Vorlesungsverzeichnis

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Lehrveranstaltungen

"Geh googlen!": Digitales Netz – grenzenloses Wissen? (Seminar)

Dozent/in: Liselotte Hermes da Fonseca

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 10:15 - 11:45 | 18.10.2022 - 03.02.2023 | C 11.320 | C 11.320

Inhalt: Digitales Wissen, das ist ein Thema ohne Grenzen: Es gibt wohl kaum noch einen Bereich unseres Lebens, der nicht darin eingebunden ist. Und so verstrickt wie das Netz selbst sind auch unsere Verhältnisse dazu, unser Umgang damit. Wie also können wir die Wirkungen und Möglichkeiten für uns und unser Leben betrachten, wenn wir selbst mitten drin stecken. Wenn wir heute etwas wissen wollen, heißt es immer häufiger: "Geh mal googlen!". Und meistens geben wir uns mit den ersten Ergebnissen zufrieden. Googlen ist zum Synonym für die Wissenssuche geworden – so wie man früher vielleicht sagte "schlag mal im Brockhaus nach". Und auch wenn die Seriosität von Internetquellen immer wieder in Frage stehen, googlen wir trotzdem weiter. Häufig auch mit der Überzeugung, innerhalb des großen Angebots selbst entscheiden zu können, was eine gute, seriöse und wahre Quelle ist. Wie aber entscheiden wir das? Welches Wissen befähigt uns dazu, diese Entscheidungen bei der Suche zu treffen? Suchen wir doch häufig auch Informationen über Dinge, von denen wir eben nichts wissen.

Baudenkmäler der Moderne. Leben in/mit Architekturikonen (Seminar)

Dozent/in: Barbara Schrödl

Termin:
14-täglich | Samstag | 10:15 - 13:45 | 29.10.2022 - 21.01.2023 | C 12.101 | C 12.101
Einzeltermin | Sa, 11.02.2023, 10:15 - Sa, 11.02.2023, 13:45 | C 12.101 | C 12.101

Inhalt: Architektur erlaubt es einen Blick auf die Träume, Wünsche und Ideale wie auch das Leben der Zeit ihrer Erbauung zu werfen. Neben ihrem praktischen Nutzen und ihrer künstlerischen Wert macht sie diese Qualität bedeutsam. Nicht wenige Bauten wird eine besondere Bedeutung zugeordnet. Sie sind denkmalgeschützt. Einige Bauten gelten gar als Weltkulturerbe, d.h. als materielles Erbe, das als unersetzliches Menschheitserbe einen besonderen Schutz genießt und mit einer besonderen Verpflichtung zur Vermittlung verbunden ist. Im Seminar wird an exemplarischen Bauten – Villen, Geschoßwohnungsbauten, Schulen, Universitäten, Verwaltungsbauten und Kulturbauten der 1920er bis 1960er Jahre – das Verhältnis von Architektur und Gesellschaft betrachtet. Zum einen wird herausgearbeitet, wie die jeweiligen Bauten gesellschaftliche Tendenzen ihrer Entstehungszeit aufnehmen und verstärken bzw. begrenzen. Zum anderen wird nach der sich wandelnden Bedeutung und Wirkung der historischen Bauten gefragt. Neben einer Liste zu bearbeitender Bauten, können gerne selbstgewählte Baudenkmäler eingebracht werden. Die Arbeitsweise im Seminar wird sich vielfältig gestalten: Sie arbeiten alleine, im kleinen Team oder im Plenum und analysieren Texte sowie Bilder und Objekte. Zudem ist die Sichtung von Filmen bzw. Filmausschnitten sowie in Absprache mit den Studierenden eine Exkursion nach Berlin geplant. Bitte beachten Sie, dass zum Kurs ein Moodle-Kurs angelegt ist. Dort finden Sie alles Wichtige, wie Seminarpläne oder Literaturliste.

Bildung zwischen Disziplinar- und Kontrollgesellschaft (Seminar)

Dozent/in: Armin Monsorno

Termin:
Einzeltermin | Fr, 21.10.2022, 14:15 - Fr, 21.10.2022, 17:45 | C 14.204 | .
Einzeltermin | Fr, 04.11.2022, 14:15 - Fr, 04.11.2022, 17:45 | C 14.202 | .
Einzeltermin | Fr, 25.11.2022, 14:15 - Fr, 25.11.2022, 17:45 | C 14.203 | .
Einzeltermin | Sa, 26.11.2022, 10:15 - Sa, 26.11.2022, 13:45 | C 14.001 | .
Einzeltermin | Fr, 09.12.2022, 14:15 - Fr, 09.12.2022, 17:45 | C 14.202 | .
Einzeltermin | Fr, 06.01.2023, 14:15 - Fr, 06.01.2023, 17:45 | C 14.203 | .
Einzeltermin | Sa, 07.01.2023, 10:15 - Sa, 07.01.2023, 13:45 | C 14.203 | .

Inhalt: Mit seinem kleinen Text "Postskriptum zu den Kontrollgesellschaften" (1990) beschreibt Gilles Deleuze die Krise der Disziplinargesellschaft zugunsten einer neuen Machtform, die er mit dem Begriff der Kontrollgesellschaft umschreibt. Damit befinden sich auch die klassischen Einschließungsmilieus, wie Gefängnis, Fabrik oder Schule in einer Dauerkrise, die fortwährend neue Reformen notwendig machen. Während die Disziplinargesellschaft noch in einem geschlossenen System operierte, setzt die neue Kontrollgesellschaft, im Zeichen eines fortgeschrittenen Neoliberalismus, auf Selbsttechnologien, die mit einem Freiheitsversprechen verbunden sind. Bildung befindet sich nun in einem Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden Herrschaftstechnologien. Das Seminar erarbeitet die theoretischen Grundlagen dieser Machttechnologien und unterzieht die wesentlichen Begriffe von Disziplin, Kontrolle, Überwachung, Biopolitik und Gouvernementalität einer kritischen Betrachtung. Dabei wird der aktuelle Wandlungs- und Reformprozess im Bildungsbereich im Zusammenhang mit den Transformationen dieser Machttechnologien betrachtet werden.

Black Venus – Konstruktionen von Rasse und Geschlecht in Wissenschaft und Ausstellung (Seminar)

Dozent/in: Susanne Mersmann

Termin:
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 21.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.101 | C 12.101

Inhalt: Anknüpfend an das Buch der amerikanischen Wissenschaftlerin Robin Mitchell (State University of California) von 2020: „Vénus noire. Black Women and Colonial Fantasies in Nineteenth-Century France“ geht es in dem Seminar darum Konstruktionen von Rasse und Geschlecht im Wissenschaftsdiskurs und in Ausstellungskontexten zu verdeutlichen und sie kritisch zu hinterfragen. Im Zentrum der Forschungsarbeit von Mitchell stehen drei Frauen, zu denen die im frühen 19. Jahrhundert aus Südafrika nach Europa verbrachte Sarah Baartman zählt. Sarah Baartman hatte sich auf Ausstellungen mit dem Charakter eines Spektakels, bei denen die Organisator:innen ihr den diffamierenden und sexualisierten Namen „Hottentotenvenus“ gaben, einem Publikum in London und Paris zu präsentieren. Zugleich wurden an ihrem Körper Untersuchungen vorgenommen, die Teil dessen sind, was als wissenschaftlicher Rassismus des 19. Jahrhunderts zu bezeichnen ist. Auf Basis der Kenntnisse aus meiner wissenschaftsgeschichtlichen und ideologiekritischen Dissertation werden im Seminar weitere Texte der critical race studies gemeinsam gelesen. Ebenso wird der methodische Ansatz der Intersektionalität, der auf Wirkmechanismen der Überschneidung unterschiedlicher Diskriminierungsaspekte, wie z.B. Ethnizität und Geschlecht, verweist, anhand des Grundlagentexts der Juristin Kimberlé Crenshaw von 1989 „Demarginalizing the Intersection of Race and Sex“ erläutert. Anhand von Fallbeispielen aus der Ausstellungsgeschichte, insbesondere der Weltausstellungen und ihren Katalogen sowie der Malerei (u.a. Edouard Manet) und Skulptur (u.a. Charles Cordier) wird das methodisch-theoretische Wissen diskutiert und in die Werkanalyse eingebracht. Mitchell, Robin, Vénus noire: black women and colonial fantasies in nineteenth-century France. Athens, Georgia: The University of Georgia Press, 2020 Murrell, Denise, ed. Posing Modernity. The Black Model from Manet and Matisse to Today. Wallach Art Gallery. New Haven and London: Yale University Press, 2018. Exhibition catalog.

Connecting Odysseus – Connecting Wen? (Seminar)

Dozent/in: Sigrid Vierck

Termin:
wöchentlich | Freitag | 14:15 - 15:45 | 21.10.2022 - 25.11.2022 | C 12.111 | C 12.111
Einzeltermin | Fr, 18.11.2022, 16:15 - Fr, 18.11.2022, 17:45 | C 12.111
Einzeltermin | Fr, 02.12.2022, 14:15 - Fr, 02.12.2022, 15:45 | C 40.255 | C 40.255
wöchentlich | Freitag | 14:15 - 15:45 | 09.12.2022 - 03.02.2023 | C 12.112 | C 12.112
Einzeltermin | Fr, 16.12.2022, 16:15 - Fr, 16.12.2022, 17:45 | C 12.112

Inhalt: Odysseus zu Freunden einladen, also ihn connecten? Wer ist das überhaupt? Und wer sind seine Freunde? Von Odysseus haben fast alle schon mal gehört, aber wer verbirgt sich dahinter? Ist er heute noch von Bedeutung? Warum sollte sich damit überhaupt beschäftigt werden? Also: Wer war Odysseus und was ist eine Odyssee? Solche und ähnliche Fragen sollen in diesem Seminar behandelt werden – und natürlich noch mehr. Odysseus war Abenteurer, Seemann und Herrscher. Diese Heldenfigur ist eine der großen Gestalten der Antike, deren Wirkung bis heute ungebrochen ist. Doch worin besteht seine Größe? Warum ist er Vorbild? Oder sollte nicht vielmehr kritisch hinterfragt werden, inwieweit er tatsächlich Großes geleistet hat, wie es die antiken Tragiker bereits tun. Nach welchen Wertvorstellungen handelt Odysseus? Wie begegnet er fremden Kulturen? Und wie behandeln diese ihn? Und wie steht es um die Götter, die nach antiker Vorstellung das menschliche Handeln beeinflussen? Inwieweit ist ihr Vorgehen, sind ihre „Anweisungen“ Basis der Kultur? Welche Werte werden dadurch vermittelt? Sind diese allgemein gültig auch außerhalb ihres unmittelbaren Umfelds? Können wir diese nachvollziehen? Wo liegt die Grenze zwischen individueller Identität und allgemeiner Kultur?

Contemporary Dilemmas of Citizenship (Seminar)

Dozent/in: Teresa Pullano

Termin:
Einzeltermin | Fr, 28.10.2022, 14:15 - Fr, 28.10.2022, 20:45 | C 11.117 | .
Einzeltermin | Fr, 11.11.2022, 14:15 - Fr, 11.11.2022, 20:45 | C 14.102a | .
Einzeltermin | Fr, 09.12.2022, 14:15 - Fr, 09.12.2022, 20:45 | C 14.102b | .
Einzeltermin | Fr, 13.01.2023, 14:15 - Fr, 13.01.2023, 20:45 | C 14.203 | .

Inhalt: This lecture discusses contemporary theories and practices of citizenship from the perspective of its three dilemmas: the dilemma of "freedom", the dilemma of "equality" and the one of "participation". Texts from Arendt, Marx and Balibar will be discussed. More precisely, our present time is often depicted as the one of the crisis of (liberal) democracy as we have known it in the Western world since the end of World War II. In particular, the lecture will be divided in three thematic blocs: 1. Exploring the citizen-subject nexus. Is citizenship a way out of domination? Or citizens are also and always subjects? The dilemma of freedom. 2. Exploring the relation between citizenship and social class. Is class still a central category for understanding the transformations of contemporary democracy? The dilemma of equality. 3. Acts of citizenship: the nexus between the individual subject and the political community. The dilemma of participation.

Culture, Critique and Society (Seminar)

Dozent/in: John Pinder

Termin:
wöchentlich | Freitag | 16:15 - 17:45 | 21.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.010 | .

Inhalt: This seminar is conceived as a broad introduction to the topic of culture and critique. The seminar opens a space of reflection on the varying and evolving relationship between culture and society in capitalist modernity in Europe and the wider world including the United States, Middle East, Central Asia and India. Identity and symbolic meaning-making will come to bear on the discussion. However, culture denotes here intellectual and artistic production (literature, theatre and performance art, contemporary art) and its (artistic and educational) institutions. Themes and sub-topics will include: culture and capitalism; culture and racism; culture and colonialism; culture and feminism; culture and ecology; culture, media and the public sphere.

