INNOVATIONS-INKUBATOR LÜNEBURG

Mit Wissenschaft die Region stärken

„Brutkasten für Ideen“ – so könnte man den Namen „Innovations-Inkubator“ übersetzen. Der Innovations-Inkubator Lüneburg war ein Projekt der Leuphana Universität Lüneburg und des Landes Niedersachsen zur wissensbasierten Regionalentwicklung. Forschung und Wirtschaft arbeiteten von August 2009 bis Juli 2015 eng zusammen, vorrangig zu den Themen Digitale Medien, Gesundheit und Nachhaltige Energie.

45 Projekte werden von 14. August 2009 bis 31. Juli 2015 im Inkubator umgesetzt, aktuell von rund 250 Wissenschaftlern.

Als Ergebnis ist ein regionales Innovationsystem entstanden, bescheinigte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) dem Projekt in ihrer Studie „Lessons learned from the Lüneburg Innovation Incubator". Die Innovationstreiber seien zahlreiche Start-ups, zusätzliche Forschungs- und Transferkapazitäten an der Hochschule, Kooperationen mit internationalen Unternehmen und NGO sowie eine nachhaltige Infrastruktur für die Fortsetzung dieser Aktivitäten. Der Inkubator habe außerdem die Weiterentwicklung des Lehrmodells der Leuphana unterstützt, wobei besonders die Professional School und die Digital School der Universität mit ihren Angeboten Pionierarbeit geleistet hätten. Zur vollständigen OECD-Studie in englischer Sprache 

Rund 550 zusätzliche Forscherinnen und Forscher brachte der Inkubator nach Lüneburg. Sie setzten 45 Projekte mit rund 600 Kooperationspartnern um. Zwölf Firmen entstanden direkt aus dem Inkubator, weitere 60 Gründungen wurden begleitet. Rund 420 Arbeitsplätze wurden in der Region geschaffen oder gesichert. Über 8.300 Unternehmensvertreter nahmen an Transfer-Veranstaltungen des Inkubators teil. Zu den Ergebnissen der einzelnen Projekte

Bei der feierlichen Abschlussveranstaltung des Innovations-Inkubators am 24. Juni 2015 würdigten Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise und der stellvertretende Generalsekretär der OECD Stefan Kapferer den mit dem EU-Großprojekt Innovations-Inkubator gelungenen Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Zum Veranstaltungsbericht

Videoreihe: Wie profitierten Wirtschaft und Gesellschaft?

Welche Ideen, Methoden, Produkte und Dienstleistungen sind im Innovations-Inkubator entstanden? Wem nutzen sie? Und wie geht es jetzt weiter? Diese Fragen beantworten Unternehmerinnen und Unternehmer, Verbandsvertreterinnen und Verbandsvertreter, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Video-Reihe "Innovations-Inkubator: Stimmen aus der Region".

Digitale Medien

JESSICA ZELLER

Wer gründet, braucht Unterstützung. Gründerin Jessica Zeller berichtet, wie ihr junges Unternehmen Edkimo in der Startphase durch den Inkubator gefördert wurde. Und sie erklärt ihre Geschäftsidee: eine Feedback-App für den Schulunterricht.

MATHIAS FUCHS

Das Stadtrundgangs-Spiel „Lüneburg 3D“ bietet neue Perspektiven auf die alte Hansestadt. Mathias Fuchs, Leiter des Inkubator-Projekts „Art and Civic Media“ und Programmleiter der internationalen Spielekonferenz DiGRA 2015, erzählt von der Entwicklung.

ANDREAS EBERT

Zuerst war da eine Idee: Kurze Videos im Legetechnik-Format, die komplexe Zusammenhänge einfach und ansprechend vermitteln. Gründer Andreas Ebert berichtet, wie aus dieser Idee mit Hilfe des Inkubators die Lüneburger Kommunikationsagentur explainity wurde.

BURKHARDT FUNK

Wie können Unternehmen ihre Suchmaschinenwerbung optimieren? Eine Antwort auf diese Frage erarbeiteten Burkhardt Funk, Vizepräsident der Leuphana, und seine Mitarbeiter im Inkubator-Projekt „SEM-A2“ mit der Lüneburger Agentur web-netz.

