Prof. Dr. Andreas Möller

21335 Lüneburg, Universitätsallee 1, C11.133
Fon +49.4131.677-2901, andreas.moeller@leuphana.de
Professor*in, Professur für Neue Medien und nachhaltige Entwicklung

Werdegang

  • 1984 bis 1987 Studium der Verwaltungswissenschaften an der Verwaltungsfachhochschule Altenholz bei Kiel  
  • 1987 bis 1995 Studium der Informatik an den Universitäten Passau, Kiel (Grundstudium) und Hamburg (Hauptstudium)  
  • 1995 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Angewandte und Sozialorientierte Informatik (ASI) des Fachbereichs Informatik an der Universität Hamburg   
  • 2000 bis 2002 wissenschaftlicher Assistent am Fachbereich Informatik der Universität Hamburg
  • 2002 bis 2005 Vertretung der Professur für Umweltinformatik am Fachbereich Umweltwissenschaften der Universität Lüneburg
  • Seit 2005 Professur für Neue Medien & Umweltinformatik am Institut für Umweltkommunikation (INFU), Arbeitsbereich Neue Medien & Umweltinformatik, Leuphana Universität Lüneburg  
  • 2006 bis 2008 Prodekan Forschung der Fakultät III Umwelt & Technik, Leuphana Universität Lüneburg
  • 2008 bis 2010 Leitung des Departments Nachhaltigkeitswissenschaften der Fakultät III
  • Seit 2010 Mitglied der Fakultät Nachhaltigkeit

Lehrgebiete

Digitale Medien in der Nachhaltigkeitskommunikation und -bildung (in dem Zusammenhang vor allem auch kommunikationstheoretische Grundlagen der Kommunikation und digitaler Medien), Umweltinformatik in Umweltwissenschaften und Wirtschaftsinformatik, mit einer Schwerpunktsetzung bei computergestützten Stoffstromanalysen (u.a. Life-Cycle Assessment), Betriebliche Umweltinformationssysteme (BUIS), Grundlagen der angewandten Informatik (incl. Wirkungen der Informations- und Kommunikationstechnik), sozialwissenschaftliche Fragestellungen der Informatik, Grundlagen der Mathematik für Umwelt- und NachhaltigkeitswissenschaftlerInnen, Zugänge zur Informatik im Komplementärstudium auf der Basis innovativer Lehrkonzepte (zum Beispiel Arduino aus Italien, Raspberry Pi aus England, Diskussionen um Open Source und Commons).

Forschungsgebiete

Computergestützte Stoffstromanalysen im weiteren Sinne (Life-Cycle Assessment, Material Flow Analysis, Product Carbon Footprinting, Corporate Carbon Footprinting, Material Flow Cost Accounting), in dem Zusammenhang Forschung auf dem Gebiet der Stoffstromnetze (Material Flow Networks) als Modellierungsansatz (aktuelle Themen: Weitere Integration mit dem Chemical Engineering (auf der Basis gemeinsamer Methoden des Flowsheetings), neue Allokationsmethoden, Fragen der Optimierung und von Design-Spezifikationen), computergestützte Modellbildung und Simulation (Material Flow Networks gleichsam als Buchhaltungssystem und damit als Ergebnis-Container für diskrete und kontinuierliche Simulation, diskrete Simulation auf der Basis höherer Petri-Netze), , Kombination mit anderen Informationsinstrumenten (z.B. mit Instrumenten zum Flächenmanagement), Fragen der Einführung und des Aufbaus entsprechender Software-Tools (Frameworks, basierend auf Ansätzen des Experiential Computings), digitale Medien & Nachhaltigkeit, Kommunikationstheorien

Publikationen

Bücher und Anthologien

  1. Environmental informatics and industrial ecology: 22nd International Conference on Informatics for Environmental Protection ; enviroinfo 2008 ; proceedings of the 22nd International Conference Environmental Informatics - Informatics for Environmental Protection, Sustainable Development and Risk Management, September 10 - 12, 2008, Leuphana University Lueneburg, Germany
    Andreas Möller (Herausgeber*in) , Bernd Page (Herausgeber*in) , Martin Schreiber (Herausgeber*in) , 2008 Aachen , 643 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienKonferenzbände und -dokumentationenForschung