Das 'Gendered Object' in Perspektive: Geschichten des Fahrrads und anderer Dinge (Seminar)

Dozent/in: Ulrich Pfarr

Termin:
14-täglich | Samstag | 10:15 - 13:45 | 22.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.101 | C 12.101

Inhalt: Design ist gesellschaftliche Kommunikation. Entlang der Fahrradgeschichte, in ihren Dimensionen als Design-, Sozial- und Ideengeschichte, zeigt sich exemplarisch, wie Gegenstände der Kultur soziale und geschlechtliche Codierungen erhalten und an der Konstruktion von sozialen Realitäten mitwirken. Barthes' 'Rhetorik des Bildes' bietet hier Orientierung. Zugleich aber erweist gerade die Fahrradkultur, die in einer Wechselbeziehung zur Konstruktions- und Designentwicklung steht, seit dem späten 19. Jh. die enormen emanzipatorischen Effekte, die mit den Aneignungen des zunächst exklusiven Radfahrens bis zur Aufnahme in die Arbeiterkultur einhergingen. Heute steht die Fahrradkultur im Brennpunkt des ökologischen Umbaus städtischer Räume. Global gesehen kommt dem Radfahren aktuell große Bedeutung für das Empowerment marginalisierter Schichten oder Ethnien sowie von Frauen in patriarchalischen Gesellschaften zu. Damit lässt sich der Untersuchungsrahmen im Seminar, vertiefend in den Hausarbeiten auf weitere Objekte und Aspekte in Literatur, Alltag und Medien ausdehnen; gedacht ist auch an die Farbe, die nicht nur als Signifikant, sondern auch als Signifikat analysiert werden kann.

Datenkolonialismus – Computerimperialismus – Medientotalitarismus (Seminar)

Dozent/in: Tore Langholz

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 08:15 - 09:45 | 18.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.102b | C 14.102b

Inhalt: Keine Erfindung hat den Globus so blitzartig erobert und ihn politisch, kulturell, sozial, religiös, ökonomisch sowie ökologisch umgekrempelt wie die Computertechnologie. Die Schriftkultur verschlang rund 6000 Jahre, bevor sie mehr oder weniger weltweit adaptiert wurde, dem Smartphone reichte deutlich weniger als ein Jahrzehnt. Die heute allem zugrundeliegende Computerarchitektur ist 75 Jahre alt und seitdem unverändert geblieben, gleichsam die Ursprünge des Computers faktisch mit den Anfängen der Alphabetschrift zusammenlaufen oder in neuerer Zeit unter dem Stichwort »Künstliche Intelligenz« so getan wird, als gäbe es etwas Neues unter der Sonne. Wir ziehen in abenteuerlichen Zickzackbewegungen durch die Geschichte der künstlichen Intelligenz und wagen einen Ausblick auf die Zukunft der natürlichen. Dazu beobachten wir die von der Kybernetik (Computertheorie) ausgelösten Revolutionen der Denkart durch die Turing-Maschine, diesem alle kulturellen Binarismen stornierenden Binärmechanismus, durch den alle anderen Binarismen im besten Sinne Hegels aufgehoben werden sollen – bis auf den bisher unaufhebbaren Rest des Binarismus von 0 und 1.

Dekoloniale Perspektiven in der Kunst und in der Kultur (Seminar)

Dozent/in: Ilsemargret Luttmann

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 08:15 - 09:45 | 18.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.103 | C 14.103

Inhalt: Die medial stark aufbereiteten Berichterstattungen über die Initiativen der Black-lives-matter-Bewegung haben mittlerweile den gesamten gesellschaftlichen Diskurs erfasst und unsere bisherigen Gewissheiten über unser Wissen, unsere Werte und unsere Verortung in der Weltgemeinschaft sowie -geschichte stark erschüttert. Wir stoßen auf Kolonialismen, Diskriminierungen und Rassismen in unserem Alltag, in der Sprache und in den Bildern, in den Institutionen, der Kultur etc, der in Teilen der Wissenschaft zu einem „decolonial turn“ geführt hat mit dem Ziel, diesen tief verankerten rassistisch begründeten Eurozentrismus sichtbar zu machen und ihn auch in der Praxis zu überwinden. Der in diesem Ansatz zentrale Begriff der Kolonialität verweist auf das Überdauern der kolonialen Strukturen und Wirkungsmechanismen über die formale politisch und verwaltungstechnisch abgesicherte Kolonialherrschaft hinaus und bezieht sich auf die globalen Machtverhältnisse. Aus der dekolonialen Perspektive geht es mit Nachdruck um die epistemische Gewalt – also das Denken und Sprechen, das gewaltsam wirkt, indem lokales Wissen als minderwertig betrachtet und unterdrückt wird. Der Universalitätsanspruch der westlichen Moderne muss in einen Pluriversalismus überführt werden: die lokale, spezifische Lebenserfahrung steht gleichberechtigt neben der (lokalen) westlichen modernen Episteme. Dekolonisierende Praktiken setzen das Bekenntnis und die Anerkennung der eigenen Verstrickung im kolonialen Machtgefüge voraus.

Denken und Kommunikation im interkulturellen Vergleich - ethnologische Perspektiven (Seminar)

Dozent/in: Bernd Schmelz

Termin:
wöchentlich | Freitag | 16:15 - 17:45 | 21.10.2022 - 28.10.2022 | C 12.102
wöchentlich | Freitag | 16:15 - 17:45 | 04.11.2022 - 03.02.2023 | C 12.001

Inhalt: Denken und Kommunikation ist in allen Gesellschaften der Welt von großer Bedeutung. Im weltweiten interkulturellen Vergleich fallen jedoch viele Unterschiedlichkeiten und Eigentümlichkeiten auf. Grundlage für die Veranstaltung sind theoretische Standardwerke zu dieser Thematik. Basisliteratur: T.M. Luhrmann (ed.): Mind and Spirit. A Comparative Theory. Chichester 2020 Jonathan Paul Marshall: Communication,Technology and Social Life. Sydney 2014.

- ENTFÄLLT! - Der Hafen als Schnittstelle globaler Netzwerke. (Post-)Koloniale Perspektiven auf die Wissensproduktion um das Segelschiff PEKING (Seminar)

Dozent/in: Ursula Richenberger

Inhalt: Der soziale Raum eines Hafens ist in Hamburg Anlass für den Aufbau eines neuen Museums. An diesem Knotenpunkt werden globale Handelsströme, Migration, Wissens- und Kulturtransfer sichtbar. Das Deutsches Hafenmuseum mit dem Segelschiff PEKING als Leitobjekt wird sich diesen vielfältigen Verflechtungen widmen. Mit dem Leitobjekt, dem Segelfrachtschiff PEKING, wird der Salpeterhandel mit Chile untersucht. Das Netzwerk um dieses Produkt zeigt die verschiedenen Formen der Wissensproduktion auf chilenischer und deutscher Seite. Erinnert an diese Zeit wird in Chile insbesondere in der ehemaligen Salpetermine Humberstone, heute Welterbestätte, und in Hamburg im Kontorhausviertel mit dem Chilehaus. Im Seminar untersuchen wir die verschiedenen beteiligten Akteure (Seefahrer, Reeder, Salpeterbarone, Hafenarbeiter, indigene Salpeterarbeiter u.a.) und die Erinnerungskultur anhand von digitalen Präsentationen, Gastvorträgen und Quellenanalysen. Leitende Fragestellung ist, wie ein Frachtsegelschiff von 1911 heute den Zugang zur Funktionsweise von globalen Netzwerken herstellen kann, das Wissen verschiedenster Akteure sichtbar gemacht wird.

Der Strukturwandel der Öffentlichkeit (Seminar)

Dozent/in: Roger Behrens

Termin:
wöchentlich | Freitag | 16:15 - 17:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 3.120 | C 3.120

Inhalt: 1962, also vor sechzig Jahren, erschien der ›Strukturwandel der Öffentlichkeit‹; Jürgen Habermas rekonstruiert darin, welchen Anteil soziale und technische Formen der Kommunikation an der Entstehung der modernen Massengesellschaft haben. Was dabei an Öffentlichkeit entsteht und sich verändert, ist nicht einfach nur ein qualitativer und quantitativer Wandel (»Die Leute sind heute informierter, weil sie mehr wissen!«, »Die Möglichkeiten, seine Meinung öffentlich zu sagen, haben sich vergrößert!«), sondern eben, so Habermas, ein Strukturwandel, der letztendlich die Gesellschaftsstruktur selbst betrifft: Was Öffentlichkeit ist und was nicht, wer wie an ihr teilnehmen kann, darf oder muss, ist seit Jahrzehnten durch tiefgreifende soziale und technische Veränderungsprozesse charakterisiert, die über den Zerfall der »klassischen« bürgerlichen Öffentlichkeit direkt zu Podcasts, Twitter und Instagram führen; signifikant scheint hier: dass zwar sämtliche Arten der öffentlichen Diffamierung und Diskriminierung im (oder am) Internet kritisiert werden, eine dezidierte Kritik der Öffentlichkeit selbst aber ausbleibt. Ist das so? Und wenn ja: Warum? In diesem Seminar soll der Strukturwandel der Öffentlichkeit historisch wie systematisch rekonstruiert werden.

Die geopolitische Lage Europas (Seminar)

Dozent/in: Dieter Friedrichs

Termin:
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 28.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.013 | wenn möglich C12

Inhalt: Die wirksamsten Einflussfaktoren zur Bestimmung der Bedeutung und Identität Europas, sowie seiner Rolle als politisch-ökonomischer und kultureller Machtfaktor sind gegenwärtig global dimensioniert. An dieser Lage haben sich strategische Perspektiven, politische Verkehrsformen und kulturelle Geltungsansprüche zu orientieren. Vor dem Hintergrund und Gegensatz der amerikanischen und neuen asiatischen Machtzentren muss der ehemals dominierende europäische Kontinent heute seine veränderte Orientierung und Positionierung finden, und hierzu sind sowohl kultur- und politikwissenschaftliche wie auch phlosophische und ökonomische, jedenfalls also interdisziplinäre Zugänge zu ermitteln.

Die mittelalterliche Computermoderne: Von der Ars Brevis zur Simulation des Lebens (Seminar)

Dozent/in: Tore Langholz

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 10:15 - 11:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.102a | C 14.102a

Inhalt: An der Entstehung der Computerkultur haben zahlreiche prominente Namen mitgewirkt. Stellen wir uns ein Mosaik vor, das aus den zahllosen Grabsteinen dieser Namen zusammengesetzt ist. Würden wir den einen oder anderen Stein entfernen, so würden wir dennoch in dieser modernen Computerkultur leben. Entfernten wir allerdings die Namen Moses und Ramon Llull, würde das Bild ins Nichts stürzen. Denn im 13. Jahrhundert gebärt eine auf ganzer Linie gescheiterte Theologie nicht nur die Technologie, die wir Computertechnologie nennen, ohne die »Ars brevis« von Ramon Llull wäre die Genese der modernen Wissenschaft nie in Gang gekommen (sowohl Newton als auch Leibniz [und eigentlich alle großen Entdecker, Denker, Ingenieure etc. pp. seit dem 15. Jh.] gehen von Llulls Wissenskunst aus]. Im Seminar werden wir deswegen dasjenige Denken nachzeichnen, das die Denkmaschine bzw. das von ihr initiierte Computerzeitalter hervorgebracht hat und danach fragen, in welchem Ausmaß die Technologie die Fortsetzung der Theologie mit anderen Begriffen ist.

Discrimination by Design: Es ist nicht alles gut, was glänzt (Seminar)

Dozent/in: Vanessa Zeissig

Termin:
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 28.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.105 | C 12.105

Inhalt: Alles um uns herum ist geprägt von tief verankerten Verständnissen der Dinge: Was halten wir für normal, was nehmen wir als selbstverständlich wahr, was fällt uns auf – und was nicht? Im Laufe der Zeit haben sich Funktionen, Rollen und Bilder vermeintlicher Normen manifestiert, sodass wir heute vieles nicht hinterfragen und somit Ungerechtigkeit und Ungleichbehandlung übersehen oder ausblenden. Design hat dabei einen entscheidenden Einfluss, denn auch alles um uns herum ist gestaltet. Dadurch ist Design (von der Gestaltung von Städten bis hin zu einzelnen Produkten) maßgeblich an der Konstruktion und Verbreitung dieser gesellschaftlichen Norm- und Rollenvorstellungen beteiligt. Entstanden im Patriarchat, Kapitalismus und Kolonialismus des 19. Jahrhunderts ist Design folglich in ein Machtgefüge eingebunden, was jedoch aufgrund der verankerten Definition guter Gestaltung aus dem Designkanon des 20. Jahrhunderts kaum kritisch reflektiert wird. In dem Seminar wird die eigene Umwelt kritisch betrachtet, um davon ausgehend vermeintliche Standards in Alltag und Wissenschaft zu hinterfragen und stereotype und diskriminierende Strukturen aufzudecken. Methodisch orientiert sich die Veranstaltung an Literaturarbeit, Analyse, Diskussion, practice-led research etc., theoretisch orientiert sie sich an kritischen Auseinandersetzungen mit Design und gebauter Umwelt sowie dem Designkanon aus intersektional-feministischer Perspektive.

