dies academicus 2026: Training für nachhaltiges Unternehmertum mit Transferpreis ausgezeichnet
12.08.2026 Wie lassen sich Menschen befähigen, selbstständig ein Unternehmen aufzubauen, Verantwortung zu übernehmen und ihre wirtschaftliche Zukunft aktiv zu gestalten? Seit vielen Jahren wird STEP erfolgreich in Ländern des globalen Südens erforscht und durchgeführt. Gemeinsam mit den Promovierenden Janina Peschmann und Paul Herrmann hat Prof. Dr. Michael Gielnik das Training weiterentwickelt und Nachhaltigkeitsaspekte systematisch integriert.
©Leuphana
Mehr als 60.000 Menschen im Globalen Süden haben bereits an STEP oder STEP Sustainabilty (STEP S) teilgenommen. Randomisierte Kontrollgruppenstudien belegen den beeindruckenden Impact: Zwei Jahre nach dem Training lag die Quote der STEP-Teilnehmenden, die ein eigenes Unternehmen gegründet hatten, bei 50 % gegenüber 41 % in der Kontrollgruppe. Das entspricht einer Steigerung der Gründungswahrscheinlichkeit um rund 22 %.
Der Erfolg liegt im Trainingskonzept begründet: „Grundsätzlich ist die Geschäftsidee für den unternehmerischen Erfolg nicht so wichtig wie das Handeln selbst“, erklärt Michael Gielnik, der seit über 20 Jahren das Vorhaben wissenschaftlich begleitet und einer der geistigen Väter von STEP ist. Teilnehmende des Programms werden nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern vor allem auch psychologisch weiterentwickelt: Selbstvertrauen und Eigeninitiative stärken, Netzwerke aufbauen, Durchhaltevermögen steigern und dabei den Umgang mit dem eigenen Scheitern lernen sind wesentliche Trainingsinhalte.
Grundlegend für STEP ist das Learning by Doing zwischen den inhaltlichen Lehrterminen: Während des zwölfwöchigen Trainings gründen die Teilnehmenden ein kleines Unternehmen, um schnell ins selbstständige Handeln zu kommen. Schritt für Schritt bauen sie sich eine wirtschaftliche Existenz auf. Dabei ist es ausdrücklich gewollt, dass die Teilnehmenden mit einer kleinen und schnell umsetzbaren Geschäftsidee starten. Solche Geschäftsideen reichen vom Getränkestand über den Vorlese-Wettbewerb bis hin zum Verkauf von Badematten aus Müllsäcken.
Mit STEP Sustainability steht nun nicht mehr allein der unternehmerische Erfolg, sondern auch die Verantwortung für Umwelt und Gemeinschaft im Fokus. „Wir möchten vermitteln, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung zusammengehören“, erklärt der Professor für Psychologie, insbesondere Entrepreneurship. Erste Evaluationsergebnisse belegen: Der wirtschaftliche Erfolg der jungen Entrepreneure wird durch den zusätzlichen Fokus auf Nachhaltigkeit nicht geschmälert.
Ein besonderes Merkmal von STEP ist das sogenannte Train-the-Trainer-Konzept. „Unser Ziel ist es, dass die Programme langfristig unabhängig von uns weiterlaufen“, erklärt Michael Gielnik. Das Konzept hat sich bewährt: Viele Partneruniversitäten führen das Entrepreneurship-Training inzwischen eigenständig fort und passen es an die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen an.
Die beiden Promovierenden Janina Peschmann und Paul Herrmann begleiten das Vorhaben und schulen auch selbst in den Partnerländern wie Kenia, Nigeria oder Südafrika: „STEP richtet sich ursprünglich an Universitätsstudierende, wurde inzwischen aber erfolgreich auf viele weitere Zielgruppen ausgeweitet – von jungen Frauen in Westafrika bis hin zu Lehramtskandidat*innen, die wiederum als Multiplikatoren fungieren“, erklärt Projektkoordinatorin Janina Peschmann.
Paul Hermann betreut insbesondere die Region Nigeria: „Mich beeindruckt, wie inspirierend der Unternehmergeist der jungen Trainingsteilnehmenden bereits während der Durchführung des Entrepreneurship Programms ist.“
Zudem existieren mittlerweile zwei Ausgründungen aus der Leuphana – MOVE Entrepreneurship Training Institute und Doorways gGmbH –, die die Trainings weltweit eigenständig anbieten und damit noch mehr Menschen erreichen.