Name und Leitbild

Der Name Leuphana - Annahmen hinterfragen

Im zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung schuf der griechische Universalgelehrte Claudius Ptolemäus einen detaillierten Atlas der damals bekannten Welt. In diesem Werk wird der Name Leuphana zum ersten Mal genannt: Er bezeichnet eine Siedlung im nördlichen Germanien, die im 19. Jahrhundert dem heutigen Lüneburg zugeordnet wurde. Die Karte ist nach heutigen Maßstäben wenig präzise, weshalb die Verbindung von Leuphana mit Lüneburg  – wie vieles in der Wissenschaft – keine gesicherte Erkenntnis ist, sondern eine Annahme bleibt.

Wissensdrang und der unermüdliche Versuch, das Wissen durch Strukturierung nutzbar zu machen, zeichnen die Arbeit von Ptolemäus aus und sind auch heute noch unverzichtbare Voraussetzungen für erfolgreiche Wissenschaft. Diesem Entdeckergeist fühlt sich die Universität Lüneburg durch ihren Namen Leuphana verbunden.

Das Leitbild der Leuphana gründet auf drei Grundkonzepten:

Humanismus

Die Grundidee in der langen Tradition des Humanismus besteht wohl darin, dass der Mensch die Freiheit hat, seinen Charakter selbst zu bilden. Diese Freiheit zur Selbstbestimmung nimmt uns in die Verantwortung und erfordert stete Lernbereitschaft.
Um im Studium diese Verantwortung sowie selbstbestimmte Lernprozesse zu fördern, besteht ein Drittel des Studiums am College und ein Viertel des Studiums an der Graduate School aus einem besonderen Curriculum: dem Leuphana-Semester (am College) und dem Komplementärstudium. Zudem sind unsere Promotionsprogramme auch darauf ausgelegt, eine Reflexion des akademischen Selbstverständnisses anzuregen.
In der Forschung sind Digitalität, Kulturen der Kritik, Demokratieforschung, Entrepreneurship, Nachhaltigkeit und Diversität wichtige Schwerpunktthemen zur grundsätzlichen Frage nach Freiheit und Verantwortung.  
Für das akademische Leben auf dem Campus sind wir bestrebt, eine Atmosphäre zu schaffen, die durch gelebte Diversität und gegenseitige Wertschätzung inspirierend wirkt.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet für uns eine ganzheitliche und kontinuierliche Herausforderung. Um dieses Thema in seiner ganzen Breite zu erforschen und in einer Vielfalt an Studienprogrammen anzubieten, verfügt die Leuphana über die europaweit erste und bislang einzige Fakultät für Nachhaltigkeit. 
Weiteres Ziel ist ein beispielgebender nachhaltiger Campus. Auf dem Weg dorthin ist die Leuphana seit 2000 EMAS zertifiziert, seit 2010 als familienfreundlich ausgezeichnet, seit 2014 klimaneutral sowie 2016 als Fairtrade University ausgezeichnet, und wurde 2017 für den deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert.
Das neue Zentralgebäude wurde im Jahre 2010 auf der Expo Shanghai als eines der energieeffizientesten öffentlichen Gebäude der Welt präsentiert. Die Universität nutzt 100 Prozent Ökostrom, wird mit regenerativer Wärme versorgt und hat auf zehn Gebäuden Photovoltaik-Anlagen installiert.

Handlungsorientierung

Unter humanistischer Handlungsorientierung verstehen wir das Erkennen von Chancen sowie Mut und Fähigkeit, selbstständig gemeinwohlorientiert zu handeln. Im Studium sind unsere Studierenden vom ersten Semester an in eigenverantwortlichen Praxisprojekten gefordert, insbesondere zur Startwoche und Konferenzwoche.
Um die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Denken und Handeln zu erforschen, liegt der Fokus der Fakultät Wirtschaftswissenschaften auf den Themen Management und Entrepreneurship. Am Methodenzentrum befassen sich Forschende eingehend mit der Frage, wie Alltagserfahrungen gewinnbringend in die Forschung einfließen können.
Die Leuphana bietet ihren Studierenden und Alumni eine Gründungsberatung, Stipendien, Netzwerke sowie Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Projekte. Der Social Change Hub fördert gezielt sozial-gesellschaftliches unternehmerisches Engagement. Im Resultat ist die Leuphana seit drei Jahren gründungsfreundlichste Universität in Deutschland unter den mittelgroßen. Viele dieser jungen Unternehmen sind der Nachhaltigkeit verpflichtet.

 

Auf Grundlage dieses Leitbilds haben Stiftungsrat, Präsidium und Senat einen Entwicklungsplan für den Zeitraum 2016–2025 erarbeitet.