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Dr. Svenja Frank

Portrait
21335 Lüneburg, Universitätsallee 1 C1.109
Fon +49.4131.677-1215, svenja.frank@leuphana.de

Werdegang

Studium der Europäischen Kultur (BA; Eichstätt) und der Neueren Deutschen Literaturgeschichte und Englischen Philologie (Magister, Staatsexamen; Freiburg). Ab 2006 literaturwissenschaftliche Lehre in der Anglistik und Germanistik. DAAD-Lektorin an der Universität Oxford, dort Konzeption und Organisation internationaler Tagungen, Writer-in-Residence-Programmen und Autor:innenlesungen. Postgraduate Diploma in Learning and Teaching in Higher Education und Senior Fellow of the Higher Education Academy (Oxford). Georg-Christoph-Lichtenberg-Stipendiatin im Programm „Theorie und Methodologie der Textwissenschaften und ihre Geschichte“ und Promotion über metaphilologisches Erzählen im Gegenwartsroman (Göttingen). Seit 2022 Lehrkraft für besondere Aufgaben (Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik) an der Leuphana Universität Lüneburg.

Publikationen

Bücher und Anthologien

  1. Metaphilologisches Erzählen: Der Text und seine Interpretation im Roman der Gegenwart
    Svenja Frank (Autor*in) , 2023 Paderborn , 350 S.

    Publikation: Bücher und Anthologien › Monografien › Forschung

  2. 9/11 in European literature: Negotiating identities against the attacks and what followed
    Svenja Frank (Herausgeber*in) , 2017 Cham , 386 S.

    Publikation: Bücher und Anthologien › Sammelwerke und Anthologien › Forschung

  3. Ehrliche Erfindungen: Felicitas Hoppe als Erzählerin zwischen Tradition und Transmoderne
    Svenja Frank (Herausgeber*in) , Julia Ilgner (Herausgeber*in) , 2016 Bielefeld , 443 S.

    Publikation: Bücher und Anthologien › Konferenzbände und -dokumentationen › Forschung

Beiträge in Zeitschriften

  1. Geliebtes Geheimnis, das bin ja ich selbst: Die initiationsgeschichte in Felicitas Hoppes Johanna (2006) als transmoderne wiedergeburt des autors
    Svenja Frank (Autor*in) , 01.01.2014 , in: Euphorion - Zeitschrift fur Literaturgeschichte, 108, 1 , S. 57-83 , 27 S.

    Publikation: Beiträge in Zeitschriften › Zeitschriftenaufsätze › Forschung › begutachtet

Beiträge in Sammelwerken

  1. The mimicry of dialogue: Thomas Lehr’s september. Fata Morgana (2010)
    Svenja Frank (Autor*in) , 01.01.2017 Cham , S. 253-282 , 30 S.

    Publikation: Beiträge in Sammelwerken › Aufsätze in Sammelwerken › Forschung

  2. Introduction: 9/11 in European literature
    Svenja Frank (Autor*in) , 01.01.2017 Cham , S. 1-34 , 34 S.

    Publikation: Beiträge in Sammelwerken › Kapitel › Forschung › begutachtet

  3. Ikonisches Erzählen als Einheit von Realität und Imagination: Zum Verhältnis von ästhetischer Reflexion und narrativer Realisation im Werk von Felicitas Hoppe
    Svenja Frank (Autor*in) , 30.11.2016 Bielefeld , S. 207-236 , 30 S.

    Publikation: Beiträge in Sammelwerken › Aufsätze in Konferenzbänden › Forschung

  4. Inzest und Autor-Imago im Marionettentheater. Zum Identitätskonzept in Felicitas Hoppes Paradiese, Übersee.
    Svenja Frank (Autor*in) , 01.01.2015 Berlin , S. 49-68 , 20 S.

    Publikation: Beiträge in Sammelwerken › Aufsätze in Sammelwerken › Forschung

  5. ‚Weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich’“ Intermediale Bezüge zwischen Günter Grass’ Im Krebsgang und James Camerons Titanic
    Svenja Frank (Autor*in) , 01.01.2014 , S. 45-64 , 20 S.