  2. Grundlagen stoffstrombasierter betrieblicher Umweltinformationssysteme
    Andreas Möller (Autor*in) , 2000 Bochum , 319 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienMonografienForschung

Beiträge in Zeitschriften

  1. Brominated flame retardants and Dechloranes in European and American eels from glass to silver life stages
    Roxana Sühring (Autor*in) , Andreas Möller (Autor*in) , Ralf Ebinghaus (Autor*in) , Jonathan D. Byer (Autor*in) , Marko Freese (Autor*in) , Jan Dag Pohlmann (Autor*in) , Hendrik Wolschke (Autor*in) , Peter V. Hodson (Autor*in) , Mehran Alaee (Autor*in) , Reinhold Hanel (Autor*in) , 01.12.2014 , in: Chemosphere, 116 , S. 104-111 , 8 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

  2. Transport of perfluoroalkyl acids in a water-saturated sediment column investigated under near-natural conditions
    Andreas Möller (Autor*in) , L. Vierke (Autor*in) , Sondra Klitzke (Autor*in) , 01.03.2014 , in: Environmental Pollution, 186 , S. 7-13 , 7 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

  3. Freie Pizzawahl für Informatiker und Wirtschaftsinformatiker: Didaktische Herausforderungen für Informatik und Wirtschaftsinformatik angesichts der digitalen Gesellschaft
    Andreas Möller (Autor*in) , Burkhardt Funk (Autor*in) , Peter Niemeyer (Autor*in) , Arno Rolf (Autor*in) , 01.02.2013 , in: Informatik-Spektrum, 36, 1 , S. 90-98 , 9 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeLehrebegutachtet

  4. Experimentieren mit Modellen
    Andreas Möller (Autor*in) , 01.02.2011 , in: Umweltinformatik - Newsletter, 48 , S. 8-11 , 4 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschung

  5. Methodische Behandlung interner Materialkreisläufe in der Materialflusskostenrechnung
    Andreas Möller (Autor*in) , Mario Schmidt (Autor*in) , Tobias Viere (Autor*in) , 01.12.2010 , in: Umweltwirtschaftsforum, 18, 3-4 , S. 203-208 , 6 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

Beiträge in Sammelwerken

  1. Enabling the identification of industrial symbiosis (IS) through information communication technology (ICT)
    Andreas Möller (Autor*in) , Anna Lütje (Autor*in) , Martina Willenbacher (Autor*in) , Volker Wohlgemuth (Autor*in) , 08.01.2019 , S. 709-719 , 11 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in KonferenzbändenForschungbegutachtet

  2. Sustainable Development and Material Flows
    Beatrice John (Autor*in) , Andreas Möller (Autor*in) , Annika Weiser (Autor*in) , 01.01.2016 Dordrecht , S. 219-230 , 12 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschungbegutachtet

  3. Computational modeling of material flow networks
    Andreas Möller (Autor*in) , 01.01.2015 , S. 301-311 , 11 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in KonferenzbändenForschungbegutachtet

  4. Zwecke von betrieblichen Umweltinformationssystemen im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung
    Andreas Möller (Autor*in) , 01.01.2015 Bonn , S. 281-290 , 10 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in KonferenzbändenForschungbegutachtet

  5. Accounting and Modeling as Design Metaphors for CEMIS
    Andreas Möller (Autor*in) , 01.01.2014 1. Aufl. , S. 119-130 , 11 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in KonferenzbändenForschungbegutachtet

Aktivitäten

  1. Life Cycle Assessment and Cost Accounting on Corporations for Eco-Efficient Production Systems
    Andreas Möller (Dozent*in)

