Deutscher Baubetriebs- und Baurechtstag

3. Deutscher Baubetriebs- und Baurechtstag

am 10. & 11. September 2021
in die digitale Welt übertragen aus dem Zentralgebäude der Leuphana Universität Lüneburg

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3. DBB ©Leuphana/Merle Busch
3. DBB
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Tagungsleiter und -gründer Prof. Dr.-Ing. Ralf Schottke sowie Tagungsleiter Prof. Dr. jur. Bastian Fuchs sprechen über die bevorstehende 3. DBB.
  • Aktuelles: 3. Deutscher Baubetriebstag
  • Bild 1: Die drei Nachtragsvarianten aus den fünf Nachweisschritten abgeleitet.
  • Bild 2: Die drei Varianten mit sieben Untervarianten ohne Aufgliederung in EKT, BGK und UGK
  • Programm: 3. Deutscher Baubetriebs- und Baurechtstag 10. + 11. September 2021
  • Leitfrage
  • Workshopübersicht
  • Workshopbeschreibungen
  • Hintergrund
  • Rückschau

Aktuelles: 3. Deutscher Baubetriebstag

Ist-Kosten – falsches gesetzliches Leitbild im § 650 c BGB? VOB/B-Entwurf - Anpassung an ein falsches Leitbild?

Vertragliche Regelungen für die Auflösung der Widersprüche bzgl. der Nachtragskalkulation, bis das Gesetz geändert worden ist.

Die Widersprüche zwischen Gesetz BGB, VOB/B und HOAI sind derartig groß, dass in den nächsten Jahren massiver Streit zu erwarten ist. Wir wollen uns aber bemühen, diesen absehbaren Streit möglichst zu reduzieren, damit gebaut und weniger gestritten werden kann. Dieses ist in Corona Zeiten besonders wichtig.

Bei dem 3. DBB soll deshalb an Lösungsansätzen gearbeitet werden, die die Zeit überbrücken, bis das falsche gesetzliche Leitbild Ist-Kosten im Gesetz korrigiert worden ist. Grundlage hierfür sind die fünf Nachweisschritte, die im Zusammenwirken mit der Einheitlichen Auftrags- und Nachtragskalkulation (ANKE) und der Nachweissystematik für gestörte Bauabläufe (NSTÖ[1]) einen in sich geschlossenen durchgängigen Nachweis für die Abrechnung des Hauptvertrages der Nachträge und des gestörten Bauablaufes darstellen.

Wir haben uns mit allen Workshopleiter*innen verständigt, an diesem Lösungsansatz weiter zu arbeiten und baubetriebliche und baurechtliche Aspekte zu vereinen. Hierfür ist es notwendig, die Workshops neu zu sortieren und die thematischen Schnittstellen zwischen den Workshops stärker zu berücksichtigen.

Durch das Bauvertragsgesetz mit dem misslungenen § 650 c BGB haben wir hierfür eine Steilvorlage bekommen, die wir aber selbst nicht erzeugt haben. Schaffen wir es hierfür Baurechtler*innen, Baubetriebler*innen und Ingenieur*innen an einen Tisch zu bringen und pragmatische Lösungen zu finden? Es bleibt zu hoffen, dass die Bauwirtschaft diese Notwendigkeit erkennt und mitwirkt.

Die Workshops haben wir für eine stärkere Fokussierung auf das gemeinsam Ziel nach vier Themenkomplexe sortiert, aber gleichermaßen haben wir uns dabei bemüht, die Eigenständigkeit der Workshops zu bewahren. Übergeordnetes Ziel bleibt die durchgängige Abrechnung des Hauptauftrages, der Nachträge und des gestörten Bauabläufe.

