Deutscher Baubetriebs- und Baurechtstag

Hintergrund: Das zivile Baurecht kann sich ohne die Baubetriebslehre in den komplexen Problemstellungen, die sich bei Fristen, monetären Fragestellungen oder Mängelabwicklungsfragen ergeben, nicht mehr eigenständig weiterentwickeln. Die produktionsbezogenen und bauökonomischen Aspekte müssen sowohl juristisch als auch ökonomisch geklärt werden, um alle technischen Zielsetzungen zu erfüllen.

Mit der Baubetriebslehre als wissenschaftliches Fachgebiet hat sich der baubezogene ökonomische Ansatz seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in Deutschland etabliert. Innerhalb der Baubetriebslehre hat sich ein weiteres Spezialgebiet an der Schnittstelle zum Baurecht entwickelt. Bei dieser Schnittstelle handelt es sich um die ökonomische Analyse des Baurechts.

Das zivile Baurecht wird nach 100 Jahren als eigenständiger Rechtsbereich in das BGB integriert. Diese Integration setzt voraus, dass sowohl die baubetrieblichen und -praktischen als auch die wissenschaftlichen Ausgangsvoraussetzungen für eine gesetzliche Regelung geklärt sind.

Leitfrage: Wie lassen sich die Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen dem zivilen Baurecht und der klassischen Baubetriebslehre mit anwendungsorientierten und interdisziplinären Ansätzen lösen?

Die zentrale Idee des DBB ist es, durch einen gleichberechtigten konstruktiven Austausch zwischen unterschiedlichen Disziplinen und Berufsgruppen Lösungswege für die dringenden Problemstellungen aus Baubetrieb und Baurecht zu finden. So zeigte bereits der 1. DBB erfolgreich auf, dass den hochkomplexen Herausforderungen im Bauwesen, insbesondere bei Großprojekten, mit trans- und interdisziplinären Kompetenzen sowie einer engen Verzahnung von Wissenschaft und Praxis - ganz allgemein: kooperativ begegnet werden muss. Um die Problemstellungen der Baubranche in Zukunft zu lösen, reicht ein isolierter disziplinärer Betrachtungswinkel nicht mehr aus. Daher versteht sich der DBB als ein Zusammenkommen von Wissenschaft und Praxis und so werden auch die Workshops bewusst parithetisch von je einer*einem Jurist*in und einer*einem Baubetriebler*in geleitet.

Themen: Nachträge und Nachtragskalkulation, Störung des Bauablaufes, Internationales Baurecht (Schwerpunkt FIDIC), Öffentliches Baurecht, Standardverträge, Ingenieur- und Architektenrecht, Alternative Streitbeilegung, Building Information Modelling (BIM)

2. Deutscher Baubetriebs- und Baurechtstag

Anknüpfend an die erfolgreiche erste Veranstaltung im September 2017 fand am 13. und 14. September 2019 der 2. DBB im Zentralgebäude der Leuphana Universität Lüneburg statt. Im Rahmen der zweitägigen Tagung kamen zahlreiche Praktiker*innen aus der Bauwirtschaft und wissenschaftlich qualifizierte Expert*innen aus dem Baurecht und der Baubetriebswirtschaftslehre in die Hansestadt, um an der Schnittstelle des zivilen Baurechts und der Baubetriebslehre die zentralen praktischen Problemstellungen zu benennen und hierfür nachhaltige Lösungen zu erarbeiten.

Zum Auftakt wurde in verschiedenen Plenarvorträgen die Notwendigkeit der Baubetriebslehre für die Weiterentwicklung des Baurechts herausgestellt und aktuelle Urteile zu Honorarabrechnungen und zur Nachtragskalkulation kommentiert. Anschließend wurden in insgesamt elf Workshops nachhaltige Lösungsmodelle zu thematischen Schwerpunkten entwickelt. Die Workshops klangen mit einer Abendveranstaltung aus, die Gelegenheit bot, sich weiter zu vernetzen. In lockerer Atmosphäre, bei gutem Essen und Getränken, wurde so bis in den späten Abendstunden im Forum und Foyer des Zentralgebäudes ein ungezwungener Austausch gepflegt. Der zweite Tag diente dem Sammeln und Vorstellen der Ergebnisse aus den Workshops und einer anschließenden Diskussion über die entwickelten Ansätze, bevor die Teilnehmenden mit neuen Erkenntnissen in das wohlverdiente Wochenende starteten.
 

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