Drei Standpunkte gegenüber der Natur (Seminar)

Dozent/in: Gesche Keding

Termin:
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 24.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.006 | C 12.006
Einzeltermin | Mo, 30.01.2023, 16:15 - Mo, 30.01.2023, 17:45 | C 40.606 | Ersatztermin für Freitag, 27.1.
Einzeltermin | Di, 31.01.2023, 16:15 - Di, 31.01.2023, 17:45 | C 40.606 | Ersatztermin für Freitag, 27.1.

Inhalt: Wir sprechen alltäglich von Natur: Wir gehen in die Natur zur Erholung – um Resonanzerfahrungen zu machen –, wir sehen Natur als bedroht und beschützenswert u.a.mehr. Zwei Haltungen kann man heute wohl grob unterscheiden, die wir zur Natur einnehmen: wir nutzen Natur als Ressource (von Weizen bis Gas und Öl, aber auch seltene Erden, Äpfel etc.) und wir nutzen Natur für ästhetische Erfahrungen als Ausgleich zu anderen Erfahrungen. Eine dritte Haltung könnte eine animistischer Religionen und anderer Kulturen, die belebten und unbelebten Elementen etwas zuschreiben, das so etwas wie Handlungsmacht ähnelt. Anhand von Texten von u.a. Rosa, Kierkegaard, Alexander von Humboldt, u.a., sowie neueren Texten, z.B. von Chakrabarty zum Anthropozän und des nature writing werden wir die Standpunkte zur Natur erkunden. Die Frage, die uns bei der Lektüre begleitet, lautet: was für ein Verhältnis zur Natur ist uns Menschen möglich? Und hat das Verhältnis zur Natur mit unseren Umweltkrisen etwas zu tun? (Diese letzte Frage ist keine rhetorische, sondern eine offene, die wir uns stellen.) Sowohl in der Bewegung des nature writing als auch in neu auftauchenden Bestrebungen, Natur Rechte zu geben oder den Status der Rechtsperson zu verleihen scheint mir eine neues Verhältnis zwischen Mensch und Natur versucht zu werden, das Natur weder als Ressource noch als ästhetischen Erfahrungsraum sieht, sondern eine Art 'Gleichberechtigung' sieht und versucht zu verankern.

Einführung in die Gesellschaftstheorie (Seminar)

Dozent/in: Thomas Bryant

Termin:
14-täglich | Samstag | 10:15 - 13:45 | 22.10.2022 - 28.01.2023 | Online-Veranstaltung | ONLINE-SEMINAR (ZOOM)

Inhalt: Das Seminar beschäftigt sich mit den soziologischen bzw. ideengeschichtlichen Leitfragen, was grundsätzlich unter "Gesellschaft" zu verstehen sei und wie sich das Nachdenken über "Gesellschaft" über die verschiedenen Epochen hinweg im Selbstverständnis der jeweiligen Zeitgenossen einerseits theoretisch darstellte und andererseits praktisch auswirkte. Dabei geht es sowohl um deskriptiv-empirische Gesellschaftsanalysen als auch um normativ-kritische Gesellschaftstheorien sowie Sozialutopien bzw. -dystopien, die aus ihren jeweiligen Perspektiven u.a. die Entstehung und Funktionsweise von Gesellschaften thematisieren. Anhand der Lektüre verschiedener Klassiker der Soziologie und politischen Ideengeschichte (z.B. Jean-Jacques Rousseau Vertragstheorie, Max Webers Macht- und Herrschaftstheorie, Niklas Luhmanns Systemtheorie) sowie von Grundlagentexten aus der einschlägigen aktuellen Forschung sollen sich die Studierenden mit den für die Thematik relevanten Begrifflichkeiten, Fragestellungen, Argumentationsmustern, Werthaltungen, Lösungsansätzen, Ideologemen, Forschungsparadigmen und Interpretationsansätzen vertraut machen. In diesem Zusammenhang soll die eigenständige systematische Recherche bzw. das wissenschaftliche Bibliographieren von Quellen- und Forschungsliteratur sowie die historisch-kritische Auseinandersetzung mit ihr eingeübt werden.

Erfahrungen der Vergangenheit für die Zukunft bewahren: die Oral History als Instrument der historischen Kommunikation (Seminar)

Dozent/in: Maik Schmerbauch

Termin:
14-täglich | Samstag | 10:15 - 13:45 | 22.10.2022 - 04.02.2023 | Online-Veranstaltung | ONLINE-SEMINAR (ZOOM)

Inhalt: In den letzten Jahrzehnten wurde die mündlich überlieferte Geschichte mit dem Begriff der "Oral History" in die Geschichts- und Sozialwissenschaften eingeführt. Dabei handelt es sich um eine spezielle Kommunikationsmethode zur Überlieferung und Sicherung des historischen Wissens der Erlebnisgeneration, und zwar durch das Führen von Interviews durch die nächste Generation. Dieser Ansatz hat einen enormen zusätzlichen Erkenntniswert zu den anderen bekannten schriftlichen historischen Quellen. Dabei wird die "Oral History" unter verschiedenen Fragestellungen ausgewertet. Das Seminar will in diese historische Kommunikationsmethode und in das wissenschaftliche Arbeiten einführen.

Gerechtigkeit und Gesellschaft in Zeiten der Simulationshypothese und des Metaverse (Seminar)

Dozent/in: Manouchehr Shamsrizi

Termin:
Einzeltermin | Sa, 05.11.2022, 10:15 - Sa, 05.11.2022, 15:45 | C 12.001
Einzeltermin | Sa, 19.11.2022, 10:15 - Sa, 19.11.2022, 13:45 | C 12.001
Einzeltermin | Sa, 03.12.2022, 10:15 - Sa, 03.12.2022, 13:45 | C 12.001
Einzeltermin | Sa, 17.12.2022, 10:15 - Sa, 17.12.2022, 13:45 | C 12.001
Einzeltermin | Sa, 14.01.2023, 10:15 - Sa, 14.01.2023, 15:45 | C 12.001

Inhalt: In der interdisziplinären Nachbarschaft von Natur- und Geisteswissenschaften entwickelte sich in den letzten zwei Jahrzehnten ein reger Diskurs, dessen Konsequenzen für Theorie und unser alltägliches Leben weitreichend sein können: Angestoßen insbesondere durch einen gleichnamigen Beitrag des Philosophen Nick Bostrom (University of Oxford) sowie zuletzt durch die "Reality+"-These von David J. Chalmers (Professor of Philosophy and Neural Science, NYU) beschäftigen sich Quantenphysiker, Erkenntnis- und Wissenschaftstheoretiker, Kulturwissenschaftler und viele mehr mit der Frage: "Are You Living in a Computer Simulation?". Erst seit Kurzem allerdings entwickeln sich auch moralphilosophische Positionen zu den möglichen Antworten auf diese Frage, die sich oft auf weitere gegenwärtige Debatten - wie beispielsweise die Untersuchung von "nichtmenschlichen Personen" in der Tierethik - beziehen. In einem "interdisziplinären Wagnis hart an der Grenze der Kompetenzüberschreitung" (wie der Systemtheoretiker Dirk Baecker es für den Umgang mit solchen disziplinübergreifenden Fragen fordert) soll in diesem Seminar das Simulationsargument erarbeitet und u.a. technikphilosophisch umfassend kritisch betrachtet werden, um dann auf Basis insbesondere der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls zu vertretbaren Positionen gegenüber den möglichen Antworten auf das Simulationsargument zu gelangen. Transdisziplinäre Rückbezüge sind insbesondere zum jungen Phänomen der Videospiele angelegt, die schon als bedeutendste Kulturtechnik unserer Zeit beschrieben wurden und zu deren Wesenskern die Simulation von Realitäten gehört, sowie zu den SDGs und "our moral obligation to help it to be reached" (Jeffrey Sachs).

Geschichtsphilosophie als Mittel zum Verständnis der dynamischen Logik der Gesellschaft (Seminar)

Dozent/in: Rosanna Gioviale

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 08:15 - 09:45 | 17.10.2022 - 25.10.2022 | C 12.102
wöchentlich | Dienstag | 08:15 - 09:45 | 01.11.2022 - 03.02.2023 | C 12.001

Inhalt: Gesellschaften sind keine endgültigen Umgebungen, in denen die Menschen ihre Instinkte formen müssen, um eine rein pragmatische Effizienz zu erreichen. Vielmehr handelt es sich um komplexe lebende Organismen, bei denen ein Gleichgewicht zwischen den Teilen besteht, aus denen sie bestehen. Diese Teile arbeiten in einem dynamischen Dialog zusammen, bei dem das organische Ganze nicht nur die Summe seiner Einzelteile ist, sondern ein autonomes Eigenleben führt. Wie jeder Organismus entwickeln sie sich zum vollen Glück. Wahrheiten, Wertesysteme und Machtspiele bewegen sich auf verschiedenen Beziehungsebenen, die mehr oder weniger stabil sind, aber keine von ihnen ist überzeitlich oder entbehrt der Logik. Die Geschichtsphilosophie ist die Disziplin, die sich nicht nur mit dem Verständnis des Kräfteverhältnisses in einer Gesellschaft befasst, sondern auch mit der Verknüpfung der verschiedenen Disziplinen, um die Dynamik der Werte zu verstehen, ihre letzten Gründe zu ergründen und ihre allgemeine Bedeutung vorauszusehen. Ziel des Seminars ist es, zu verstehen, wie die Geschichtsphilosophie entstanden ist, wie sie diese Vernetzungsarbeit betreibt und welche Instrumente sie zur Bewertung und Wirksamkeit einsetzt.

Gesellschaftskritik und die Unerreichbarkeit der Gesellschaft (Seminar)

Dozent/in: Jan Fuhrmann

Termin:
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 21.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.013 | C12.013

Inhalt: Gesellschaftskritik, das ist ein Modus der Kommunikation, der in der Regel den Anspruch vertritt, drei Punkte zu erfüllen. 1. ein gesellschaftliches Problem zu diagnostizieren, 2. das Problem zu analysieren und 3. eine Transformation durch die Kritik anzustoßen. Je drastischer die diagnostizierten Probleme die Existenz der Gesellschaft zu bedrohen scheinen, desto dringender wird die transformative Durchschlagkraft der Kritik eingelöst werden müssen. Gleichsam stößt Kritik auf einen seltsam paradoxen Effekt, denn selbst in jenen Konstellationen, innerhalb derer die Diagnose und die Analyse der Kritik hegemonial geworden sind, bleibt die transformative Wirkung der Kritik an der Gesellschaft weitgehend aus. Deutlich kann das am Klimawandel und dessen Ziel ihn aufzuhalten nachvollzogen werden. Im 1998 erschienen Buch "Die Gesellschaft der Gesellschaft" konstatiert Niklas Luhmann: "Die Gesellschaft hat keine Adresse." Und genau das macht es unmöglich, die Transformation der Gesellschaft selbst adressieren zu können. Im Seminar soll das Problem, dass Gesellschaftskritik keine Adresse der kritisierten Gesellschaft finden kann, aufgenommen werden und danach gefragt werden, wie Kritik dennoch zur Transformation der Gesellschaft beitragen kann? Das Seminar wird, um die Fragestellung erschließen und dann bearbeiten zu können, in drei Abschnitte unterteilt. 1. Im Inneren der Gesellschaft: Im ersten Abschnitt wird Gesellschaft als eine Totalität vorgestellt, die kein Außen hat (Luhmann). Kritik kann demnach die Gesellschaft in keinem Fall von einem außergesellschaftlichen Standpunkt aus kritisieren, sondern muss sich innerhalb dieser situieren. Kritik hat darauf reagiert, indem sie sich paradox formuliert (Adorno, Foucault, Lorey), Gesellschaft als Begriff negiert (Latour), oder das Ende der Kritik ausgerufen wurde (Luhmann). 2. Die Analyse der Kritik und der Schein der Ideologie: Um eine Kritik aus dem Inneren der Gesellschaft zu formulieren, ohne identisch mit der Gesellschaft zu sein, wird vorgeschlagen, zwischen Struktur und Semantik zu unterscheiden. Die Analyse der Kritik bezieht sich dabei auf die Struktur der Gesellschaft und zeigt das Auseinanderfallen zur Ideologie (Jaeggi) und Semantik (Stäheli) auf, aus der die Struktur der Gesellschaft jeweils gerechtfertig und hervorgebracht wird (Boltanski). 3. Kritik als Dekonstruktion und/oder transformative Praxis: Im letzten Abschnitt des Seminars wird nach der transformativen Wirkung von Kritik gefragt, indem zwischen einer akademischen Kritik, die sich einerseits der Formulierung von Alternativen verweigern kann und stattdessen das Bestehende dekonstruiert (Saar, Foucault, Derrida) und der Artikulation von Kritik und alternativen Lebensweisen, wie sie sich im Protest (Marchart, Celikates) und den monekularen Revolutionen finden (Guattari), unterschieden wird. Die Unerreichbarkeit der Gesellschaft durch Kritik, so die These, die durch die drei Abschnitte bearbeitbar werden soll, wird so selbst transformierbar in der Artikulation von Kritik, die einfließt in den transformativen Charakter sich verändernder Lebensweisen. Statt eine kausale Wirkung der Kritik auf die Transformation der Gesellschaft zu generieren, stellt sich die Kritik selbst als eine Praxis dar, durch die Lebensweisen und Beziehungsweisen (Adamczak, Alkemeyer) kritisiert, transformiert und selbstreflexiv alternative Formen der Vergesellschaftung in der Gesellschaft zu erproben versucht werden.

