Veranstaltungen

Sommersemester 2020

Politics of Care

Mit der Verschiebung aller universitären Veranstaltungen in die Sphären digitaler Räume, haben wir uns die Frage gestellt, wie das ArchipelagoLab, wie wir, in diesem Prozess handeln können und wollen.

„Als ein Knotenpunkt transversaler Bewegungen, als Ort der Relationen, möchten wir das Lab für euch und jeden offen halten, der seine Ideen einbringen und teilen möchte.“

In der derzeitigen Situation muss dieser Ort sich neue Formen suchen, neue Möglichkeiten der Nähe schaffen und neue Wege ergründen, die weiterhin die Verwobenheit unser aller Leben und Denken, Fühlen und Handeln hervorheben.

Die aktiv eingebrachten Impulse und die Teilhabe an Prozessen eröffnen ein Erleben im Kollektiv als Praxis, um Zugänge zu aktuellen theoretischen, politischen und kulturellen Diskursen zu erweitern.“

Wie wir in der nächsten Zeit diese Wünsche und Ansprüche, diese Ideen und Konzepte zusammen umsetzten können und wollen ist noch nicht abschließend - ist vielmehr niemals abschließend - festgelegt. Die für dieses Semester bereits erdachten Formate und Themen, möchten wir als Anstoß für unsere Suche nehmen, zusammengefügt und neu verkörpert im virtuellen Raum.
Dort möchten wir uns treffen und uns gemeinsam über verschiedene Texte austauschen, die sich mit Fragen von Sorge - von Care - beschäftigen; gegen Isolation und Einsamkeit.
In Kooperation mit Ben Trott - sozusagen als Fusion mit der von ihm Gender & Diversity Reading Group - und zwei Studierenden haben wir drei Texte ausgewählt und freuen uns auf alle, die sich zu diesen austauschen möchten!

die Termine:

29.04 : The Force of Non-Violence, von Judith Butler
27.05 : Caliban and the Witch, von Silvia Federici
01.07 : Women, Reproduction, and the Commons, von Silvia Federici

Wintersemester 2019/20

Resonate 

Plenum
23.10 / 06.11 / 20.11 / 04.12 / 18.12 // 14:15 // ArchipelagoLab (C5.225)

Ein of­fe­nes For­mat zur ge­mein­sa­men Re­fle­xi­on und Pla­nung, um über Vor­schläge, For­ma­te und neue Ide­en zu dis­ku­tie­ren. Das Lab lebt durch aktive Handlungen, mannigfaltige Ideen und Projekte, die wir gemeinsam erdenken und entwicklen möchten. Darum wird es alle zwei Wochen offene Plena geben, um sich bewusst Zeit zu nehmen in den Austausch zu kommen, Dringlichkeiten zu teilen und das Lab weiterzudenken! Jje­de_r ist herz­lich will­kom­men!

Feministische Science Fiction – Cyborgs and Friends 
Seminar der Alternativen Lehre 
24.10.2019 / 07.11 / 21.11 / 05.12 / 19.12 // 18:00 // ArchipelagoLab (C5.225)

Wie können wir alternative Perspektiven für unser Zusammenleben möglich machen? Die Feministin Donna Haraway hebt immer wieder die Macht des Erzählens von Geschichten ("story-telling") hervor, denn die Geschichten, die wir uns gegenseitig erzählen, bilden die Welten, in denen wir leben. Besondere Möglichkeit bietet dabei das Genre Science Fiction. Die Geschichten, die SF Literatur erzählt, bieten ein Zuhause für Welten und Wesen außerhalb der Kategorien, die Heteronormativität, ein binäres Geschlechterdenken, Sexistische Rollenkonstrukte und (post-)koloniale und rassistische Machtstrukturen zulassen. Das Erzählen von Geschichten ist im Kern die Möglichkeit Menschen und anderen Lebewesen eine Stimme zu verschaffen, und sie an der Konstruktion unserer geteilten Wirklichkeit teilhaben zu lassen. Wir möchten den Hinweis von Haraway aufnehmen und uns auf die Suche begeben nach den Möglichkeiten, die wir in feministischer Science Fiction finden können. Buchvorschläge können gerne in die erste Sitzung mitgebracht werden. Welche Formen des Zusammenlebens sind möglich? Welche Geschichten wollen wir uns erzählen?

05.11.2019 // 18:15 // ArchipelagoLab (C5.225)
Study Night: Renderlands: Digital Animation in Science and Art 
zu Gast: Joel McKim 

This talk is concerned with rendered images that operate outside the visual logic of photo-realism. It will return to the historical origins of digital animation in order to explore the possibility of more experimental scientific and aesthetic modes of representation. In the early computer animation work of Bell Labs researchers and artists, such as Edward E. Zajac, A. Michael Noll, Kenneth C. Knowlton and Lillian Schwartz, we see some of the first attempts to use rendered images to both represent computational information that would otherwise be unavailable to human vision and to push beyond the normal threshold of sense perception. This digital animation work of the late 1960s and early 1970s suggests an experimental potential in the rendered image that would soon be eclipsed by the entertainment industry’s push towards photo-realistic CGI.

06.11.2019 // 18:00 // Hannover
Hanging out with..
...ruine hq

Gespeist von einem dezentralen, freundschaftlichem Zusammenhang, einer Desaster-Community, dreht sich im ruine hq viel um die RUINE. Diese ist sowohl Gegenwartsanalyse, als auch Handlungsmodus. Die gegenwärtige Zivilisation als Form die Welt zu denken und zu handeln ist ruiniert. Wir müssen in diesen Ruinien weiterleben, sie überleben. Eher improvisiert und selbstgemacht, langsam und verbunden, exzessiv und trippy, verloren und doch ganz guter Dinge. 

ruinehq.org

05.12.2019 / 16:00 / Zentralgebäude C40.606 
06.12.2019 / 10:00 / ArchipelagoLab (C5.225)
Art, Activism, Technopolitics
Workshop and Talks

The talks and workshop deal with the intricacies of sensation, knowledge production and their techno-social milieus in artistic and activist practices. They ask: how do different modes of expression and experience allow for the emergence of forms of “participatory critique”? Such a critique, we suggest, cannot be externalized from its material, social, and geopolitical situatedness with all its complexities and contradictions. We will explicitly turn towards post- and decolonial contexts and approaches as much as material practices with the aim to develop a more distributed, collective and more-than-human account of participatory critique.

The workshop is organized by the Project „Participatory Critique as Transforming and Transversal With“ as part of the DFG research group „Media and Participation.“

PROGRAM

Elke Bippus (ZHdK),
Christoph Brunner (Leuphana),
Short Introduction

Alessandra Renzi (COncordia University, Montreal)
Data-Bodies in Co-Research

Eduardo Molinari (Universidad Nacional de las Artes, Buenos Aires)
Archivo Caminante (Walking Archives). Stones in the water.

Collective Conversation

 

11.12.2019 // 18:15 // ArchipelagoLab (C5.225)
Hanging out with …
… One Mother
zu Gast: Natasha P. und Preach

2016 als kleines Kollektiv gegründet, haben sich die Künstler*innen von One Mother mittlerweile fest in der deutschen Musikszene verankert. Ihr Sound variiert zwischen HipHop, Pop und Experimental; alles, was gerade ihren Gefühlen entspricht und ein Ventil für die erbarmungslose Welt da draußen bietet. Sie kuratieren u.a. die Partyreihe GLOBAL FEMINIST BAD(B)ASS auf Kampnagel in Hamburg, und machen damit eine lokale Szene sichtbar, die sonst wenig vertreten ist – feministisch, queer, nicht-weiß.

 

16.01.2020 // 20:00 // ArchipelagoLab (C5.225)
Study Night mit Isabell Lorey zu Prekarisierung und Präsentischer Demokratie

Wie können wir Allianzen schaffen, die Kritik an erstarrten Strukturen gesamtgesellschaftlicher Organisation ermöglichen und stetige Reorganisation, ein andauerndes in Resonanz zu einander stehen, als neue Formen des gesellschaftlichen und politischen Werdens einführen? Gemeinsam mit Prof. Dr. Isabell Lorey möchten wir Bedeutungen und Auswirkungen vermeintlich unverrückbarer Umstände ergründen. Inwieweit üben diese eine lähmende Wirkung aus und verschieben den Fokus individueller, gesellschaftlicher und politischer Aktivität vom Wandel hin zum Erhalt? Wir möchten Vorgehensweisen und Potenziale aktivistischer Praxisfelder diskutieren, die diese reaktionären Bewegungen bekämpfen und sie in Verbindung zu theoretisch erarbeiteten kulturwissenschaftlichen Konzepten bringen; welche Resonanzen lassen sich zwischen Theorie und Praxis ermitteln und neu kreieren? 

Biographie
Isabell Lorey hat Politikwissenschaft, Philosophie sowie afrikanische und europäische Ethnologie studiert und 1996 mit der ersten Monographie zur US-amerikanischen politischen Philosophin Judith Butler, einer der wichtigsten Queer-Theoretiker*innen, an der Goethe Universität in Frankfurt am Main promoviert. 2009 hat sich Isabell Lorey an der Universität Wien mit einer Studie zu Gemeinschaftsbildung und Herrschaftssicherung habilitiert, die als Figuren des Immunen 2011 bei Diaphanes erschienen ist. Am bekanntesten wurde Lorey sicherlich mit ihrem mittlerweile in fünf Sprachen übersetzen Buch Die Regierung der Prekären, für das Judith Butler das Vorwort geschrieben hat. Darin befasst sich Lorey mit der quer durch die Gesellschaft sich ausbreitenden Prekarisierung, der sozialen Verunsicherung in neoliberalen Verhältnissen, den damit verbundenen Geschlechterverhältnissen zugleich aber auch den Möglichkeiten zur Veränderung.

