Inclusive Science Education

Publikationsreihe mit Arbeitspapieren zu inklusivem naturwissenschaftlichen Unterricht

Inclusive Science Education ist eine Publikationsreihe der Arbeitsgruppe ‚Didaktik der Naturwissenschaften‘ der Leuphana Universität Lüneburg, die von Prof. Dr. Simone Abels herausgegeben wird. Die Ausgaben stellen eine Reihe an Arbeitspapieren dar und sind mit der ISSN 2701-3766 gelistet. Die Intention der Reihe „Inclusive Science Education“ ist, aktuelle Forschungsprojekte und deren Ergebnisse sowie empirisch und theoretisch basierte Diskussionen im Bereich des inklusiven naturwissenschaftlichen Unterrichts zu präsentieren. Als Arbeitspapiere können wir umfangreiche Datensätze publizieren, die in anderen Publikationen nicht ausreichend Platz bekommen könnten. Zudem können wir Zwischenergebnisse aus der aktuellen Forschung schneller öffentlich zur Diskussion stellen. Dabei ist uns die Qualität der einzelnen Ausgaben unserer Publikationsreihe wichtig. In einem selbst organisierten Review-Verfahren werden die Working Papers mehrfach überprüft, bevor sie veröffentlicht werden.

 

The framework for inclusive science education (working paper 1/2021)

Alle Schüler haben das Recht auf Partizipation am naturwissenschaftlichen Unterricht. Dafür muss nicht nur die Forschung im inklusiven Kontext weiterentwickelt werden, sondern Lehrkräfte brauchen auch Handreichungen, um inklusiven naturwissenschaftlichen Unterricht in der Praxis umzusetzen. Um dieser Forderung nachzugehen, wurde im Nawi-In Projekt das Kategoriensystem inklusiver naturwissenschaftlicher Unterricht (KinU) entwickelt. Da das KinU zuvor systematisch aus der Literatur, die nur zu einem geringen Teil aus empirischen Arbeiten stammte, abgeleitet wurde, wurde das KinU in einem Validierungsprozess an der Praxis verifiziert. Das bedeutet, dass in mehreren Schritten das KinU auf unterschiedliche Daten des Nawi-In Projekts (Unterrichtsvideos, audiografierte Unterrichtsreflexionen von Lehramtsstudierenden) angewendet wurde. Bei den Unterrichtsvideos wurde analysiert, welche inklusiv naturwissenschaftlichen Aspekte aus dem KinU die Lehramtsstudierenden in der Praxis umsetzen. Bei den Unterrichtsreflexionen wurde analysiert, welche inklusiv naturwissenschaftlichen Aspekte die Lehramtsstudierenden in eigenen und fremden Unterrichtsvideos wahrnehmen. Durch die Anwendung des KinU auf die Daten wurde beispielsweise untersucht, wie disjunkt die Kategorien sind, und das KinU wurde durch induktive Kategorien erweitert. Zudem wurden weitere Qualitätskriterien überprüft. Implikationen haben zur Überarbeitung des KinU geführt. Das neue Kinu 2.0 besteht aus insgesamt n=2117 Kategorien. Davon gibt es 15 Hauptkategorien, die jeweils 12 Subkategorien haben. Die Subkategorien teilen sich jeweils in Codes und Subcodes. Durch die wiederkehrende Struktur der Subkategorien und Codes wurde die Anwendung des KinU vereinfacht und besser nachvollziehbar. Insgesamt hat sich die Validierung an der Praxis für die Entwicklung des KinU bewährt. Nichts desto trotz zeigt das KinU 2.0 nach wie vor lediglich die verschiedenen Zugänge zum inklusiven naturwissenschaftlichen Unterricht auf, kann aber abschließend kein Urteil darüber bilden, ob an dem Unterricht tatsächlich alle Schüler partizipieren konnten. Die Implikationen zeigen, dass in dem KinU das Potential steckt, weiterhin in der Lehrkräftebildung eingesetzt, auf weitere Daten in der Forschung angewendet und ggf. auch auf andere Unterrichtsfächer übertragen zu werden.

The framework for inclusive science education 1/2021

Kategoriensystem inklusiver naturwissenschaftlicher Unterricht (KinU) als Excel-Datei

 

THE FRAMEWORK FOR INCLUSIVE SCIENCE EDUCATION (Working Paper 1/2020)

In diesem Arbeitspapier mit dem deutschen Titel „Kategoriensystem inklusiver naturwissenschaftlicher Unterricht (KinU)“ stellen wir das Kategoriensystem zur Beforschung inklusiven naturwissenschaftlichen Unterrichts vor. Für die Datenerhebung haben wir ein systematisches Literaturreview durchgeführt. Dabei wurden n=297 Titel generiert, die sich empirisch oder theoretisch mit dem inklusiven naturwissenschaftlichen Unterricht auseinandersetzen. Die Stichprobe wurde sowohl qualitativ, als auch quantitativ analysiert. In der qualitativen Analyse wurden Kategorien induktiv abgeleitet, die die Charakteristika des naturwissenschaftlichen Unterrichts mit einer inklusiven Umsetzung verbinden. Insgesamt wurden n=935 Kategorien abgeleitet, die das Kategoriensystem mit vier verschiedenen Abstraktionsebenen darstellen. N=16 Hauptkategorien wurden identifiziert, die die Charakteristika des naturwissenschaftlichen Unterrichts zeigen, die mit einer inklusiven Umsetzung kombiniert werden. Für die quantitative Analyse der Stichprobe und des Kategoriensystems wurden deskriptive Statistiken berechnet sowie die Unterschiede zwischen den Teilstichproben analysiert. In den letzten zehn Jahren wurde eine signifikante Zunahme der Publikationen beobachtet. Darüber hinaus gibt es einen geringen Anteil an Titeln, die sich auf Lehramtsstudierende und Lehrkräfte beziehen, die im inklusiven naturwissenschaftlichen Unterricht arbeiten. Insgesamt stellen wir in diesem Arbeitspapier nicht nur das Kategoriensystem an sich vor, sondern geben auch Empfehlungen für die Anwendung des Kategoriensystems.

The framework for inclusive science education 01/2020