    Aktivität: Gastvorträge und -vorlesungenForschung

  2. Life Cycle Assessment and Material Flow Analysis
    Andreas Möller (Dozent*in)

    Aktivität: Gastvorträge und -vorlesungenLehre

  3. Sustainable Development
    Andreas Möller (Dozent*in)

    Aktivität: Gastvorträge und -vorlesungenLehre

  4. A Material Flow Cost Accounting Approach to Improvement Assessment in LCA
    Andreas Möller (Sprecher*in) , Tobias Viere (Sprecher*in) , Martina Prox (Sprecher*in)

    Aktivität: KonferenzvorträgeForschung

  5. Life cycle thinking and systems thinking - how to support systems thinking in material flow management
    Andreas Möller (Sprecher*in)

    Aktivität: KonferenzvorträgeForschung

Lehrveranstaltungen

Andreas Möller, Kamila Szwejk
Eingenommen wird die Perspektive der ProduktentwicklerIn ("eco design"). Arbeitsgruppen entwickeln neue Produkte oder Dienstleistungen, die auch Grundlage der Gründung eines Start-ups sein könnten. Es kommt in dem Zusammenhang auf das Konzipieren und die Konzeptanalyse an. In den Ingenieurwissenschaften ist das Konzipieren eine Synthese; das Ergebnis der Synthese muss dann einer Analyse unterzogen werden, hier der Konzeptanalyse. Mit anderen Worten: Das Konzipieren ist ein kreativer, romantischer Prozess, während die Konzeptanalyse dazu dient, verfolgenswerte Ideen von Schnapsideen zu trennen.

Die Konzeptanalyse soll auf der Basis von Life Cycle Assessment und Cradle-to-Cradle (C2C) erfolgen. In der C2C-Perspektive geht es darum zu prüfen, ob ein Produkte oder eine Dienstleistung mit dem Prinzipien von C2C verträglich ist, während das LCA eine Methode zur Abschätzung von Umweltwirkungen ist. Die beiden Perspektiven ergänzen sich in der Regel.

Das Seminar folgt damit der Erkenntnis, dass die kreativen Prozesse zwar nicht verschriftlicht werden können, aber ein entscheidender Schritt der Veränderung darstellen. Das führt zu der paradoxen Situation, dass überwiegend die Analyse verschriftlicht werden kann. Sie können also nicht schreiben, dass ein Teammitglied Heuschnupfen hatte, nach Helgoland reiste (wegen der guten Luft), dort eine schlaflose Nacht hatte und die entscheidende Idee am Morgen vor dem geistigen Auge erschien (das kann als Anekdote später mal nachreichen, wie bei Heisenberg 1925). Schreiben Sie also nicht: "Wir haben uns an der Uni getroffen, mit Mind-maps gearbeitet und folgendes Konzept überlegt,...". Das ist schade, denn Sie haben vielleicht 50% der Zeit damit zugebracht.

Ihre Überlegungen, Zwischenergebnisse und Ergebnisse werden dann einer kritischen Prüfung durch Externe unterzogen. Dazu werden wir die Kompetenzen von ExpertInnen auf den Gebieten C2C und LCA einladen. Formen von Zertifizierung und Critical Review haben sich sowohl bei C2C und LCA herausgebildet. So sind zum Beispiel zertifizierte Environmental Product Declarations (EPDs) für Baustoffe mittlerweile Standard.

Hier noch ein paar Beispiele: Wiederverwendbare Taschentücher mit einer kleinen Tasche zur Aufbewahrung, biologisch abbaubare Handy-Hülle, Rucksack aus Nylon, Fahrrad-Reifen mit zwei Schichten (die äußere Schicht ist biobasiert und biologisch abbaubar.
Nächster Termin:
Donnerstag, 23.04.2026 um 10:15 Uhr
Michael Braungart, Andreas Möller
In einem Lehrbuch zur Organisations- und Wirtschaftsinformatik beklagt der Autor Arno Rolf kleinteilige Strukturen, die das Machen vom Lamentieren trennt (Rolf 1998, S. 32): Während die Macher:innen unzureichend die Folgen ihres Machens reflektieren, verändern die Lamentieren:innen gar nichts. Er verwendet den Begriff der Gestaltung bzw. des Designs, um beide Dimensionen das Handelns zu integrieren, und spricht von Gestaltungsforschung. Diese Überlegungen wollen wir im Minor übertragen: Gestalten als Beitrag zu einer Nachhaltigen Entwicklung.

