstellungen des Primitiven, eingeschrieben in künstlerische Objekte, die in Tbilissi entstanden und um den Einstieg in einen Diskurs, der Georgien zwischen der Exotisierung durch Außen und der eigenen Exotisierung Anderer verhandelt. So bieten insbesondere die Arbeiten des Künstlers Niko Pirosmani interessante Einblicke darin, wie gesellschaftliche Verhältnisse in künstlerische Produktionen hineinspielen und so in den Objekten Sichtbarkeit erlangen. In der Naiven Kunst und den sogenannten Meistern ohne Schule finden sich einerseits Fragen nach Klassenverhältnissen und materieller Ungleichheit wieder, aber auch Auseinandersetzungen innerhalb der Formensprache. Innerhalb dieser Kunstformen, die einen Anspruch auf Andersartigkeit stellen und auf der Suche nach Authentizität sind, schreiben sich aber auch Denkweisen der Kolonialzeit und so auch Figurationen des sogenannten Primitiven ein. Es findet sich darin eine ästhetische Idealisierung der Erfahrung einer vorindustriellen Zeit, die auch in der Avantgarde in Georgien darin mündete, dass rassistische Stereotype reproduziert werden. Diese als fremd konstruierte Ästhetik ohne Dialog mit den Dargestellten wird zur Methode, um das konstruierte Andere unter Kontrolle zu bringen und gliedert sich somit auch strukturell in die kolonialistische Weltsicht ein.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Seminars „Naive Kunst, Primitivismus und Gegen-Primitivismus“ als Kooperation mit dem ArchipelagoLab statt.

Irine Jorjadze ist Kunsthistoriker und Kuratorin. Sie war Research Kuratorin der europalia Ausstellung „Avant-Garde in Georgia (1900-1936)“ im Bozar, Center for Fine Arts in Brüssel. Sie lebt und arbeitet in Tbilissi.

Katharina Tchelidze ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Kunstgeschichte der Leuphana Universität und schreibt ihre Dissertation über die Künstlergruppe H2SO4.

 

Lesekreis: Politiken und Theorien des Begehrens (queer Edition)

26. Oktober, 18 - 20 Uhr
16. November, 18 - 21 Uhr (online)
6./7. Dezember, 17 - 20 Uhr
12./13. Januar, 16 - 19 Uhr
online/ArchipelagoLab (C5.225)

Theorien des Begehrens und der Sexualität haben Konjunktur – und das, obwohl sie schon seit Jahrzehnten Gegenstand von politischen und theoretischen Diskursen sind. Wir möchten zwei thematische Schlaglichter werfen: Zum einen interessiert uns die historische Debatte um das Verhältnis von Identität und Begehren, die sich im Kontext lesbischer und feministischer Theorien entspannte. Zum anderen werden wir neuere Beiträge zu Theorien des Begehrens und der Sexualität diskutieren, die sich im Feld psychoanalytisch geprägter Queer Theory sowie Affekttheorie ansiedeln lassen. Wir schlagen Texte von Christian Maurel, Diana Fuss, Teresa de Lauretis, Alenka Zupančič, Lee Edelman, Gila Ashtor und Lauren Berlant vor und öffnen das Seminar auch gerne für weitere Vorschläge.  Dabei ist bisher geplant, den Lesezirkel/ die Veranstaltung zum Teil geblockt stattfinden zu lassen, um ein thematisches Eintauchen und vielleicht auch eine bessere Vereinbarkeit der zusätzlichen Lektüre mit dem “regulären” Studium und sonstigen Verpflichtungen zu ermöglichen. Generell ist der genaue Modus aber auch beim ersten Treffen besprechbar. Wir freuen uns auf das gemeinsame Lesen und Diskutieren!

Ein Dazukommen ist auch zu den späteren Terminen immer noch möglich.

Material:
Das Seminar findet im Rahmen der Autonomen Lehre statt. Die Lektüre laden wir zeitnah im Ordner zur Veranstaltung auf MyStudy hoch.
Für Fragen schickt gerne eine kurze E-Mail an Thekla Molnar.

 

Lesekreis: Drifting through the Archipelago

jeden zweiten Dienstag
18.00 Uhr
online/ArchipelagoLab (C5.225)

In diesem Lesekreis beschäftigen wir uns mit Texten und Quellen, die die Menschen die im und um das Lab aktiv sind gerade bewegen, die wir gemeinsam erkunden möchten und die so Teil des Archipels werden. 

Termine: 17. und 31. Oktober, 14. und 28. November, 12. Dezember, 16. und 30. Januar, 13. und 27. Februar

Material:
Für Text und Zugangsdaten schickt gerne eine kurze E-Mail an archipelagolab@leuphana.de.

