Fachtag der Zentralen Anlaufstelle Antisemitismus

04.03.2026 Die bei der Landeszentrale für politische Bildung Niedersachsen angesiedelte Zentrale Anlaufstelle zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus an Hochschulen in Niedersachsen (ZAN) lud am 2. März 2026 zum Fachtag für Hochschulangehörige ein. Die Zentrale Anlaufstelle wurde auf Initiative des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur in enger Abstimmung mit der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen eingerichtet und soll Hochschulen und Hochschulangehörige zur Beratung und in der Auseinandersetzung mit Antisemitismus unterstützen. Gastgeberin des Fachtags war die Leuphana.

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Der Fachtag lud dazu ein, die Vernetzung zwischen den Hochschulen zu fördern, voneinander zu lernen und damit die Arbeit zur Antisemitismusprävention und den Umgang mit antisemitistischen Vorfällen an den Hochschulen zu stärken. (im Bild: Leuphana Präsident Sascha Spoun)

Die Landeszentrale für politische Bildung hat zur Errichtung der Zentralen Anlaufstelle zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus an Hochschulen in Niedersachsen (ZAN) einen Fachtag veranstaltet. Im Mittelpunkt des Fachtags standen die Vernetzung der Ansprechpersonen für Antisemitismusprävention der Hochschulen sowie der Personen, die diese Aufgaben in anderer Funktion übernehmen oder Bezüge zu dem Thema haben, ein Wissensaustausch zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Antisemitismusprävention sowie der Austausch zu Unterstützungsangeboten für die Hochschulen und die Hochschulangehörigen.

Niedersachsens Wissenschaftsminister, Falko Mohrs, die Präsidentin der LandesHochschulKonferenz Niedersachsen, Prof. Dr. Susanne Menzel Riedl, und der Präsident der Leuphana Universität Lüneburg, Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun, eröffneten den Fachtag. Es wurde aufgezeigt, dass seit dem 7. Oktober 2023 antisemitisch motivierte Übergriffe gegenüber Jüdinnen und Juden sowie gegenüber Institutionen in Deutschland zugenommen hätten. Die Hochschulen seien in diesem Zusammenhang mit der Herausforderung konfrontiert, den freien Diskursraum des wissenschaftlichen Austauschs aufrecht zu erhalten und gleichzeitig Missbrauch für antisemitische Aussagen und Handlungen entschieden entgegenzutreten. Mit dem Fachtag solle ein Beitrag geleistet werden, sich der Formen von Antisemitismus bewusst zu machen, sich zu Angeboten, Verfahren und wirksame Maßnahmen zum Schutz jüdischer Studierender und Mitarbeitender zu informieren. Der Fachtag lud dazu ein, die Vernetzung zwischen den Hochschulen zu fördern, voneinander zu lernen und damit die Arbeit zur Antisemitismusprävention und den Umgang mit antisemitistischen Vorfällen an den Hochschulen zu stärken. Hochschulen seien die Orte der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit und damit Zentren der demokratischen Kultur, des Dialogs und der Vielfalt. Sie sollen sichere, wissenschaftliche Lern- und Diskursräume sein.

(Bildzeile unten, v.l.n.r.: Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs, Präsidentin der LandesHochschulKonferenz Niedersachsen Prof. Dr. Susanne Menzel Riedl, Vorsitzende des Netzwerks Jüdischer Hochschullehrender Prof. Dr. Julia Bernstein)

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Der Niedersächsische Landesbeauftragte gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens, Prof. Dr. Gerhard Wegener, betont angesichts der erheblichen Zunahme antisemitischer Vorfälle die Bedeutung der Antisemitismusprävention und des Kampfes der Hochschulen gegen Antisemitismus auch als eine Voraussetzung für Wissenschaftsfreiheit. 

Auf dem Fachtag erhielten die Teilnehmenden über Impulsvorträge, darunter Prof. Dr. Julia Bernstein, Vorsitzende des Netzwerks Jüdischer Hochschullehrender, und Marina Chernivsky, Geschäftsführerin der bundesweiten Beratungsstelle OFEK e.V., Einblicke u.a. zu Erfahrungen von Jüdinnen und Juden als Betroffene antisemitischer Gewalt und Diskriminierung, zu jüdischen Perspektiven sowie zur professionellen Arbeit und den zielführenden Angeboten von Beratungsstellen. In Workshops und Austauschformaten haben sich die Teilnehmenden zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus an Hochschulen, zu Weiterbildungs- und Beratungsangeboten sowie zur Einordnung antisemitischer Vorfälle ausgetauscht. Die Teilnehmenden nehmen vielfältige Impulse und wertvolle Praxiserfahrungen mit, die sie in ihrer Arbeit in der Auseinandersetzung mit Antisemitismus und in der Antisemitismusprävention an ihren jeweiligen Hochschulen unterstützen und können auf ein gestärktes Netzwerk zurückgreifen.

(Bildzeile unten, v.l.n.r.: Podium des Fachtages, Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens Prof. Dr. Gerhard Wegener, Geschäftsführerin der bundesweiten Beratungsstelle OFEK e.V. Marina Chernivsky)

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