Gewaltlose Menschenrechtsproteste: Neue Herausforderungen durch Pandemie und Ukraine-Krieg (1) (Seminar)

Dozent/in: Martina Metzger

Termin:
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 28.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.101 | C 12.101

Inhalt: Weltweit gelang es vielfältigen gewaltlosen Protestbewegungen im 20.-21. Jh. mit der Vision einer Gesellschaft, die die Würde und die Grundrechte jedes einzelnen Menschen achtet, Massen zu mobilisieren und eine breite Öffentlichkeit zu beeindrucken. Wie ein roter Faden zieht sich die Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte seit Mahatma Gandhi und Martin Luther King über den Prager Frühling 1968, die friedliche Revolution 1989 in Osteuropa und die gewaltlose Transformation durch Nelson Mandela in Südafrika zu den gewaltfreien Protestbewegungen Anfang des 21. Jh. Durch Globalisierung und Digitalisierung schienen sich völlig neue Möglichkeiten zu eröffnen. Doch infolge der Corona-Pandemie und des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukreine stehen diejenigen, die sich gewaltlos für Menschenrechte einsetzen, vor bislang nie dagewesenen Herausforderungen. Dabei drängen sich vor allem folgende Fragen auf: Mit welchen gewaltfreien Mitteln kann man der Instrumentalisierung von Menschenrechten für extremistische Zwecke entgegentreten? Beruht die Wahrnehmung von individuellen Grundrechten auch einem ganzheitlichen politisch-ethischem Verantwortungsbewusstsein und einer Verpflichtung zu solidarischem Verhalten in der Gemeinschaft? Wo liegen die Grenzen der Gewaltlosigkeit, wenn diese auf rücksichtslose und brutale Gewaltbereitschaft trifft? Das Seminar soll dazu anregen, sich aktiv in Menschenrechtsdiskurse über diese und andere Grundsatzfragen einzubringen. Daher werden anhand von Beispielen Bezüge hergestellt zwischen der historischen Erfahrung gewaltfreier Menschenrechtsproteste und aktuellen Entwicklungen. Ergänzende Erläuterungen zum vorläufigen Seminarplan, insbesondere zur gemeinsamen Auswahl inhaltlicher Schwerpunkte (Stand: September 2022): Angesichts des im Herbst 2022 (und voraussichtlich auch während des WS 2022/23) weiterhin andauernden Angriffskrieges gegen die Ukraine sind Prognosen zur künftigen Entwicklung der globalen Weltordnung und Menschenrechtssituation in den nächsten Monaten und Jahren schwer möglich. Die von Bundeskanzler Olaf Scholz am 27.2.2022 ausgerufene „Zeitenwende“ hat auch die früheren Deutungsmuster zur historischen Entwicklung der Friedensordnung von 1989/90 radikal und grundsätzlich in Frage gestellt. Unter diesen Vorzeichen liegt der Fokus in diesem Seminar vorrangig auf einer friedvollen Geisteshaltung und einer darauf aufbauenden mitfühlenden und wertschätzenden Kommunikation. Nur auf Grundlage einer solchen individuellen sowie sozialen Resilienz kann wirklicher gewaltfreier Menschenrechts-Aktivismus aufbauen. Ansonsten werden Aktionsformen wie z. B. Montagsdemonstrationen zu einem Deckmantel für Desinformation und Hassbotschaften verzerrt (derartige Tendenzen werden voraussichtlich am 6. Seminartermin kritisch reflektiert). In einer gesamtgesellschaftlichen Krisensituation, in der jahrzehntelang gültige historisch-politische Deutungsmuster mehr denn je auf dem Prüfstand stehen, ist es mir besonders wichtig, gemeinsam themenbezogene Schwerpunkte auszuwählen, die die Studierenden beschäftigen. Wir werden daher mit Hilfe unseres Moodle-Kurses sowohl am Anfang als auch zur Halbzeit des WS 2022/23 über die Vertiefungsschwerpunkte abstimmen. So können wir die Seminarinhalte an den Fortgang Ihrer Orientierungsphase sowie ggf. an derzeit nicht absehbare Entwicklungen des Weltgeschehens (v. a. den Kriegsverlauf in der Ukraine) anpassen. Um eine Vertiefung der tatsächlichen Interessenschwerpunkte der Studierenden sicherzustellen, ist es sehr sinnvoll, wenn Sie sich möglichst zahlreich an diesen Moodle-Abstimmungen beteiligen. Selbstverständlich erhalten Sie auch die Gelegenheit, Themen anzuregen, die in der jetzigen – vorläufigen! – Version des Seminarplans noch nicht enthalten sind.

Gewaltlose Menschenrechtsproteste: Neue Herausforderungen durch Pandemie und Ukraine-Krieg (2) (Seminar)

Dozent/in: Martina Metzger

Termin:
14-täglich | Samstag | 10:15 - 13:45 | 29.10.2022 - 04.02.2023 | C 12.015 | C 12.015
Einzeltermin | Do, 02.02.2023, 16:00 - Do, 02.02.2023, 20:00 | C 12.015 | Ersatztermin für Samstag, 04.02.2023

Inhalt: Weltweit gelang es vielfältigen gewaltlosen Protestbewegungen im 20.-21. Jh. mit der Vision einer Gesellschaft, die die Würde und die Grundrechte jedes einzelnen Menschen achtet, Massen zu mobilisieren und eine breite Öffentlichkeit zu beeindrucken. Wie ein roter Faden zieht sich die Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte seit Mahatma Gandhi und Martin Luther King über den Prager Frühling 1968, die friedliche Revolution 1989 in Osteuropa und die gewaltlose Transformation durch Nelson Mandela in Südafrika zu den gewaltfreien Protestbewegungen Anfang des 21. Jh. Durch Globalisierung und Digitalisierung schienen sich völlig neue Möglichkeiten zu eröffnen. Doch infolge der Corona-Pandemie und des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukreine stehen diejenigen, die sich gewaltlos für Menschenrechte einsetzen, vor bislang nie dagewesenen Herausforderungen. Dabei drängen sich vor allem folgende Fragen auf: Mit welchen gewaltfreien Mitteln kann man der Instrumentalisierung von Menschenrechten für extremistische Zwecke entgegentreten? Beruht die Wahrnehmung von individuellen Grundrechten auch einem ganzheitlichen politisch-ethischem Verantwortungsbewusstsein und einer Verpflichtung zu solidarischem Verhalten in der Gemeinschaft? Wo liegen die Grenzen der Gewaltlosigkeit, wenn diese auf rücksichtslose und brutale Gewaltbereitschaft trifft? Das Seminar soll dazu anregen, sich aktiv in Menschenrechtsdiskurse über diese und andere Grundsatzfragen einzubringen. Daher werden anhand von Beispielen Bezüge hergestellt zwischen der historischen Erfahrung gewaltfreier Menschenrechtsproteste und aktuellen Entwicklungen. Ergänzende Erläuterungen zum vorläufigen Seminarplan, insbesondere zur gemeinsamen Auswahl inhaltlicher Schwerpunkte (Stand: September 2022): Angesichts des im Herbst 2022 (und voraussichtlich auch während des WS 2022/23) weiterhin andauernden Angriffskrieges gegen die Ukraine sind Prognosen zur künftigen Entwicklung der globalen Weltordnung und Menschenrechtssituation in den nächsten Monaten und Jahren schwer möglich. Die von Bundeskanzler Olaf Scholz am 27.2.2022 ausgerufene „Zeitenwende“ hat auch die früheren Deutungsmuster zur historischen Entwicklung der Friedensordnung von 1989/90 radikal und grundsätzlich in Frage gestellt. Unter diesen Vorzeichen liegt der Fokus in diesem Seminar vorrangig auf einer friedvollen Geisteshaltung und einer darauf aufbauenden mitfühlenden und wertschätzenden Kommunikation. Nur auf Grundlage einer solchen individuellen sowie sozialen Resilienz kann wirklicher gewaltfreier Menschenrechts-Aktivismus aufbauen. Ansonsten werden Aktionsformen wie z. B. Montagsdemonstrationen zu einem Deckmantel für Desinformation und Hassbotschaften verzerrt (derartige Tendenzen werden voraussichtlich am 6. Seminartermin kritisch reflektiert). In einer gesamtgesellschaftlichen Krisensituation, in der jahrzehntelang gültige historisch-politische Deutungsmuster mehr denn je auf dem Prüfstand stehen, ist es mir besonders wichtig, gemeinsam themenbezogene Schwerpunkte auszuwählen, die die Studierenden beschäftigen. Wir werden daher mit Hilfe unseres Moodle-Kurses sowohl am Anfang als auch zur Halbzeit des WS 2022/23 über die Vertiefungsschwerpunkte abstimmen. So können wir die Seminarinhalte an den Fortgang Ihrer Orientierungsphase sowie ggf. an derzeit nicht absehbare Entwicklungen des Weltgeschehens (v. a. den Kriegsverlauf in der Ukraine) anpassen. Um eine Vertiefung der tatsächlichen Interessenschwerpunkte der Studierenden sicherzustellen, ist es sehr sinnvoll, wenn Sie sich möglichst zahlreich an diesen Moodle-Abstimmungen beteiligen. Selbstverständlich erhalten Sie auch die Gelegenheit, Themen anzuregen, die in der jetzigen – vorläufigen! – Version des Seminarplans noch nicht enthalten sind.

How to Rethink the Contemporary City (Seminar)

Dozent/in: Teresa Pullano

Termin:
Einzeltermin | Sa, 29.10.2022, 10:15 - Sa, 29.10.2022, 16:45 | C 11.320 | .
Einzeltermin | Sa, 12.11.2022, 10:15 - Sa, 12.11.2022, 16:45 | C 14.102a | .
Einzeltermin | Sa, 10.12.2022, 10:15 - Sa, 10.12.2022, 16:45 | C 14.102a | .
Einzeltermin | Sa, 14.01.2023, 10:15 - Sa, 14.01.2023, 16:45 | C 14.103 | .

Inhalt: In the last thirty year, phenomena such as globalization and digitalization provoked what one could call the "explosion" of the national space as the main locus of political, economic and social interaction. The space of the city became increasingly international and global: cities imposed themselves as actors at the global as well as at the European scale. This course explores contemporary transformations in the ways of thinking the city as one of the major scales of collective life. Many labels have been created to describe the changing nature of contemporary cities, from the "smart city" to the "digital city", from the "green city" to "sustainable cities". Paying particular attention to critical urban studies, this course will explore alternative ways to theorize the city, to understand the relationship between the urban and the non-urban, cities in the global north and in the global south, the intersection between gender issues and urban life. In particular, the course will try to udnerstand how we can theorize how processes of digitalization have an impact on how to think the category of the city. At the same time, we will study how demands for more sustainable forms of social life transform our understanding of the city. To what extent do contemporary cities reproduce class inequality, or mitigate it?

Intervenierende Künste: Russischer Konstruktivismus (Seminar)

Dozent/in: Katharina Tchelidze

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 10:15 - 11:45 | 18.10.2022 - 31.01.2023 | C 12.107 | .