Sommersemester 2019

Collective|Affective|Commoning

16.04.2019 // 18:15 // ArchipelagoLab (C5.225)
Study Night: Collective Listening
Zu Gast: Kathrin Wildner (Hamburg)

Die „Study Night: Collective Listening“ dreht sich vor allem um den Prozess des Hörens. Nach einem Input zu konzeptuellen Begriffen und Methoden der kulturwissenschaftlichen Soundforschungen, werden wir anhand einiger Hörübungen der Frage nachgehen, wie sich Hören, „Collective Listening“ und die Beschäftigung mit Sound als Methode der kulturwissenschaftlichen Forschung einsetzen lässt und welches neue Wissen entstehen kann.

17.05.2019 // 10:00-13:00 // ArchipelagoLab (C5.225)
How to be an Ally - Solidarität und Allianz-Schließung im antirassistischen Kontext

Arpana Aischa Berndt und Maja Bogojević thematisieren in ihren Workshops Handlungsmöglichkeiten zur Unterstützung von rassismusbetroffenen Menschen in Alltag. Zusammen mit den Teilnehmer*innen werden Begriffe des Rassismusdiskurses geklärt und erklärt und der Umgang mit Situationen in denen Diskriminierung stattfindet besprochen. 


Arpana Aischa Berndt ist Autorin und Antirassismus-Trainerin. Maja Bogojević ist Sozialwissenschaftlerin*, Künstlerin*, Aktivistin* und Filmemacherin mit dem Fokus auf Antirassismus und intersektionalen Queerfeminismus. 

„Nicht Mittäter*in werden, sondern sich mit dem Opfer solidarisieren – das ist Kern des Ganzen.“ - Maja Bogojević

22.05.2019 // 18:15 // ArchipelagoLab (C5.225)
Study Night: Logistiken des Affekts
Zu Gast: Gerko Egert (Gießen)

Mit der Logistik hat sich ein global operierendes System der Zirkulation von Waren, Körpern und Affekten etabliert. Während die weltumspannende Dimension dieser Bewegungen oftmals die Faszination wie auch die Wirkmächtigkeit dieses Systems ausmacht, sind seine Effekte ebenso in den Mikrobewegungen unseres alltäglichen Lebens zu spüren. In der Study Night wollen wir fragen, wie die Rhythmen unseres Alltags (Lefebvre) teil dieser choreographischen Politik sind. Wie wir arbeiten, studieren, wie wir zur Uni kommen, wie wir Freunde treffen und uns politisch organisieren, allgemeiner gefasst: wie unsere Bewegungen die Welt affizieren und von dieser affiziert werden, ist wesentlicher Bestandteil des logistischen Regimes. Dass die logistische Zirkulation unser Leben auf der Ebene der Bewegung regiert, macht es uns jedoch auch möglich gerade in und durch Bewegung politisch zu handeln. Wie können wir choreographische Operationen nutzen, um widerständige Rhythmen zu produzieren? Welche Formen der „abweichenden Bewegungen“ (Deleuze) sind heute noch möglich und wirkmächtig? Dafür werden wir uns die vielfältigen choreographischen Machttechniken des logistischen Regimes, als auch historische und gegenwärtige Formen eines bewegungsbasierten Widerstands anschauen und diskutieren.

Gerko Egert ist Tanz- und Performancewissenschaftler und arbeitet an der Justus-Liebig-Universität Gießen zur Macht der Bewegung u.a. in Migration, Kolonialismus und Logistik. Er war Vertretungsprofessor für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin und forschte in Berlin, Gent und Montréal. Seine Forschungsinteressen umfassen Philosophien und Politiken der Bewegung, menschliche und nicht-menschliche Choreographien, Tanz und Performance, Prozessphilosophien sowie (spekulativen) Pragmatismus, vor allem in den Arbeiten von Deleuze und Guattari. Neben seiner Promotion Berührungen. Bewegung, Relation und Affekt im zeitgenössischen Tanz (Transcript2016) umfassen seine Publikationen “Choreographing the Weather – Weathering Choreography” (TDR2016) und „Die choreografische Kraft der Information, oder: Der Wahrheit hinterherrennen“ (nachdemfilm.de 2018). Texte und weitere Informationen unter: www. gerkoegert.net.

12.06.2019 // 18:15 // ArchipelagoLab (C5.225)
Study Night: Artistic Practices of Commoning
Zu Gast: Cornelia Sollfrank, Shusha Niederberger, Felix Stalder (Berlin/Zürich)

Künstlerische und aktivistische Strategien des Commoning gehen über den Unterhalt und die Zugänglichmachung von Ressourcen hinaus. Fragen von autonomer Infrastruktur, alternativen Wissensformen und ein erweitertes Verständnis ästhetischer Praxis werden nicht nur diskursiv aufgeworfen, sondern auch experimentell umgesetzt.

Anhand von Beispielen aus ihrem aktuellen Forschungsprojekt „Creating Commons" entwickeln Felix Stalder, Cornelia Sollfrank und Shusha Niederberger anhand von drei konkreten künstlerisch-aktivistischen Projekten aus dem Bereich der Digital Commons die zugrunde liegenden Fragestellungen und Strategien.

Mehr Infos unter creatingcommons.zhdk.ch

21.06.2019 // 19:00 // mosaique (Katzenstraße 1)
Hanging Out With... Diaspora Salon صالون الشتات

TOGETHER SO STRONG! 

Auf Bühnen, in Gremien, Universitäten, Parlamenten, Redaktionen, Unternehmen, Sportvereinen und allen anderen bedeutenden Institutionen dieses Landes sitzen noch viel zu oft nur Menschen, die uns nicht repräsentieren, uns (Post-)Migrant*innen, Schwarze, People of Colour. Als Diaspora Salon schaffen wir in Hamburg einen Ort für unsere Stimmen, für Kunst, Begegnung, Austausch und Empowerment. Als Einzelne versuchen wir das in verschiedene Bereiche unserer Arbeit zu tragen – manchmal erfolgreich, oft frustrierend. Was wir dabei immer wieder gemerkt haben: ohne eine starke Community und Netzwerke geht nichts. An diesem Abend sprechen wir mit Gäst*innen aus Hamburg und Lüneburg in einer Live-Talkshow darüber, wie sich solche Strukturen schaffen lassen, wie wir uns gegenseitig stärken und gemeinsam Räume verändern können. Was sich dafür in all den Institutionen und Gruppen ändern muss und wie Allyship funktionieren kann. 

„Der Diaspora Salon ist ein Ort für (post-)migrantische Stimmen, Stimmen of colour in Hamburg. Lasst uns Raum schaffen für Kunst, Begegnung, Austausch. Gegen Rassismus. Für Empowerment. Gegründet wurde der Salon als ein Projekt von Freund*innen aus St. Pauli & Nachbarschaft in Kooperation mit der GWA St. Pauli“ (Selbstbeschreibung Diaspora Salon).

Dokumentieren am Donnerstag: Das ABC des Gilles Deleuze (L’Abecedaire)
16.05. / 23.05. / 06.06. / 20.06. // 18:15 // ArchipelagoLab (C5.225)

Nach der erfolgreichen Dokureihe letztes Semester, wollen wir die Praxis des gemeinsamen Anschauens von Filmmaterial fortführen. Dieses Semester und aufgrund vielfachen Wunsches werden wir uns über vier Sessions hinweg, das von Claire Parnet mit Gilles Deleuze geführte Interview, im Stile eines ABCs von Begriffen, ansehen - von A wie „animal“ bis Z wie „zigzag“ - es gibt kaum eine schönere Weise, Deleuze und sein Denken kennenzulernen.

Wintersemester 2018/2019

Hanging Out With...

... Ecologies of Care
Perspektiven auf Sorge
08.01.2019 | 18:15 | C5.225

Um die Sorge ist es nicht gut bestellt. Selbst wenn sie es ist, die uns am Leben hält, wird sie ständig unsichtbar gemacht, abgewertet und ausgebeutet. Doch es regt sich Widerstand: transnationale feministische Allianzen weisen diese Zustände zurück, treten in den Streik oder erfinden neue Formen des Miteinanderlebens und des Sorgetragens, jenseits kapitalistischer und staatlicher Verhältnisse.

Sorge-Krise, Sorge-Streik – Ecologies of Care und Carespective. Wir wollen euch einladen, mit uns darüber nachzudenken, was theoretisch wie praktisch geschieht, wenn wir die Sorge ins Zentrum stellen. Wie kann ein Sorgestreik funktionieren, wenn die Erhaltung des Lebens doch nie ausgesetzt werden kann? Welche Möglichkeiten ergeben sich hieraus für den feministischen Anspruch, Politik im Hier und Jetzt zu machen? Auf welche Weise können existierende (queer-)feministische Konzepte durch das Nachdenken über Ökologien der Sorge erweitert werden?