Dieses Gestalten findet statt in einem Zusammenhang aus vorhandenen Strukturen, Regeln, Prinzipien und Orientierungen. Oft verinnerlichen wir diese implizit anhand von Vorlesungen, Abhandlungen, Lehrbüchern usw. Sie müssen nicht explizit angesprochen werden - und dennoch beeinflussen sie unser Handeln. Regelmäßig sind sie auch Auswege aus (ehemaligen) technischen, organisatorischen und sozialen Problemlagen oder sie stehen für Strukturelemente: Produktion, Entsorgung, Konsument usw. Arno Rolf spricht von Macher:innen, wenn diese Verinnerlichungen, etwa durch eine Ausbildung oder ein Studium, stattgefunden haben und das Problemlösen und Handeln anleiten. Immer wieder versetzt es uns in Erstaunen, wenn wir auf solche Expert:innen treffen: Wir schildern ihnen verzweifelt ein Problem, und sie antworten mit Sätzen wie „Daran liegt es“ oder „Das mach ich dir“.

Dieses Wissen schließt in der Regel auch die Frage der Machbarkeit oder Unmöglichkeit mit ein. Solche Einschätzungen finden allerdings in den bereits erwähnten Zusammenhängen aus vorhandenen Strukturen, Regeln, Prinzipien und Orientierungen statt. Es geht hier also nicht um Unmöglichkeit im Sinne der Quadratur des Kreises. Vielmehr könne Kostenrechner:innen zum Design eines Produkts anmerken, dass es nicht machbar sei, während die Produktion technisch kein Problem darstellt. Eine Folge davon ist, dass man kleine Änderungen leichter umsetzen kann als große.

Wir gehen bei diesem Minorangebot davon aus, dass die bisher durchgeführten kleinteiligen Änderungen in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung nicht ausreichen. Vielmehr ist ein neues Orientierungswissen notwendig, welches die gesamten Systeme neu denkt. Hierfür bietet das Cradle to Cradle-Konzept (C2C) eine Möglichkeit, neues Orientierungs- und Gestaltungswissen zu generieren und in einen größeren Zusammenhang der Transformationsprozesse einzubringen.

Zumindest in einer Phase des Übergangs und bei frühen Phasen der Anwendung in Bereichen (neue Formen und Infrastrukturen der Mobilität) stellen sich dabei auch Fragen der Konkretisierung. Nicht selten hat man verschiedene Optionen, und man will natürlich die beste bestimmen können (wobei erst mal zu klären ist, was überhaupt "das Beste" ist). Hier kommen Methoden in den Blick, die versuchen, Umweltwirkungen von Produkten, Dienstleistungen, verbundenen Wertschöpfungssystemen usw. abzuschätzen, insbesondere Stoffstromanalysen und das Life Cycle Assessment (LCA).

