Diversity-Tag 2026: Für mehr Chancengleichheit in der Wissenschaft
18.05.2026 Programme der Graduate School fördern Erstakademiker*innen, bieten finanzielle Unterstützung, Orientierung und wichtige Schlüsselkompetenzen für den wissenschaftlichen Weg.
©Leuphana
Bildungserfolg in Deutschland hängt nach wie vor stark vom Elternhaus ab. Die Unterschiede verstärken sich im Verlauf der Bildungsbiografie noch. Während Kinder aus akademischen Haushalten deutlich häufiger ein Studium aufnehmen und erfolgreich abschließen, nimmt der Anteil von Studierenden aus nicht-akademischen Familien mit jedem weiteren Qualifikationsschritt spürbar ab. Spätestens bei der Promotion wird diese soziale Schieflage besonders sichtbar. Verschiedene Studien zeigen, dass hier deutlich weniger Menschen aus nicht-akademischen Familien vertreten sind als aus Akademiker*innen-Haushalten.
Die Graduate School stellt zahlreiche Angebote bereit, die sich an alle Masterstudierenden und Promovierenden richten, aber gerade auch Erstakademiker*innen unterstützen sollen: „Wir denken bei unseren Angeboten ihre Situation mit und wollen unterstützen, wo es um fehlende Orientierung, Unsicherheit und ungleiche Ressourcen geht“, erklärt Dr. Nadine Dablé von der Graduate School.
Beim Qualifizierungsfonds können Promovierende finanzielle Mittel beantragen, um etwa an wissenschaftlichen Konferenzen teilzunehmen oder Forschungsaufenthalte zu realisieren. „Wer sich eine Konferenz sonst nicht leisten könnte, erhält so die Gelegenheit, zunächst zu beobachten, wie wissenschaftlicher Austausch funktioniert, Kontakte zu knüpfen und sich schrittweise auf eigene Beiträge vorzubereiten“, erklärt Dr. Nadine Dablé. Diese Förderung kann zweimal im Jahr in Anspruch genommen werden.
Neben finanzieller Unterstützung spielen auch Weiterbildungsangebote eine zentrale Rolle. Der sogenannte Qualification Hub der Leuphana Graduate School bündelt zentrale Unterstützungsangebote für Promovierende. Überfachliche Fähigkeiten sind im wissenschaftlichen Alltag entscheidend, aber oft nicht Teil der fachlichen Ausbildung: Präsentieren eigener Forschung, sicheres Auftreten vor Publikum, wissenschaftliches Schreiben oder das strategische Planen der weiteren Karriere. Auch Themen wie Selbstorganisation oder Orientierung auf dem Arbeitsmarkt werden aufgegriffen.
Ein weiterer wichtiger Baustein sind Beratungsangebote. Sie helfen dabei, die eigene Motivation zu klären, Karrierewege zu reflektieren und konkrete nächste Schritte zu planen. „Wer sich noch nicht sicher ist, ob die Promotion der richtige Weg ist, kann sich beraten lassen: Was ist deine Motivation? Welche Hürden siehst du? Wie kannst du die Hürden überwinden?“, erklärt Dr. Monika Tschense. Sie ist Postdoktorandin in der Arbeitsgruppe für Forschungsmethoden am Institut für Nachhaltigkeitspsychologie sowie Referentin in Graduate School und Gleichstellungsbüro.
Das Zertifikat „Leadership in Gesellschaft und Wirtschaft“ der Graduate School ist ein Qualifizierungsprogramm, das sich gezielt an fortgeschrittene Promovierende richtet und sie auf verantwortungsvolle Positionen außerhalb der Wissenschaft vorbereitet. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie aus fachlicher Expertise und überfachlichen Kompetenzen ein eigenständiges berufliches Profil entsteht. „Dazu gehört auch eine Standortanalyse: Wo bin ich gerade und wie komme ich von hier aus gezielt weiter?“, erklärt Dr. Monika Tschense. Das Programm verbindet verschiedene Bausteine: In Workshops erwerben die Teilnehmenden Kompetenzen in Führung, Kommunikation und Projektmanagement. Ergänzend wird in Einzel- und Peer-Reflexion weiter am eigenen Profil gearbeitet.