... Texture
22.01.2019 | 18:15 | C5.225

Als Projektraum bzw. Projektgruppe, die sich zwischen Universität, Institution, offenem Freundeskreis und kollektivem Lernen bewegt, organisiert texture seit Mai diesen Jahres regelmäßig Veranstaltungen. Gemeinsam mit dem Archipelago Lab aus Lüneburg wollen wir diese Praxis der semi-institutionellen Diskursarbeit selbst zum Thema machen. Aus den Ideen und Hoffnungen des gemeinsamen und kollektiven Lesens und Diskutierens entstehen unmittelbar Fragen nach der Form und Ordnung des Zusammenkommens und den „Arbeitsverhältnissen“, in die man sich begibt. Wir wollen uns selbst fragen: Welche Rolle spielen das Imperativ der projektbasierten Arbeitsweise und das kontrollgesellschaftliche Paradigma in dieser Arbeitsform? Was waren und sind die Hoffnungen und Ängste eines solchen Projektes und ist diese Praxis die einzig attraktive? Von welchen Unzufriedenheiten oder Bedürfnissen ausgehend, erscheint uns diese Praxis als sinnvoll?

Wir werden gemeinsam den Text "Gouvernementalität und Selbst-Prekarisierung. Zur Normalisierung von KulturproduzentInnen" von Isabell Lorey lesen und diskutieren. Der Text ist über transversal erschienen und unter diesem Link erreichbar: eipcp.net/transversal/1106/lorey/de

Study Night

04.12.2018 / 18:15 / C5.225
Flavia Mereilles (Rio de Janeiro) & Paula Hildebrandt (Berlin)
Women on Streets | Women on Walls

This Study Night deals with feminist activism and resistant practices in Latin America. Focusing on the recent feminist movement in Brazil (2015-2018) Flavia Meireles will contribute her perspectives on thinking what political action could mean in terms of resistance against imposing neoliberalism/neocolonialism and the renewed image of witches. Paula Hildebrandt will share insights from her artistic research and visual ethnography in Bolivia working with women in mining contexts, emphasizing the politics of reproductive labor and domestic life from a transhistorical perspective. Together with Christoph Brunner the two guests will engage in an open polylogue on the aesthetic politics of feminist struggle and protest in light of a decolonial geopolitics.

Our focus on feminist activism in Latin America goes hand in hand with the recent publication on the 8M Movement and the Feminist Strike published by transversal texts. We will together read excerpts from the book, in particular, the contribution of Marie Bardet and Suely Rolnik. The book can be bought at the event for 10€ and/or downloaded here: transversal.at/media/8m.pdf 

This session is conceptualized as Study Night, meaning there will be food and drinks as well as an open and informal setting with enough time for informal conversation. 

Flavia Meireles is Dance Professor at CEFET-RJ (Brazil) and Ph.D. Candidate in Communication and Culture at Federal University of Rio de Janeiro. She is visiting researcher of the Angewandte Theaterwissenchaft (ATW) at Justus-Liebeg Universität (Giessen) with a scholarship from CAPES - Brasil. The present work was realized with the support of "Coordenação de Aperfeiçoamento de Pessoal de Nível Superior" - Brasil (CAPES).

Born 1976 in Berlin, Paula Hildebrandt initially worked as a political scientist for the United Nations Development Program (UNDP) in New York, Ghana and Thailand. She holds a PhD from the Bauhaus University Weimar and lectured at various art schools and universities in Germany, the UK, Lithuania and Brazil before turning to art and photography. Her articles and essays appeared in numerous journals, a.o. Arte & Ensaios, Der Wedding, PERIPHERIE, Polar. Currently, she writes a book about the ‘Welcome City’, an artistic research project within the Hamburg-based graduate program ’Performing Citizenship’. www.paulahildebrandt.de

Activist Sense Workshop Series

30.11.2018 | 10:15 | C40.153
Luciana Santos Roça (São Paulo)
Sounding Territories

This short workshop proposes listening protocols to discuss the influence of sound in making space and territories, putting the relation between sound and frontiers into discussion. Sound carries a socio-political aspect, either by language or voice tone or by who speaks and is silenced, figuratively or not. Listening and sounding are not passive acts, whether intentionally or not, both acts are active and provide insights. The sound has a political and aesthetical dimension as well, which makes it a tool of representation and creation. This proposal is intended for anyone who is interested in listening and understanding urban sounds in their context. The workshop can offer ethnographic and sound insights to researchers in cultural studies, architecture, urbanism, sociology, anthropology.

Luciana Santos Roça is a researcher at Nomads.usp, holds a Bachelor degree in Audiovisual and a Master degree in Architecture and Urbanism. She does a PhD at the Institute of Architecture and Urbanism, University of São Paulo, and is currently in a research exchange at Cresson, Centre for research on sound space and urban environment, Grenoble, France.

19.12.2018 | 18:15 | C5.225
Marc Herbst (London)
Being as it is and the sense to act

This is a talk that looks at the variety of ways the one and the many feel properly situated to struggle. This conversation looks at a variety of subjective situations and political contexts – and looks at when it is the time to struggle versus the knowing that the struggle’s time might be elsewhere, or that you might best place your energy elsewhere. Sometimes the time to act is settled between a variety of objective and subjective positions or just with common senses. While the abstract situation of the researcher or unembedded activist might objectively suggest that action seems to be the only option, subjective relations between the individual or collective, and any other variety of orientations (conditions set between operable horizons, between ones self and others, between what is common sense etc…) suggest there are many reasons to believe that the fight is not now, or not in this place. That is, until that its is clearly the time, when either individual sense, common sense or necessity determine otherwise. 

Through a conversation on various current research and editorial projects (in Barcelona, in London, in France, In Berlin), Marc Herbst, recent PhD from Goldsmiths University of London and co-editor of the Journal of Aesthetics & Protest, will discuss certain feelings in relation to distance and proximity to the active sense. 

Marc Herbst recently received his PhD from Goldsmiths Centre for Cultural Studies and is a long-time co-editor of the Journal of Aesthetics & Protest. His PhD thesis is titled A cultural policy of the multitude in the time of climate change: with an understanding that the multitude has no policy. Though concerned with general questions on the nature of culture in the time of a changing climate, research for the project was done with the Barcelona-based group of the Plataforma De Afectados Por La Hipoteca. He recently co-edited with the Barcelona-based anarchist feminist collective Murmurae the book Situating Ourselves in Displacement (Minor Compositions) and is currently editing several projects including one on punk shamanism and another with the Mauvais Troupe collective on the zad occupation.

Artist in Residence | Maju Martins

23.10.2018 | 18:15 | C5.225
Artist Talk with Maju Martins

12.12.2018 | 13:00-17:00 | C5.225
Workshop | Frontier Zones in Urban Spaces: Images, Sounds, Movements in History

By Maju Martins and Ursula Kirschner

This workshop is an invitation to reflect and discuss about the concept of Frontier Zones in different contexts. It will present and negotiate the processes and results of three different research and didactic experiences. Two International Summer Schools entitled “Frontier Zones” that took place in Brazil (2015 and 2017) and a seminar entitled Frontier Zones in Urban Spaces at Leuphana University Campus in 2018. The main objective of these experiences was to highlight the value of experience-based learning approaches and the method of documentary filmmaking with the focus on the audio-visual without explanatory words. The aim resided in creating methodologies and knowledges from urban audio-visual exploration applying the techniques of documentary filmmaking as a medium to reveal new insights and readings of contemporary spaces.

The workshop will be divided into two parts. Starting at the Kunstraum, the audience is invited to take part in an audio-visual exhibition that will occur in three different places around the Campus. The projected short films are a result of the seminar. The second part, back at Kunstraum, will include the screening of two films produced during the Frontier Zones International Summer School presenting the ideas and practices involved in those experiences, coordinated by Professor Ursula Kirschner in collaboration with Maria Julia Martins.

Performance

13.11.2018  17:00-18:30 / C5.321|C5.225
(aktionssensor | coming closer)
One-to-one Performance von Clara Wessalowski und Lena Panten

Anmeldung unter archipelagolab@leuphana.de

Lesekreis

Tausend Plateaus
14.11. | 28.11. | 12.12. | 09.01. | 23.01.
18:00-20:00 | C5.225

Dokumentieren am Donnerstag
C5.225 | 18:00

Wir möchten dieses Semester das Spektrum von Talks und Workshops sowie Lesekreisen im Lab erweitern. Mit "Dokumentieren am Donnerstag" zeigen wir in den kommenden Wochen donnerstags ausgewählte Dokumentationen und Filme, die für wir für kulturwissenschaftlich zentrale Arbeiten halten. Ziel ist es Dokumentation und Film als wichtiges Reflexionsmoment der Kulturwissenschaften zu eröffnen. Wie ihr seht, es gibt noch freie Donnerstagstermine, die ihr gerne mit euren Vorschlägen ergänzen könnt.