Nun ist das LCA nicht als Evaluationsinstrument für Cradle to Cradle entwickelt worden, so dass wir im Rahmen des Minor auch darüber nachdenken, inwieweit das Prinzip des Life Cycle Assessments anwendbar ist oder abgewandelt werden kann. Das Konzept von Cradle to Cradle geht dabei nicht von einem rein auf Effizienz ausgelegten Produktlebenszyklus aus, sondern von einem, der auf Effektivität ausgerichtet ist. Darüber hinaus beinhaltet Cradle to Cradle Themen, wie die Einschätzung der Materialgesundheit oder die Wiederverwendungsmöglichkeit von Materialien.
Nächster Termin:
Mittwoch, 22.04.2026 um 12:15 Uhr
In diesem Seminar wollen wir versuchen, uns dem Faszinierenden des Forschens nähern – und wir wollen versuchen, die Menschen dahinter besser verstehen: ihre Lebensumstände, ihr Antrieb, ihre Texte im Original. Das erlaubt dann auch einen ganz anderen Zugang zu den Erkenntnissen. Dabei weist der zweite Teil des Titels der Veranstaltung darauf hin, dass Forschen und der Wissenszuwachs nicht linear sind; vielmehr hat Thomas Kuhn, Autor des Buches „The Structure of Scientific Revolutions“, darauf hingewiesen, dass es in der Forschung Phasen der Normalforschung und wissenschaftliche Revolutionen gibt, und das zum Beispiel auch in den Naturwissenschaften. Die Revolutionen sind natürlich besonders spannend. Aber können solche Durchbrüche überhaupt interessant sein? In dem Zusammenhang kann man nun seit einigen Jahren auf den Film „Oppenheimer“ verweisen. Zwar könnte man auch zu Oppenheimer im Seminar berichten, aber interessanter könnte das Umfeld Oppenheimer sein. Zu erwähnen ist, dass in einer Nebenrolle auch Richard Feynman und Albert Einstein auftreten. Leider wird in dem Film Lise Meitner nicht erwähnt, die für alles im Film die Grundlage beigesteuert hat: Kernspaltung und die dabei freiwerdende Energie. Oppenheimer liefert also den Rahmen für mindestens drei spannende Forschende, mit denen wir uns im Seminar befassen könnten: Albert Einstein, Lise Meitner und Richard Feynman. Nun soll da kein neuer Kinofilm entstehen, wir können uns aber auf ähnliche Weise ihrer Forschung nähern: Wie haben sie gelebt? Was haben sie geschrieben? Usw. Im Zusammenhang mit Einstein könnte man auch noch Planck oder Schwarzschild erwähnen. Aus Lüneburger Sicht interessant ist auch Bernhard Riemann, vielleicht auch Gauß und Euler. Auch grenzüberschreitende Verständigungen können sehr erhellend sein, etwa Alexander von Humboldt und Goethe oder auch Maturana und Luhmann.

Falls das Alte Sie nicht so anspricht, können Sie sich auch gern in aktuelle Revolutionen einklinken. Wie ging das eigentlich los mit den Block Chains? Oder: Was sind eigentlich die Word Embeddings? Und wieso ein so seltsamer Name? Vielleicht ein paar Schritte zurück: Hilbert, Gödel und Turing?
Nächster Termin:
Montag, 27.04.2026 um 10:15 Uhr
Andreas Möller
Life Cycle Assessment (LCA) ist eine Methode zur Bestimmung von Umweltwirkungen von Produkten und Dienstleistungen. Grundlage und wesentliche Herausforderung ist ein Produkt-Modell von der Wiege bis zur Bahre: Raw Material Extraction, Production, Distribution, Use und End of Life. Das hat seinen Grund: Man untersucht in einem ersten Schritt umfassend die mit einem Produkt oder einer Dienstleistung zusammenhängenden Stoff- und Energieströme in der Technosphäre. Das betrifft insbesondere auch den Stoff- und Energieaustausch mit der natürlichen Umwelt, etwa CO2-Emissionen. In einem zweiten Schritt wird dann abgeschätzt, welche Wirkungen sich in der natürlichen Umwelt ergeben, im Falle der CO2-Emissionen Beiträge zum Klimawandel.

Das klingt nach viel Arbeit und auch irgendwie abschreckend, ist es aber nicht. Hier kommen sog. Datenbanken im Zusammenspiel mit Software ins Spiel. Die enthalten die Daten zu zahlreichen Vorprodukten und auch für die Abfallentsorgung. Wenn Sie zum Beispiel verschiedene Getränkeflaschen vergleichen wollen, finden Sie bereits alle Rohstoffe wie Aluminium, Glas oder auch Kunststoffe, auch Daten zu Aluminiumabfällen usw. finden sich. Die Datenbanken stellen also ein Hintergrundmodell zur Verfügung, in das sich Ihr Vordergrundmodell einbettet. Regelmäßig bestehen die Vordergrundmodelle nur aus wenigen Prozessen - wenn man weiß, wie es geht.