Hierfür sind Vertragsbedingungen zu entwickeln, die bezogen auf den § 650 c Abs. (2) BGB die Fortschreibung der Wettbewerbspreise als Grundsatz beinhalten und die Ist-Kosten als Besonderheit, wenn es um größere Streitvolumina geht, aber eher im Ausnahmefall. FdWI mit Variante B3 beinhaltet den Wegfall der Preis- und Ressourcenniveaufaktoren und damit eine praktikable modifizierte Form des § 650 c Abs. (1) BGB

FdW - Fortschreibung der Wettbewerbspreise ohne Ist-Kosten

FdWI- Fortschreibung der Wettbewerbspreise mit Ist-Werten

NmI  - Nachtragsberechnung mit Istwerten – (Aufwand, Ist-Kosten und Ist-Zeiten)

Grundlage hierfür sind die aus den fünf Nachweisschritte abgeleiteten drei Ober-Varianten zur Nachtragskalkulation (FdW, FdWI, NmI), die sowohl für die Abrechnung des Hauptauftrages, den Nachweis der Anspruchshöhe für Nachträge und für den Nachweis der gestörten Bauabläufe gelten, also auch den Schadenersatzanspruch, damit ein jährliches Abrechnungsvolumen von ca. 400 Milliarden im Baubereich betreffen. (siehe Bild 2)

Es handelt sich hierbei um ein volkswirtschaftlich bedeutsames Thema, das mindestens so wichtig ist wie BIM, Lean Management, IPA (Integriertes Projektmanagement) usw. Alle Themen müssen weiter verfolgt werden. Ich freue mich deshalb auch, dass die Baubetriebler aus Karlsruhe Ihre Themen – Lean Management - weiter verfolgen und hierbei Baubetriebler die maßgeblichen Antreiber sind und ebenfalls Baujuristen/innen mitwirken .

Eine durchgängige Struktur in der terminlichen und monetären Abwicklung von Bauprojekten aller Art ist gefragt und nicht noch mehr Improvisation und Erzeugung von Widersprüchen. Die Fähigkeit zur Improvisation beherrschen wir am Bau bereits.

[1] Die Systematik (NSTÖ) ist im Workshop 7 bei dem 1. DBB 2017 verabschiedet worden.

Melden Sie sich jetzt unter folgendem Link direkt zum 3. DBB an. Hier finden Sie die Workshopbeschreibungen.

Bild 1: Die drei Nachtragsvarianten aus den fünf Nachweisschritten abgeleitet.

5 Schritte ©Leuphana GmbH
5 Nachweisschritte

Bild 2: Die drei Varianten mit sieben Untervarianten ohne Aufgliederung in EKT, BGK und UGK

Bild 2 ©Leuphana GmbH
Bild 2: Die drei Varianten mit sieben Untervarianten ohne Aufgliederung in EKT, BGK und UGK

Programm: 3. Deutscher Baubetriebs- und Baurechtstag 10. + 11. September 2021

Ist-Kosten – falsches gesetzliches Leitbild im § 650 c BGB? VOB/B-Entwurf - Anpassung an ein falsches Leitbild?

 

Vertragliche Regelungen für die Auflösung der Widersprüche bzgl. der Nachtragskalkulation, bis das Gesetz geändert worden ist

  1. Tag

Datum

Zeit

Programmpunkt

 

 

 

 

 

 

Freitag, 10. Sept.

 

11.00 - 13.00

 

Begrüßung und Plenarvorträge

1.) Einführung zum Tagungsthema

Fuchs/Schottke (1 Stunde)

 

2.) Preisfortschreibung und -anpassung aus rechtsvergleichender Sicht. Schwerpunkt Äquivalenzstörung und Rechtsbehelfe
Hök (30 Minuten)
 

3.) Kurzbericht über Zertifikate des Masters „Baurecht und Baumanagement und Alternative Streitbeilegung“: Konfliktmanagement, International Contract Ingenieur, Baurecht und Planungsmanagement (maximal 30 Minuten)

13.00 -14.00

Mittagspause mit Jazzmusik


14.00 - 17.00


Workshops (Übersicht siehe unten)

2. Tag

Datum

Zeit

Programmpunkt

Samstag, 11. Sept.