22.11. |  The Stuart Hall Project - John Akomfrah, 2013, 95 min, OmeU

29.11. |  I Am Not Your Negro - Raoul Peck, 2016, 90 min, OmeU

06.12. |  Donna Haraway: Story Telling for Earthly Survival - Fabrizio Terranova, 2016, 90 min, OmfU

24.01. |  Last Year at Marienbad, Alain Resnais, 1961, 94 min

Sommersemester 2018

Das Lab befasst sich dieses Semester mit Fragen der Praxis und Organisation. In drei Formaten, der Workshop- und Vortragsreihe Activist Sense, dem Hanging Out With ... sowie zwei Workshops zum Thema „Urban Commons“, haben wir Gäste eingeladen, um über ihre Erfahrungen zwischen Forschung und politischer Arbeit zu sprechen. Hierbei liegt der Fokus auf Arten und Weisen der Organisation, was es bedeutet kollektiv zu agieren und wie sich dadurch neue Perspektiven des Denkens und Handelns eröffnen. Die eingeladenen Positionen reichen von queer-feministischen, zu dekolonialen und aktivistischen Organisationsformen, vom Büchermachen bis zur gesundheitlichen Beratung in sozial prekären Situationen als widerständige Praxis. Das Programm geht aus einer geteilten Dringlichkeit hervor, voneinander zu lernen, mit dem Ziel innerhalb und außerhalb der Universität selbst und mit Kompliz*innen aktiv zu werden oder bisherige Aktivitäten miteinander ins Gespräch zu bringen. Alle Veranstaltungen finden im ArchipelagoLab (C5.225) statt.

Activist Sense Workshop and Lecture Series

Mit Activist Sense verknüpfen wir die Fragen nach Aktivität und Aktion, dem Aktivismus immanent, mit der Frage des Sinns, in seiner doppelten Bedeutung - als Sinnliches und als Sinngebendes. Es geht somit um die Verhältnisse von Erfahrung und einer Politik der Wahrnehmung in ihrem Vermögen neue Sinne(s)zusammenhänge herzustellen. 

24. APRIL 2018 / 18:15-19:45
Katherine Braun (Hamburg / Osnabrück)

Dekoloniale Perspektiven auf Fürsorgepolitiken: was bleibt vom "langen Sommer der Migration"?

Die Ereignisse des  "Sommers der Migration" haben zu tiefgreifenden Veränderungen geführt. Einerseits hat sich das europäische Grenzregime rekonstituiert und brutalisiert: nach außen wurde der Grenzschutz ausgerüstet, Kooperationen und fragwürdige Abkommen mit Transitländern wie Libyen abgeschlossen. Nach "innen" ist die Gründung eines "Heimatministeriums" sowie der Einzug rechtspopulistischer Parteien nicht nur Ausdruck einer demokratischen Krise, sondern eines sich verändernden politischen Imaginären der Zugehörigkeit und der Ablehnung. Andererseits hat die Bewegung der Migration und Flucht des "langen Sommers der Migration" zu bisher nicht da gewesenen Mobilisierungen geführt, in der zivilgesell-schaftliche Akteur_innen, Trans-Border- und Refugee-Welcome-Aktivist_innen sowie bereits bestehende Selbstorganisierungen und Menschen, die sich als "nicht politisch" bezeichnen, zusammen-gekommen sind. Hier sind Fürsorgepraktiken entstanden , die über den Zeitraum der "Willkommenskultur" hinauswirken, und nun in Stadtteilen, öffentlichen Räumen und Begegnungsstätten zusammenkommen. Zugleich sind diese Prozesse des Zusammenkommmens und "Soziabilität" konkliktdurchzogen, sie gehen einher mit Hierarchisierungen, Prozessen der Rassifizierung und Vergeschlechtlichung. Aus einer dekolonialen Perspektive sollen bei dem Vortrag Fürsorgepraktiken und die damit verbundenen Vorstellungen des Eigenen, des Fremden und des Gemeinsamen im Hinblick auf koloniale Sedimentierungen, aber auch auf Neuanordnungen und Resignifizierungspraktiken gerichtet werden.

03. MAI 2018 // 14:00-16:00
Tina Fritschy (Zürich) & Laura Nitsch (Wien)

Queer-feminist Survival Training: Prekarität, Politiken der Freund_innenschaft und die Sehnsucht nach Normalität

Queer-feministische Politiken und Lebensweisen artikulieren sich meist in einem Begehren nach Abgrenzung zu herrschenden gesellschaftlichen Normen. Doch wann und wie schlägt queere Marginalität um in eine Sehnsucht nach Normalität? Welche Auswirkungen haben insbesondere prekäre Lebensverhältnisse auf die Art und Weise wie wir (Anerkennung) begehren? Welcher Situierung (und bereits erfahrene normative Anerkennung) bedarf es, um überhaupt Widerständigkeit begehren zu können und auf Anerkennung verzichten zu wollen? Und wie gehen wir als Queer-feminist_innen mit (unseren) komplexen und widersprüchlichen Begehren nach Normalität um? Können wir die Trennlinien zwischen Widerständigkeit / Normalität und Anerkennung / Prekarität durchkreuzen,indem wir Differenz teilen und Politiken der Freund_innenschaft und Sorge etablieren?

Das Queer-feminist Survival Training lädt ein zu theoretischen, experimentellen und lebenspraktischen Erkundungen dieses Themenkomplexes. Das Training ist gleichermassen Workshop, Performance und liminales Experimentieren.

19. JUNI 2018 // 18:15 - 19:45
Adnan Softić (Hamburg)
Lesung: A Better History / Eine Bessere Geschichte / Screening: Bigger Than Life

Adnan Softić liest Textpassagen aus seinem Buch „A Better History / Eine bessere Geschichte“ – eine Erzählung über Mythisierungen Skopjes als Versuch der Regierung eine neue ursprüngliche nationale Identität und Geschichte zu schaffen. Außerdem zeigt er Fragmente von seiner Videoinstallation "Bigger Than Life".

27. JUNI 2018 // 18:15-19:45 // In Englischer Sprache
Kelly Mulvaney (Chicago)

Body activity and political action: an experiential workshop

The critical tradition has usually considered political knowledge to be discursive knowledge, a way of knowing and an articulation of known things that takes shape outside the skin and between thinking minds. Yet critique of these premises is also not “new” (or necessarily “beyond” critique): we can think of calls for reflexivity, situated thinking, focus on bodily materiality and affect theory – for example – as attempts to grapple with the realities of embodiment with respect to what we know and how we come to know, which is always also political. In this experiential workshop we will consider space, place, and the body in the making of political knowledge. We will proceed by taking the call for reflexivity in a less popular direction: inward. What can attention to our own embodied realities teach us about the way we inhabit the world as political beings? How might attention to our bodies invite us to think differently about activity, action, and activism? A lecture drawing on multi-year activist/ethnographic research with political collectives in multiple countries will complement the exploratory approach of the workshop.

 

Hanging Out With...

Mit diesem Format möchten wir vorschlagen, anstelle eines zusätzlichen strengen Lesepensums mit intensiver Vorbereitungszeit, gemeinsam Zeit zu verbringen, sich Zeit zu nehmen und sich auf kollektive Prozesse des Erkundens einzulassen. Dazu bringen Gäste Materialstücke mit, die wir gemeinsam anschauen und diskutieren - oder von ihnen abschweifen.

25. APRIL 2018 / 18:15
... dem Lab

Das erste Abhängen findet mit uns statt. Das ArchipelagoLab stellt sich vor und lädt herzlich bei Snacks und Wein zum Vorbeischauen und Kennenlernen ein.

16. MAI 2018 / 18:15
... Medibüro & Poliklinik

Gemeinsam sprechen das Medibüro Hamburg und die Poliklinik Veddel über die momentane Situation im Gesundheitsbereich für illegalisierte und marginalisierte Menschen, ihre Community-Arbeit und über die Herausforderungen eine widerständige Praxis beizubehalten.

03. JULI 2018 / 18:15
... Esther Meyer

Wer entscheidet, welches Wissen das Klima schützt und wessen Zukünfte durch dieses Wissen existieren? Esther Meyer wird das policy paper zur Operationalisierung einer local communities and indigenous peoples platform von der letzten Klimakonferenz in Bonn mitbringen und im Hinblick darauf diskutieren, welche Auffassungen von Wissen auf dieser Plattform Eingang finden. Dabei wollen wir auch diverse Gründe beleuchten, wie es in der Historie der Klimakonferenzen, durch die Formierung transnationaler NGOs sowie wissensbezogener Diskurse der Dekolonialisierung der letzten Jahre dazu gekommen ist, dass die Stimmen von indigenous people (IP) zu Klimaschutz Gehör und eine Plattform finden und ob dadurch politische Einflussnahme für sie möglich ist. 

 

Workshops zu Urban Commons

Der zweiteilige Workshop widmet sich Urban Commons und Commoning: selbstorganisierte, kollektive Projekte im Stadtraum und die dafür benötigten materiellen sowie immateriellen Ressourcen. Seit Jahren setzen sich u.a. „Recht-auf-Stadt“-Initiativen für eine Stadt für Alle ein, doch die Privatisierung öffentlicher Plätze, Räume und Einrichtungen ist weiterhin auf dem Vorlauf, während steigende Mieten immer mehr Menschen an die Ränder drängt. Um dagegen zu steuern und eine alternative Stadtentwicklung zu etablieren ist seit einigen Jahren das Konzept der Urban Commons in Theorie und Praxis in den Fokus gerückt und nicht zuletzt die Frage, wie diese in Resonanz miteinander treten. Welche Ressourcen sind notwendig, welche Organisationsformen? Wie kann es gelingen, dass Stadtinitiativen mit der Stadtpolitik zusammenarbeiten, ohne dass Gentrifizierungsprozesse und damit Verdrängungsdynamiken in Gang gesetzt werden? Oder sollten diese Initiativen gerade deswegen unabhängig bleiben? Wie kann eine produktive Vernetzung alternativer Projekte funktionieren, so dass nicht bloß bestehende Strukturen bewahrt werden, sondern auch Raum für Neues entsteht?

