Mit Gemecker durch die Ausstellung

Leuphana Creative Space

15.04.2026 Studierende der Leuphana stellen selbstgebaute Roboter bei der Langen Nacht der Museen in Hamburg aus.

Wenn sich am 18. April 2026 im Museum der Arbeit die Türen zur Digital Science Night öffnen, werden auch drei ungewöhnliche Roboter aus Lüneburg zu erleben sein. Entwickelt wurden sie von Siri Malin Weber und Julius Waschl, Studierende der Ingenieurswissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg. Entstanden sind die Arbeiten im Leuphana Creative Space – und sie sind alles andere als klassische Technikdemonstrationen.

©Arndt Brückner/ Leuphana Media Studio
Julius Waschl und Siri Malin Weber (v.l) arbeiten im Leupnana Creative Spacer an den Sensoren eines Roboters, der zur Langen Nacht der Museen Hamburg ausgestellt werden wird.

Der Kontakt zur Veranstaltung ergab sich über ein Netzwerk aus Makerspaces und Kreativlaboren in Hamburg und Umgebung. „Dadurch hatten wir die Möglichkeit, eigene Exponate beizusteuern“, erklärt Siri. Für Julius war die Einladung zugleich ein willkommener Anlass, lange geplante Ideen endlich umzusetzen: „Manchmal braucht es einfach eine Deadline.“

Herausgekommen sind drei Projekte, die Technik mit Humor und gesellschaftlicher Reflexion verbinden. Ein „Angry Bot“, ein umgebauter Saugroboter, bewegt sich frei durch den Raum – und sorgt bewusst für Irritationen. Statt still zu arbeiten, reagiert er auf seine Umgebung und „stört“ gezielt. Ein zweites Exponat greift den Mythos des Sisyphos auf: Ein Plotter zeichnet kontinuierlich Linien, die von kleineren Robotern sofort wieder entfernt werden. „Zwei Systeme, die sich gegenseitig Arbeit geben – ohne Ergebnis“, beschreibt Siri das Prinzip.

Ein drittes Projekt, ein Vorleseroboter, setzt sich mit Texten von Karl Marx auseinander. Die Idee: Maschinen könnten ein Bewusstsein für ihre Rolle entwickeln und bestehende Arbeitsverhältnisse infrage stellen. Noch ist offen, ob dieses Exponat rechtzeitig fertig wird. Der Anspruch dahinter ist jedoch klar: Die Arbeiten sollen nicht nur unterhalten, sondern auch Diskussionen anstoßen.

Beide Studierenden verbindet die Freude am Tüfteln. Schon früh haben sie begonnen, Geräte auseinanderzunehmen, zu programmieren und eigene Lösungen zu entwickeln. In ihrem Studium der Ingenieurswissenschaften vertiefen sie diese Interessen – und erweitern sie im Creative Space. „Learning by Doing ist zentral“, erläutert Julius. Neue Komponenten, unerwartete Fehler oder unklare Dokumentationen gehören zum Alltag. „Man lernt ständig dazu.“

Gleichzeitig betonen sie, dass der Einstieg niedrigschwellig sein kann. Erste Erfolge – etwa blinkende LEDs oder einfache Steuerungen – seien schnell erreichbar. Schwieriger werde es erst mit wachsender Komplexität. „Aber genau dafür gibt es ja den Creative Space, um zu unterstützen“, so Siri.

Die Exponate sind bewusst so gestaltet, dass sie gewohnte Erwartungen an Technik brechen. Statt effizient zu funktionieren, stellen sie Fragen: Was passiert, wenn Maschinen nicht nur Werkzeuge sind? Welche Rolle spielt Kontrolle? Und wie verändert sich Arbeit im Zusammenspiel mit KI und Robotik? „Man sollte neue Technologien nutzen – aber immer auch kritisch hinterfragen“, sagt Siri.

Nach der Ausstellung in Hamburg sollen die Projekte weiterleben. Geplant ist, sie auch an der Leuphana zu zeigen und weiterzuentwickeln. Für beide ist klar: Das wird nicht das letzte Experiment gewesen sein.

Hintergrund: Leuphana Creative Space

Der Leuphana Creative Space ist ein offenes Innovationslabor an der Leuphana Universität Lüneburg. Studierende aller Fachrichtungen können hier eigene Projekte im Bereich Künstliche Intelligenz, Mikroelektronik und digitaler Fertigung umsetzen. Neben technischer Ausstattung wie 3D-Druckern und Elektronikarbeitsplätzen bietet der Space auch methodische Unterstützung und Raum für experimentelle Ideen. Ziel ist es, interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern und sowohl anwendungsorientierte als auch kritisch-reflexive Projekte zu ermöglichen.

Darüber hinaus können im Creative Space auch datengetriebene Gründungsideen entwickelt, getestet und in ersten Prototypen umgesetzt werden – von der Konzeptphase bis hin zu funktionsfähigen Demonstratoren.

Kontakt

  • Dipl.-Ing. Martin Kohler