Inhalt: Wie schaffen es gegenwärtige, aber auch historische künstlerische Praktiken vom Anspruch bestimmt zu sein, gesellschaftlich wirksam zu sein? Im Seminar wird es ausgehend vom russischen oder sowjetischen Konstruktivismus um die aktivierende und auch intervenierende Kraft von Kunst gehen. An verschiedenen Beispielen künstlerischer Interventionen sollen Praktiken der Verschiebung, Unterbrechung und Erweiterung von sozialen und politischen Konflikten betrachtet werden. Wie sind politische Bewegungen von künstlerischem Zutun beeinflusst und wie erlangen künstlerische Handlungen einen politischen Geltungsanspruch oder können gar eigene politische Programmatiken formulieren? Ziel ist eine Annäherung an konstruktivistische Kunstformen, die aus ihrer historischen Situierung heraus in gesellschaftliche Entwicklungen verändernd eingriffen und möglicherweise bis heute nachwirken. Daran schließt ebenfalls die Frage nach dem Potential von künstlerischen Interventionen in gesellschaftliche und politische Zustände an. Künstlerische Interventionen in gesellschaftliche und politische Prozesse lassen sich über einen langen Zeitraum hinweg erzählen. Ausgehend von Kasimir Malewitschs schwarzem Quadrat auf weißen Grund soll es darum gehen, sich das Feld des russischen Konstruktivismus anhand von konkreten Beispielen aus der Malerei, der Architektur, aber auch der Kunsttheorie zu erschließen. Hierfür soll der modernistische Ansatz des künstlerischen Konstruktivismus samt ihrer Künstler*innen untersucht werden. Im Konkreten also, wie sich Kunst zur Wissenschaft und Gesellschaft verhält.

Kindheiten und Jugendleben aus historischer und kulturell vergleichender Perspektive (Seminar)

Dozent/in: Claudia Equit

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 12:15 - 13:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.102b | C 14.102b

Inhalt: Kindheit und Jugend sind Lebensphasen, die wir in der Regel (fast) alle durchlaufen haben und daher über Erfahrungen und Wissen verfügen. Zugleich gibt es in den Medien immer wieder Thematisierungen, z.B. von Kindern in Armut und Not oder von gewaltbereiten Jugendlichen etwa, die als "gefährlich" und "unerwünscht" in den Medien thematisiert werden. Das Thema Kindheit und Jugend scheint zu polarisieren, bietet es doch unmittelbaren Zugang über unsere eigenen Erfahrungen und über mediale Diskurse. Dabei treffen häufig sehr unterschiedliche Deutungen und Erfahrungswelten aufeinander. Allerdings gibt es die Lebensphase Jugend im europäischen Raum noch gar nicht so lang. Etwa seit 150 - 200 Jahren, je nachdem welche Kriterien zur Entstehung der Jugendphase angelegt werden. Und auch ein genauer Blick auf Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen allein heute in Deutschland offenbart, dass diese sehr sehr unterschiedlich aussehen. Im Seminar werden wir uns mit Kindheiten und Jugendleben beschäftigen, indem wir ausgewählte kulturelle und historische Vergleiche ziehen. Wie ist zum Beispiel Kindheit und Jugend in Afrika gestaltet? Welche Jugendkulturen gibt es und welchen Sinn erfüllen sie eigentlich? Wie sah Kindheit im Mittelalter aus und was wissen wir über Kinder, die heute in Deutschland leben? Über die Kontrastierung unterschiedlicher Kulturen und historische Epochen kommen wir dem nah, was das Ziel des Seminar ist: die eigenen selbstverständlichen Konstruktionen über Kindheit und Jugend zu hinterfragen und den Blick für die Vielfalt von Lebenswelten und Lebenswirklichkeiten zu öffnen.

Komplexität und Kommunikation (Seminar)

Dozent/in: Arantzazu Saratxaga Arregi

Termin:
14-täglich | Samstag | 12:15 - 16:30 | 29.10.2022 - 12.11.2022 | C 9.102 | C 9.102
Einzeltermin | Sa, 26.11.2022, 12:15 - Sa, 26.11.2022, 16:30 | C 12.009
14-täglich | Samstag | 12:15 - 16:30 | 10.12.2022 - 07.01.2023 | C 9.102 | C 9.102
Einzeltermin | So, 08.01.2023, 10:00 - So, 08.01.2023, 14:30 | C 12.009

Inhalt: Von globalen Klimaveränderungen, deren katastrophale Auswirkungen in Computermodellen komplexer dynamischer Systeme untersucht werden, bis zu mutierenden Viren, die von hochkomplexen Wechselwirkungen abhängen: Komplexität ist heute eine Sache unserer sozialen Systeme und bestimmt die Wissenschaft des 21. Jahrhunderts. Die Gesellschaft und mit ihr die Natur- und Sozialwissenschaften stehen heute vor der Herausforderung der Komplexität als Wirklichkeit und wissenschaftliche Herangehensweise. Damit stellt sich die einfache, aber nicht nichtsdestoweniger schwierig zu beantwortende Frage: Ist die Komplexität eine Beschreibung der Wirklichkeit, eine Sache der Erkenntnis oder eine Erfindung der Kommunikation? Dieses Seminar zielt darauf ab, das Phänomen Komplexität und dessen Wirkung in den sozialen und Wissenschaftssystemen kritisch zu behandeln und es als einen Kommunikationsfaktor zu präsentieren.

Kosmopolitismus heute. Identität, Menschenrechte und Gerechtigkeit ohne Grenzen? (Seminar)

Dozent/in: Marita Rainsborough

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 10:15 - 11:45 | 18.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.201 | C 14.201

Inhalt: Das Konzept des Kosmopolitismus erfordert eine tiefgreifende Neuformulierung der staatszentrierten modernen Theorien von Gerechtigkeit, Demokratie und Staatsbürgerschaft und ist mit dem Aufbau eines kosmopolitischen Selbst und der Auseinandersetzung mit Identitätsfragen verbunden. Entsprechend der kosmopolitischen Demokratietheorie kann eine lokale politisch-rechtliche Ordnung nur dann als vollständig demokratisch angesehen werden, wenn sie die Menschenrechte aller Menschen auf der Welt ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit respektiert. Die Theorie des Kosmopolitismus impliziert auch eine Form des ökologischen Bewusstseins, das auf der Beziehung zwischen dem Selbst und dem Kosmos beruht und mit einer tiefgreifenden Revision des modernen Anthropozentrismus einhergeht. Im Seminar sollen die Dimensionen des Kosmopolitismus anhand ausgesuchter Texte von Benhabib, Appiah, Honig u.a. und kulturell unterschiedlicher Konzepte der Menschenrechte wie z.B. die Banjul-Charta und die Bangkok Declaration untersucht und kritisch reflektiert werden.

Kultur erbe(n) - Objekte, Akteure und Wege zur Identität (Seminar)

Dozent/in: Larissa Eikermann

Termin:
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 28.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.108 | C 12.108

Inhalt: "Indem Menschen Kultur- und Naturerbe erhalten und pflegen, konstruieren sie sich eine Identität" - ausgehend von dieser These von Norbert Epstein soll das Seminar Generierungs- und Wertschöpfungsprozesse von kulturellem Erbe aufzeigen, einen Einblick in das Welterbeprogramm der UNESCO geben und Vermittlungsmöglichkeiten diskutieren. Wie entsteht kulturelles Erbe? Welche Akteure sind daran beteiligt? Wie wird materielles kulturelles Erbe selbst zu einem Produkt von Identität und welche pädagogischen Konsequenzen kann man aus diesen Prozessen ziehen, z. B. für baukulturelle Bildung? Diesen Fragen soll im Rahmen des Seminars "Kultur erbe(n) - Objekte, Akteure und Wege zur Identität" nachgegangen werden, um die historische und gesellschaftliche Bedeutung von Kulturstätten wie auch ihren Bildungsauftrag kritisch zu reflektieren.

Lebst Du schon oder arbeitest Du noch? Beruf & Arbeit als gesellschaftsstrukturierendes Konstrukt (Seminar)

Dozent/in: Anke Karber

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 08:15 - 09:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 1.209 | Bitte unbedingt diesen Raum lassen

Inhalt: Arbeit und Beruf sind nach wie vor in den modernen Gesellschaften zentrale Instanzen und hochrelevant sowohl für die gesellschaftliche Struktur als auch für das Individuum selbst. Denn „[d]er Beruf ist nach wie vor einer der entscheidenden Mechanismen gesellschaftlicher Integration und Verortung von Menschen, mit oft starker normativer Aufladung“ (Demzky/Voß 2018, S. 477). Daher setzen wir uns im Seminar mit grundlegenden Fragen der Geistes- und Sozialgeschichte beruflicher Bildung und Berufssystematiken auseinander, sowie deren Einfluss auf die Institutionalisierung gesellschaftlicher Strukturen. Wir eruieren Fragen, wie Berufe zur Erfüllung gesellschaftlicher Funktionen und darüber zum Erwerb von Geldeinkommen von Personen beitragen (sollen) und hinterfragen kritisch deren Auswirkungen auf gesellschaftliche Bedingungen und individuelle Lebensläufe. Ein kritischer Blick gilt auch der Arbeitsteilung in gesellschaftlicher Perspektive z.B. anhand sogenannter „Frauenberufe“. Nicht zuletzt hinterfragen wir die aktuellen (pandemischen) (Arbeits-)Bedingungen am Beispiel der Diskussion um Systemrelevanz bestimmter Berufe bzw. Berufsgruppen.

Michel Foucault: Macht – Wissen – Diskurs (Seminar)

Dozent/in: Armin Monsorno

Termin:
Einzeltermin | Fr, 21.10.2022, 18:15 - Fr, 21.10.2022, 21:45 | C 14.204 | .
Einzeltermin | Fr, 04.11.2022, 18:15 - Fr, 04.11.2022, 21:45 | C 14.202 | .
Einzeltermin | Sa, 05.11.2022, 10:15 - Sa, 05.11.2022, 13:45 | C 14.203 | .
Einzeltermin | Fr, 25.11.2022, 18:15 - Fr, 25.11.2022, 21:45 | C 14.001 | .
Einzeltermin | Fr, 09.12.2022, 18:15 - Fr, 09.12.2022, 21:45 | C 14.202 | .
Einzeltermin | Sa, 10.12.2022, 10:15 - Sa, 10.12.2022, 13:45 | C 14.102b | .
Einzeltermin | Fr, 06.01.2023, 18:15 - Fr, 06.01.2023, 21:45 | C 14.203 | .

Inhalt: Michel Foucault zählt zu den einflussreichsten Denkern des 20. Jahrhunderts, dessen Forschungen in weiten Bereichen der Human- und Sozialwissenschaften umfangreich rezipiert werden. Im Zentrum seiner Überlegungen steht die Frage nach der historischen und kulturellen Bedingtheit unserer aktuellen Gesellschaft. Foucault konzipiert Gesellschaftliches im Sinne diskursiver Machtstrukturen, die ständig in Veränderung begriffen sind. Dabei produziert unsere moderne Gesellschaft ständig Diskurse mit bestimmten Wahrheitseffekten, die wiederum mit Machtmechanismen verbunden sind. Das Seminar bietet eine Einführung in Foucaults Macht- und Diskursanalyse. Dabei versuchen wir zum einen, dessen begriffliches Instrumentarium anhand einer intensiven (Re-)Lektüre herauszuarbeiten. Zum anderen fragen wir uns, inwiefern seine Konzepte wie Diskurs(-analyse), Archäologie, Dispositiv, Mikrophysik der Macht, Bio-Macht, Gouvernementalität usw. zum besseren Verständnis der gegenwärtigen gesellschaftlichen Transformationen beitragen können.

