Mobilität: Studierende und Mitarbeitende immer klimafreundlicher unterwegs

10.03.2026 Erstmals überholt das Fahrrad das Auto. Die Ergebnisse der Modal-Split-Analyse 2025 basieren auf einer repräsentativen Befragung von Studierenden und Beschäftigten ergänzt durch eine Verkehrszählung am Campus.

©Leuphana/Brinkhoff/Mögenburg
Irmhild Brüggen
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Peter Pez

Gute Nachrichten für die Umwelt und Lüneburg: 85 Prozent der Studierenden kommen im Sommersemester zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Zug oder dem Bus zur Leuphana; sogar im Wintersemester sind es trotz kühlerer Temperaturen immer noch satte 84 Prozent. Wichtigstes Verkehrsmittel ist das Fahrrad, gefolgt vom Zufußgehen.  

Auch 63 Prozent der Beschäftigten pendeln nachhaltig, im Wintersemester waren es 61 Prozent. Erstmals hat dabei das Fahrrad – inklusive E-Bike – den Pkw überholt. Alle fünf Jahre erhebt das Nachhaltigkeitsbüro Daten zur Mobilität. Gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2020 ist der Pkw-Anteil deutlich zurückgegangen. 

Während kurze Wege überwiegend zu Fuß oder mit dem Rad bewältigt werden, dominieren bei längeren Distanzen Pkw und Zug. Der Pkw verursacht dabei pro Kopf die höchsten Emissionen. Beschäftigte kommen im Durchschnitt auf 515 Kilogramm CO₂-Äquivalente pro Jahr, Studierende auf 299 Kilogramm – vor allem aufgrund längerer Pendelstrecken und häufiger Autofahrten. 

Auffällig ist zudem der hohe Anteil des öffentlichen Verkehrs: Rund 1.300 Tonnen CO₂-Äquivalente entfallen auf Bus und Bahn, insbesondere auf den Regionalverkehr aus dem Raum Hamburg. „Das ist kein Hinweis auf falsche Mobilitätsentscheidungen, sondern Ausdruck der großen Zahl an Pendelnden. Ohne diese Verkehrsmittel lägen die Emissionen deutlich höher“, erklärt Nachhaltigkeitsbeauftragte Irmhild Brüggen.  

Ein Vergleich mit der Stadt Lüneburg unterstreicht die besondere Situation des Campus. Während stadtweit rund zwei Drittel aller Wege mit dem Pkw zurückgelegt werden, liegt der Pkw-Anteil an der Universität bei knapp einem Viertel. Der Radverkehr erreicht hier Werte von über 40 Prozent.  

Die Modal-Split-Analyse zeigt damit zweierlei: Zum einen ist die Universität bereits heute ein Ort ausgesprochen nachhaltiger Mobilität. Zum anderen liegt das größte Potenzial für weitere CO₂-Reduktionen weniger im individuellen Verzicht als im strukturellen Ausbau – etwa durch verlässliche Busverbindungen, eine bessere Abstimmung mit dem Regionalverkehr und eine noch sichere Radinfrastruktur. „Ich plädiere seit Jahren für Rad-Schön-Wege, die nachhaltige Mobilität für noch mehr Menschen attraktiv gestalten würde“, erklärt Prof. Dr. Peter Pez. Der Geograph begleitet die Untersuchung wissenschaftlich. 

Auf dem Campus

Die Dienstfahrzeuge der Universität wurden schon auf zwei E-Autos und vier E-Lastenräder umgestellt, die alle mit Ökostrom betrieben werden und nur noch3 laufen mit Verbrennungsmotoren und verursachten im vergangenen Jahr nur noch 4,9 Tonnen CO₂-Äquivalente. „Aber durch die fortschreitende Umstellung auf Elektrofahrzeuge sinkt dieser Wert weiter“, erklärt Irmhild Brüggen. Auch bei den indirekten Emissionen aus zugekauftem Strom und Wärme schneidet die Leuphana gut ab: Dank einer klimafreundlichen Energieversorgung fallen sie bilanziell kaum ins Gewicht.

Der größte Emissionsposten findet sich jedoch in einem Bereich, der weniger offensichtlich ist: Die so genannten Scope-3-Emissionen umfassen alle indirekten Emissionen, die nicht direkt gesteuert, aber dennoch bilanziert werden müssen – darunter Papierverbrauch, Abfall, Abwasser und vor allem die Pendelmobilität von Studierenden und Beschäftigten.

Informationen zum Modal Split 2025

Kontakt

  • Dipl. Umw. Irmhild Brüggen