    Publikation: Beiträge in Sammelwerken › Aufsätze in Konferenzbänden › Forschung › begutachtet

Lehrveranstaltungen

Nächster Termin:
Montag, 19.10.2026 um 14:15 Uhr
„Heimat ist, wo sich der Laptop automatisch mit dem WLAN verbindet“ meint der Poetry-Slammer und Romanautor Elias Hirschl (Shortlist Dt. Buchpreis 2026). Der Begriff „Heimat“ ist im virtuellen wie öffentlichen Raum omnipräsent. Er wird von rechts instrumentalisiert, von der Mitte vergeblich eingehegt und von links dekonstruiert. In der Werbung dient er dem Metzger unseres Vertrauens ebenso als nahezu beliebig positiv aufladbarer Platzhalter wie dem modernen Bad-Studio und regionales Merchandise findet sich inzwischen wohl ebenso häufig in heimischen Wohnzimmern wie Reisekoffern.

Derlei Banalisierung kann aber nicht über die weitreichenden Implikationen hinwegtäuschen. Der hoch emotionalisierte Heimat-Begriff betrifft uns als soziale Wesen und damit in den Grundfesten unserer Identität. Wer ihn ideologisch oder politisch besetzt, kann den öffentlichen Diskurs über Zugehörigkeit und Ausschluss maßgeblich mitbestimmen. Ziel des Seminars ist es daher, Mechanismen der Konstruktion, Dekonstruktion und Rekonstruktion von Heimat offenzulegen. Wir widmen uns hierbei der exemplarischen Analyse von Kunst – literarische, bildende und filmische --, weil sie in ihrer Bildkraft und ästhetischen Verdichtung als Brennglas dieser Mechanismen fungiert. Im Anschluss an eine theoretische Bestimmung des Untersuchungsfeldes konzentriert sich das Seminar auf den Zeitraum vom deutschen Heimatfilm der Nachkriegsjahre bis in die unmittelbare Gegenwart. Obwohl es sich bei dem Wunsch nach Zugehörigkeit um eine anthropologische Konstante handelt, ist für uns primär die Frage nach der Verhandlung von „Heimat“ im spezifisch deutschen Kontext zentral. Sie steht auch im Zentrum von Shida Bazyars für den deutschen Buchpreis 2026 geshortlisteten Roman „Die Lücken“, in dem - ästhetisch herausragend umgesetzt - ein Ort im Hunsrück zur Heimat von Geflüchteten werden soll, der einst Jüd:innen zur Todesfalle wurde. Zum Abschluss des Seminars sprechen wir mit der Autorin selbst über ihren Roman, Verdrängung im „Land der Erinnerungsweltmeister“ und die Bedeutung von Heimat.
Nächster Termin:
Montag, 19.10.2026 um 12:15 Uhr
„Heimat ist, wo sich der Laptop automatisch mit dem WLAN verbindet“ meint der Poetry-Slammer und Romanautor Elias Hirschl (Shortlist Dt. Buchpreis 2026). Der Begriff „Heimat“ ist im virtuellen wie öffentlichen Raum omnipräsent. Er wird von rechts instrumentalisiert, von der Mitte vergeblich eingehegt und von links dekonstruiert. In der Werbung dient er dem Metzger unseres Vertrauens ebenso als nahezu beliebig positiv aufladbarer Platzhalter wie dem modernen Bad-Studio und regionales Merchandise findet sich inzwischen wohl ebenso häufig in heimischen Wohnzimmern wie Reisekoffern.

Derlei Banalisierung kann aber nicht über die weitreichenden Implikationen hinwegtäuschen. Der hoch emotionalisierte Heimat-Begriff betrifft uns als soziale Wesen und damit in den Grundfesten unserer Identität. Wer ihn ideologisch oder politisch besetzt, kann den öffentlichen Diskurs über Zugehörigkeit und Ausschluss maßgeblich mitbestimmen. Ziel des Seminars ist es daher, Mechanismen der Konstruktion, Dekonstruktion und Rekonstruktion von Heimat offenzulegen. Wir widmen uns hierbei der exemplarischen Analyse von Kunst – literarische, bildende und filmische –, weil sie in ihrer Bildkraft und ästhetischen Verdichtung als Brennglas dieser Mechanismen fungiert. Im Anschluss an eine theoretische Bestimmung des Untersuchungsfeldes konzentriert sich das Seminar auf den Zeitraum vom deutschen Heimatfilm der Nachkriegsjahre bis in die unmittelbare Gegenwart. Obwohl es sich bei dem Wunsch nach Zugehörigkeit um eine anthropologische Konstante handelt, ist für uns primär die Frage nach der Verhandlung von „Heimat“ im spezifisch deutschen Kontext zentral. Sie steht auch im Zentrum von Shida Bazyars für den deutschen Buchpreis 2026 geshortlisteten Roman „Die Lücken“, in dem - ästhetisch herausragend umgesetzt - ein Ort im Hunsrück zur Heimat von Geflüchteten werden soll, der einst Jüd:innen zur Todesfalle wurde. Zum Abschluss des Seminars sprechen wir mit der Autorin selbst über ihren Roman, Verdrängung im „Land der Erinnerungsweltmeister“ und die Bedeutung von Heimat.