Gesundheit

THOMAS LÖTSCH

Tourismusbranche und Gesundheitswesen passen nicht zusammen? Passen sie doch. Thomas Lötsch von der Agentur für Wirtschaftsförderung berichtet, wie ihm Inkubator-Gastprofessorin Monika Rulle geholfen hat, das Profil des Sektors Gesundheitstourismus in Cuxhaven zu schärfen.

HANNE THIART

Wirkungsvolle Hilfe per Mausklick: 11 Online-Trainings und 2 Apps hat die Forschergruppe GET.ON entwickelt. Studien beweisen ihre Wirksamkeit bei der Prävention und Behandlung von psychischen Erkrankungen, erklärt Hanne Thiart, Diplom-Psychologin und Gründerin des GET.ON Instituts.

TILL BEIWINKEL

„Onlinebasierte Trainings werden künftig einen festen Platz im deutschen Gesundheitssystem haben“, prognostiziert Forscher Till Beiwinkel. Das Inkubator-Projekt „Vernetzte Versorgung“ evaluierte ein Präventions- und Therapie-Programm des Harburger Anbieters Novego AG.

Nachhaltige Energie

OLIVER OPEL

Inkubator-Forscher haben einen verbesserten Wärmespeicher entwickelt: die „Thermische Batterie“. Sie deckt den Warmwasser- und Heizungsbedarf eines Ein- oder Mehrfamilienhauses – kostengünstiger, umweltfreundlicher und platzsparender als herkömmliche Systeme. Umweltwissenschaftler und Gründer Oliver Opel erläutert, weshalb.

JÖRG KRÜGER

Zielgruppen, Ressourcen, Risiken – der Geschäftsführer des Celler IT-Spezialisten Delta plus, Jörg Krüger, hat mit Inkubator-Forschern das Geschäftsmodell seines Geothermie-Produkts GeoCool analysiert. Die Leuphana-Wissenschaftler erlebte er als „überaus praxisnah“.

Heide Oberbeck

Wäre ein Quartierspeicher in Ritterhude sinnvoll? Juristen, Techniker und Betriebswirte haben dies im Inkubator-Projekt "EnERgioN" für die Osterholzer Stadtwerke untersucht. „Die Leuphana bringt alle Akteure sehr gut zusammen“, sagt Heide Oberbeck von den Stadtwerken. Das sei eine besondere Kompetenz: „Meist wird nur in eine Richtung geguckt.“

HOLGER DANNEBERG

„Vom Ökofreak zum Nachhaltigkeitspionier“: Werkhaus-Geschäftsführer Holger Danneberg hat sich in Workshops mit dem Thema Nachhaltigkeit im Mittelstand beschäftigt. Nun veröffentlicht seine Firma einen Nachhaltigkeitsbericht und verfolgt eine neue Kommunikationsstrategie.

JOACHIM SCHWERDTFEGER

Korrosion in Rohren und Wassersystemen kostet Industrieunternehmen viel Geld. Inkubator-Forscher haben mit dem Sensorhersteller Franatech das Frühwarnsystem „FeQuan“ entwickelt, das solche Schäden vorhersagt. Firmen sparen bis zu 25 Prozent ihrer Wasseraufbereitungskosten, erklären Joachim Schwerdtfeger und Michel Masson von Franatech.

SIEGFRIED ZIEGERT

Eine Rohstoffstrategie für die Unternehmen der Region: Siegfried Ziegert, Leiter der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung, Landkreis Osterholz, und Koordinator ARTIE, stellt das "Netzwerk Rohstoffquelle:Produkt" vor. Zu den Initiatoren zählt der Innovations-Inkubator.

CLEMENS MADER

Clemens Mader, Inkubator-Gastprofessor für Umwelt und Nachhaltigkeit in der Region, hat mit dem Safthersteller Voelkel, der Bäckerei Dinkelmeister und der HWK Braunschweig-Lüneburg-Stade Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt.

COLETTE BOMNÜTER

Wie können Handwerksbetriebe nachhaltiger werden? Colette Bomnüter von der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade hat diese Frage mit der Leuphana Universität Lüneburg untersucht. Die entwickelte neue Methode bietet sie nun in der Beratung an.