 

09.00 - 11.00

 

Fortsetzung Workshops (Übersicht siehe unten)
 

 

11.00-
13:00

Zusammenfassung Vertragsbedingungen Workshop 1.1 und ausgewählte Workshops

 

Workshopbeschreibungen

Workshopübersicht

1. Die widerspruchsfreie Abrechnung des Hauptvertrages, der Nachträge und des gestörten Bauablaufes (die fünf Nachweisschritte und deren vertragliche Einbindung)

1.1

Vertragsgestaltung zur Auflösung der Widersprüche zwischen § 650c BGB,  HOAI, VOB/B (Fuchs/Markus/Schottke)        

1.2

Anpassung der Vergabeunterlagen für Nachträge am Bau (Goede/Schweibenz/Klös)

1.3

Beispiele für die Nachtragstypen angelehnt an die Varianten A,B,C-Bauleistung (Strehlke/Bierfischer)

1.4

Beispiele für Nachtragstypen angelehnt an die Varianten A,B,C-Planungsleistungen (Krause-Allenstein/Dalchau)

1.5

Die Bedeutung und Anwendung des VIKTOR und der ANKE an Praxisbeispielen veranschaulicht. Einbeziehung der Varianten A und B der  normativen Nachweisschritte (Heinisch/Jarnjak)

2. Baubetrieblich - baurechtliche Grundlagen

2.1

Begriffsabstimmung in der Angebots-, Vertrags- (oder Auftrags-) und Nachtragskalkulation sowie des Controllings – Leistungsbegriff (Warnken)

2.2

Preisfortschreibung und -anpassung aus rechtsvergleichender Sicht. Schwerpunkt Äquivalenzstörung und Rechtsbehelfe (Hök/Paulsen)

3. Zentrale Themen, die mit den fünf Nachweisschritten direkt verknüpft sind

3.1

Anpassung des § 1 und 2 der VOB/B in Anlehnung an die 5 Nachweisschritte (Köpp/Schütte/Müller/Horstmann)

3.2

Einsichtnahme in die Betriebsabrechnung und Datenschutz (Schritt 2) (Ambroselli/Matthias)

3.3

Bauzeit – Anforderungen und Möglichkeiten der Anspruchsstellung sowie Fortschreibung der Zeiten auf der Basis der 5 Nachweisschritte (Theoretisch (Schritte 1,2,3,4,5.1) oder Ist-Zeiten, Schritte 1.2,3,5.2) (Zobel/Finke/Mattern/Möhring/Tiesler)

4. Weitere wichtige baubetriebliche Themen im Zusammenhang mit der optimierten Steuerung von Bauprojekten

4.1

BIM - Risiken und Chancen: Vorgaben, Fakten und offene Fragen (Biesterfeld/Gnerlich)

4.2

Erfolgsabhängige Vergütungsmodelle (Sundermeier)

4.3

Gesamtschuldnerische Haftung und Beweislast bei gestörten Planerverträgen (Waterstraat)

4.4

Streitbeilegung - Anforderungskatalog an Streitschlichter und Streitlöser (Schuster/Quensell/Werneke/Warsitzka)

Leitfrage: Wie lassen sich die Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen dem zivilen Baurecht und der klassischen Baubetriebslehre mit anwendungsorientierten und interdisziplinären Ansätzen lösen?

Die zentrale Idee des DBB ist es, durch einen gleichberechtigten konstruktiven Austausch zwischen unterschiedlichen Disziplinen und Berufsgruppen Lösungswege für die dringenden Problemstellungen aus Baubetrieb und Baurecht zu finden. So zeigte bereits der 1. DBB erfolgreich auf, dass den hochkomplexen Herausforderungen im Bauwesen, insbesondere bei Großprojekten, mit trans- und interdisziplinären Kompetenzen sowie einer engen Verzahnung von Wissenschaft und Praxis - ganz allgemein: kooperativ begegnet werden muss. Um die Problemstellungen der Baubranche in Zukunft zu lösen, reicht ein isolierter disziplinärer Betrachtungswinkel nicht mehr aus. Daher versteht sich der DBB als ein Zusammenkommen von Wissenschaft und Praxis und so werden auch die Workshops bewusst parithetisch von je einer*einem Jurist*in und einer*einem Baubetriebler*in geleitet.

