Versorgungssicherheit in Gefahr: Experten fordern eine strategische Metallpolitik
30.07.2026 Workshop formuliert zwölf zentrale Empfehlungen für eine nachhaltige und krisenfeste Rohstoffversorgung
Berlin. Deutschland muss bei der Versorgung mit kritischen und strategischen Metallen vom Reagieren zum Handeln kommen. Das zeigen die jetzt vorgelegten Ergebnisse eines Fachworkshops zur Rohstoffwende Metalle. Angesichts wachsender geopolitischer Risiken, der hohen Importabhängigkeit – insbesondere von China – sowie zunehmender Lieferkettenstörungen geben die Expertinnen und Experten zwölf konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Veranstalter des Workshops waren die Deutsche Rohstoffagentur, die Leuphana Universität Lüneburg, die Hochschule Pforzheim, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030, das PolitikLabor und die Transformateure.
„Leitgedanke unserer Empfehlungen ist die Entwicklung einer langfristigen, strategischen Metallpolitik“, erläutert Mitveranstalter Prof. Dr. Klaus Kümmerer vom Institut für Nachhaltige Chemie der Leuphana Universität Lüneburg. Ziel müsse es sein, die Versorgung mit kritischen Metallen dauerhaft, nachhaltig und krisenfest zu sichern. Das Spektrum der dafür vorgeschlagenen Maßnahmen reicht von der kurzfristigen Krisenvorsorge bis hin zu einer umfassenden nationalen Metallstrategie.
Zu den wichtigsten kurzfristigen Empfehlungen gehören der Aufbau einer strategischen Rohstoffreserve für kritische und strategische Metalle sowie die Einführung von Notfallplänen, Krisenstäben und regelmäßigen Stresstests für Lieferketten. Diese Maßnahmen sollen Deutschland besser auf akute Versorgungsengpässe vorbereiten.
Für die mittel- und langfristige Sicherung der Versorgung empfehlen die Fachleute unter anderem den Aufbau eines nationalen Metallkatasters, die Einführung digitaler Produktpässe sowie eine systematische Erfassung und Verringerung des Metallverbrauchs in der digitalen Infrastruktur. Gleichzeitig sollen Verluste wertvoller Technologiemetalle entlang des gesamten Lebenszyklus reduziert und Recyclingpotenziale konsequent erschlossen werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung einer Nationalen Metallstrategie. Diese soll die bisherige Rohstoffpolitik bündeln, ressortübergreifend koordinieren und die Versorgungssicherheit mit Metallen als strategische Zukunftsaufgabe etablieren. Eine moderne Metallpolitik wird als gleichrangig mit der Energiepolitik eingestuft.
Die Empfehlungen richten sich nicht nur an die Politik, sondern auch an Unternehmen, Gewerkschaften, Umweltverbände sowie Verbraucherinnen und Verbraucher. Unternehmen sollen ihre Lieferketten resilienter gestalten, Recyclingmärkte ausbauen und Innovationen zur Materialsubstitution vorantreiben. Gleichzeitig sollen Zivilgesellschaft und Gewerkschaften die Rohstoffwende aktiv begleiten und mit eigenen Konzepten unterstützen.
Den vollständigen Bericht über den Workshop finden Sie hier.