Erasmus: Fabio Berberi – Ciao Wissenschaft!
29.06.2026 Ein Auslandssemester kann vieles verändern – für den italienischen Bachelor-Studenten wurde es ein Start in die Wissenschaft: Gemeinsam mit Prof. Dr. Paolo Mercorelli gewann er einen Best-Paper-Award für seine Optimierung eines bestehenden Algorithmus.
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Fabio Berberi kam mit vielen Wünschen an die Leuphana. Aber als Wissenschaftler nach Italien zurückzukehren – damit hatte er nicht gerechnet: Der 25-Jährige studiert an der Universität Sienna Wirtschaftsingenieurwesen. Sein Auslandssemester wollte er gern in der Bundesrepublik verbringen: „Deutsche Ingenieur*innen sind in der Welt sehr anerkannt“, sagt er.
Ausschlaggebend waren für ihn sowohl der gute Ruf der Leuphana als auch die besondere Architektur des Campus. Vor allem das von Daniel Libeskind entworfene Zentralgebäude fasziniert ihn: „Es ist ein spannender Ort, der sofort meine Neugier geweckt hat“, erzählt Fabio Berberi.
Aber auch im Studium ging er neue Wege und belegte Kurse im Komplementärstudium. Im Seminar von Prof. Dr. Paolo Mercorelli, Professor für Regelungs- und Antriebstechnik, beschäftigte er sich mit intelligenten Algorithmen, Signalverarbeitung und industriellen Anwendungen. Fabio Berberi konnte mit seinen Ideen punkten: „Wir wurden sehr von Professor Mercorelli unterstützt. Aber dass meine Ergebnisse für ein Konferenzpapier reichen, damit hatte ich nicht gerechnet.
Der Student löste ein häufiges Problem in der Datenverarbeitung. Dafür entwickelte er einen Algorithmus weiter: Statt unzählige Möglichkeiten in großen Datensätzen einzeln auszuprobieren, sucht sein Verfahren gezielt in vielversprechenden Bereichen. Dadurch wird Rechenzeit und Energie gespart. Das Paper beschreibt diese Methode, mit der ein neuronales Netzwerk automatisch herausfindet, welche Eingabedaten für seine Vorhersagen besonders wichtig sind. So können gute Ergebnisse schneller erreicht werden, ohne dass die Genauigkeit des Netzwerks stark leidet.
„Ich hatte zuvor noch nie etwas publiziert“, berichtet Fabio Berberi. Gemeinsam mit Paolo Mercorelli formulierte er das Konferenzpapier – und überzeugte. „Ich habe unsere Daten dann auf einer Konferenz in Krakau präsentiert. Ich war sehr nervös, aber am Ende hat alles gut geklappt.“ Ein weiterer wichtiger Meilenstein folgte, als Fabio Berberi und Paolo Mercorelli auf einer Konferenz in Surat, Indien, den „Best Paper Award“ für ihre wissenschaftliche Leistung erhielten.
Mittlerweile hat Fabio Berberi bereits sein zweites Papier mit Professor Mercorelli veröffentlicht und sein Bachelor-Studium fast abgeschlossen. Im kommenden Semester möchte er sein Masterstudium beginnen: „Die Publikation und das methodische Wissen daraus werden mir dabei sehr helfen“, sagt Fabio Berberi. Die Zusammenarbeit mit Paolo Mercorelli besteht bis heute fort. Aktuell arbeiten sie an weiteren Projekten, unter anderem in Kooperation mit Volkswagen. Fabio Berberi betreibt außerdem die Website fabioberberi.com, auf der er über seine akademischen Aktivitäten, Forschungsprojekte, Publikationen und laufenden Arbeiten berichtet.
Statt der ursprünglich geplanten sechs Monate blieb Fabio Berberi schließlich neun Monate an der Leuphana. Obwohl er kaum Deutsch sprach, fand er sich schnell zurecht. „Die Professoren waren sehr flexibel. Ich konnte viele Leistungen auf Englisch erbringen, was mir sehr geholfen hat“, berichtet er. Auch das International Center sowie seine Mitbewohner haben ihm den Einstieg erleichtert: „Ich habe schnell Freunde gefunden und eine tolle Zeit in Lüneburg gehabt. Manchmal passt einfach alles.“