Workshopübersicht: Nachträge und Nachtragskalkulation, Störung des Bauablaufes, Internationales Baurecht (Schwerpunkt FIDIC), Öffentliches Baurecht, Standardverträge, Ingenieur- und Architektenrecht, Alternative Streitbeilegung, Building Information Modelling (BIM)

Workshopbeschreibungen

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1. Die widerspruchsfreie Abrechnung des Hauptvertrages, der Nachträge und des gestörten Bauablaufes (die fünf Nachweisschritte und deren vertragliche Einbindung)

Workshop 1.1:

Vertragsgestaltung zur Auflösung der Widersprüche zwischen § 650 c BGB, HOAI, VOB/B

Leitung: RA Prof. Dr. jur. Bastian Fuchs / Prof. Dr.-Ing Ralf Schottke / RA Prof. Dr. jur. Jochen Markus

Inhalt:

a)         FdW     A                   Fortschreibung der Wettbewerbspreise ohne Ist-Kosten

b)        FdWI   B1, B2             Fortschreibung der Wettbewerbspreise mit Ist-Kosten

c)         FdWI   B3                   Definition der Bedingungen, unter welchen Voraussetzungen

                                               die Ist-Kosten als Besonderheit gewählt werden können (B3

                                               eingeschränktem Wahlrecht für § 650 c (1) BGB)

d)         Vertragliche Regelungen für Nachunternehmer.

zu a) bis c)      Globale Prinzipien für Eigenleistung

„Soweit durch Fortschreibung der Wettbewerbspreise ohne Ist-Werte (FdW) keine wirtschaftlich angemessene Lösung für die Feststellung einer veränderten Vergütung vorliegt, ist unter Hinzuziehung von Ist-Werten die Fortschreibung der Wettbewerbspreise zu vollziehen (z.B. B1(FdWI-T) und B2 (FdWI-V). Über die Definition von Kausalitätskriterien sind bei zu großen zeitlichen und monetären Bandbreiten hinsichtlich der Folgen von Rechtsgutstörungen die Bandbreiten durch Nachweispflichten einzugrenzen (B1, B2, B3). Bei unangemessener Benachteiligung eines Vertragspartners können bei Nachträgen die Niveaufaktoren für bestimmte Teile der Vergütung - Preis und Ressourcen - nach definierten Bedingungen entfallen (B3 (FdWI-W)). Die prinzipielle Orientierung hat bei B3 über den Wagnisbegriff des §7 VOB/A und die mit dem Vertrag übertragenen Wagnisse zu erfolgen.“

Zu d)   Vertragliche Regelungen für Nachunternehmer.

Wie müssen die Nachunternehmer-Verträge gestaltet werden, wenn die Bedingungen für Eigenleistungen zwischen AG und AN ebenfalls gelten?

Dieses Thema ist von zentraler Bedeutung, weil die Ist-Kosten des AN die Preise des NU in dem Vertragsverhältnis AN – NU sind. Streng genommen gemäß Wortlaut des Gesetzes dürfen diese Preise des NU nicht gemäß § 650 c Absatz (1) BGB dem Nachweis zugrunde liegen, weil es Preise sind und keine Ist-Kosten. Wenn dieses so wäre, wäre aber der § 650 c (1) BGB endgültig tot.

Die bessere Lösung ist die Lösung, dass bei der Fortschreibung FdWI die NU-Nachweise mit Bedingungen so integriert werden, dass der § 650c Absatz (1) BGB praktikabel wird.

