Antidiskriminierungsberatung im Kontext Schule

Praktiken, Professionalisierungsprozesse und Erfahrungen von Rassismus betroffenen Schüler*innen und Eltern

Rassistische Diskriminierung ist im deutschen Schulsystem weit verbreitet. Dennoch fehlen bundesweit verbindliche rechtliche und administrative Vorgaben, die Eltern und Schüler:innen vor rassistischer Diskriminierung in der Schule schützen. Gehen Schüler:innen und Eltern eigenständig gegen Rassismus vor, stoßen sie daher oft an Grenzen. Unterstützung finden sie zunehmend bei außerschulischen Beratungsstellen. Aufgrund der Vielzahl von Meldungen über Rassismus im schulischen Kontext haben sich diese Antidiskriminierungsberatungsstellen auch in diesem Bereich spezialisiert und bilden einen wesentlichen Teil des sich seit den 2000er Jahren institutionalisierenden Feldes der Antidiskriminierungsarbeit.

©Ellen Kollender
©Ellen Kollender
©Ellen Kollender

Mixed-Methods-Ansatz

Das Forschungsprojekt beleuchtet das Feld der Antidiskriminierungsberatung in Schule und Migrationsgesellschaft mithilfe eines Mixed-Methods-Ansatzes. Dabei werden die Praktiken und Perspektiven von Beratungsstellen ebenso einbezogen wie die Beratungserfahrungen von rassistisch diskriminierten Schüler:innen und Eltern und in Hinblick auf aktuelle Professionalisierungsprozesse im Feld der Antidiskriminierungsarbeit relationiert. Ein Fokus liegt dabei auf der Rekonstruktion konstitutiver Spannungsfelder in der außerschulischen Beratung und Unterstützung rassismusbetroffener Schüler:innen und Eltern. In einem bundesländervergleichenden Design finden spezifische antidiskriminierungspolitische Diskurse und Rahmenbedingungen Berücksichtigung. Erhebungen sind in Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen vorgesehen.

Ziele der Studie

Die Ergebnisse der Studie tragen zur Erweiterung des Forschungsstands zu Rassismus im Schulsystem und damit verbundenen Erfahrungen bei. Darüber hinaus werden gemeinsam mit (angehenden) Fachkräften, Eltern und Schüler:innen Praxismaterialien entwickelt.  Diese umfassen u.a. Lehrkonzepte für die universitäre Ausbildung angehender Fachkräfte im Bereich der Antidiskriminierungsarbeit sowie Empfehlungen für eine multiprofessionelle, diskriminierungskritische Schulentwicklung.

Expert:innen-Beirat

Das Projekt wird durch einen Expert:innen-Beirat begleitet und unterstützt. Folgende Personen sind an diesem beteiligt:
Aliyeh Yegane Arani, Leiterin der „Anlaufstelle Diskriminierungsschutz an Schulen“ (ADAS), Life e.V. Berlin
Elisa Calzolari, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Migrant:innenorganisationen - MigraNetz Thüringen e.V.
Andreas Foitzik, Koordinator der Landesarbeitsgemeinschaft Antidiskriminierungsberatung Baden-Württemberg sowie Mitarbeiter bei Adis e.V. (Antidiskriminierung, Empowerment und Praxisentwicklung) Baden-Württemberg
Sally Riedel, Geschäftsführerin von MOSAIQ e.V. Hamburg, macht- und rassismuskritische Jugendarbeit
Beate Seusing, Geschäftsführende Vorständin der Arbeitsgemeinschaft Migrant:innen und Flüchtlinge in Niedersachsen e.V., u.a. Träger der „Beratungsstelle gegen Rassismus in der Bildung“ Niedersachsen

Laufzeit: 15.01.2026 – 30.09.2028

Projektleitung

  • Prof. Dr. Ellen Kollender

Wissenschaftliche Mitarbeit

    Christina Biel
    Tel. 04131 677-2722

    ©MWK Niedersachsen
    ©MWK Niedersachsen