Neue Reihe: Zukünfte des Erinnerns in der Postmigrationsgesellschaft
04.05.2026 Lüneburg. Wie wird in einer vielfältigen Gesellschaft erinnert – und wessen Perspektiven prägen unser kollektives Gedächtnis? Mit diesen Fragen beschäftigen sich das Projekt und die gleichnamige Veranstaltungsreihe „Zukünfte des Erinnerns in der Postmigrationsgesellschaft“, die in diesem Sommersemester an verschiedenen Orten der Stadt und der Leuphana Universität Lüneburg stattfindet.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Lesereihe „Literatur & Debatte“, eine Kooperation mit dem Literaturbüro Lüneburg. Mit Maryam Aras und Thị Thanh Thảo Trần sind zwei Autorinnen zu Gast, deren Debütwerke aktuell als wichtige Stimmen einer postmigrantischen Gegenwartsliteratur diskutiert werden. Maryam Aras verschränkt in „Dinosaurierkind“ persönliche und politische Erinnerung, sie liest am Mittwoch, den 06. Mai um 18.30 Uhr im Forum des Zentralgebäudes der Leuphana Universität. Thị Thanh Thảo Trần eröffnet in „Menschen wie wir“ neue Perspektiven auf vietnamesisch-deutsche Lebensrealitäten, sie stellt ihr Buch am Dienstag, den 26. Mai um 19.30 Uhr im Heinrich-Heine-Haus vor. Tickets für beide Veranstaltungen sind über das Literaturbüro Lüneburg erhältlich. Ergänzt wird das Programm durch eine multimediale Lecture Performance von Murat Güngör und Hannes Loh, die als prägende Chronisten der deutschen Hip-Hop-Geschichte gelten und mit „Remix Almanya“, Termin ist Donnerstag, der 4. Juni, um 17.00 Uhr im Forum des Zentralgebäudes der Leuphana Universität, der Eintritt ist frei.
Neben literarischen Formaten umfasst die Reihe auch Filmvorführungen und wissenschaftliche Vorträge. So wird der Dokumentarfilm „Die Möllner Briefe“ am 20. Mai im SCALA-Kino gezeigt, der Ibrahim Arslan – Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln und heute politischer Bildner – und seine Familie bei der Auseinandersetzung mit lange zurückgehaltenen Solidaritätsbekundungen begleitet. Dazu kommen Online-Vorträge, die sich unter anderem mit zivilgesellschaftlichem Engagement in der Erinnerungspolitik sowie mit der Darstellung von Migration in Bildungsmedien und Schulkontext beschäftigen. Die Veranstaltungsreihe ist Teil des interdisziplinären Projekts „Zukünfte des Erinnerns in der Postmigrationsgesellschaft“, das aktuelle Konflikte, Kontinuitäten und Konkurrenzen in der deutschen Erinnerungskultur untersucht. Literatur, Musik sowie Bildungsräume wie die Schule werden dabei als zentrale Orte verstanden, an denen gesellschaftliche Aushandlungsprozesse sichtbar werden. Ziel ist es, unterschiedliche Formen des Erinnerns zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Das Projekt wird von einem Team um Prof. Dr. Kevin Drews, Prof. Dr. Ellen Kollender, Prof. Dr. Monika Schoop und Lea Otremba durchgeführt.
Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden sich unter: https://www.leuphana.de/institute/ifsp/forschung-projekte/zukuenfte-des-erinnerns.html sowie beim Literaturbüro Lüneburg.
Das Projekt wird gefördert mit Mitteln aus zukunft.niedersachsen, dem gemeinsamen Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung.
Rückfragen und Kontakt
- Lea Otremba