Graduiertenfeier im Juni 2026
16.06.2026 Nach Semestern und Jahren des Lernens, Herausfindens, Recherchierens und Schreibens, vielleicht auch das kleinen Scheiterns und großen Weitermachens war es soweit: Ihr jeweiliges Studium abgeschlossen haben zum Sommersemester 2026 rund 600 Absolvent*innen des College, 400 der Graduate School – darunter 70 Promovend*innen – sowie 150 Absolvent*innen der Professional School. Bevor sie ihre Ideen und Kräfte nun praktisch einsetzen oder gar eine weitergehende Qualifikation beginnen, nutzten die Teilnehmer*innen der Graduiertenfeier die Gelegenheit gemeinsam mit Familie und Freunden diesen Erfolg zu feiern.
©Marvin Sokolis
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„Die bessere Generation“: Graduiertenfeier des College
Musik, das Auditorium voller Stimmen, Umarmungen und eine besondere Gleichzeitigkeit aus Anspannung und Erleichterung: Die Absolvent*innen des College wurden am Samstag feierlich verabschiedet, begleitet von ihren Angehörigen und ihren Freund*innen. Festlich und persönlich wertschätzten die Redner*innen die Absolvent*innen, die es sich nicht nehmen ließen, das Erreichte zu feiern und dem nächsten Schritt entgegen zu fiebern.
Das Musik-Ensemble unter der Leitung von Universitätsmusikdirektorin Rebecca Lang präsentierte Auszüge dem Musicalprojekt des Musikzentrums Dear Evan Hansen, das im Oktober 2026 Premiere feiern wird. Eine Zeile daraus – „Hat hier nicht jemand einen Plan?“ – reflektierte die Stimmung im Saal: zwischen Vorfreude, Unsicherheit und dem Wissen, dass sich große Wege oft erst auftun, wenn man sie geht.
Präsident Sascha Spoun wandte sich an die Absolvent*innen „Da ist er nun, der Abschluss, der akademische Grad; das Studium ist abgeschlossen, eine intensive Lebensphase geht zu Ende, eine neue beginnt oder hat bereits begonnen. Das sind Momente des Innehaltens, des Rückblicks und des Ausblicks – Momente der Freude, vielleicht auch der Wehmut, Momente des Stolzes und des Gefühls, etwas erreicht zu haben, das einem niemand mehr nehmen kann. Lassen Sie uns das gemeinsam genießen!“ Nun warte die Welt auf die Graduierten, „eine Welt, die wir Gesellschaft nennen“. Er lud dazu ein, sich vom ständigen Reden über die Krise und Krisen seiner eigenen Generation frei zu machen. „Sie sind reifer, nüchterner, realistischer als meine Generation. Zugleich sind Sie aber auch jünger, das heißt offener, kreativer, wandlungsfähiger und anpassungsfähiger. Wenn Sie auf sich selber schauen, dann erblicken Sie Talente, Neugier, Tatendrang, Unerschrockenheit und vielleicht auch jene Naivität ohne die vieles Großartige niemals Gestalt annehmen kann. Sie erblicken eine bessere Generation.“
Regina Graß vom Alumni- und Förderverein der Leuphana schlug den Bogen von der Feier des Augenblicks zur Verbundenheit über den Studienabschluss hinaus: „Viele unserer Vereinsmitglieder stellen gerne Leuphana Absolvent*innen ein, da sie wissen, was sie bekommen. Sie haben durch das interdisziplinäre Studienkonzept einen riesigen Vorteil gegenüber anderen Hochschulausbildungen. Sie haben Future-Skills erworben, die andere Absolventen*innen nicht haben.“
Es folgten die Sprecherinnen des AStA, Zoë Rauch und Philipp Näser, die den Absolventinnen und Absolventen persönlich gratulierten, den Blick auf das gemeinsame Miteinander im Studium und auch auf die Herausforderungen und Wünsche der Studierenden lenkten, u.a. dem Ausbau des BAFöGs.