06. JUNI 2018 / 16:00-18:00
Theorie und Praxis
Gäste: Mary Dellenbaugh-Losse (Urban Commons Cookbook) & Hajo Toppius (Hacking Urban Furniture)

Unsere Gäste Mary Dellenbaugh-Losse und Hajo Toppius geben uns einen Einblick in ihre jeweilige Arbeit als Wissenschaftlerin bzw. Kulturarbeiter, um gemeinsam über die Möglichkeiten und Herausforderungen der Verbindung von akademischer Forschung zu und praktischer Anwendung von Urban Commons zu diskutieren. 

Mary Dellenbaugh-Losse (Urban Research Lab) hat vor kurzem eine erfolgreiche Kampagne zur Finanzierung des „Urban Commons Cook Book“ durchgeführt. Sie ist außerdem Mitgründerin des Urban Commons Research Lab und forscht zu integrierter postindustrieller Stadtentwicklug mit Fokus auf Kultur- und Kreativwirtschaft, den Dynamiken des Immobilienmarktes, Stadtentwicklung von unten sowie Urban Commons. 

Hajo Toppius gründete 2006 die Club Galerie „Antje Öklesund“ in Berlin, die zehn Jahre lang Plattform war für junge KünstlerInnen und MusikerInnen, bevor das Gelände von einem großen Investor aufgekauft wurde. Er ist außerdem Mitgründer der „Kollegen 2,3 | Bureau für Kulturangelegenheiten“. 

13. JUNI 2018 / 16:00-18:00
Do It Yourself

Zum zweiten Termin laden wir Initiativen wie zum Beispiel das im März eröffnete Haus mosaique aus Lüneburg ein, um gemeinsam zu diskutieren, was Urban Commons, die bisher vor allem im Kontext von Großstädten verhandelt werden, für Kleinstädte wie Lüneburg bedeuten können. Welche Herausforderungen gibt es hier, die sich vielleicht von Herausforderungen in Städten in Berlin oder Hamburg unterscheiden? Wo gibt es konkreten Handlungsbedarf? Der Workshopteil ist vor allem dazu gedacht, interessierte Studierende und BewohnerInnen mit bereits bestehenden Initiativen zusammenzubringen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln und Pläne zu schmieden für zukünftige Projekte oder dem Ausbau bereits bestehender. 

Wintersemester 2017/2018

 

ACTIVIST SENSE – LECTURE, WORKSHOP, FILM

08. NOVEMBER 2017 // 20:00 // ARCHIPELAGOLAB
ADAM SZYMANSKI (MCGILL UNIVERSITY, MONTRÉAL)
FÉLIX GUATTARIS MINOR CINEMA DER ANTI-PSYCHIATRIE: ZEITGENÖSSISCHE IMPLIKATIONEN

Militante Dokumentationen der Anti-Psychiatrie spielen eine wichtige Rolle in Félix Guattaris Theorie des Minor Cinema. In diesem Vortrag wird Adam Szymanski erklären wie sich die Theorie des Minor Cinema mit Guattaris schizoanalytischen Schriften aus den 1970er Jahren überschneidet und wie diese Kreuzung für das Denken künstlerischer Praktiken mit Geisteskrankheit und Neurodiversität in der heutigen psychiatrischen Landschaft einschlägig bestehen bleibt.

Der Redebeitrag wird unterstützt mit Filmfragmenten der Dokumentationen, die Guattari interessierten, wie zum Beispiel Asylum (Peter Robinson, 1972), ein Film über den berühmten Anti-Psychiater und Mitbegründer der Philadelphia Association, R. D. Laing; Fous à dèlier (March 11 Collective, 1976), welcher sich mit der disziplinarischen Repression innerhalb einer psychiatrischen Klinik beschäftigt; und Urgences (Raymond Depardon, 1988), eine Dokumentation, die das Alltagseben von Patienten in psychiatrischen Notfallstationen und „Irrenanstalten“ verfolgt. 

Der Vortrag schließt an den Fokus auf Guattari’s philosophische und aktivistische Arbeiten zu einem ethisch-ästhetischen Paradigma und der Diskussion zur Anti-Psychiatriebewegung, wie sie Max Heinrich und Helvetia Leal mit ihrem Film La Colifata im WiSe 2016/17 vorgestellt hatten.
 

 

„HANGING OUT WITH ...“ – DER ETWAS ANDERE LEKTÜREKREIS

Aus den Erfahrungen der Erschöpfung und einem permanenten Gefühl der Überarbeitung möchten wir ein neues regelmäßiges Format anstelle des bisherigen Lesekreises vorschlagen. Mit dem Titel „Hanging out with ...“ möchten wir vorschlagen, anstelle eines zusätzlichen strengen Lesepensums mit intensiver Vorbereitungszeit, wirklich gemeinsam Zeit zu verbringen, sich Zeit zu nehmen und sich auf kollektive Prozesse des Erkundens einzulassen. Klar, wir bleiben dem Interesse andere Wissensformen und kollektiver Wissenspraktiken im Kern verschrieben, möchten jedoch gemeinsam und langsamer als bisher Materialien anschauen, lesen, und diskutieren – ohne Vorbereitung, einfach mitten rein.

Alle Veranstaltungen finden im ArchipelagoLab (C5.225) statt.

01. NOVEMBER 2017 // 17:15 - 18:45
... Roberto Nigro // Lazzarato & die Arbeitsverweigerung

28. NOVEMBER 2017 // 18:15 - 19:45 
... The Last Angel of History (Screening)
John Akomfrah / 1996 / 45 min

19. DEZEMBER 2017 // 18:15 - 19:45 
... Ben Trott & Valentina Seidel // Differential Subjectivities

23. JANUAR 2017 // 18:15 - 19:45 
... Esther Meyer

15 NOVEMBER 2017 // 16:15 - 18:00 // ARCHIPELAGOLAB (C5.225)
AUFSTEHEN GEGEN RASSISMUS
WORKSHOP STAMMTISCHKÄMPFER*INNEN

In diesem Workshop werden wir Strategien und Praktiken entwickeln, mit denen ermöglicht werden sollen, aktiv gegen ein „Das wird ja wohl noch gesagt werden dürfen“ vorzugehen, gemäß nach dem Motto der Kampagne „Der Stammtisch ist überall!“.

Aufstehen gegen Rassismus ist eine Kampagne, die mit Interventionen und Workshops dem Erstarken rechter Kräfte wie der AfD und den damit einhergehenden Rassismus etwas entgegengesetzten wollen.

Mehr Informationen zu Aufstehen gegen Rassismus 

Der Workshop findet auf Deutsch statt.

 

 

16 JANUAR 2018 // 18:15 - 19:45 // ARCHIPELAGOLAB
BODIL MARIE STAVNING THOMSEN (AARHUS UNIVERSITET) & JONAS FRITSCH (ITU COPENHAGEN)
ANARCHIVAL PRACTICES IN DIGITAL AND CINEMATIC CULTURES

Wie läßt sich sinnliche Erfahrung nicht auf Schlagworte, Indices oder klare Ordnung reduzieren und doch irgendwie festhalten? Archive befassen sich seit jeher mit dieser Problematik der Wissensverwaltung und somit der Ordnung von Macht. Jenseits der klassischen Diskurse zum Archivischen in den Künsten und dem Design, erkunden die Medien- und Filmwissenschaftlerin Bodil Marie Stavning Thomsen und der Designtheoretiker und Interaction Designer Jonas Fritsch mögliche Strategien des Anarchivischen in digitalen und kinematischen Kulturen. 

Die Vorträge finden im Zusammenhang mit dem internationalen Partnership Grant Immediations: Art, Media, Event statt.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

 

 

18 JANUAR 2018 // 20:00 - 00:00 // ARCHIPELAGOLAB (C5.225)
ISABELL LOREY & GERALD RAUNIG
STUDY NIGHT ON THE COMMONS

Im Januar werden Isabell Lorey (Universität Kassel) und Gerald Raunig (ZHdK) mit uns eine study night im Lab bestreiten. Die Frage nach den Commons, bzw. dem Gemeinen, durchzieht unterschiedlichste Lebensformen und Geographien. Wir haben das große Glück und Vergnügen mit zwei politischen Philosoph_innen, Autor_innen und Übersetzer_innen eine lange Nacht des Study zu verbringen. Study, ein zentraler Begriff des Buchs The Undercommos, meint hier dann weniger ein Lernen von den Lehrenden sondern viel eher etwas Gemeines, das dem Denken immanent ist - nicht als common sense, sondern vielleicht eher als common dissens. Teile der Diskussion werden in Anlehnung an das Seminar „Commons und Theorien der Gemeinschaft“ im Minor Philosophie angestoßen und durch Erfahrungen der Casa Azul und Casa Invisibile und Anti-Gentrifizierungspraktiken in Malaga komplementiert. 