Damit wären die Ist-Kosten des AN als Preis des NU Bestandteil des Nachweises des AN. Die Anwendung des § 650 c Absatz (1) BGB würde sich auf den Fall beschränken, dass die Ist-Kosten der NU- Nachtragsbestandteil des Nachtrages des AN sind, soweit der NU diesen Nachweis aus seinem Vertragsverhältnis mit dem AN führen darf.

Es wären die Bedingungen zu formulieren, in welchen Fällen die Preis- und Niveaufaktoren des NU wegfallen dürfen. Diese Bedingungen müssen identisch sein mit den Bedingungen des AN Preises. Bei Anwendung dieser Bedingungen auf den NU – Preis könnten auch dort die Niveaufaktoren entfallen.

Workshop 1.2:

Anpassung der Vergabeunterlagen für Nachträge am Bau

Leitung: Dipl.-Ing. Markus Warnken M.A.

Inhalt:

Was gehört in die Vergabeunterlagen, wenn die Grundsatzregel des BGB im § 650 c Abs. (1) BGB nicht mehr der Grundsatz, sondern die Besonderheit ist und die Fortschreibung der Wettbewerbspreise Varianten A (FdW) und Variante B (FdWI) gemäß Absatz (2) dem Grundsatz entsprechen.

Workshop 1.3 :

Beispiele für die Nachtragstypen angelehnt an die Varianten A, B, C-Bauleistungen

Leitung: Dipl.-Ing. Manuel Bierfischer M.A. / Dipl.-Ing. Wolfram Strehlke

Inhalt:

Beispielhafte Klassifizierung der Nachtragstypen nach den Obervarianten und gegebenenfalls nach den sieben Untervarianten.

A) FdW    A1 

B) FdWI,  B1, B2, B3

C) NmI,    C1, C2, C3

Workshop 1.4:

Beispiele für Nachtragstypen angelehnt an die Varianten A, B, C-Planleistungen

Leitung: RA Dr. jur. Florian Krause-Allenstein / Dennis Dalchau M.A.

Inhalt:

Da der § 650 c BGB auch für die HOAI bzgl. der Anspruchshöhe der Planernachträge gilt, sollen hier ebenfalls Berechnungsbeispiele mit juristischer Begründung entwickelt werden.

Prinzipiell gibt es bereits Nachweissysteme für die Fortschreibung der Wettbewerbspreise (FdW) durch die Honorarberechnung und deren Fortsetzung. Die Honorarberechnung gemäß HOAI beinhaltet aber z.B. keine zeitabhängigen Kosten. Wie müsste eigentlich kalkuliert und fortgeschrieben werden?

Ferner soll ein erster Versuch erfolgen, in diesem Workshop bereits eine Zuordnung zu den Untervarianten durchzuführen und die Verträglichkeit mit den fünf Nachweisschritten mit Beispielen zu belegen.

Workshop 1.5:

Die Bedeutung und Anwendung des VIKTOR und der ANKE an Praxisbeispielen veranschaulicht.

Einbeziehung der Varianten A und B der normativen Nachweisschritte.

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Martin Heinisch / Josip Jarnjak B.A.

Inhalt:

Berechnungsbeispiele für Nachträge A) FdW und B) FdWI nach Viktor (Bahnsystem Schritt 1,4,5.1) und ANKE (1,2,3,4,5.1)

2. Baubetrieblich - baurechtliche Grundlagen

Workshop 2.1:

Begriffsabstimmung in der Angebots-, Vertrags- (oder Auftrags-) und Nachtragskalkulation sowie des Controllings

Leitung: Dipl.-Ing. Markus Warnken M.A.

Inhalt:

Klärung des Begriffes Leistung: Juristisch, kaufmännisch, baubetrieblich

             1.)    Auftragnehmer:  Baubetrieblich

             (Leistungsmeldung, Leistungsstatus auf der Grundlage der

             Arbeitskalkulation (ohne und mit Gemeinkosten), Prognoseleistung.