„Aktuell ist es dort draußen recht stürmisch“, sagte die Vizepräsidentin des College Jelena Bäumler, „es herrschen Konflikte und Kriege, die Wirtschaft strauchelt und mit ihr teilweise auch die Demokratie, die Klimakrise besteht fort, und offen werden Fragen nach dem Zustand der internationalen Ordnung und ihrer Zukunft gestellt.“ Die Graduierten würden jedoch gut vorbreitet in die Welt entlassen. Sie bestärkte die Bachelor-Absolvent*innen: „Ihr Studium an der Leuphana University hat Sie im besten Fall zu Grenzgängerinnen und Grenzgängern gemacht. Sie haben unterschiedliche Major- und Minor studiert, das Leuphana Semester und das Komplementärstudium durchlaufen und dabei gelernt, sich mit Fragen aus verschiedenen Perspektiven auseinanderzusetzen.“
Einen besonders herzlichen Ton setzte danach Niklas Hampe, Absolvent der Politikwissenschaft. In seiner Absolventenrede des Leuphana College ließ er den Studienalltag noch einmal lebendig werden – mit der erleichternden Gewissheit, trotz aller Widerstände nun den Bachelor im Gepäck zu haben: „Wir sind am Ziel. Haben es geschafft. Das heute ist unser Tag, unser Moment“ und er zeigte sich dankbar sowohl gegenüber den Professor*innen als auch seiner Studienstadt Lüneburg: „Das Leben ließ sich insgesamt genießen an der Ilmenau“.
„Möglichkeitsräume aufzeigen“: Graduiertenfeier der Graduate School
Es seien „Wochen geprägt von vielen letzten Malen“, heißt es in der Rede der AStA-Sprecher*innen. Am Samstag, den 13.06.2026 folgte nun ein letztes Mal Platz nehmen im Auditorium. Es ist ein großer Tag in der akademischen Laufbahn von circa 330 Masterabsolvent*innen und 70 Promovend*innen, die ihren Abschluss an der Graduate School feiern – und so ist es doch ein erstes Mal voller Stolz, Vorfreude und etwas Erleichterung in den vorderen Reihen.
Präsident Sascha Spoun beglückwünscht alle Absolventinnen und Absolventen zu ihrem Abschluss – ihrem neu errungenen akademischen Grad. Er unterstrich, dass die jetzige Generation der Graduierten begründet stolz auf sich sein kann: „Wenn Sie auf sich und Ihr Studium blicken, werden Sie noch Weiteres entdecken. Dort waren auch Krisen, etwa Lernkrisen und Schreibkrisen, vielleicht sogar finanzielle oder persönliche Krisen. Vielleicht dachten Sie mehr als einmal ans Aufhören, fühlten sich überfordert oder für ein Studium ungeeignet. All diese Krisen haben Sie gemeistert, Sie haben Resilienz bewiesen und die Fähigkeit, sich selbst aus der Krise zu helfen. Auch darauf dürfen Sie für die Zukunft bauen: auf Ihre Fähigkeit, mit Krisen umzugehen und sie zu bewältigen.“ Die jungen Menschen müssten dabei eine realistische Betrachtung nicht scheuen: „Vielleicht erleben Sie derzeit auch den Post-Graduate Blues, die Post-Graduierten Depression. Statt eines sofortigen Einstiegs in das Berufsleben sitzt man da und hat zu viel Zeit und Gelegenheit, um an sich selbst und seinem selbstgewählten Lebensweg zu zweifeln, während all die Bewerbungen noch nicht fruchten. Dies war meiner Generation völlig fremd, sie kennt weder diese Situation noch das damit verbundene Gefühl. Das mag das Leben leichter gemacht haben, aber, und das sage ich ohne jeglichen Zynismus, ihr Leben ist dadurch reicher an Erfahrung, es macht Sie reifer, als meine Generation es damals war.“
Die AStA-Sprecher*innen Helene Stephan und Philipp Näser ermutigen die Absolvent*innen in ihrer auf Englisch gehaltenen Rede „die Welt zu verändern, neue Perspektiven einzunehmen und ebenso nicht zu vergessen, sich selbst zu erlauben sich zu verändern.“ Mit großem Dank schätzen sie den Einsatz in vielen studentischen Initiativen: „your efforts have left traces here that will remain visible“, hob Helene Stephan hervor.
Die Vizepräsidentin der Graduate School, Lehrkräftebildung und Qualitätsentwicklung, Simone Abels erwähnte in ihrer Rede die vielen sichtbaren und unsichtbaren Hürden, die besonders benachteiligten Gruppen bei einer akademischen Laufbahn gestellt werden. „Die Leuphana Graduate School sollte für Sie möglichst viele Hürden abbauen und Ihnen Ihre Möglichkeitsräume aufzeigen: Die GradSchool steht ein für fachliche Expertise, individuelle Förderung bei gleichzeitiger Eingebundenheit in die Gemeinschaft, forschungsgeleitete Lehre, die gesellschaftlichem Wandel und interdisziplinärem Denken Rechnung trägt. Sie als Masterabsolvent*innen und Promovierte tragen diese Qualitäten mit sich, die Ihnen nun ermöglichen vom statistischen Mittelwert abzuweichen und aus der Menge herauszustechen.“ Simone Abels freute sich für die Absolvent*innen: „Seien Sie stolz auf das, was Sie erreicht haben. Ihre harte Arbeit und Ihr Engagement verdienen höchste Anerkennung. Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft viel Freude daran, weiterhin zu lernen und zu wachsen. Sie haben die besten Voraussetzungen für Erfolg – und das auch und vor allem trotz aller wo möglichen Unwahrscheinlichkeiten.“
Aya Tawfic, aus dem Master Management and Entrepreneurship fand in ihrer Graduiertenrede rührende Worte für ihre Zeit an der Leuphana als Studierende mit internationalem Hintergrund. Die Leuphana bleibt für sie ein Ort bei der nicht nur die „finish line“ zählt, sondern Momente dazwischen, mit Lehrenden, die bestärken neugierig zu bleiben oder mit Kommilitonen „who made a city far from home feel like somewhere I actually belonged“.
