Den Westen retten? Leuphana Konferenzwoche 2026 mit Sigmar Gabriel und Maja Göpel

20.02.2026 Was lange als Selbstverständnis galt, wird neu verhandelt: die Idee des Westens. Kriege, geopolitische Verschiebungen und eine veränderte Sicherheitslage erschüttern die Fundamente der bisherigen Weltordnung. Zugleich ist der Westen auch nach innen verunsichert – politisch, gesellschaftlich und in seinen Grundüberzeugungen.

©Leuphana/Teresa Halbreiter
Gemeinsam mit namhaften Gästen diskutieren bei der Konferenzwoche rund 1.500 Studierende zum Abschluss ihres ersten Semesters am Leuphana College über die Zukunft des Westens.

Unter dem Titel „Den Westen retten? Eine Erfindung am Kipppunkt“ lädt die Leuphana Universität Lüneburg vom 25. bis 27. Februar zur Konferenzwoche ein. Studierende und Interessierte aus der Region diskutieren auf dem Campus die politischen, ökonomischen und kulturellen Umbrüche unserer Zeit.

Die Eröffnung übernimmt in diesem Jahr die Philosophin und Künstlerin Liya Yu. Sie beleuchtet die Versprechen und Verstrickungen des Westens und fragt nach seinen Voraussetzungen und blinden Flecken.

Für rund 1.500 Studierende bildet die Konferenzwoche den Abschluss ihres ersten Semesters am Leuphana College. Gemeinsam mit namhaften Gästen diskutieren sie über die Zukunft des Westens. Zu den Höhepunkten zählt das öffentliche Gespräch im Libeskind-Auditorium zwischen dem ehemaligen Vizekanzler und Außenminister Sigmar Gabriel und der Transformationsforscherin Maja Göpel. Unter dem Titel „Zukunft ohne Geländer“ fragen sie nach Verantwortung und Handlungsspielräumen in einer veränderten Weltlage. Die Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann schaltet sich aus Straßburg zu, um mit der taz-Journalistin Ulrike Herrmann über Wohlstand unter den Bedingungen neuer Sicherheitspolitik zu sprechen. Die Politologin Emilia Roig liest aus ihrem Buch „Why We Matter“ und diskutiert Fragen intersektionaler Gerechtigkeit. Die CDU-Vordenkerin Diana Kinnert und der Politiktheoretiker Thomas Biebricher nehmen die Zukunft des Konservatismus in den Blick.

Konferenzleiter Sven Prien-Ribcke erläutert: „Wir bewegen uns in einem Moment des Nicht-Mehr und Noch-Nicht. Der Westen war ein politisches Projekt mit großen Versprechen. Und: mit erheblichen Widersprüchen. Genau für diese Spannung interessieren wir uns.“

So widmet sich der Filmkritiker und Podcast-Moderator Wolfgang M. Schmitt auch dem Kapitalismus am Kipppunkt. Die Journalistin Annika Brockschmidt analysiert die amerikanische Rechte. Der Filmemacher Willy Rollé lädt gemeinsam mit dem Afrofuturisten David Zabel zum Filmscreening „Black to the Future“ ein.

Das Leuphana College freut sich über Besucher:innen und Studieninteressierte aus Lüneburg und der Hamburger Metropolregion. Hier finden Sie einen Überblick über die zahlreichen Programmpunkte. Sehr freundlich wird um Anmeldung gebeten.

Hintergrund: Die Konferenzwoche und das Leuphana Semester

Auf der Konferenzwoche stellen die Studierenden ihre Projektarbeiten aus dem ersten Studiensemester vor. In über 40 verschiedenen Projektseminaren entwickelte der akademische Nachwuchs gemeinsam mit den Lehrenden mehr als 150 Programmpunkte. Deren Spektrum reicht von Podiumsdiskussionen über Workshops bis zu einzelnen Präsentationen. Renommierte Gäste aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft treten in einen Dialog mit den Studierenden und geben Einblicke in ihre Arbeit.

Die Konferenzwoche bildet den Abschluss des Leuphana Semesters. Es folgt einem in Deutschland besonderen, interdisziplinären Konzept. Die drei Module Transformation, Methoden und DATAx vermitteln den Studierenden einen fachübergreifenden Einstieg in die Wissenschaft. Sie erhalten Einblicke in andere Fachbereiche, setzen sich mit unterschiedlichen Sichtweisen auseinander und erlernen so die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens. Schwerpunkt der Konferenzwoche sind Fragen der „nachhaltigen Entwicklung“.

Leitung der Konferenzwoche

  • Sven Prien-Ribcke, M.A.