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Trauer um Prof. Dr. Adelheid Ehmke

22.10.2026 Die Leuphana Universität Lüneburg trauert um Prof. Dr. Adelheid Ehmke. Sie verstarb am 23. September 2026 im Alter von 78 Jahren. Seit 2008 war sie über drei Amtszeiten hinweg langjähriges Mitglied des Stiftungsrats der Leuphana Universität Lüneburg.

Prof. Dr. Adelheid Ehmke ©European Platform of Women Scientists
Prof. Dr. Adelheid Ehmke

Adelheid Ehmke studierte von 1967 bis 1971 Biologie und Philosophie an den Universitäten Bonn und Köln und promovierte anschließend am Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn. Noch im Jahr der Promotion wechselte sie an die Technische Universität Braunschweig, wo sie bis 1998 als Akademische Oberrätin tätig war. In dieser Zeit war sie Gründungsmitglied und Vizepräsidentin des „Transferkollegs Biotechnologie“. Von 1994 bis 1996 war sie zudem Vizepräsidentin der TU Braunschweig.

1998 wurde sie Präsidentin der damals noch jungen Fachhochschule Trier. Sie prägte die frühe Entwicklung und den Aufbau des Umwelt-Campus Birkenfeld maßgeblich mit. Schon damals widmete sie sich Fragen der Nachhaltigkeit und erkannte früh deren Bedeutung für die Zukunft von Wissenschaft und Hochschulen. 

2004 wechselte sie an die neu gegründete Universität Luxemburg, wo sie Biotechnologie lehrte und als Vizerektorin die prägende Aufbauphase der jungen Universität mitgestaltete. Ihr Wirken beschränkte sich dabei nicht allein auf die eigene Hochschule. Sie engagierte sich auch auf überregionaler Ebene für die Weiterentwicklung des Hochschulwesens: Von 2000 bis 2002 stand sie der Hochschulrektorenkonferenz Rheinland-Pfalz als Präsidentin vor; anschließend gehörte sie der bundesdeutschen Hochschulrektorenkonferenz an. Dort wurde sie 2002 als zweite Frau ins Präsidium gewählt. 2006 übernahm sie zudem ein Mandat im Hochschulrat der TU Braunschweig.

Adelheid Ehmke verstand es, den Wandel im Hochschulbereich aktiv mitzugestalten: an der TU Braunschweig, als Präsidentin der Fachhochschule Trier, an der Universität Luxemburg und im Stiftungsrat der Leuphana. Bei ihrer Arbeit verband sie Kreativität mit einem ausgeprägten Gespür dafür, Stärken einer Universität herauszuarbeiten und deren Profil weiterzuentwickeln.

Sie setzte sich mit großem Engagement für die Gleichstellung von Frauen in der Wissenschaft und für eine stärkere Berücksichtigung von Gender-Themen in der Forschung ein. 2005 wurde sie Mitgründerin und erste Präsidentin des Interessenverbandes „European Platform of Women Scientists“ (EPWS). Auch als langjährige Vorsitzende des Fördervereins „Zonta Club of Trier“ hat sich die Biologin intensiv für die Stärkung der Rechte von Mädchen und Frauen eingesetzt. Für ihr Engagement wurde Adelheid Ehmke das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Langjährige Weggefährtinnen an der Leuphana erinnern sich bis heute dankbar an ihren großen Einsatz für die Gleichberechtigung.

Mit ihren zugewandt kritischen Fragen, ihren klugen Hinweisen und Perspektiven gab sie wertvolle Impulse für die Entwicklung der Universität und prägte wichtige Reform- und Entwicklungsschritte. Sie verstand es in außergewöhnlicher Weise unterschiedliche Positionen offen anzunehmen, sorgfältig abzuwägen und daraus eine eigene, differenzierte Haltung zu entwickeln. Adelheid Ehmke folgte stets ihrem inneren Kompass, strahlte Ruhe und Stabilität aus und vermittelte auch in schwierigen Situationen Orientierung. 

Die Leuphana Universität Lüneburg gedenkt ihrer in tiefer Trauer und großer Dankbarkeit. Ihrer Familie gilt unser tiefempfundenes Mitgefühl.