 

29. November - Erinnern

Katja Lell - Wie sich erinnern […] Вспоминать ©Leon Follert/Katja Lell
Katja Lell - Wie sich erinnern […] Вспоминать
Zi Li - Der Fluss ins Vergessen ©Leon Follert/Zi Li
Zi Li - Der Fluss ins Vergessen
Marian Mayland - Lamarck ©Leon Follert / Marian Mayland
Marian Mayland - Lamarck

19.30 - 21 Uhr
Kurzfilmscreening und Gespräch
Scala Programmkino
Apothekenstraße 17, 21335 Lüneburg
Eintritt frei

Wie sich erinnern […] Вспоминать von Katja Lell, 10 min, deutsch/russisch mit englischen UT
Lamarck von Marian Mayland, 28 min, deutsch mit englischen UT
Der Fluss ins Vergessen von Zi Li, 18 min, deutsch/mandarin mit englischen UT

Erzählt in der Familie, erfühlt zwischen Generationen, im Material versteckt und wiederentdeckt. In den essayistischen, dokumentarischen und poetischen Arbeiten der Filmemacherinnen Katja Lell, Marian Mayland und Zi Li transformieren sich Prozesse der Erinnerung. Die drei Kurzfilme eröffnen an diesem Abend Einblicke in private Welten, die zugleich vertraut wirken. Sie erzählen Familiengeschichte(n), die Intimes, Politik und Geschichte miteinander verschränken.

Im Anschluss an das Screening wird es ein Gespräch mit den Filmemacherinnen geben, das ihre verschiedenen materiellen und filmischen Zugänge beleuchtet und Grenzen zwischen Erinnertem, Erinnerung und Imaginiertem erkundet.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von ArchipelagoLab und DFG Graduiertenkolleg "Kulturen der Kritik". Organisiert von Leon Follert und Marie Lynn Jessen.

 

9. Januar - Nach Solingen: Politiken ungleicher Verletzbarkeit im Kontext rassistischer Gewalt

18.00 Uhr
C5.325
Vortrag von Çiğdem Inan

Ausgehend von der Verleugnung von Rassismus und den Mechanismen der Opfer-Täter*innen-Umkehr, die bei rechten und rassistischen Anschlägen und so auch nach dem Solinger Brandanschlag zutage traten, verhandelt Çiğdem Inan in ihrem Vortrag die ungleiche Verteilung von Verletzbarkeit innerhalb migrationspolitischer Sicherheits- und Sorgediskurse. Aufgezeigt wird, wie Trauer und Angst den umkämpften Schauplatz bilden, auf dem die Verletzbarkeit von Personen, die von Rassismus betroffen sind, zugleich aberkannt, wieder angeeignet und ausgehandelt wird. Inwiefern kann aus Trauer-, Verlust- und Enteignungserfahrungen im Kontext rassistischer Gewalt eine politische Handlungsmacht hervorgehen, die kraft einer anderen sozialen Relationalität Aufteilungen in verletzbares und nicht-verletzbares Leben abzuschaffen vermag?

Çiğdem Inan ist Soziologin und lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind Affekttheorie, Poststrukturalismus, kritische Migrationssoziologie, queer-feministische Philosophie, Rassismusforschung und postkoloniale Gesellschaftstheorie. Aktuell beschäftigt sie sich mit Politiken negativer Affektivität, Ontologien der Enteignung sowie flüchtiger Widerständigkeit in Bezug auf rassistische Gewalt, die sie u. a. im Kontext rechter und rassistischer Anschläge in Deutschland diskutiert. Zudem arbeitet sie an einem Buch über Das Andere des Affektiven, in dem sie klassische und nicht-klassische Philosophien des Affektiven zusammen mit rassismuskritischen Theorien verhandelt. Sie ist Teil des Verlagskollektivs b_books (Berlin) und Herausgeber*in der Publikationsreihe re fuse.

Die Veranstaltung findet als Kooperation zwischen dem Institut für Soziologie und Kulturorganisation, dem Center for Critical Studies und dem ArchipelagoLab statt.

 

Gruppen

Mittwochs (16. November - 1. Februar)
Autonome Schreibgruppe: Miteinander schreiben, Feedback üben

14.00 - 16.00 Uhr
ArchipelagoLab (C5.225)
Organisiert von Liane Schlumberger und Max Waschka.
Anmeldung per E-Mail an Liane oder Max.

Die Praxis des Schreibens ist wichtiger Bestandteil unseres Studienalltags, wird aber nur selten zum Thema gemacht und steht dann häufig in Beziehung mit Bewertung und Leistungsdruck.
Wir möchten in diesem Seminar einen Raum schaffen, in dem eigene Schreibprojekte entwickelt, gelesen, reflektiert, miteinander diskutiert werden, um so immer wieder neue Ausgangspunkte für unser Schreiben zu finden. Jede:r Teilnehmer:in hat die Möglichkeit, im Laufe des Semesters einen eigenen Text mitzubringen – eine Hausarbeit, ein Ausschnitt einer Abschlussarbeit oder ein anderes Schreibprojekt.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auch auf dem Miteinander, d.h. dass wir uns kennen lernen, voneinander und miteinander lernen können. Wir möchten uns darin ausprobieren, wie wir hilfreiches Feedback geben, als auch annehmen können. Welche Hilfsmittel können wir uns gegenseitig an die Hand geben? Wie können wir uns gegenseitig stärken? Und immer wieder: warum und wofür wollen wir schreiben?

Die Veranstaltung findet (vorwiegend) auf deutsch statt, gerne dürfen aber auch englische Texte mitgebracht werden!

Am Mittwoch, 16. November findet unser erstes offene Treffen statt.
Nach dem 23.11. möchten wir die Gruppe schließen, wer dann noch dazukommen möchte, schreibe uns bitte vorher eine Mail (an liane.schlumberger@stud.leuphana.de und maximilian.l.waschka@stud.leuphana.de).