Neue Normalität(en)? - Demokratie und Gesellschaft in Zeiten von Digitalisierung, globalem Systemwettbewerb, und post-pandemischem Transformationsdruck (1) (Seminar)

Dozent/in: Reiner Blank, Mojtaba Shamsrizi

Termin:
14-täglich | Samstag | 10:15 - 13:45 | 22.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.107 | C 12.107

Inhalt: "Es reicht nicht aus, mit rhetorischem Schwung, mit hochtrabenden Worten von Demokratie, Freiheit, Gleichheit und Freiheit zu sprechen. Wir alle müssen jeden Tag die harte Arbeit der Demokratie leisten. [...] Einfach wird das nicht. Es wird mit Kosten verbunden sein. Aber das ist ein Preis, den wir zahlen müssen. Denn die Dunkelheit, die die Autokratie antreibt, ist letztlich der Flamme der Freiheit, die die Seelen freier Menschen überall erleuchtet, nicht gewachsen. Die Geschichte zeigt immer wieder, dass aus den dunkelsten Momenten der größte Fortschritt folgt. Und die Geschichte zeigt, dass dies die Aufgabe unserer Zeit ist, die Aufgabe dieser Generation." - Warschauer Rede von Präsident Biden, 26. März 2022 Aus dem Soft-Power-fokussierten "Wettbewerb der Narrative" ist - inmitten der Digitalen Transformation und der größten Pandemie seit Jahrzehnten - ein Systemwettbewerb zwischen Demokratie(n) und Autoritarismus entstanden. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir insbesondere die Auswirkungen der Digitalisierung auf moderne Gesellschaften, von ihren frühen "Utopien" (z.B. Jeremy Rifkins "empathische Zivilisation", Nico Stehrs "Wissensgesellschaft") bis zu ihren "dystopischen" Konsequenzen (z.B. "Fake-News", Cybermobbing, Microtargeting), und reflektieren diese im Kontext der Frage von Ausdifferenzierung kultureller Identitäten durch die Globalisierung, sowie insbesondere im Hinblick auf die "Neue Normalität", die noch recht selten wirklich hinterfragt wird, aber gerade in der Gleichzeitigkeit mit dem Narrativ "Zurück zur Normalität" (produktiv) irritierend für Gesellschaften, besonders für Demokratien ist. (Auf diese Weise ist unser Seminar eine Weiterentwicklung unseres bisherigen, von den Studierenden recht positiv aufgenommenen Zugangs mit verschiedenen Perspektiven aus verschiedenen theoretischen und methodischen Hintergründen. Wir können uns, aufbauend auf den bisherigen Seminaren, dann sehr interaktiv mit den Studierenden auf die Reise machen um herauszufinden, wie die "Neue Normalität" wieso und von wem gestaltet und herbeigeführt werden könnte und sollte, im Sinne des Leuphana-Leitbildes von "Humanismus, Nachhaltigkeit und Handlungsorientierung", auf das wir uns bisher schon bezogen haben.)

Neue Normalität(en)? - Demokratie und Gesellschaft in Zeiten von Digitalisierung, globalem Systemwettbewerb, und post-pandemischem Transformationsdruck (2) (Seminar)

Dozent/in: Reiner Blank, Mojtaba Shamsrizi

Termin:
Einzeltermin | Sa, 29.10.2022, 10:15 - Sa, 29.10.2022, 13:45 | C 12.102
14-täglich | Samstag | 10:15 - 13:45 | 12.11.2022 - 04.02.2023 | C 12.001

Inhalt: "Es reicht nicht aus, mit rhetorischem Schwung, mit hochtrabenden Worten von Demokratie, Freiheit, Gleichheit und Freiheit zu sprechen. Wir alle müssen jeden Tag die harte Arbeit der Demokratie leisten. [...] Einfach wird das nicht. Es wird mit Kosten verbunden sein. Aber das ist ein Preis, den wir zahlen müssen. Denn die Dunkelheit, die die Autokratie antreibt, ist letztlich der Flamme der Freiheit, die die Seelen freier Menschen überall erleuchtet, nicht gewachsen. Die Geschichte zeigt immer wieder, dass aus den dunkelsten Momenten der größte Fortschritt folgt. Und die Geschichte zeigt, dass dies die Aufgabe unserer Zeit ist, die Aufgabe dieser Generation." - Warschauer Rede von Präsident Biden, 26. März 2022 Aus dem Soft-Power-fokussierten "Wettbewerb der Narrative" ist - inmitten der Digitalen Transformation und der größten Pandemie seit Jahrzehnten - ein Systemwettbewerb zwischen Demokratie(n) und Autoritarismus entstanden. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir insbesondere die Auswirkungen der Digitalisierung auf moderne Gesellschaften, von ihren frühen "Utopien" (z.B. Jeremy Rifkins "empathische Zivilisation", Nico Stehrs "Wissensgesellschaft") bis zu ihren "dystopischen" Konsequenzen (z.B. "Fake-News", Cybermobbing, Microtargeting), und reflektieren diese im Kontext der Frage von Ausdifferenzierung kultureller Identitäten durch die Globalisierung, sowie insbesondere im Hinblick auf die "Neue Normalität", die noch recht selten wirklich hinterfragt wird, aber gerade in der Gleichzeitigkeit mit dem Narrativ "Zurück zur Normalität" (produktiv) irritierend für Gesellschaften, besonders für Demokratien ist. (Auf diese Weise ist unser Seminar eine Weiterentwicklung unseres bisherigen, von den Studierenden recht positiv aufgenommenen Zugangs mit verschiedenen Perspektiven aus verschiedenen theoretischen und methodischen Hintergründen. Wir können uns, aufbauend auf den bisherigen Seminaren, dann sehr interaktiv mit den Studierenden auf die Reise machen um herauszufinden, wie die "Neue Normalität" wieso und von wem gestaltet und herbeigeführt werden könnte und sollte, im Sinne des Leuphana-Leitbildes von "Humanismus, Nachhaltigkeit und Handlungsorientierung", auf das wir uns bisher schon bezogen haben.)

Philosophische Elemente einer Theorie der Gesellschaft (Seminar)

Dozent/in: Roger Behrens

Termin:
wöchentlich | Freitag | 14:15 - 15:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 9.102 | C 9.102

Inhalt: In diesem Seminar soll es um die sehr einfache, aber gar nicht leicht zu beantwortende Frage gehen: Was ist eigentlich Gesellschaft? Versucht man diese Frage mit der Soziologie zu beantworten, zeigt sich schnell (und paradox), dass wir hier zwar allerhand über die Gesellschaft erfahren, aber kaum etwas zu einer expliziten Theorie der Gesellschaft. Das jedenfalls war schon früh eine Kritik an der Soziologie, die aus verschiedenen Richtungen einer kritischen Sozialforschung bzw. kritischen Sozialphilosophie kam. Im Sinne einer Einführung wollen wir uns einen Überblick verschaffen über die unterschiedlichen Konzepten einer (mal mehr, mal weniger) kritischen Theorie der Gesellschaft: der Bogen reicht von Adorno und Arendt über Cultural Studies und Castoriadis bis zu Rawls, Reckwitz, von Redecker und Rosa sowie schließlich Zelik und Žižek. Der Bogen führt schließlich immer wieder zu einer zweiten Frage zurück: Was hält Gesellschaft eigentlich im Innersten zusammen, oder: wie ist Gesellschaft überhaupt möglich?

Philosophische Überlegungen zur historischen Entwicklung der Kommunikationskategorien (Seminar)

Dozent/in: Rosanna Gioviale

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 10:15 - 11:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 11.117 | .

Inhalt: Wir leben in einer Gesellschaft, deren Strukturen keine festen Grundlagen mehr sind, die darauf abzielen, eine kohärente und abgegrenzte kulturelle Identität aufzubauen, sondern vielmehr poröse Netzwerke, die einem raschen Wandel unterliegen. Gesellschaften waren schon immer evolutionäre Lebensformen, aber in den letzten 30 Jahren folgten diese Entwicklungen einer anderen Logik: schnelle Veränderungen, komplexe kulturelle Geflechte überlagern sich in zunehmend heterogenen Szenarien. Der Grund dafür ist ein technologischer/computerbasierter Wandel, der die Kontakte sowohl räumlich als auch zeitlich erleichtert hat. Ziel des Seminars ist es, die philosophischen Kategorien der Interaktion/Kommunikation im Lichte der neuen sozialen Dynamik zu überdenken, um ein bewusstes Management mit dem Ziel eines integrativen Dialogs zu gewährleisten.Diese Kategorien beruhen auf einer metasprachlichen Reflexion, die nicht nur die universellen logischen Elemente der Kommunikation, sondern auch den historischen Interpretationskomplex einbezieht, der Bedeutungsbeziehungen schafft.

Philosophy of Culture (Seminar)

Dozent/in: Paul Matthews

Termin:
wöchentlich | Freitag | 16:15 - 17:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.015 | C 12.015

Inhalt: In this course, we will take a critical look at the concept of culture and the role that this concept has played in philosophical and also anthropological, sociological, and biological discourses, focusing, in particular, on the nature/culture as well as the nature/nurture dichotomy. We will explore writings from authors such as Darwin, Nietzsche, and Simone de Beauvoir, as well as more contemporary authors such as Timothy Ingold, Sara Ahmed and Judith Butler to examine how nature informs culture and vice versa. What might be problematic about the concept of culture? How might culture contribute to the processes both of identity formation and othering? How might we able to get beyond the nature/culture dichotomy?

Pornographie und Gesellschaft: Sexualisierte Visualität(en) und ihre Kritik seit den 1980er Jahren bis heute (Seminar)

Dozent/in: Anne Breimaier

Termin:
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 21.10.2022 - 03.02.2023 | C 7.320 | C 7.320

Inhalt: In einer aktuellen Folge von Last Week Tonight fordert John Oliver den einfühlsamen Umgang mit Sexarbeit und Sexarbeiterinnen. Ein wichtiger Aspekt des feministischen Selbstbekenntnisses auf Instagram ist mittlerweile eine sogenannte sex-positive Haltung. Im Oktober 2021 veranstalteten die Organisator*innen des Pornofilmfestivals Berlin, das jährlich den PorYes Award vergibt, in Kooperation mit der Humboldt-Universität ein Panel zum Thema Authentizität mit Referent*innen aus den Bereichen Pornoproduktion und Pornoforschung. Der offene Dialog über Fragen der Sexualität und ihrer Repräsentation in den Bildmedien unserer Zeit scheint in der breiten Öffentlichkeit angekommen zu sein. Doch Pornografie und insbesondere ihr Umgang mit der visuellen Repräsentation von Geschlecht, Rassismus, sozialer Ungleichheit und kapitalistischen Machtverhältnissen fordert den intersektionalen und dekolonialen feministischen Diskurs weiterhin heraus. Als solcher ist dieser weiterhin um Gegensätze wie privat/öffentlich, obszön/frei oder Gesetz/Zensur strukturiert. Diese Gegensätze müssen hinterfragt werden, um die komplexen Argumente nachvollziehen zu können, die dabei zum Tragen kommen und in diverse gesellschaftliche Bereiche, wie die visuelle Kultur, das Recht, die Ethik, die Wirtschaft und die internationalen Beziehungen ausstrahlen. Das Seminar möchte daher verschiedene kritische Annäherungen an die Pornographie im Bereich der Bildkünste, der Philosophie, der Kulturwissenschaften und der Rechtswissenschaft zur Diskussion stellen. Wir werden uns repräsentationskritische Fragen zum Verhältnis von Pornographie und Kommunikation, zu Bildmedien als Austragungsort sexualisierter Aushandlungsprozesse und zu westlich tradierten Sichtbarkeitsimperativen stellen und erproben zugleich den sprachlichen Umgang mit expliziten Visualitäten. Dabei werfen wir auch einen Blick auf unsere eigenen Bildpraktiken in den sozialen Medien und ihre möglichen Codierungen. Das Seminar teilt sich dafür in zwei Teile auf. Im ersten Teil widmen wir uns der Rekonstruktion von zentralen Argumenten zur Pornographie, die für feministische Debatte(n) in Nordamerika und Deutschland und die noch junge wissenschaftliche Disziplin der Porn Studies seit den 1980er Jahren leitgebend waren und sind. Wir beschäftigen uns dafür unter anderem mit Texten von Andrea Dworkin, Gertrud Koch und Linda Williams und diskutieren auch den erweiterten Bezugsrahmen ihrer Überlegungen, wie das Strafrecht, die psychoanalytische Theorie und die Visual Culture Studies. Wir schreiten dann zu den Ausschlüssen dieser Debatte(n) voran und diskutieren unter anderem mit Mary Ann Doane, Mireille Miller-Young und Clarissa Smith verschiedene Perspektiven auf den Umgang mit marginalisierten Begehrensstrukturen in den Bildmedien unserer Zeit. Der zweite Teil des Seminars ist der Darstellung von sexualisierter Gewalt, Sex, Lust und Begehren in den Bildkünsten gewidmet. Wir werden uns dafür mit Fotografien, Filmen, Videos, Performances und Ausstellungen von Künstler*innen und -gruppierungen beschäftigen, unter anderem Leslie Krims, Nikki Craft, Lynda Benglis, Robert Mapplethorpe, Carolee Schneemann, das Cinema of Transgression, Andrea Fraser, Bruce LaBruce, Del LaGrace Volcano, Ian White, Marit Östberg und Caner Teker. Es ist außerdem ein Workshop mit der Rechtswissenschaftlerin Celine Weßeling (Kritische Jurist:innen Münster) zum Thema „Der Umgang mit pornographischen Bildern im deutschen Recht – Sachverhalte seit den 1980er Jahren bis heute“ geplant. Bibliographie (Auswahl): Andrea Dworkin & Catherine A. McKinnon, Pornography and civil rights. A new day for women’s equality, Minneapolis 1988; Brigitte Classen (Hrsg.), Pornost. Triebkultur und Gewinn. München 1988; Linda Williams. Hard Core: Power, Pleasure, and the ‘Frenzy of the Visible’, Berkeley & Los Angeles 1989; Amelia Jones (Hrsg.), The Feminism and visual culture reader, London & New York 2003; Tristan Taormino, Celine Parreñas Shimizu, Constance Penley & Mireille Miller – Young (Hrsg.), The Feminist Porn Book, New York 2013; Feona Attwood & Clarissa Smith (2014) Porn Studies: an introduction, Porn Studies, 1:1-2, 1-6; Jiz Lee (Hrsg.), Coming out like a porn star. Essays on Pornography, Protection, and Privacy, Berkeley 2015; Andrew Altman & Lori Watson, Debating pornography, Oxford & New York 2019; Adrienne Davis and The Black Sexual Economies Collective (Hrsg.), Black Sexual Economies: Race and Sex in a Culture of Capital. Champaign: University of Illinois Press, The New Black Studies Series, 2019.

