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Trauer um Prof. Dr. Gerhard Ringshausen

06.07.2026 Die Leuphana Universität Lüneburg trauert um Prof. Dr. Gerhard Ringshausen. Er verstarb am 11. Juni 2026 und wurde 86 Jahre alt.

©Brinkhoff/Mögenburg
Das wissenschaftliche Werk von Gerhard Ringshausen zeugt von einer außergewöhnlichen fachlichen Breite, historischer Präzision und theologischen Reflexion.

Gerhard Ringshausen trat 1984 als Professor für Evangelische Theologie und Religionspädagogik in den Dienst der damaligen Hochschule Lüneburg ein. Der evangelische Theologe, ordinierte Pfarrer und promovierte Kirchenhistoriker widmete sich intensiv der Erforschung kirchlicher Bezüge des „Attentats vom 20. Juli 1944“. Seine Publikationen zum christlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus wurden zu Standardwerken.

Das wissenschaftliche Werk von Gerhard Ringshausen zeugt von einer außergewöhnlichen fachlichen Breite, historischer Präzision und theologischen Reflexion. Er galt in vielen Bereichen der Theologie als versiert. Seine Arbeiten verbinden historische Quellenkritik mit ethischen und theologischen Fragestellungen und eröffnen damit Perspektiven, die weit über die Fachwissenschaft hinausreichen. 

Mit zahlreichen Monographien, Herausgeberschaften sowie Beiträgen in renommierten Fachzeitschriften und Sammelbänden hat Gerhard Ringshausen das Verständnis von Kirche, Theologie und Religionspädagogik nachhaltig bereichert. Zudem leistete er bedeutende Beiträge zur Kunstgeschichte, insbesondere der Hochgotik. Seine Veröffentlichungen zeichnen sich durch wissenschaftliche Sorgfalt, differenzierte Urteilsfähigkeit und den beständigen Willen aus, historische Erkenntnisse für aktuelle Fragen fruchtbar zu machen.

Als leidenschaftlicher Hochschullehrer prägte Gerhard Ringshausen Generationen von Studierenden im Fach Evangelische Religion, förderte den theologischen Nachwuchs und schlug durch zahlreiche öffentliche Vorträge eine Brücke zwischen Universität und Stadtgesellschaft. 2007 trat er in den Ruhestand ein, blieb der Universität aber weiter in Forschung und Lehre verbunden. 

Wegen seiner freundlichen, hilfsbereiten, loyalen und wertschätzenden Art wurde er von Mitarbeitenden und Studierenden ebenso wie von seinen Kolleginnen und Kollegen hochgeschätzt. 

Die Leuphana Universität Lüneburg gedenkt seiner in Trauer und Dankbarkeit. Seiner Familie gilt unser tiefempfundenes Mitgefühl.