Irgendwie hat sich in den Köpfen festgesetzt, dass es beim LCA immer nur um materielle Verbrauchsprodukte geht: Taschentücher, Getränkeverpackungen usw. Und es stimmt: Es geht um den Stoff- und Energieaustausch mit der natürlichen Umwelt. Das bedeutet aber nicht, dass auch der Ausgangspunkt direkt ein materielles Produkt ist. Im Gegenteil: Es geht um den immateriellen Nutzen, den wir aus materiellen Produkten ziehen können. Das schließt auch unsere schöne neue und digitale Welt ein: von Posts in sozialen Medien bis hin zur Nutzung von AI (wir sollen uns ja nicht bei der AI bedanken ;-). Dabei verdeutlicht sich, dass wir "Bestände" schaffen, die wir dann nutzen können, PKW, Flugzeuge, Computer-Hardware, aber auch LLMs.

Die Dauerhaftigkeit von Beständen mag als Randerscheinung des Life Cycle Assessments eingestuft werden. Sie ist aber konstituierendes Element des den Modellen zugrunde liegenden Ausschnitts des sozio-technischen Metabolismus. Auf diesen Aspekt weist etwa Hannah Arendt hin: the durability oft he world. „The work of our hands … fabricates the sheer unending variety of things whose sum total constitutes the human artifice. They are mostly, but not exclusively, objects for use and they possess the durability Locke needed for the establishment of property, the ‘value’ Adam Smith needed for the exchange market” (Arendt 1958, p. 136). Sie weist darauf hin, dass der sorgfältige Gebrauch die Dauerhaftigkeit nicht gefährdet und die dauerhaften Dinge am Ende auch den Menschen 'beherbergen'. Sie dürfte dabei nicht an LLMs, Wasserflaschen, Smartphones und Handy-Hüllen gedacht haben. Die sind aber bestimmt eingeschlossen.

Da geraten die Datenbanken derzeit noch an ihre Grenzen: Wie lange nutzt man ein Smartphone? Wie lange ein Laptop? Aber wir fangen klein an, bei den Zahnbürsten, Wasserflasche, Kaffeebecher, das Mittagessen, die bedruckte Seite Papier, die Anreise zur Uni...

Nächster Termin:
Montag, 27.04.2026 um 14:15 Uhr
Die Technik ist so weit fortgeschritten, dass man heute Computer in Alltagsgegenstände einbauen kann, etwa in LED-Leuchten, Thermostatventilen; Lichtschalter werden ersetzt durch "Panels" und Smartphone-Apps. Das Smart Home kann man aber auch selbst aufbauen oder um eigene Komponenten erweitern. Es ist möglich, sehr einfach einen winzigen Microcomputer um Sensoren (Temperatur, Bewegung, Energieverbrauch etc.) auszustatten, Aktoren wie Leuchtdioden oder Relais (z.b. als Schalter zu Ein- und Ausschalten von 240V-Leitungen) zu ergänzen und zu programmieren. Dazu besteht die Hardware (hoffentlich Raspberry Pi Pico) aus einem USB-Anschluss zum Anschluss an ein Laptop (benötigt man für das Programmieren), einem Anschluss für Spannungsversorgung und vor allem vielen Input- und Outputanschlüsse für die Sensoren und Aktoren. NICHT vorausgesetzt werden Hard- und Softwarekenntnisse, es ist auch nicht notwendig zu wissen, wie man Hardware aufbaut ("löten"). Im Vordergrund stehen kreative computerbasierte Lösungen für das Smart Home. Das fängt an bei einfachen Blicklichtern, Energieverbrauchsmessungen, Temperaturmessungen, CO2-und VOC-Messungen, Feinstaubmessungen... Im Internet finden sich zahlreiche Beispiele, was man alles mit diesen kleinen Microcomputern machen kann. In einer letzten Phase des Seminars werden Fragen der Zukunft der Gesellschaft und Nachhaltigkeit behandelt (Open Source und Open Hardware, Maker-Communities in der Gesellschaft, Green IT, Technik-Trends wie Matter usw.).
Nächster Termin:
Montag, 27.04.2026 um 12:15 Uhr