Nächster Termin:
Donnerstag, 15.10.2026 um 14:15 Uhr
Nächster Termin:
Donnerstag, 22.10.2026 um 10:15 Uhr
Im Vergleich zu Kunst und Musik, ja sogar Sport, kommt die Förderung von musisch-schöpferischen Fähigkeiten im Fach Deutsch nach wie vor zu kurz. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Unterrichten von literarischem Schreiben an der Schule vielfach mit Unsicherheiten einhergeht. Zwei Gründe scheinen wesentlich für diese Unsicherheiten: Weder das eigene literarische Schreiben noch die Einschätzung von literarästhetischer Qualität stehen im Fokus des Literaturstudiums. Lehrkräfte sollen also eine Kunst vermitteln, die sie selbst kaum oder gar nicht praktizieren und deren Bewertung sie nicht eingeübt haben.
Hier setzt das Seminar an mit seinem Fokus auf dem literarischen Schreiben selbst, der Kritik literarischer Texte und der Reflexion, wie poetische und erzählerische Originalität am nachhaltigsten zu fördern sind. Dabei geht es weniger um einzelne Methoden der (kreativen) Schreibdidaktik als vielmehr um die konzeptionelle Frage nach einem „poetic thinking“ (Joy Harjo) und dessen Vermittlung.
Neben der Seminararbeit werden Sie bei zwei gemeinsamen Lesungsbesuchen eine weitere Form der außerschulischen Literaturvermittlung beobachten und Autor:innen Fragen zu ihrem Schreiben stellen können. Genaueres, auch zur Abschlusslesung, wird im Seminar bekannt gegeben.
Nächster Termin:
Donnerstag, 15.10.2026 um 12:15 Uhr
Die Lesereise um den Preis der LiteraTour Nord ist ein einmaliges Projekt von norddeutschen Kultureinrichtungen, Buchhandlungen, Universitäten und einer Stiftung (VGH). Gemeinsam laden wir fünf deutschsprachige Autor:innen ein, ihre aktuellen Romane in sieben Städten vorzustellen.
Welche dieser Neuerscheinungen am Ende der Lesereise als ‚Beste‘ ausgezeichnet wird, entscheiden das Publikum und die Jury der LiteraTour Nord.
Das projektbegleitende Seminar der Leuphana Universität steht in enger Verbindung mit der Reisestation „Lüneburg“, deren Lesungen im Literaturbüro (Heinrich-Heine-Haus) stattfinden werden. Der Wettbewerb bietet ein gesellschaftliches Forum für die deutschsprachige Gegenwartsliteratur und eröffnet zugleich einen Reflexionsraum für die existenziellen wie politischen Fragen dieser „Gegenwart“.

Die LiteraTour Nord ist aber auch eines von vielen Rädern im Literaturbetrieb, die Texte selektieren, kommentieren und vermarkten. Indem wir im Seminar die Texte diskutieren, bewerten und schließlich bei der LiteraTour unser eigenes Votum über die 'besten' Texte abgeben, werden wir selbst Teil dieser Kanonisierungsprozesse. Die universitäre Sicht bietet die Möglichkeit, diese Position zu reflektieren und gegenwärtige Kanonisierungsprozesse zu objektivieren.

Im Seminar werden wir deshalb auch diesen Fragen nachgehen: Was macht gute Literatur aus und wer bestimmt das? Welchen Gesetzmäßigkeiten folgt der Literaturbetrieb? Schränken Literaturkritik und Gegenwartsliteraturforschung die Freiheit der Literatur ein? Welche Grenzen und Herausforderungen ergeben sich für die wissenschaftliche Erschließung zeitgenössischer Literatur?

Die einzigartige Möglichkeit, sich mit Autor:innen der Gegenwart in Präsenz auseinanderzusetzen, eröffnet unterschiedliche Perspektiven. Ihre poetologischen Selbstreflexionen gewähren Einblicke in politische Standpunkte, ästhetische Ziele und fragen nach der heutigen Aufgabe von Literatur und der Sinnhaftigkeit ihres Tuns.