             2.)    Auftraggeber: Baubetrieblich

             Budget für Kosten, Ist-Zahlung, Prognose Budget, Prognose

             Mittelabfluss

Workshop 2.2: (Englischsprachig)

Preisfortschreibung und -anpassung aus rechtsvergleichender Sicht. Schwerpunkt Äquivalenzstörung und Rechtsbehelfe

Leitung: Dr. Götz-Sebastian Hök / Dipl.-Ing. Jan Paulsen

Inhalt:

Das deutsche Chapter der DRBF organisiert zusammen mit dem DBB und der Leuphana Universität einen Workshop zum Thema Preisanpassung bei Leistungsänderungen und Bauablaufstörungen auf rechtsvergleichender Basis und auch aus der Perspektive eines Dispute Adjudication Board.

Eine systematische und fundierte Grundlage für die Vertragspreisanpassung, die eine rasche und belastbare Entscheidung durch eine Dispute Adjudication Board ermöglicht, ist im internationalen Geschäft eine wesentliche Geschäftsgrundlage, denn gerade bei Bauablaufstörungen ist die schnell erzielte Rechtssicherheit wichtig für den möglichst zügigen Baufortschritt.

Ein Meinungs- und Erfahrungsaustausch auf rechtsvergleichender Grundlage unter Einbeziehung von existierenden Vertragsmustern ist da sehr willkommen und sicherlich fruchtbar.

 

Übersetzung/Translation:

The German chapter of the DRBF, together with the DBB and Leuphana University, is organizing a workshop on the subject of price adjustments in the event of service changes and construction disruptions on a comparative legal basis and also from the perspective of a Dispute Adjudication Board.

A systematic and well-founded basis for contract price adjustments, which enables a rapid and reliable decision by a dispute adjudication board, is an essential business basis in international business, because quickly  achieved legal certainty is important for the fastest possible construction progress, especially in the case of construction disruptions. An exchange of views and experiences on a comparative legal basis, including existing contract models, is very welcome and certainly fruitful.

3. Zentrale Themen, die mit den fünf Nachweisschritten direkt verknüpft sind

Workshop 3.1:

Anpassung des § 1 und 2 der VOB/B in Anlehnung an die 5 Nachweisschritte

Leitung: Dipl.-Ing. (FH) Björn Köpp / Dipl.-Ing. Gesa Schütte / RA Björn Müller / Martina Horstmann B.A.

Inhalt:

Aufgrund der Einführung eines geänderten Leitbildes in den §§ 650b und 650c BGB und der Entscheidung des BGH vom 08.08.2019 ist eine Änderung der § 1 und 2 VOB/B unumgänglich, um auch in Zukunft eine sichere Grundlage für die Vergütung von Nachträgen zu erhalten.

Vor diesem Hintergrund sollen im Workshop (anhand des Entwurfs einer Neufassung der VOB/B) die rechtlichen und baubetrieblichen Möglichkeiten auf ihre Praxistauglichkeit und auf die Vereinbarkeit der 5 Nachweisschritte hin überprüft werden.

Workshop 3.2:

Einsichtnahme in die Betriebsabrechnung und Datenschutz (Schritt 2)

Leitung: RA Thorsten Ambroselli

Inhalt:

Die Einsichtnahme in die Betriebsabrechnung bei der Prüfung der Ist-Kosten ist unabdingbar erforderlich. Dieses gilt für den § 650 c BGB und die Selbstkostenerstattung bei Mehrparteienverträgen. Hier stellt sich die Frage des Datenschutzes.

