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Leuphana veröffentlicht neuen Nachhaltigkeitsbericht nach EU-Standards

21.10.2026 Der neue Nachhaltigkeitsbericht gibt einen detaillierten Einblick in das strategische und operative Nachhaltigkeits-Profil der Leuphana.

Gruppenfoto des Nachhaltigkeitsberichts ©Phillip Bachmann/ Leuphana
„Wir stellen die Nachhaltigkeitsberichterstattung auf eine neue Qualitätsstufe“, erklärt Prof. Dr. Patrick Velte, der das Projekt wissenschaftlich begleitet hat.

Die Leuphana Universität Lüneburg stellt ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung auf eine neue Grundlage: Ausgangspunkt sind die europäischen Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und European Sustainability Reporting Standards (ESRS)). Diese sind nicht auf Hochschulen zugeschnitten. Die Leuphana selbst ist nicht berichtspflichtig: „Wir stellen die Nachhaltigkeitsberichterstattung auf eine neue Qualitätsstufe“, erklärt Prof. Dr. Patrick Velte, der das Projekt wissenschaftlich begleitet hat. 

Parallel zum Nachhaltigkeitsbericht hat das Präsidium erstmals eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Eine wichtige Erkenntnis des Prozesses: „An der Leuphana existiert bereits eine große Zahl an Nachhaltigkeitszielen, Maßnahmen und Aktivitäten. Diese waren bislang allerdings teilweise über unterschiedliche Strategiepapiere, Abteilungen und Einrichtungen verteilt“, erklärt Irmhild Brüggen, Leiterin des Nachhaltigkeitsbüros. 

Eine zentrale Grundlage der neuen Berichterstattung ist die sogenannte doppelte Wesentlichkeitsanalyse. Befragt wurden Studierende, Lehrende und Forschende, Mitarbeitende aus Technik und Verwaltung sowie als externe Gruppen Alumni und Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt standen zwei Fragen: Welche Nachhaltigkeitsaspekte wirken sich wesentlich auf die Leuphana aus und welche wesentlichen Auswirkungen hat die Universität auf Umwelt und Gesellschaft? 

Soziale und gesellschaftliche Themen hatten eine besonders große Bedeutung wie Diversität und Inklusion sowie der Impact von Forschung, Lehre und Transfer. Klima- und Umweltschutz wurden dagegen weniger oft genannt: „Das zeigt uns, dass wir in diesem Bereich bereits sehr viel erreicht haben“, erklärt Irmhild Brüggen. So betreibt die Leuphana bereits seit dem Jahr 2000 ein nach dem EU-Standard EMAS validiertes Umweltmanagement und legt jährlich eine von unabhängigen Umweltgutachtern geprüfte Umwelterklärung vor. Zudem ist der Campusbetrieb in Scope 1 und 2 seit 2014 rechnerisch klimaneutral. 2025 stammte der Strom vollständig aus erneuerbaren Energien. Nun erweitert die Leuphana schrittweise die Erfassung der Scope-3-Emissionen und strebt bis 2035 eine umfassende rechnerische Klimaneutralität an.

Berichtet wird zukünftig jährlich statt bisher alle drei Jahre: „Das macht die Berichterstattung arbeitsintensiver, aber zugleich präziser und besser vergleichbar“, sagt Patrick Velte. Eine vollständige Stakeholder-Analyse soll dagegen nicht jedes Jahr wiederholt werden.

Mit dem neuen Nachhaltigkeitsbericht soll die gesellschaftliche Wirkung der Universität besser erfasst werden. „Ein Beispiel dafür ist das neu eingeführte Pure-Impact-Modul mit Mapping zu den Sustainable Development Goals (SDG)“, sagt Dr. Maximilian Focke, Mitarbeiter des Projektteams. 2025 wurden rund ein Viertel der erfassten Publikationen einem oder mehreren SDGs zugeordnet. Darüber sollen unter anderem Beiträge von Forschenden und Lehrveranstaltungen mit Nachhaltigkeitsbezug systematischer erfasst werden.

Die Berichterstattung soll in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden, insbesondere durch eine stärkere Vernetzung von Nachhaltigkeits- und Finanzdaten. So sollen etwa die finanziellen Auswirkungen von Investitionen in Gebäudesanierung, energetische Modernisierung, Klimaanpassung und Barrierefreiheit künftig transparenter abgebildet werden. Dazu wird die jährliche Datenerhebung gemeinsam mit dem Bereich Finanzen als fester Prozess aufgebaut.

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