Woche der Pressefreiheit: NDR sendete live aus der Leuphana
16.10.2026 Wie können Menschen Informationen noch vertrauen, wenn KI Videos, Bilder und sogar menschliche Stimmen täuschend echt nachahmen und manipulieren kann? Zum zweiten Mal war die Leuphana Gastgeberin bei der Woche der Pressefreiheit des NDR. Mehr als 300 Bürger*innen und Studierende kamen zu dem Expert*innen-Dialog und diskutierten bei NDR DIREKT und in Hallo Niedersachsen über Desinformation, journalistische Glaubwürdigkeit und den Schutz vor digitaler Gewalt.
„Desinformation ist so alt wie die Menschheit. Neu ist dieses Misstrauen: Jeder kann Fake-Informationen niederschwellig erstellen“, sagt die Leuphana-Studentin Sophie in Hallo Niedersachsen. Sie gehört zu den rund 20 Studierenden, die vor der Live-Schalte aus dem Zentralgebäude der Leuphana an einem Workshop zu KI und Desinformation teilgenommen hatten: Leuphana-Professor*innen und Studierende beleuchteten das Thema KI dabei aus verschiedenen disziplinären Perspektiven: von Theologie über Nachhaltigkeit bis zu Informatik. Wie verändert KI unseren Umgang mit Nachrichten? Wie lässt sich erkennen, was echt ist? Wie schützen wir uns und andere vor Deepfakes?
Diese Fragen begleiteten die Studierenden auch in die anschließenden Sendungen: Der NDR übertrug „Hallo Niedersachsen“ live aus dem Zentralgebäude der Leuphana. Im Anschluss wurde NDR DIREKT im Netz ausgestrahlt.
Auf dem Podium diskutierten Expert*innen aus Journalismus, Fernsehen, Polizei und Wissenschaft. Deutlich wurde: Der Umgang mit Desinformation ist nicht allein Aufgabe der Medien und Plattformen. Auch Bildung spielt eine zentrale Rolle: Menschen müssen lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen, Quellen einzuordnen und Mechanismen sozialer Medien zu verstehen, wie Marcus Pietsch, Professor für Bildungswissenschaften an der Leuphana betonte.
Wie herausfordernd der Umgang mit KI auch für junge Menschen ist, brachte Newsfluencer Fabian Grikschat auf den Punkt: „Wir Jungen kommen da auch nicht mehr hinterher.“ In der Expert*innen-Runde beleuchtete er das Thema KI aus der Perspektive der Sozialen Medien.
Zentrales Thema des Abends: Glaubwürdigkeit. Manual Becker, Chefredakteur der Landeszeitung für die Lüneburger Heide, fasste die Bedeutung journalistischer Recherche mit vier Worten zusammen: „Echte Reporter. Echte Bilder.“ Lokaljournalismus sei entscheidend: „Wir sind vor Ort. Wir sprechen mit den Menschen.“ Der große Vorteil: Menschen kennen die Situationen und können Informationen persönlich überprüfen.
Der Abend blieb aber nicht allein ein Dialog zwischen den Expert*innen. Das Publikum war eingeladen, mitzudiskutieren: „Wie schützen wir unsere Kinder im Netz?“, wollte eine Zuschauerin beispielsweise wissen.
Newsfluencer Fabian Grischkat wurde deutlich und warnte davor Videos und Bilder bedenkenlos im Netz und den Sozialen Medien zu posten. Thorsten Massinger vom Landeskriminalamt setzte auf Prävention und Verantwortung im Alltag. Eltern und Lehrkräfte sollten aufmerksam verfolgen, welchen Erfahrungen Kinder im Netz begegnen.
Medienkompetenz sei entscheidend. Marcus Pietsch betonte, dass es auch Aufgabe der Bildung sei, die Mechanismen sozialer Medien zu erklären und den Zugang zu freier Presse zu ermöglichen. Er plädierte dafür, mehr „Diskursräume zu schaffen“. Ein wichtiger Bestandteil der Demokratiebildung sei es, zu verstehen, dass es verschiedene Meinungen gebe: „Und über die müssen wir reden.“