Erfahrungsbericht und vertragliche Einbindung

Workshop 3.3 :

Bauzeit – Anforderungen und Möglichkeiten der Anspruchsstellung sowie Fortschreibung der Zeiten auf der Basis der 5 Nachweisschritte

Leitung: Dr.-Ing. Markus Zobel / RA Dr. jur. Mathias Finke / Prof. Dr.-Ing. Felix Möhring / Dr.-Ing. Antje Tiesler

Inhalt:

Baurecht:

Einleitend wird ein kurzer Überblick über die Anforderungen bauzeitlicher Ansprüche gegeben. In der Folge erörtern wir gemeinsam mit den Teilnehmern einen Praxisfall und erarbeiten Lösungswege. Hierbei sollen neben der Rechtsprechung und den wissenschaftlichen Ansätzen auch pragmatische bzw. strategische Überlegungen Berücksichtigung finden.

Baubetrieb:

Hierzu gehört das Thema wie Zeiten fortgeschrieben werden? Theoretisch oder nach Aufwandswerten der Kalkulation oder nach tatsächlich eingetretenen bereinigten Ist-Zeiten

 

4. Weitere wichtige baubetriebliche Themen im Zusammenhang mit der optimierten Steuerung von Bauprojekten

Workshop 4.1:

BIM - Risiken und Chancen: Vorgaben, Fakten und offene Fragen

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Andreas Biesterfeld / Dr.-Ing. des. Ralf Gnerlich

Inhalt: Robotereinsatz und Künstliche Intelligenz halten Einzug in fast alle Bereiche der Wirtschaft. Algorithmen fangen an, Handel und Marketing zu dominieren. In der Bauwirtschaft verbreiten sich Begriffe wie BIM (Building Information Modeling), CIM (Computer Integrated Manufactoring), Smart Homes, Smart Cities, Printed Houses, u.a.m. Während Roboter zunehmend bei der industriellen Fertigung zum Einsatz kommen, fehlen qualifizierte Handwerker. Die exponentielle Entwicklung von Computerleistung mit ca. Faktor 2 alle 18 Monate seit Entwicklung der ersten Transistoren beginnt aus dem Horizontalen abzuheben. Erste Quantencomputer feiern Geburtstag. Wir stehen am Anfang sehr dynamischer Prozesse.
Obwohl BIM in der Baubranche mittlerweile kein unbekannter Begriff mehr sein sollte, wirft er neben den vielen zukunftsorientierten IT-Themen immer noch viele Fragen auf - zum Beispiel:
Was sind bestimmende Fakten zur Kennzeichnung der gegenwärtigen Situation und zukünftiger Entwicklungen in der Bauwirtschaft? Welche Vorgaben kommen aus der Politik? Wohin fließen liquide Mittel und Investitionen? Was bedeutet dies für Auftraggeber, Projektentwickler, Architekten, Ingenieure, Handwerker und industrielle Baubetriebe? Wo wird es Barrieren, Engpässe, Marktchancen und Paradigmenwechsel bzw. „Disruptions“ geben? Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden wichtig und welche werden obsolet? Was bedeutet dies für zukünftige Ausbildungsprogramme? Auf welche offenen Fragen haben wir keine Antworten? Was bedeutet dies für unser jetziges berufliches Handeln und unsere Ausrichtung?  Kann der BIM-Gedanke zuverlässig funktionieren?
Ziel des Workshops ist es, nicht nur solche Fragen für die Gegenwart und Zukunft zu diskutieren, sondern auch Erfahrungen darüber auszutauschen, ob und inwieweit sich die Erwartungen tatsächlich erfüllt haben oder gar übertroffen wurden. Hierzu teilen die Workshopteilnehmer ihr Wissen und diskutieren über die Risiken und Chancen der gegenwärtigen Trends und Entwicklungen.

