2. Japanischer Kinoabend – ein Format mit Zukunft
09.03.2026
Nach dem erfolgreichen Auftakt im letzten Jahr ging der Japanische Kinoabend des International Center im Januar in die zweite Runde – und eins steht fest: Das Format bleibt! Künftig soll der japanische Kinoabend jedes Jahr im Januar stattfinden und Studierende und Interessierte zusammenbringen, die Lust auf japanischen Film, Kultur und interkulturellen Austausch haben.
Filmischer Semesterabschluss mit internationaler Perspektive
Nachdem die Studierendengruppe im vergangenen Wintersemester mit „Prinzessin Mononoke“ einen bekannten Anime Film ausgewählt hatte, bildete in diesem Jahr das Drama Shoplifters -Familienbande den Abschluss des Seminars „Wahrnehmung und Rezeption japanischer Kunst und Kultur in Deutschland“ im Komplementärstudium. Das SCALA zeigte den Film im japanischen Original mit deutschen Untertiteln (OmU) – für viele eine besondere Kinoerfahrung.
Ambivalente Familienbilder im zeitgenössischen Japan. Was bedeutet Familie jenseits biologischer Verwandtschaft?
Sawa, Mizuki und Masaaki von der Hosei University führten auf Deutsch in den Film ein und stellten Regisseur Hirokazu Koreeda vor. In seinem Werk erzählt er einfühlsam von sozialer Ungleichheit in Japan – und stellt gleichzeitig die Frage, was Familie eigentlich bedeutet.
Im Mittelpunkt steht eine ungewöhnliche Wahlfamilie: Osamu und Shota schlagen sich mit kleinen Diebstählen durchs Leben, bis sie die vernachlässigte Yuri bei sich aufnehmen. Zwischen schwierigen Lebensumständen entstehen Nähe, Fürsorge und Zusammenhalt – auch ohne biologische Verwandtschaft. Genau diese Ambivalenz sorgte im Kinosaal für viele Gespräche nach dem Abspann.
Interkulturelle Zusammenarbeit in der Praxis
Doch der Abend war mehr als nur eine Filmvorführung. Die gemeinsame Planung brachte japanische und deutsche Studierende intensiv ins Gespräch – über kulturelle Unterschiede, gesellschaftliche Themen und ganz praktische Herausforderungen, denn nicht für jeden Wunschfilm waren Aufführrechte oder Untertitel verfügbar.
Am Ende stand nicht nur ein gelungener Kinoabend, sondern auch ein starkes gemeinsames Projekt – und ein besonderer Abschluss des Semesters, bevor es für die Programmstudierenden zurück nach Tokio ging.
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