Postkolonialismus und Ethik (Seminar)

Dozent/in: Thomas Kück

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 10:15 - 11:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.202 | C 14.202

Inhalt: Mit der Rückgabe der sog. Benin-Bronzen haben einige Museen in Deutschland Maßstäbe gesetzt: Gegenstände geraubter Kunst aus der Zeit des Kolonialismus werden an den Ort ihrer Herkunft restituiert. Aber nicht alle Museen folgen dieser Haltung. Die Frage ist umstritten. Neben der historischen Aufarbeitung des Kolonialismus rückt deren ethische Bedeutung in den Blickpunkt: „Wer hat das Recht, den anderen auszustellen?“ So fragt Chimananda Ngozi Adichie bei der Eröffnung des Humboldt-Forums in Berlin im September 2021. Anhand namhafter ethischer Entwürfe soll dieser Frage nachgegangen werden. Was ist Ethik und wie kann eine begründete ethische Haltung in dieser Frage weiterführen? So ist diese Debatte nicht nur ein Historikerstreit. Sie berührt wesentliche Fragen über den Umgang mit unserer Vergangenheit und die Haltung, die wir dazu einnehmen.

Problematising knowledge (Vorlesung)

Dozent/in: André Bader, Roberto Nigro, Laura Picht-Wiggering

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 12:15 - 13:45 | 18.10.2022 - 03.02.2023 | C 40 Auditorium | bitte Auditorium/Forum zuweisen
wöchentlich | Dienstag | 12:15 - 13:45 | 18.10.2022 - 03.02.2023 | C 40 Forum | bitte Auditorium/Forum zuweisen

Inhalt: The lecture defines the content framework of the module: The students receive an overview of "Problematising knowledge" and are equipped with the context in which they can place the contents of their seminar. The focus of the content is on a reflection of the basic conditions of social coexistence. Against this background, the two main areas of the module - "How do societies think?" and "How do societies communicate? - will be treated in an overview. In doing so, the view is not only directed to the present time, but always also to the historical context. This makes it possible to recognise and assess developments and thus to classify observations on today's social phenomena accordingly. In addition to content-related impulses, spaces for discussions with and among the students are to be created again and again in order to stimulate deeper reflection on these topics and, at the same time, to practice discourse in a protected setting. In order to meet this requirement, the lecture is designed as a flipped classroom. The basic content to be taught is thus made available via our Moodle course, while the attendance time is used for further input, exchange with the students and discussion of concrete applications of the theoretical knowledge. In addition, we will welcome representatives of the five faculties as guests in the lecture, who will complement our module content with their own disciplinary perspectives.

Rassismen, Sexismen und andere Formen der Ausgrenzung intersektional begreifen und bekämpfen (Seminar)

Dozent/in: Simone Borgstede

Termin:
wöchentlich | Freitag | 14:15 - 15:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 16.203 | C 16.203

Inhalt: Wie können wir Rassismen, Sexismen und andere Formen der Ausgrenzung intersektional begreifen und bekämpfen - dafür sensibilisiert dieses Seminar und schafft Denk-Ansätze. Wir steigen historisch in wichtige Epochen der Herausbildung 'Westlichen' Denkens ein um die Konstruktion des 'Wir' und 'der Anderen' zu untersuchen. Wir setzen uns mit philosophischen Konzepten aus Antike und Aufklärung auseinander, aber auch mit theoretischen Analyseansätzen des 20. und 21. Jahrhunderts. Auf dieser Grundlage diskutieren wir kulturelle, soziale und politische Initiativen des Widerstands und emanzipatorische Bewegungen, von der antirassistischen Gruppe Kanak Attak über die Dichterinnen May Ayim und Semra Ertan zu selbstorganisierten feministischen Geflüchtetengruppen der letzten Dekaden bis zur 'Black Lives Matter' Bewegung. Wie gelingt es, aus stereotypen Geschlechterrollen und Fremdzuweisungen auszubrechen? Was heißt hier queer? Wie können wir unsere Gehirne entkolonisieren und Vorstellungen weißer Superiorität verlernen? Hierzu ziehen wir auch postkoloniale und feministische Theorien heran.

Rethinking Nature and Anthropos Today (Seminar)

Dozent/in: Chiara Stefanoni

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 10:15 - 11:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 5.325 | C 5.325

Inhalt: What is Nature? What is the Human? Is the dualism of Nature/Human, with which the West has shaped the world, still valid and operating today, in the face of the current socio-ecological crisis? How can we make sense of the current era of extreme environmental changes that has been labeled "the Anthropocene"? The course tries to articulate an operation of de/construction to radically rethink the concept of Nature and Anthropos. In doing so, we will trace an interdisciplinary route, taking into consideration contribution to the debate coming from sociology, anthropology, ecofeminism, postcolonial studies and critical animal studies.

The great scholars of Homo Soziologicus. (Seminar)

Dozent/in: Olga Kytidou

Termin:
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 21.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.006 | C 12.006

Inhalt: This seminar presents a vista of the concepts that great thinkers developed as they analysed power and domination structures, education, culture, norms, inequality, political intervention and social movements. What do the great scholars from Plato to Foucault, and Marx say about the structures and functions of the society? How did they reflect on the freedom of the labour class, and the emancipation of the woman? How did the media broadcast these concepts? Many media theories are embedded within the social theories, like the Frankfurt School, or political theories, such as the propaganda theories of Chomsky. Hence, the way the societies communicate is interlinked with what they think. The communication processes are studied, among others, through examples from the migration studies.

The Politics of Equality and Difference: Community, Plurality, and the Common Plural World (Seminar)

Dozent/in: Tiago Cerqueira Lazier

Termin:
wöchentlich | Freitag | 14:15 - 15:45 | 28.10.2022 - 03.02.2023 | C 5.019 | .
Einzeltermin | Fr, 03.02.2023, 16:15 - Fr, 03.02.2023, 17:45 | C 5.019

Inhalt: “Were men not equal, they could not understand each other; were they not distinct, they would need neither speech nor action”. This is how Hannah Arendt (1998, p.175)–closed paraphrased in this sentence–defines the human condition. By granting us the opportunity to communicate with others and to organize society to our liking, our human political condition also challenges us to deal with the paradox of being equals while being different and of being different while being equals. Things become even more complicated if we consider that the difficulty of balancing equality and difference does not only apply to the relationship between persons inside a community but also to the relationship between different communities and their members. All in all, the question becomes: is there at all a way of achieving a balancing that respects both cultural and personal identities in their equalities and differences? To try to answer this question in the affirmative, the seminar–after introducing and setting up the problem–considers how three major political philosophers of the last century dealt with the paradox of equality and difference in a democratic perspective. They are Charles Taylor and his concern with the importance of community for the development of the self; William Connolly and his concern with plurality and pluralization ("subversion" of what is considered normal); and Hannah Arendt who arguably manages to integrate both concerns in her conceptualization of the world. In doing so–as we will explore in the seminar’s final part–she also gives us some hints to how we can better balance equality and difference by considering the challenge in its full, multicultural complexity. (Arendt, Hannah, 1998, The Human Condition. Chicago: The University of Chicago Press).

Thinking Cities and Societies (Seminar)

Dozent/in: Paul Matthews

Termin:
wöchentlich | Freitag | 14:15 - 15:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 12.010 | .

Inhalt: What is a city? How does a city change and develop? What makes a city good or desirable? In this course, we will introduces ourselves to some of the central questions of philosophy by taking a tour through the various urban spaces which populate philosophical discourse. Beginning with Plato and Aristotle, we will chart a course through the works of Simmel, Benjamin, Heidegger, Lefebvre, Butler, hooks, and others, to take up and explore questions related to the city and society more generally. A significant part of the course will be dedicated to unpacking the complexities of social evolution and/or change and inquiring into the roles that we, as civic actors or agents, have to play in bringing about such change.

Vom Schatzsucher zur Vitrine: Bedeutung und Wandel von Kulturgut (Seminar)

Dozent/in: Leon Ziemer

Termin:
wöchentlich | Freitag | 16:15 - 17:45 | 21.10.2022 - 06.01.2023 | C 16.203 | C 16.203
Einzeltermin | Sa, 07.01.2023, 10:15 - Sa, 07.01.2023, 13:45 | C 16.203 | C 16.203
wöchentlich | Freitag | 16:15 - 18:45 | 13.01.2023 - 27.01.2023 | C 16.203 | C 16.203
Einzeltermin | Fr, 03.02.2023, 16:15 - Fr, 03.02.2023, 17:45 | C 16.203 | C 16.203

Inhalt: Die Wahrnehmung von Überresten vergangener Kulturen ist in besonderem Maße dem Blickfeld der europäischen Entwicklung unterworfen. Während die klassische Kultur der Griechen und Römer als Vorbild für das europäische Selbstverständnis diente, nehmen die Kulturen anderer Völker in Europa eine untergeordnete Rolle in der Wahrnehmung ein. Aktuelle Diskussionen zur Herausgabe von Kulturgütern aus Museen und neue Gesetzgebungen zum Schutz von Stücken vor illegalem Handel im Kunstmarkt verdeutlichen die bis heute aktuelle Jagd nach antiken Trophäen und stehen in der heutigen Gesellschaft weiter zur Diskussion. Das Seminar soll einen Abriss über die antiken Kulturen des Mittelmeerraumes bieten und dann zur europäischen Expansionspolitik ab dem 17. Jahrhundert übergehen, so dass die Studierenden einen Überblick über die Funktion antiker Gesellschaften und die frühe Wiederentdeckung vergangener Kulturen erhalten. Das Seminar wird abgerundet durch einen Blick auf moderne Rezeptionen von Antike durch filmische Darstellungen und eine Betrachtung des Kunst- und Antikenmarktes. Dabei stehen Aspekte der Provenienzforschung und des Kulturgutschutzgesetzes im Vordergrund. Es sollen dazu aktuelle Ermittlungsverfahren vorgestellt werden und die Bedeutung des illegalen Handels von Kunst- und Kulturgütern mit Verflechtungen sowohl zur organisierten Kriminalität und Terrorfinanzierung als auch den Restitutionsverfahren der NS-Raubkunst aufgezeigt werden.

Warum waren und sind noch heute christliche Werte bedeutungsvoll? Beispiele aus der Kirchengeschichte aus Vergangenheit und Gegenwart (Seminar)

Dozent/in: Maik Schmerbauch

Termin:
14-täglich | Samstag | 10:15 - 13:45 | 29.10.2022 - 04.02.2023 | Online-Veranstaltung | ONLINE-SEMINAR (ZOOM)

Inhalt: Im gesellschaftlichen Diskurs ist weiterhin die Rede von christlichen Werten und ihre Bedeutung, wenn es um das Handeln und die Verantwortung in gesellschaftlichen und politischen Entscheidungen geht. Zweifelsfrei wurden nach der Nazidiktatur im Grundgesetz der BRD 1949 viele Elemente auch aus der christlichen Tradition eingeführt, die bis heute Gültigkeit haben, und trotzdem auch kontrovers diskutiert werden. Doch wie entwickelte sich eigentlich ein christlicher Wertekanon im Laufe der Jahrhunderte, und welche Rolle spielte er für die Bevölkerung unseres Landes und dessen Denken und Handeln ? Nicht nur die bekannten christlichen caritativen Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime oder Armenfürsorge, sondern auch der Respekt vor Anderen, die Demokratie, die Notfallseelsorge, die Flüchtlingshilfe usw. entspringen dem christlichen Werteverständnis. Das Seminar will in die (Kirchen-) Geschichte Deutschlands zurückblicken und anhand ausgewählter Texte die Grundlagen für die heute immer noch wichtige christliche Werte erklären und diskutieren.