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

 

ACTIVIST SENSE SCREENING

09. JANUAR 2018 // 18:15 - 19:45
ArchipelagoLab (C5.225)

"Work Hard - Play Hard" (2011, Carmen Losmann, DE)
 

 

KOLLABORATIONEN

STEIRISCHER HERBST 

ACTIVIST SENSE: A SERIES OF MICRO-RELAYS
WORKSHOP IN THREE PARTS AND DIAGRAM SPACE

A COLLABORATION BETWEEN THE ARCHIPELAGOLAB AND MAX HEINRICH & HELVETIA LEAL (CH)
10. - 13. OCTOBER 2017

 

This year´s celebratory iteration of steirischer herbst poses three crucial questions, that of temporality, that of dreaming alternatives, and of locating one’s practice. After a long period of proclaimed urgency in the arts, verging on the political in aesthetic practices, such pleas seem both not to fulfill the hoped for results while at the same time appearing more pressing than ever in the face a resurging reductionist and neo-fascist politics throughout western democracy. Perception of one’s practice, of time, of dreaming other ways of living become the point of departure for an exploration into what might be called activist sense. With that term we want to relate the question of activity and action immanent to activism with the question of sense, as both the sensuous and in relation to making sense. Against the resurgence of new grant narratives of crisis, depression, or the end of democracy, we want to amplify an overall shift of perception moving towards the minor, molecular, or minute and by that opening up ways of making time, repositioning while moving, and dreaming as a form of future memory. 

 

By proposing three two hour workshop sessions we want to engage on a discursive, practical and dream-like level with microperceptions, micropolitics and microtemporalities. Focusing on the minor or micro we do not intend to promote a scaling-down in light of the all too large and complex problems haunting our present. On the contrary, we want to develop a series of (micro-)relays between the perceptual, political, and temporal generating an emergent space-time for making sense across the sensible. Further, the shift to the minute or minor allows us to evoke different images of thought and practice than the ones foregrounded by the threat against “western” democracy; thus echoing some of the endured post- and de-colonial critiques of the last 60 years. As a guiding idea we conceive of the series of workshops as an archipelago of interrelated but not finitely bound relations that only become felt in their dynamic taking-form. 


Emerging from a series of collective readings and artist talks at the ArchipelagoLab at Leuphana University Luneburg during spring/summer 2017 each of the workshop sessions in Graz will include a guided input through a person, a text, or an artistic work, a discussion, and a practical element. Each session closes with the proposition to collect attentively points of micro-emergencies in relation to the shared experience of the workshop throughout the day and insert them into what we call a diagram-space. This space allows for (an)archiving the felt memory of the inhabited time of the festival while simultaneously becoming a memory of the future. The goal is to generate techniques that allow to relay across time and space throughout the micro-level of experience. In other words, we want to collectively experiment on ways of relaying affectively what it means to weave emergent temporalities, dream alternatives and act as a new mode of sensuous politics or activist sense resilient enough to resist immediate capture and value extraction.

 

Website steirischer herbst 

Sommersemester 2017

Activist Sense

Gegen das Wiederaufleben neuer großer Erzählungen der Krise, der Depression oder dem Ende der Demokratie - vielmehr hin zu einer generellen Verlagerung der Wahrnehmung zum Minoritären, Molekularen oder Minuziösen. Wege zum „Zeit gestalten“ eröffnen, sich in der Bewegung repositionieren und träumend Formen eines zukünftigen Gedächtnisses produzieren.

Die Wahrnehmung von Praktiken, von Zeit und dem immanenten Erträumen anderer Lebensweisen, bilden den Ausgangspunkt für eine Erkundung dessen, was wir Activist Sense nennen möchten. Mit diesem Begriff verknüpfen wir die Fragen nach Aktivität und Aktion, dem Aktivismus immanent, mit der Frage des Sinns, in seiner doppelten Bedeutung, als Sinnliches und als Sinngebendes. Der Semesterfokus auf Activist Sense bringt zwei zentrale Anliegen zusammen, die für das Verständnis des ArchipelagoLabs von transversalen Praktiken unerlässlich sind: Einerseits widmen wir uns der Frage von Sinn und dem Sinnlichen durch eine dezidiert post- und dekoloniale sowie feministische Perspektive und in Verbindung mit widerständigen Epistemologien und Ontologien, die das (große) westliche Narrativ von Wissen und Erfahrung unterwandern. Andererseits lässt sich eine solch spezifische Perspektive nicht trennen von dem Vermächtnis (und der Hegemonie) westlich theoretischer Diskurse, weswegen wir uns gleichzeitig mit Modi immanenter Kritik beschäftigen wollen. Eine solche Kritik bewegt sich unterhalb eines klassisch kanonischen Verständnisses von Kritik in Kulturtheorie und okzidentaler Philosophie.

Die für dieses Semester vorgesehenen vier Lektürekreise erkunden dabei die Vorstellung von Activist Sense in Relation zu zeitgenössischen „Technopolitiken“, digitaler Ästhetik und Artivism. Die fünf Abendvorträge werden dies von einem ethisch-ästhetischen Standpunkt aus unternehmen. Und auch für die Idee des ArchipelagoLabs bedeutet Activist Sense eine Entfaltung als ein heterogenes Set von Relationen (Archipel) in beständiger Bewegung und empfindsamen dynamischen Formationen durch kollektive Praktiken. In diesem Sinne organisieren wir zwei Potluck-Abende, um unbefangen die Rolle des Labs als einen „anderen Ort“ des Experimentierens vorstellen und reflektieren zu können. Wir laden euch herzlich ein, zu uns zu kommen, mit uns zu erfinden und zu denken... bringt gerne eure Kompliz_innen mit. 

 

ACTIVIST SENSE READING CIRCLE

ArchipelagoLab C5.225

Session I

19 APRIL 2017 / 15:00-17:00
Philippe Pignarre, Isabelle Stengers: Capitalist Sorcery: Breaking the Spell, Part 1, p. 3-38

Session II

17 MAY 2017 / 15:00-17:00
Denise Ferreira da Silva, „Toward a Black Feminist Poethics: 
The Quest(ion) of Blackness Toward the End of the World“, The Black Scholar 44(2) (2014).

Session III

31 MAY 2017 / 15:00-17:00
Déborah Danowski, Eduardo Viveiros de Castro: The Ends of the World
chapter 4: „The outside without thought, or the death of the Other“

Session IV

28 JUNI 2017 / 15:00-17:00
Walter Mignolo: "Epistemic Disobedience and the Decolonial Option: A Manifesto", Transmodernity 1(2) (2011)

 

ACTIVIST SENSE LECTURE SERIES

18. APRIL 2017

Érik Bordeleau (Montréal, Canada): 
What is Econautics? Rethinking Value at the End of the Economy

LECTURE & DISCUSSION:  20:15, blaenk (ehem. Mondbasis)

 

We are only seeing the beginning of an intensive and multi-faceted process of decentralization and redefinition of socio-financial relations towards greater multiplicity and autonomy. The invention of Bitcoin and the proliferation of cryptocurrencies urge us to rethink fundamental assumptions about the functional organization of the contemporary monetary architecture and its impact on the operative logic of power apparatuses.

 

One way of critically engaging with this nomadic re-engineering of finance is to envisaging it as an artistic medium. For finance is not primarily about monetary value: it is a mode of coordinating the future and its emerging possibilities through the collective design of attractors and the distribution of flows of desire.

 

The Econautic Consultancy is a collective and emergent practice dedicated to thinking artistically and politically at the end of the economy. Econautics is about terraforming new economic spaces from the groundless ground of liquid debt that acts as the circulatory blood of a vampiric economy. Think of economic space as an n-dimensional vibratory organization, a living milieu or a programmable gamespace for the creation and circulation of new values. Econauts will navigate these reclaimed xenoscapes, as the designers and architects of new economic, social, and financial forms.

 

The Econautic Consultancy is born out of an encounter between Economic Space Agency (ECSA, www.ecsa.io) and the SenseLab. An offshoot of Robin Hood Coop, ECSA is a young experimental start-up specializing in the development of new radical financial tools for networks and disjunctives collectives. The SenseLab is a laboratory for research-creation based in Montreal (Concordia University). It is currently working closely with ECSA in order to create its own experimental DAO (Distributed Autonomous Organization), creatively exploring ways towards an autonomous, self-organizing alter-university, the Three Ecologies Institute. The collaboration between SenseLab and ECSA is an attempt to rethink and create value – a new economic space – out of the turbulent flows of metastable collectivities.  

 

25./26. APRIL 2017
Dont Rhine (L.A., USA): 
Street Hassle: Reflections on AIDS Activism, Needle Exchange and Anti-Gentrification politics
LECTURE: DIENSTAG 25. APRIL 2017 / 18:15, C 14.027
WORKSHOP: MITTWOCH 26. APRIL 2017 / 14:00, ArchipelagoLab, C5.225
In Kollaboration mit Prof. Dr. Manuela Bojadzijev und Gender und Diversity 
Forschungsnetzwerk: Work, gender, And social reproduction lecture series

Dont Rhine reflects on a series of problematics that have shaped his political work. He addresses the emergence of ACT UP (the AIDS Coalition To Unleash Power) out of a rejection of the first wave of AIDS activism focused on organising community services in the wake of state inaction. They deployed direct action as a means of transforming the conditions driving the AIDS crisis – homophobia, racism, sexism, and a profit- based medical system. This split between service and direct action revealed divergent notions of protagonism in the larger AIDS movement, a bifurcation challenged by the emergence of needle exchanges out of and alongside HIV/AIDS activism. Given the criminalisation of drug use in the United States, organising needle exchange services by, for, and with injection drug-users problematised the split between community service and direct action.