Workshop 4.2 :

Erfolgsabhängige Vergütungsmodelle

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Matthias Sundermeier

Workshop 4.3 :

Gesamtschuldnerische Haftung und Beweislast bei gestörten Planerverträgen

Leitung: RA Dr. jur. Daniel Waterstraat

Inhalt: Typischerweise fließen in gestörte Bauabläufe Störungen verschiedener Baubeteiligter ein, die dann zu einer Gesamt-Verzögerung führen. Hier stellt sich die Frage einer gesamtschuldnerischen Haftung aller Störer für die Gesamt-Verzögerung, die im Rahmen des Workshops näher beleuchtet werden soll. Das Zusammentreffen mehrerer Störungen verschiedener Störer wirft auch Probleme in der baubetrieblichen Darstellung auf. Genügt hier eine bauablaufbezogene Darstellung für alle Störer oder bedarf es einer gesonderten Darstellung für jeden von ihnen? Hier sollen Ansätze für das Handling komplexer Störungssachverhalte mit mehreren Störern in Bezug auf die erforderliche bauablaufbezogene Darstellung erarbeitet werden.

Workshop 4.4 :

Streitbeilegung - Anforderungskatalog an Streitschlichter und Streitlöser

Leitung: Prof. Dr. Carolin Schuster / RA Wolf Quensell M.A. / Simone Werneke M.A. / Dr. Marco Warsitzka

 

Hintergrund: Das zivile Baurecht kann sich ohne die Baubetriebslehre in den komplexen Problemstellungen, die sich bei Fristen, monetären Fragestellungen oder Mängelabwicklungsfragen ergeben, nicht mehr eigenständig weiterentwickeln. Die produktionsbezogenen und bauökonomischen Aspekte müssen sowohl juristisch als auch ökonomisch geklärt werden, um alle technischen Zielsetzungen zu erfüllen.

Mit der Baubetriebslehre als wissenschaftliches Fachgebiet hat sich der baubezogene ökonomische Ansatz seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in Deutschland etabliert. Innerhalb der Baubetriebslehre hat sich ein weiteres Spezialgebiet an der Schnittstelle zum Baurecht entwickelt. Bei dieser Schnittstelle handelt es sich um die ökonomische Analyse des Baurechts.

Das zivile Baurecht wird nach 100 Jahren als eigenständiger Rechtsbereich in das BGB integriert. Diese Integration setzt voraus, dass sowohl die baubetrieblichen und -praktischen als auch die wissenschaftlichen Ausgangsvoraussetzungen für eine gesetzliche Regelung geklärt sind.

Rückschau: Anknüpfend an die erfolgreiche erste Veranstaltung im September 2017 fand am 13. und 14. September 2019 der 2. DBB im Zentralgebäude der Leuphana Universität Lüneburg statt. Im Rahmen der zweitägigen Tagung kamen zahlreiche Praktiker*innen aus der Bauwirtschaft und wissenschaftlich qualifizierte Expert*innen aus dem Baurecht und der Baubetriebswirtschaftslehre in die Hansestadt, um an der Schnittstelle des zivilen Baurechts und der Baubetriebslehre die zentralen praktischen Problemstellungen zu benennen und hierfür nachhaltige Lösungen zu erarbeiten.

Zum Auftakt wurde in verschiedenen Plenarvorträgen die Notwendigkeit der Baubetriebslehre für die Weiterentwicklung des Baurechts herausgestellt und aktuelle Urteile zu Honorarabrechnungen und zur Nachtragskalkulation kommentiert. Anschließend wurden in insgesamt elf Workshops nachhaltige Lösungsmodelle zu thematischen Schwerpunkten entwickelt. Die Workshops klangen mit einer Abendveranstaltung aus, die Gelegenheit bot, sich weiter zu vernetzen. In lockerer Atmosphäre, bei gutem Essen und Getränken, wurde so bis in den späten Abendstunden im Forum und Foyer des Zentralgebäudes ein ungezwungener Austausch gepflegt. Der zweite Tag diente dem Sammeln und Vorstellen der Ergebnisse aus den Workshops und einer anschließenden Diskussion über die entwickelten Ansätze, bevor die Teilnehmenden mit neuen Erkenntnissen in das wohlverdiente Wochenende starteten.
 

2. DBB - Workshoparbeit ©Viktoria-Louise Tietz
2. DBB - Arbeiten im Workshop

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