Was tun Briefe in Filmen? Infrastrukturen des Postalischen im Kino zur Migration (Seminar)

Dozent/in: Rainer Bellenbaum

Termin:
Einzeltermin | Fr, 21.10.2022, 14:15 - Fr, 21.10.2022, 17:45 | C 14.102b | C 14.102b
Einzeltermin | Fr, 04.11.2022, 14:15 - Fr, 04.11.2022, 17:45 | C 14.006 | C 14.006
Einzeltermin | Fr, 18.11.2022, 14:15 - Fr, 18.11.2022, 17:45 | C 14.027 | C 14.027
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 02.12.2022 - 27.01.2023 | C 12.102

Inhalt: Im Zentrum des Seminars stehen Kinofilme des portugiesischen Regisseurs Pedro Costa. Costa zeichnet es aus, seine Filme in Kooperation mit Menschen zu schaffen, deren Geschichte sich zwischen der ehemaligen portugiesischen Kolonie Kapverdische Inseln und Fontainhas, einem Vorort von Lissabon, bewegt. Die hierbei halbdokumentarisch entstandenen Filme lassen sich als kritischer Umgang mit dem Kino begreifen. Kennzeichnend dafür ist etwa, dass der Regisseur von seiner zunächst analogen Methode sehr bewusst zu digitalen Produktionsweisen übergegangen ist. Dies hatte sich aus der vertieften Begegnung und der zunehmend freundschaftlichen Zusammenarbeit mit den Migrant*innen ergeben. Im Seminar kommt insbesondere ein Motiv zum Tragen: Die Umgangsweise mit Briefen im Film. Briefe sind für Migrant*innen, zumal vor Einführung digitaler Kommunikationsnetze, das vertraute Mittel, um die Verbindung zur Heimat aufrecht zu erhalten. Insofern verwundert es nicht, dass die Reibung zwischen Film und Brief gerade in der Auseinandersetzung mit postkolonialen oder migrantischen Themen eine Rolle spielt. Bedeutende künstlerische Filme, sowohl der Kinogeschichte (Chris Marker, Chantal Akerman) wie der Gegenwart (Pedro Costa, Emily Jacir) haben die individuelle Korrespondenzweise des Briefes motivisch und dramaturgisch aufgegriffen. Das Seminar widmet sich anhand der Filme Costas - zu nennen sind „Casa de Lava“ (1994), „Colossal Youth“ (Juventude em Marcha, 2005), “Horse Money” (2014), “Vitalina Varela” (2019) - und anderen Regisseur*innen und Künstler*innen dem Einsatz von Briefen im Film - sowohl postalischen als auch neuen Medien, etwa Postings, die die Briefform abgelöst haben. Wir untersuchen im Seminar, wie dieser dramaturgische Einsatz brieflicher Korrespondenz zugleich als Kritik an eine Produktionsweise verstanden werden kann, die sich auf die Perspektive des solistisch vorgefertigen Drehbuchs verlässt. Neben Costas Produktionen werden Filme von weiteren Regisseur*innen vorgestellt, wie z.B. “News from Home” von Chantal Akerman (1977) sowie „Letter to a Friend” der Künstlerin Emily Jacir (2019). Bibliografie (Auswahl): Jacques Rancière (2012): Die Politik des Pedro Costa. In: Spielräume des Kinos, Wien: Passagen Verlag. (Orig.: Les écarts du cinema“, Paris, 2011). Daniel Eschkötter (2006): Costas Nachleben. In Malte Hagener / Tina Kaiser (Hg.): Filmkonzepte Pedro Costa. München,: text+kritik. Dominic Lash (2020): Homes for Displaced Figures: Pedro Costa’s Colossal Youth. In ders.: The Cinema of Disorientation, Inviting Confusions. Edinburgh: University Press: 2020. Udo Thiedeke (2020) Der Brief als individualmediale Kommunikationsform: Eine mediensoziologische Beobachtung. In Marie Isabel Matthews-Schlinzig, Jörg Schuster, Gesa Steinbrink und Jochen Strobel (Hg.): Handbuch Brief. Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Band 1, Berlin/ Bosten: Walter DeGruyter. Pedro Costa (2006): Eine geschlossene Tür, die uns zum Fragen einlädt. Übers.: Malte Hagener. In Malte Hagener / Tina Kaiser (Hg.): Filmkonzepte Pedro Costa, München: edition text+kritik. Hamid Naficy (2001): An Accented Cinema, Exilic and Diasporic Filmmaking. Princeton: University Press.

Weltkulturerbe (Schwerpunkt Asien) – materielle und immaterielle Werte globaler Kulturschätze (Seminar)

Dozent/in: Séraphia Heitmann

Termin:
14-täglich | Freitag | 16:15 - 19:45 | 21.10.2022 - 03.02.2023 | C 16.129 | C 16.129

Inhalt: Globale, zum Weltkulturerbe ernannte Kulturschätze sprechen von komplexen Prozessen historischen Wandels, gesellschaftlicher wie auch individueller. Entstanden aus dem Bedürfniss der Identitätsstiftung trugen sie zur Kulturverdichtungen wie auch Neugestaltung bei. Als materielle oder immaterielle Zeugnisse kultureller Interaktionen sind Weltkulturschätze Werke der Verflechtungen und Verdichtungen der Kulturen über nationale wie auch geistige Grenzen hinweg. Sie werden als Werke von unschätzbarem Wert behandelt.

Weltkulturerbe (Schwerpunkt Europa) – materielle und immaterielle Werte globaler Kulturschätze (Seminar)

Dozent/in: Séraphia Heitmann

Termin:
14-täglich | Samstag | 10:15 - 13:45 | 22.10.2022 - 03.02.2023 | C 16.203 | C 16.203

Inhalt: Globale, zum Weltkulturerbe ernannte Kulturschätze sprechen von komplexen Prozessen historischen Wandels, gesellschaftlicher wie auch individueller. Entstanden aus dem Bedürfniss der Identitätsstiftung trugen sie zur Kulturverdichtungen wie auch Neugestaltung bei. Als materielle oder immaterielle Zeugnisse kultureller Interaktionen sind Weltkulturschätze Werke der Verflechtungen und Verdichtungen der Kulturen über nationale wie auch geistige Grenzen hinweg. Sie werden als Werke von unschätzbarem Wert behandelt.

Wissenschaft problematisiert (Vorlesung)

Dozent/in: André Bader, Roberto Nigro, Laura Picht-Wiggering

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 12:15 - 13:45 | 18.10.2022 - 03.02.2023 | C 40 Auditorium | bitte Auditorium/Forum zuweisen
wöchentlich | Dienstag | 12:15 - 13:45 | 18.10.2022 - 03.02.2023 | C 40 Forum | bitte Auditorium/Forum zuweisen

Inhalt: Die Vorlesung steckt den inhaltlichen Rahmen des Moduls ab: Die Studierenden erhalten einen Überblick über das Semesterthema „Wissenschaft problematisiert“ und werden mit dem Kontext ausgestattet, in den sie die Inhalte ihres begleitenden Seminars einordnen können. Der inhaltliche Fokus liegt auf einer Reflexion von Grundbedingungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Vor dieser Folie werden die beiden Schwerpunktbereiche des Moduls – „Wie denken Gesellschaften?“ und „Wie kommunizieren Gesellschaften?“ – überblicksmäßig behandelt. Dabei wird der Blick nicht nur auf die heutige Zeit, sondern immer auch auf den historischen Kontext gerichtet. Das ermöglicht es, Entwicklungen zu erkennen und zu beurteilen und somit Beobachtungen zu heutigen gesellschaftlichen Phänomenen entsprechend einzuordnen. Neben inhaltlichen Impulsen sollen dabei immer wieder auch Räume für Diskussionen mit und unter den Studierenden geschaffen werden, um ein vertieftes Nachdenken über diese Themen anzuregen und gleichzeitig in einem geschützten Rahmen den Diskurs zu üben. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist die Vorlesung als flipped classroom konzipiert. Ein grundlegender Teil der zu vermittelnden Inhalte wird über unseren Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt, während die Präsenzzeit für weitere Konkretisierungen, den Austausch mit den Studierenden und die Diskussion von Fallbeispielen genutzt wird. Zudem begrüßen wir in der Vorlesung Vertreter*innen der fünf Fakultäten als Gäste, die unsere Modulinhalte durch ihre eigene fachliche Perspektive ergänzen.

Wissensproduktion in und über Afrika (Seminar)

Dozent/in: Ilsemargret Luttmann

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 10:15 - 11:45 | 18.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.103 | C 14.103

Inhalt: Das Wissen über Afrika wurde in den letzten Jahrhunderten vornehmlich im Westen generiert, der seit der Aufklärung eine hegemoniale Position im wissenschaftlichen Diskurs und in der medialen Verbreitung einnimmt. Viele Stimmen, die aus den Reihen der Kolonisierten und Marginalisierten erhoben werden, können sich kein Gehör verschaffen und werden sogar zum Schweigen gebracht. Die Forderung, dass auch die Randgesellschaften an der Wissensproduktion teilhaben müssen und eine Dezentrierung der Kontrolle über das Wissen dringend erforderlich ist, wird durch den verstärkten Einfluss der postkolonialen und dekolonialen Theorieansätze in den letzten Jahren immer lauter. Die Dominanz der westlichen Epistemologien ist nämlich ein zentrales Machtinstrument zur Aufrechterhaltung der Ungleichheit zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden, die aus Gründen der Gerechtigkeit aufgebrochen werden muss. Die Dekolonisierung des Wissens – sowohl im Westen als auch in Afrika - ist die Grundvoraussetzung für ein faires und gerechtes Zusammenleben der Menschen. In unserem Seminar wollen wir uns mit den Strukturen, Mechanismen und ideologischen Inhalte der so genannten Kolonialität des Wissens beschäftigen und ein Bewusstsein dafür schaffen, wie stark wir in unserer Gesellschaft von diesem kolonialen Denken am Beispiel tradierter Afrika-Bilder geprägt sind. Und wie kann dekoloniales Denken, das alternative, marginalisierte Standpunkte und Weltansichten zulässt und als gleichwertig anerkennt, aussehen? Welche Ansätze gibt es auf dem afrikanischen Kontinent, sei es im Bildungssektor, sei es auf den Gebieten der Kunst und Kultur, sich von den kolonialen Zwängen zu befreien und zu neuen, eigenen Wegen zu finden?

Zeitungen als Geschichtsquellen (1) (Seminar)

Dozent/in: Rainer Pöppinghege

Termin:
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 21.10.2022 - 03.02.2023 | C 16.223 | .
Einzeltermin | Fr, 18.11.2022, 14:15 - Fr, 18.11.2022, 17:45 | fällt aus !
Einzeltermin | Fr, 25.11.2022, 14:15 - Fr, 25.11.2022, 17:45 | C 16.222 | .

Inhalt: Als periodisch erscheinende Druckmedien erweiterten Zeitungen seit der Frühen Neuzeit den Informationshorizont des lesekundigen Publikums. Sie trugen damit erheblich zur Formierung einer Öffentlichkeit bei, die sich über diese Medien seiner gesellschaftlichen Position versicherte und zugleich politische Partizipationsrechte einforderte. Im 19. Jahrhundert entstand durch technische und soziale Entwicklungen bedingt, die Massenpresse. Im Seminar wird nicht nur das Genre der Zeitung in den Blick genommen, sondern zugleich versucht, die Rolle von Zeitungen anlässlich bestimmter historischer Ereignisse näher zu betrachten: beispielsweise die Reichsgründung von 1871, der Ausbruch des Ersten Weltkriegs, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus sowie die Entwicklung beider deutschen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei wird auch ihr Quellenwert für die historische Recherche diskutiert.

Zeitungen als Geschichtsquellen (2) (Seminar)

Dozent/in: Rainer Pöppinghege

Termin:
14-täglich | Samstag | 10:15 - 13:45 | 22.10.2022 - 03.02.2023 | C 16.222 | .
Einzeltermin | Sa, 19.11.2022, 10:15 - Sa, 19.11.2022, 13:45 | fällt aus !
Einzeltermin | Sa, 26.11.2022, 10:15 - Sa, 26.11.2022, 13:45 | C 16.222 | .

Inhalt: Als periodisch erscheinende Druckmedien erweiterten Zeitungen seit der Frühen Neuzeit den Informationshorizont des lesekundigen Publikums. Sie trugen damit erheblich zur Formierung einer Öffentlichkeit bei, die sich über diese Medien seiner gesellschaftlichen Position versicherte und zugleich politische Partizipationsrechte einforderte. Im 19. Jahrhundert entstand durch technische und soziale Entwicklungen bedingt, die Massenpresse. Im Seminar wird nicht nur das Genre der Zeitung in den Blick genommen, sondern zugleich versucht, die Rolle von Zeitungen anlässlich bestimmter historischer Ereignisse näher zu betrachten: beispielsweise die Reichsgründung von 1871, der Ausbruch des Ersten Weltkriegs, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus sowie die Entwicklung beider deutschen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei wird auch ihr Quellenwert für die historische Recherche diskutiert.