Symposium an der Leuphana zur Wahrnehmung und Politik von Hitze
Climate Sensitivities: Aesthetics and Politics of Heat
16.10.2026 Hitze ist unausweichlich. Sie ist nicht länger nur eine physikalische Tatsache, sondern Teil des kulturellen und medialen Lebens. Infrarotbilder aus Kriegsgebieten lassen Menschen an ihrer Körperwärme erkennen und werden in den Nachrichten gezeigt. Dieselben Satellitenbilder, deren Daten der Wetterbericht mit Bedauern oder Freude kommentiert, werden in der Klimaforschung oder Agrarwirtschaft als Dürre ausgewertet.
Dass Hitze nicht nur als visuelles oder haptisches Signal übertragen wird, sondern auch weitere Wahrnehmungsbereiche erreicht, zeigen Rechenzentren, die bei Überhitzung eine spezifische Akustik erzeugen. Klimaanlagen, die lange Zeit eine Luxusfrage waren, sind zu einem drängenden Problem von Verteilung und Gerechtigkeit geworden und verdeutlichen damit den immer größer werdenden politischen Aspekt von Hitze.
Mit Vorträgen internationaler Wissenschaftler*innen fragt das Symposium an der Leuphana nach der Hitze in einer digitalen Welt. Journalist*innen sind herzlich eingeladen, teilzunehmen und darüber zu berichten. Die Keynote hält Professorin Nicole Starosielski von der University of California, Berkeley, zu Geothermie als neuem Energie-Infrastruktur-Boom für den Betrieb von KI-Rechenzentren in Nevada, Börsen-Hype und neue Lithium-Quelle – hierzu wird ein öffentlicher Livestream eingerichtet.
Das Symposium „Climate Sensitivities“ wird vom Centre for Digital Cultures der Leuphana Universität ausgerichtet und ist dem Forschungsbereich „Klimazukünfte in digitalen Kulturen" im Rahmen des Forschungsprogramms „Embracing Transformation" zugeordnet.