In kleinen Teams begleiten die Studierenden die Lesungen mit einem Podcast-Programm und lernen im Laufe des Semesters das Verfassen von Literaturkritiken.
Nächster Termin:
Montag, 19.10.2026 um 10:15 Uhr
Was bedeutet es für die Arbeit von Literaturwissenschaftler:innen, wenn sie sich mit Autor:innen der Gegenwart beschäftigen? Was heißt eigentlich Gegenwart? Bezeichnet der Terminus Gegenwartsliteratur eine Epoche oder Texte mit ästhetisch-thematischen Eigenschaften, die besonders ‚gegenwärtig‘ sind? Wie kann die Gegenwartsliteraturforschung, als zentrale Kanonisierungsinstanz, literarische Qualität beurteilen?

Das Projektband lädt ein, sich auf systematischer Ebene mit Begriff und Phänomen der Gegenwartsliteratur sowie auf historisch-exemplarischer Ebene mit ausgewählten Texten der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur auseinanderzusetzen. Dazu gehört auch, Literatur in the making zu beobachten – und zwar im doppelten Sinne: wie Autor:innen selbst den Entstehungsprozess ihrer Texte beschreiben und wie institutionalisierte Rahmenbedingungen (Lesungen, Preisvergaben, Literaturkritik u.v.m.) Texte zu Ereignissen und zu Hochliteratur machen. Gemeinsam werden wir anhand von Felicitas Hoppes Johanna (2006), Thomas Lehrs September. Fata Morgana (2011), Fatma Aydemir Dschinns (2022) und Maren Kames Hasenprosa (2024) sowie einer Neuerscheinung aus dem Jahr 2025 Ästhetiken der Gegenwart untersuchen.
Von postmigrantischen Narrativen (Shida Bazyar, Ronya Othmann) über Neuentdeckungen bis hin zu festen Größen des Kanons der Gegenwartsliteratur (Christian Kracht, Clemens Meyer) bietet die vielfach noch nicht in Rezeptionstraditionen eingebettete zeitgenössische Literatur reiche Möglichkeiten, über die drei Semester eigenständige Zugänge zu Werken zu entwickeln. Neben dem Schwerpunkt auf der deutschsprachigen Erzählliteratur sind je nach individuellen Interessen literatur- kunst- und kulturwissenschaftliche Auseinandersetzungen mit der Lyrik, dem Drama sowie mit intermedialen Bezügen zwischen den Künsten möglich (z.B. zeitgenössische Celan-Rezeption in der Bildenden Kunst). Von der indigenen Lyrik Nordamerikas (z.B. poet laureate Joy Harjo) über angloindische Autor:innen (z.B. Salman Rushdie) bis zur kamerunischen Schriftstellerin und Menschenrechtlerin Djaïli Amadou Amal (z.B. Les Impatientes (2020)) können überdies Forschungsfragen zur anglophonen und francophonen Literatur entwickelt werden. Die Öffnung des Blicks über die deutschsprachige Literatur hinaus lässt nicht zuletzt erkennen, wie sehr die Frage nach Gegenwart als Zeitabschnitt vom geopolitischen Standpunkt abhängt und sie regt zur Diskussion an, wie Nationalphilologien im Zeitalter der global novel zu denken sind.
Nächster Termin:
Montag, 26.10.2026 um 16:15 Uhr
Das Seminar befasst sich auf systematischer Ebene mit dem Begriff und Phänomen der Gegenwartsliteratur sowie auf historisch-exemplarischer Ebene mit ausgewählten Romanen der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur. Was bedeutet es für die Arbeit von Literaturwissenschaftler:innen, wenn sie sich mit Autor:innen der Jetztzeit beschäftigt? Wie kann die Gegenwartsliteraturforschung, als zentrale Instanz von Kanonisierungsprozessen, literarische Qualität beurteilen? Welche Themen, Stile und Erzählstrategien zeigen sich in Romanen der Gegenwart? Im Detail werden wir dies erörtern anhand von Jenny Erpenbecks "Heimsuchung", Thomas Lehrs "September. Fata Morgana", Maren Kames "Hasenprosa", Dorothee Elmiger "Die Holländerinnen" sowie den für den Deutschen Buchpreis 2026 geshortlisteten Romanen "Die Lücken" von Shida Bazyar und "Schleifen" von Elias Hirschl.
Gemeinsam werden wir in Lüneburg auch die Autor:innenlesungen zu diesen beiden Romanen besuchen.
Nächster Termin:
Freitag, 16.10.2026 um 14:15 Uhr
Saskia Bauch, Svenja Frank, Larissa Dana-Maria Krahl, Kerstin Lilienthal
Nächster Termin:
Freitag, 16.10.2026 um 12:15 Uhr
Johannes Ebel, Svenja Frank, Sven Erik Hansen
Nächster Termin:
Donnerstag, 15.10.2026 um 16:15 Uhr