„Die Welt in ihren vielen Grautönen sehen“: Graduiertenfeier der Professional School
Die Leuphana Professional School verabschiedete insgesamt 150 Absolvent*innen des berufsbegleitenden Bachelors in Betriebswirtschaftslehre sowie den Masterstudiengängen Auditing, Baurecht & Baumanagement, Digital Production Management, Digital Transformation Management, Performance Leadership und Wirtschaftsingenieurwesen feierlich. Gemeinsam mit Gästen – darunter Familien, Freund*innen und Wegbegleiter*innen der Absolvent*innen – feierten die Graduierten ihren Abschluss, den sie berufsbegleitend erworben hatten.
Markus Reihlen, Vizepräsident für Professional School, Internationalisierung, Entrepreneurship und Transfer, richtete sich mit einem Plädoyer für Entschleunigung an die Zuschauer*innen. Denken braucht Pausen, sagte Markus Reihlen, gerade in Zeiten, in denen uns die Technologie suggeriert, wir könnten „das Denken abgeben“. Es braucht mehr denn je Menschen, die bereit sind, sich irritieren zu lassen und in der Lage sind, gute Fragen zu stellen. Zum Erwerb dieser Fähigkeiten gratulierte er den Absolvent*innen herzlich.
Im Anschluss betonte Erik Westermann-Lammers, Absolventenredner der Professional School (M.A. Auditing), zudem den Wert von Gemeinschaft für den erfolgreichen Abschluss eines berufsbegleitenden Studiums: „Man verlässt die Uni nicht nur mit einer zusätzlichen Qualifikation, sondern auch mit neuen Freundschaften – hoffentlich fürs Leben.“
Maria Schloßstein, stellvertretende Geschäftsführerin der Leuphana Professional School moderierte anschließend im Rahmen der dezentralen Feierlichkeiten durch den Nachmittag. Auf seinen vorherigen Worten aufbauend, gratulierte Markus Reihlen den Absolvent*innen nicht nur zu ihrem Abschluss, sondern auch zu neu gewonnenen Fähigkeiten – allen voran der Fähigkeit, die Welt in ihren vielen Grautönen zu sehen statt nur in Schwarz-Weiß. Nour Al Rifai (M.A. Baurecht und Baumanagement) und Patrick Hilbrecht (MBA Digital Production Management) gaben in ihren Absolventenreden persönliche Einblicke in ihren jeweiligen Werdegang.
Frau Al Rifai hob in ihrer Rede besonders die Unterstützung und den Austausch auf Augenhöhe hervor, die das Studium an der Leuphana Professional School für sie ausgemacht haben, auch wenn es nicht immer leicht war. Weiterkommen und Mensch bleiben – so definiert sie Erfolg und versteht ihren Abschluss als gemeinsame Leistung, denn auch ihre Familie und Freunde haben dazu beigetragen. Dabei erinnert sie alle Anwesenden mit Blick auf ihren Bachelorabschluss in Syrien daran, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, Erfolge überhaupt in Frieden feiern zu können.
Herr Hilbrecht nahm die Anwesenden mit auf seine persönliche Reise vom Hauptschulabschluss bis zum MBA: „Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich heute hier stehe, ich hätte es nicht geglaubt.“ Und auch er betont die enorme Wichtigkeit von Unterstützung durch Familie, Freund*innen, Vorgesetzte und Mentor*innen auf so einem Weg. Bereits aus seinem berufsbegleitenden Bachelor habe er viel mitnehmen können, der MBA habe das aber noch bei Weitem getoppt.
Und dann?
Wie die Wege der Leuphana-Graduierten weitergehen und welche Wirksamkeit sie entfalten, erfahren Sie in den Alumni-News (z.B. hier, hier oder hier) sowie im Podcast „Karriere leupht“.
Leitung der zentralen Großveranstaltungen
- Jan Geisler