Weitere Ergebnisse

WEITERE ERGEBNISSE

Joachim True

Eli­mi­na­ting was­te – with this goal in mind the la­ser ma­nu­fac­tu­rer LAP im­ple­men­ted “Ope­ra­ti­ons Ex­cel­lence”, a me­thod that was de­ve­l­o­ped in the In­cu­ba­tor to op­ti­mi­ze pro­ces­ses. Thus, pro­duc­tion ma­na­ger Joa­chim True was able to re­du­ce the stock by 500.000 Euro in a short pe­ri­od of time so that now the­re is 25 per­cent more sto­r­a­ge space.

Caroline Thiem

Con­ta­mi­na­ted grass from flood plains of the Elbe Ri­ver is tur­ned into fer­ti­li­zer: a pro­cess that is enab­led by a new me­thod. Eco­lo­gist Ca­ro­li­ne Thiem ex­plains how the me­thod came into being wi­t­hin the In­cu­ba­tor pro­ject “Ac­tiva­ted Biochar”.

Timo Bleckwedel

The gui­de “Co­ope­ra­ti­ve Day Care For Com­pa­nies” ex­plains step-by-step how com­pa­nies can be­co­me more sui­ta­ble for child­ren and why it is be­ne­fi­ci­al for them to do so. Edu­ca­ti­on re­se­ar­cher Timo Bleck­we­del de­si­gned the gui­de wi­t­hin the In­cu­ba­tor pro­ject “Co­ope­ra­ti­ve Day Care For Com­pa­nies”.

Ina Wenhold

Good lea­dership, em­ployee sa­tis­fac­tion, em­ploy­er attrac­tiven­ess: the re­se­ar­chers of the net­work “Per­for­mance Ma­nage­ment in SMEs” con­duc­ted two em­ployee sur­veys on be­half of Ina Wen­hold, hu­man re­sour­ce ma­na­ger of the eco-mail-or­der com­pa­ny De­er­berg.

Jan Orthey

“When peop­le spend their mo­ney on lo­cal busi­nes­ses, they help their com­mu­ni­ty to thri­ve”, says Jan Orthey. In col­la­bo­ra­ti­on with the in­no­va­ti­on net­work “Sustainable SMEs”, the ow­ner of Lüne­buch – Buch­hand­lung am Markt re­fi­ned stra­te­gies for the lo­cal re­tail in­dus­try.

Bernd Passier

“A dri­ving force be­hind the de­ve­lop­ment of the re­gio­nal job mar­ket”: Bernd Pas­sier, chair­man of the board of the Agen­cy for Em­ploy­ment Lüne­burg-Uel­zen, eva­lua­tes the pro­vi­sio­nal re­sults of the Lüne­burg In­no­va­ti­on In­cu­ba­tor.

Christine Kruppa

What ex­act­ly ma­kes a sustainable pro­duct? Chris­ti­ne Krup­pa from the or­ga­nic bak­e­ry Bohl­se­ner Mühle tack­led is­su­es like this wi­t­hin the net­work “Sustainable SMEs”. In this con­text, she made use­ful con­tacts with other com­pa­nies and sustaina­bi­li­ty re­se­ar­chers.

Bettina Roggmann

In co­ope­ra­ti­on with the In­cu­ba­tor pro­ject KIM, Aga­then­burg Cast­le pre­sen­ted the art ex­hi­bi­ti­on “Some Is­su­es of His­to­ry” as part of the Da­ni­el Fre­se Pri­ze 2013. It was an en­coun­ter of re­gio­nal and in­ter­na­tio­nal art. “This ap­proach is unusu­al and gi­ves lo­cal ar­tists the op­por­tu­ni­ty to be re­co­gni­zed in­ter­na­tio­nal­ly”, says Bet­ti­na Rogg­mann from Aga­then­burg Cast­le.

Carsten Wille

More than 400 con­sul­ta­ti­ons, over 60 Start-ups: Cars­ten Wil­le, head of the Start-up Ser­vice and start-up con­sul­tant, out­li­nes the in­te­rim re­sults of the In­cu­ba­tor. The ex­pan­si­on of the Start-up Ser­vice was great­ly sup­por­ted by the In­no­va­ti­on In­cu­ba­tor.