Finally, Rhine addresses his current organising work within the L.A. Tenants Union; a network of neighborhood groups providing mutual support for tenants against gentrification and other forms of dispossession and displacement. He examines the structure of these various moments of organising as reflective of key commitments to the ways change is produced. 

13./14. JUNI 2017
Michelle Teran (Trondheim, Norwegen): Technopolitics: Post-digital strategies in post-2011 art and social movements in Spain
LECTURE: MITTWOCH 14 JUNI 2017 / 18:15 - 20:00, ArchipelagoLab, C5.225

In diesem Vortrag stellt Michelle Teran Techniken für gesellschaftliche Kämpfe vor, welche sich auf Forschungen von gegenwärtigen Entwicklungen in der Kunst und sozialen Bewegungen in Spanien beziehen. Wir werden verschiedene Taktiken der dezentralen kollektiven Aktion diskutieren, die die direkte öffentliche Intervention und digitale Netzwerke für sich nutzen.

27./29. JUNI 2017

Anja Kanngieser (Wollongong, Australia): 
Listening in a time of crisis: the operation of sound in understanding climate change

LECTURE: DIENSTAG 27 JUNI 2017 / 18:10 - 20:00, Wasserturm

 

Sound wurde im vergangenen Jahrhundert genutzt, um die Tiefen der Meere, die Bewegungen von Kometen und die Verschiebung der tektonischen Platten zu messen. In jüngster Zeit hat Sound geholfen zu zeigen, wie Fracking Erdbeben verursacht und die Folgen des sich erwärmenden Klimas verstärkt; Sound wurde erfolgreich eingesetzt, uns zu zeigen, wie katastrophal die Beschleunigung der globalen Umweltveränderungen ist. Dieser Vortrag erkundet wie Sound mit der ökologischen Krise umgeht und auf sie aufmerksam macht. Dies geschieht durch Medien und Methoden, die von Künstler_innen, Bioakustiker_innen und Wissenschaftler_innen genutzt werden, um Systemveränderungen auf der Erde zu erklären und zu kommunizieren. Der Vortrag untersucht durch eine Transversierung einer Anzahl von umweltlich-akustischen Praktiken von Feldaufzeichnungen, Daten, Geo-Sonifikationen und mündlichen Aussagen von „Frontline-Communities“, wie solche Praktiken es anstreben, zwischenmenschliche Relationen zueinander und zu ökologischen Lebensformen jenseits eines anthropologischen Verständnisses zu überdenken.

 

Listening to the world: skills for political and ecological crisis

WORKSHOP: DONNERSTAG 29 JUNI 2017 / 10:00-14:00, DCRL (Am Sande 5)

 

Der politische und umweltliche Augenblick, in dem wir zurzeit leben, stellt hochentwickelten Nationalstaaten und Körperschaften extrem wirksame Machtstrategien zur Verfügung, die einen gravierenden Einfluss haben auf Lebensmöglichkeiten der Menschen innerhalb und außerhalb ihrer Grenzen. Politische und ökologische Bewegungen, die versuchen Kämpfe für Selbstbestimmung und Gerechtigkeit im Angesicht dieser Gewalt in den Vordergrund zu rücken, müssen daher selbst differente Seinsweisen und Relationalitäten praktizieren. Dies ist notwendig, um anti-oppressive, respektvolle und selbstbewusste Beziehungen zueinander aufzubauen, die in der Lage sein können, das System herauszufordern, das bell hooks „imperialistisches weiß-vorherrschaftliches kapitalistisches Patriarchat“ genannt hat. Zuhören stellt die Grundlage einer solchen Praxis. Dieser Workshop fokussiert folglich auf dem Erkunden und Entwickeln von Fähigkeiten des Zuhörens. Er bringt Techniken von politischer Organisation, Öko-Akustik und intersektionalen Feminismus zusammen, um Teilnehmende besser miteinander und mit der Welt um sie herum zu verbinden.

Beide Veranstaltungen finden in Kollaboration mit dem DCRL statt.

 

4./5. JULI 2017

Alanna Thain (Montreal, Canada): Signaletics of the flesh: revolution and media reproduction

LECTURE: DIENSTAG 4 JULI 2017 / 18:15, blaenk (ehem. Mondbasis)

NETZWERKTREFFEN: WEDNESDAY 5 JULI 2017 / 14:00-16:00, ArchipelagoLab, C5.225
In Kooperation mit dem Forschungsnetzwerk für Gender und Diversity 

 

 

In diesem Vortrag werden zwei Arbeiten der spekulativen Fiktion - David Cronenbergs Videodrome (1983) und Lucile Hadžihalilovićs Evolution (2015) - als Werke betrachtet, die Medien als Reproduktionstechnologie, durch ökologische Transformationen des Fleisches erkunden. Auf verschiedenen Wegen nehmen sie die revolutionäre Frage auf, inwiefern man Differenz reproduzieren kann, oder wie man differentiell reproduzieren kann, durch die Technizität des Fleisches selbst. Es gilt, nicht den Körper als Medium zu fassen, sondern die Frage, wie Medienreproduktion Relationen des Fleisches, der Technologie und der Form unmittelbar vermittelt. Der Vortrag zeigt Wege auf, wie Queer- und Trans-Theorien, insbesondere Paul. B. Preciados hormonelle Medientheorie, die grundlegenden Einsichten feministischer Filmtheorien in den filmischen Körper und dessen reproduktive und mimetische Potentiale eingebunden haben. Wie können wir Cronenbergs Körper-Horror als einen Film der feministischen Revolution lesen? Wie ließen sich die dystopischen Experimente von Hadžihalilovics verstörenden Erwachsenenmärchen über den Versuch einen männlichen medizinischen Blick im Fleisch heranwachsender Jungen zu aktualisieren, als feministische Satire der Medieneffekttheorie auffassen? 

 

 

POTLUCK

 

10. MAI 2017 / 17:00-20:00 - ArchipelagoLab, C5.225
Food and drinks are welcome

 

 

 

Kooperationen

Reading Room in Den Haag
Kooperation zwischen ArchipelagoLab und Plattform iii

The Reading Room ist eine Serie von Lesekreisen, die sich um prägnante Texte dreht, bereitgestellt von eingeladenen Gästen wie Wissenschaftler_innen, Kulturtheoretiker_innen, Philosoph_innen und Künstler_innen, die The Reading Room besuchen, um Einblicke und Kontexte in die Themen (der Texte) zu geben. Initiiert wurde er durch die Künstler_innen basierte Plattform iii, welche in Den Haag zu finden ist. Die beiden folgenden Veranstaltungen werden zusammen mit dem ArchipelagoLab sowie Yvonne Volkart (1. Termin), Julia Bee (2. Termin) und Alanna Thain (3./4. Termin) initiiert. Im Zuge dieser Zusammenarbeit soll ein Austausch zwischen Wissenschaftler_innen und Künstler_innen kreiert werden, der eine disziplinenübergreifende und fortlaufende Debatte um akute und anregende Ideen, die potentiell in künstlerischen Praktiken widerhallen, fördert. Sie sind außerdem als eine Weiterführung des Symposiums "Ecologies of Existence" organisiert von Christoph Brunner und Yvonne Volkart, gedacht, welches am 01. und 02. Juli and der Leuphana Universität Lüneburg stattfand.

 

ECOLOGIES OF EXISTENCE

The current planetary situation, as it may be, is perceived as one of crises; ecological, economic, and psychological. In opposition to a surrender to these paralysing processes, but also keeping in mind the risk of subsuming the "ecological" as a label for anything and everything, we ask: What kinds of artistic practices and aesthetic strategies emphasise a kind of “ecological thinking"? And how can we conceive of such an ecological thinking so that it does not become a haunting "new call to order", falling victim to the reductive tendencies of our mental, political, and social present?

 

29. MÄRZ 2017 // 17:00 - 19:30

The Reading Room #15 - Ecologies of Existence

iii / Guests: ArchipelagoLab & Dr. Yvonne Volkart (Academy of Art and Design Basel)

Stroom Den Haag

 

This is the first of a cluster of two sessions around the Ecologies of Existence theme. For the first session of this cluster we have chosen texts by Isabelle Stengers and Félix Guattari on the environmental and ecological, and for the second texts by Denise Ferreira da Silva and Fred Moten which bring together radical positions in ecological and post-colonial/de-colonizing thinking that together bridge 25 years of thought on the topic. These writings do not only depict artistic and aesthetic practices as important factors of change, but cast them quite literally as the embodiment of a continuous experiment in a multi-faceted notion of ecological thinking. We will also examine some relevant artists and artworks who we find particularly interesting within the light of these readings.

