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PD Dr. Angela Breidbach

Portrait
21335 Lüneburg, Universitätsallee 1
Fon +49.4131.677-1990 (Sekr.), angela.breidbach@leuphana.de

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Lehrveranstaltungen

Gerhard Richter, geboren 1932 in Dresden, hat die zentralen Brüche der deutschen Geschichte erlebt und in seinem Werk sichtbar gemacht. Das Seminar geht der Frage nach, wie sich Biografie und Malerei bei Richter wechselseitig durchdringen – und was seine Kunst über Erinnerung, Identität und Schuld in Deutschland aussagt. Richters Kindheit ist vom Nationalsozialismus und vom Krieg geprägt. Sein Onkel Rudi fällt als Soldat, seine Tante Marianne wird als psychisch krank von den Nationalsozialisten ermordet. Jahrzehnte später kehrt er in seinen Gemälden zu diesen Themen zurück. Im Birkenau-Zyklus (2014) reflektiert er die ethische Pflicht zur Darstellung der Gräueltaten der Nazis und gleichzeitig die Unmöglichkeit einer angemessenen Darstellung. Mit Spiegeln gegenüber den vier Gemälden lenkt er die Perspektive auf die Position der Betrachter*in.

Richters erste künstlerische Ausbildung an der Kunstakademie Dresden ist geprägt von der Ästhetik des Sozialistischen Realismus in der DDR. Nach Besuch der Kasseler Documenta 1959, die ihn sehr beeindruckt, entscheidet sich Richter 1961 dazu, seinen Wohnsitz in den Westen zu verlegen und noch einmal in Düsseldorf zu studieren. Mit der Unschärfe in seinen Gemälden nach fotografischen Vorlagen kehrt er nach dem ausgerufenen "Ende der Malerei" zur Figuration zurück. In diesen Gemälden betrachtet er die Alltäglichkeiten und Katastrophen der Geschichte im Reflex populärer Massenmedien. Der Zyklus 18. Oktober 1977 (1988), der den Tod der RAF-Häftlinge thematisiert, macht die ambivalente Ästhetik dieser Malerei deutlich. Die Bilder verweigern jede eindeutige Stellungnahme und erzwingen so eine Reflexion über Gewalt, Staat und kollektives Gedächtnis. In ihrer Heterogenität und den stilistischen Brüchen nimmt Richters Malerei heute eine international zentrale Bedeutung in der Gegenwartsmalerei ein.
Nächster Termin:
Freitag, 23.10.2026 um 14:15 Uhr