Michael Zeinert

More than 350 com­pa­nies from the district of the Cham­ber of In­dus­try and Com­mer­ce Lüne­burg-Wolfs­burg teamed up with the In­cu­ba­tor. Mi­cha­el Zei­nert, chief exe­cu­ti­ve of the Cham­ber of In­dus­try and Com­mer­ce, points out in what ways the com­pa­nies have be­ne­fit­ted from the col­la­bo­ra­ti­on.

Joachim True

Verschwendung eliminieren – mit diesem Ziel hat der Laserhersteller LAP die im Inkubator entwickelte Methode „Operations Excellence“ zur Prozessoptimierung umgesetzt. So konnte Production Manager Joachim True die Bestände binnen kurzer Zeit um 500.000 Euro verringern, im Lager sind jetzt 25 Prozent mehr Platz.

Caroline Thiem

Schadstoffbelastetes Heu aus den Elbauen wird zu Pflanzendünger: Eine neue Methode macht es möglich. Ökologin Caroline Thiem erklärt, wie das Verfahren im Inkubator-Projekt „Aktivierte Pflanzenkohle“ entstand.

Timo Bleckwedel

Der Ratgeber „Kinderbetreuung in Unternehmen“ erklärt Schritt für Schritt, wie Firmen kinderfreundlicher werden und weshalb sie davon profitieren. Bildungsforscher Timo Bleckwedel hat den Ratgeber im Inkubator-Projekt „Betriebliche Großtagespflege“ konzipiert.

Ina Wenhold

Gute Führung, Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitgeberattraktivität: Für Ina Wenhold, Personalleiterin beim Öko-Versandhändler Deerberg, haben die Forscher des Verbunds „Performance Management im Mittelstand“ zwei Mitarbeiterbefragungen durchgeführt.

Jan Orthey

„Wer sein Geld vor Ort ausgibt, kann seiner Gemeinde die Luft zum Leben geben“, sagt Jan Orthey. Der Inhaber von Lünebuch – Buchhandlung am Markt hat mit dem Unternehmensnetzwerk „Nachhaltiger Mittelstand“ Strategien zur Zukunft des lokalen Einzelhandels weiterentwickelt.

Bernd Passier

„Ein Treiber für die Arbeitsmarktentwicklung in der Region“: Bernd Passier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, nimmt eine erste Bewertung des Innovations-Inkubators Lüneburg vor.

Christine Kruppa

Was ist eigentlich ein nachhaltiges Produkt? Fragen wie diese hat Christine Kruppa von der Bio-Bäckerei Bohlsener Mühle systematisch im Verbund „Nachhaltiger Mittelstand“ bearbeitet. Dabei knüpfte sie nützliche Kontakte zu anderen Unternehmern und Nachhaltigkeitsforschern.

Bettina Roggmann

Das Schloss Agathenburg präsentierte mit dem Inkubator-Projekt KIM die Kunstausstellung „Some Issues of History“ zum Daniel Frese Preis 2013. Dabei traf regionale auf internationale Kunst. „Das ist ungewöhnlich und gibt den Künstlern die Chance, in internationalem Kontext wahrgenommen zu werden“, sagt Bettina Roggmann vom Schloss Agathenburg.

Carsten Wille

Mehr als 400 Beratungsgespräche, über 60 begleitete Start-ups: Carsten Wille, Projektleiter Existenzgründungsprojekte und Gründungsberater an der Leuphana, zieht eine Zwischenbilanz. Der Ausbau der universitären Entrepreneurship-Förderung wurde massiv vom Innovations-Inkubator unterstützt.

Michael Zeinert

Mehr als 350 Unternehmen aus dem Bezirk der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg haben mit dem Inkubator kooperiert. IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert zeigt auf, wie dies den Betrieben genutzt hat.

HOLM KELLER

„Es ist toll gewesen zu sehen, welchen Beitrag Wissenschaft für die Innovationsentwicklung eines Standortes leisten kann und wie einfach das im Verhältnis ist“, schildert Inkubator-Gesamtprojektleiter Holm Keller seine Eindrücke.