Von der Pflanzen-App bis zur achtsamen Gabel. Premiere für die Minor AI Conference
08.10.2026 Am 25. September 2026 lud der neue Studiengang Artificial Intelligence zur ersten Minor AI Conference ein. Auf dem Campus präsentierten Studierende ihre selbst entwickelten KI-Projekte, darunter eine Pflanzen-App und eine Gabel für achtsames Essen. Die Konferenz vernetzte Studierende, Lehrende und Expert:innen aus verschiedenen KI-Bereichen.
Nach der Begrüßung durch Studiengangsleiter Professor Ricardo Usbeck konnten sich Interessierte an rund zehn Ständen in den Trafos austauschen. Präsentiert wurden KI-Projekte aus den Bereichen Bilderkennung, Sprachmodelle und Empfehlungssysteme.
Nicht nur für Informatiker:innen
Das Bemerkenswerte daran: Viele der Studierenden hatten keinen technischen Hintergrund und studieren im Hauptfach ein nicht-technisches Fach wie Umweltwissenschaften, Kulturwissenschaften oder Management. „Da sind ja viele keine Informatiker:innen,“ ordnete Anna Ehrenberg ein. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Künstliche Intelligenz und Erklärbarkeit hatte die Studierenden bei der Entwicklung ihrer KI-Projekte begleitet. Sie hob hervor, dass die Studierenden sich mit der Arbeit an den eigenen Modellen einen großen Schritt weiterentwickelt hatten. „Da bin ich schon auch sehr stolz,“ fasste sie zusammen.
Apfelbäume und Kuchen mit KI
„Wir sind da nicht so als die Coding-Profis rein,“ erklärte auch Emily Noack. Die Studentin studiert im Major Umweltwissenschaften und im Minor Artificial Intelligence. Gemeinsam mit ihren Kommilitoninnen Medea Papaioannou und Jonna Pörksen hat sie die App Rooted entwickelt. Die App verbindet Emilys umweltwissenschaftliches Interesse mit Jonnas kulturwissenschaftlichem. Die Idee: Wenn Nutzer:innen mit der App eine Pflanze scannen, erhalten sie Informationen zu den kulturellen und mythologischen Beziehungen, die verschiedene Gesellschaften mit diesen Pflanzen verbinden. Das Ganze ist spielerisch aufgezogen. So lassen sich etwa Plaketten verdienen, mit denen weitere Informationen freigeschaltet werden. „Als wir an unserem Modell gearbeitet haben, hat es zu vielen technischen Inhalten aus der Vorlesung nochmal Klick gemacht,“ erklärte Jonna, die im Hauptfach Kulturwissenschaften studiert. Für sie bot die Arbeit an der App außerdem eine gute Grundlage für kommende Semester.
Auch die Studierenden Justus Haag und Anna Wabnitz saßen an einem Stand mit Pflanzenblättern, dazu ein Apfelbäumchen. Sie hatten die App Demeter erarbeitet, die Pflanzen und ihre Krankheiten erkennen kann. Ein denkbares Einsatzszenario sahen sie im gezielteren und damit geringeren Einsetzen von Herbiziden. Paula Heide und Lars Mahlberg wiederum luden an ihrem Stand zum Kuchenessen mit einer ganz besonderen Gabel ein. Die Awareness Fork könnte Nutzer:innen dabei unterstützen, bewusster und langsamer zu essen.
Aktives Mitmachen statt Auswendiglernen
Die Semesterprojekte sind für die Studierenden gleichzeitig eine Prüfungsleistung. In einer Zeit, in der KI längst Teil des universitären Alltags geworden ist, setzt der Minor Artificial Intelligence auf innovative Lehr- und Prüfungsformate, die aktives Mitmachen fördern. Der Studiengang wird von der Fakultät für Management und Technologie angeboten und ist Teil des Leuphana AI Campus, der von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert wird. Insgesamt zeigte die erste Minor AI Conference: KI-Kompetenz lässt sich auch jenseits von Klausuren sichtbar machen, und das in ganz unterschiedlichen Projekten.
Mehr KI-Praxis für alle Studierenden
Beim AI Campus können auch Studierende aus anderen Fachrichtungen Künstliche Intelligenz praktisch erproben. Dazu lädt der Creative Space im Erdgeschoss der Bibliothek ein. Am Mittwoch, 21. Oktober 2026, können Studierende dort von 18 bis 21 Uhr zum Salon der digitalen Machenschaften kommen. Gemeinsam mit dem brasilianischen Architekten und Emerging Tech Fellow Viktor Sardenberg steht World Making mit Extended Reality auf dem Plan.