Veranstaltung auf Facebook

 

29. APRIL 2017 // 17:00 - 19:30

The Reading Room #16 - Ecologies of Existence

iii / Guests: ArchipelagoLab & Prof. Dr. Julia Bee (Bauhaus Universität Weimar)

Stroom Den Haag

 

This is the second session of a two-part cluster around the Ecologies of Existence theme. These writings do not only depict artistic and aesthetic practices as important factors of change, but cast them quite literally as the embodiment of a continuous experiment in a multi-faceted notion of ecological thinking. We will also examine some relevant artists and artworks who we find particularly interesting within the light of these readings. On the 29th Sissel Marie Tonn will also give a small introduction to her project The Intimate Earthquake Archive, which is now on display in the Van Abbemuseum, Eindhoven. (Text: iii)

 

Texts by:
Fred Moten

 

Veranstaltung auf Facebook

 

02. & 16. JUNI 2017 // 17:00 - 19:30

The Reading Room #17 & #18 - Anarchival Practices

iii / Guests: ArchipelagoLab & Prof. Dr. Alanna Thain (McGill University, Montreal)

 

Lived Memories of Dance, Cinema, and Social Practice

This cluster of the Reading Room zooms in on the concept of anarchival practices. Traditionally, archiving has been seen as a practice of documenting and conserving, often done by institutions and those in positions of power. But counter-movements and efforts to archive the daily practices left out of official archives, or artist archives, are gaining momentum and challenging at the limits of traditional approaches. The concept of anarchiving especially attempts to reproach archival methods that often erase the processual, affective, and contextual aspects of lived experience. Anarchival methods are active and lived, they are ways to carry forward the foundations of further action, catalysts for the next event. In this cluster we ask how can anarchiving be developed as a creative approach for both artists, activists and academics to use? With guest readers Alanna Thain and Christoph Brunner, we will think through the diverse fields of dance, film, queer and feminist movements as specific memories of daily life. In this way we also hope to link back to the previous cluster, considering the many diverse ecologies of existence

 

Texts:

Jose Muñoz

Alanna Thain

André Lepecki

Wintersemester 2016/2017

SCHIZOANALYTIC SCREENING SERIES

Mit dem Begriff Schizoanalyse bezieht sich die Filmreihe auf die Arbeiten Félix Guattaris, der Zeit seines Lebens zwischen Philosophie, Psychoanalyse und Aktivismus ein neues "transversales" Denken und Handeln zwischen diesen Praktiken verfolgte. An vielen Stellen seines Werks führt Guattari ethische und ästhetische Dimensionen von Erfahrung und Existenz ins Feld, mit dem Ziel neue Verbindungen zwischen politischen und sinnlichen Zugängen zur Welt ermöglichen. Die vier künstlerischen Beiträge forcieren neue Perspektiven auf diese ethisch-ästhetischen Dimensionen von Erfahrung, die das ganze Sinnesspektrum jenseits der Sprache miteinbeziehen und somit neue politische Dimensionen des Affekts eröffnen.

01. November 2016 // 19:00 - 23:00
Lutz Dammbeck (Hamburg) Overgames (163 min.)
Screening: Kino Scala Programmkino, anschließende Diskussion: Mondbasis Lüneburg

In einer Talkshow erzählt der Schauspieler Joachim Fuchsberger, dass die Spiele seiner 1960 erstmals im westdeutschen Fernsehen ausgestrahlten Show Nur nicht nervös werden in der amerikanischen Psychiatrie entwickelt wurden. Auf die Frage, "und wieviel Verrückte haben Dir da zugeschaut" antwortet er: "Eine verrückte, eine psychisch gestörte Nation". Wieso waren die Deutschen, genauer: die Westdeutschen, damals eine psychisch gestörte Nation? 
Ein Film über heitere und ernste Spiele, Therapien zur Um- und Selbstumerziehung sowie die Ideengeschichte einer permanenten Revolution. Es treten auf: Regisseure und Produzenten von Gameshows, Psychiater, Anthropologen und Paranoiker verschiedenster Couleur. 

30. November 2016 // 20:30 - 22:30
Silvia Maglioni & Graeme Thomson (Paris) UIQ (the unmaking-of) (78 min.)
Surroundsound installation / invisible film und Diskussion: Kunstraum Leuphana

UIQ (the unmaking-of) is a spatialized electro-acoustic soundwork, or invisible film, that filmmaker-artists Graeme Thomson and Silvia Maglioni have created around Félix Guattari’s unmade science-fiction screenplay, Un Amour d'UIQ (A Love of UIQ).

Working with the paradoxical condition of the unmade as something both already and not yet present, a potential field of shifting forms and forces, the filmmakers have sought to ‘produce’ Guattari's film through a collective experience of envision- ing, without filming a single scene.

Wondering how to give shape to the film and to the bodiless entity of its central character, UIQ (the Infra-Quark Universe) - that according to Guattari has no clear sense of identity nor spatial or temporal limits - Maglioni and Thomson decided to embark on a journey, holding a number of 'seeances' in several different cities. They invited participants to become the receivers, hosts and transmitters of UIQ, contaminating each other with their visions and ideas of Guattari’s film and of UIQ’s possible manifestations, both within and beyond the limits of the screenplay.

The soundwork recombines recorded fragments of these seeances in a composition of seventy-five voices, woven together with electronic signals and processed field-recordings, elements that circulate in the space, offering glimpses of a missing film and universe that, though invisible, can begin to affect the listener's vision.

 

 

Seeances were hosted by espacio practico/black tulip (Barcelona), ZdB (Lisbon), Univerzita Karlova/Druna (Prague), no.w.here (London), Casco (Utrecht), Les Laboratoires d’Aubervilliers (Aubervilliers) and Bulegoa z/b (Bilbao).

 

11. Januar 2017 // 20:30 - 22:30
Max Heinrich & Helvetia Leal (Zürich) La Colifata (20 min.)
Lecture-Screening und Diskussion: Mondbasis Lüneburg

Die Arbeit La Colifata ist eine Dokumentation des Radios La Colifata, das in der Neuropsychiatrischen Klinik El Borda in Buenos Aires von und mit PatientInnen gemacht wird. Wir haben dort während zweier Sendungen im Februar 2015 gefilmt, fotografiert, Interviews geführt und sind ebenfalls interviewt worden. Der knapp zwanzigminütige Film besteht aus gut einem Dutzend Einstellungen und folgt nicht nur einer dokumentarischen Vorgehensweise, sondern auch unseren immer damit verbundenen experimentellen und künstlerischen Ansätzen. Er schlägt einen anderen Blick auf den Wahnsinn, psychiatrisierte Subjekte und "Irrenhäuser" vor. 

Das Radio ist das Sprachrohr der Ver-rückten zur "Außenwelt". Die Arbeit interessiert sich für eben diese Bewegung von einem "Innen" nach "außen", das nicht In-sich-geschlossen-bleiben eines Ortes, der genau dazu bestimmt ist. Ein Ort, an dem Menschen konzentriert werden, die nicht der Norm einer Gesellschaft entsprechen. Es geht vor diesem Hintergrund um Singularität und die Möglichkeit von Veränderung, um einen anderen Blick, ein anderes zu denken.

LEKTÜREKREIS ZU GILLES DELEUZE / FÉLIX GUATTARI: TAUSEND PLATEAUS

Parallel zum BA Lektüre-Seminar von Erich Hört und Brian Massumis Master Seminar zu Tausend Plateaus an der Université de Montreal möchten wir zwei zentrale Kapitel lesen und diese Lektüre in ein weiteres Resonanzfeld von gleichzeitigen Lektüren dieser Texte stellen, an dem alle Interessierten teilhaben können. Die Lektürekreise finden im LabSpace (C5.225) statt.

Wir lesen Tausend Plateaus als ein zentrales Werk von Deleuze und Guattari insbesondere auch mit Blick auf die Gegenwart und dem überall aufscheinenden Begehren nach einer “neuen Überschaubarkeit” in Zeiten immer zunehmender Komplexität. Dieses höchst problematische, wenn nicht gar gefährliche Begehren nach Überschaubarkeit findet sich auch in universitären Kreisen wieder, in denen eine Rückbesinnung auf wissenschaftlichen Disziplinen, klare Wissensordnungen und feste historische Bezüge Prozess des Denkens als aktive und spekulative Praxis unterminieren. Tausend Plateaus steht einer reduktionistischen Logik von Wissen durch seine prozesshafte Anlage entgegen und eröffnet sehr präzise Denkweisen, die es ermöglichen, sich mit den Komplexitäten der Gegenwart kritisch und produktiv auseinanderzusetzen.

16. November 2016 - 16:00 - 18:00
Kapitel 9 (Teil 1) 1933 - Mikropolitik und Segmentarität

30. November 2016 - 16:00 - 18:00
Kapitel 9 (Teil 2) 1933 - Mikropolitik und Segmentarität

7. Dezember 2016 - 16:00 - 18:00
Kapitel 10 (Teil 1) 1730 - Intensiv-Werden, Tier-Werden, Wahrnehmbar-Werden...

11. Januar 2017 - 16:00 - 18:00
Kapitel 10 (Teil 2) 1730 - Intensiv-Werden, Tier-Werden, Wahrnehmbar-Werden...

25. Januar 2017 - 16:00 - 18:00
Kapitel 10 (Teil 3) 1730 - Intensiv-Werden, Tier-Werden, Wahrnehmbar-Werden...

 

LAB BRUNCH

Die Lab Brunches sind ein offenes Format zur gemeinsamen Reflexion und Planung. Dies ist auch der Ort um gemeinsam über Vorschläge, Formate und neue Ideen gemeinsam zu diskutieren. Jede_r ist herzlich willkommen.

11. November 2016
16. Dezember 2016
03. Februar 2017

Je um 11 Uhr im Lab (C5.225).