Kunstmuseen zwischen Kultur und Organisation
09.06.2026 Wie können Kunstmuseen ihre Rolle in einer sich wandelnden Gesellschaft neu definieren? Beim vierten Workshop des Forschungsprojekts „Expanding Art Museums“ diskutierten internationale Museumsvertreter*innen und Forschende am Louisiana Museum of Modern Art in Dänemark, wie Museen kulturelle, digitale und organisatorische Grenzen erweitern können.
©Leuphana Innovation Community Kunst und Kultur
Museen stehen heute vor der Herausforderung, weit mehr zu sein als Orte der Sammlung, Bewahrung und Präsentation von Kunst. Sie sollen gesellschaftliche Debatten anstoßen, neue Zielgruppen erreichen, digitale Räume gestalten und zugleich ihre internen Strukturen weiterentwickeln. Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Workshop „Expanding Culture“, der am 26. und 27. Mai 2026 am Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk stattfand.
Das Louisiana Museum diente dabei nicht nur als Gastgeber, sondern auch als Fallbeispiel für ein erweitertes Kulturverständnis. Gemeinsam mit internationalen Museumsvertreter*innen vom Zentrum Paul Klee, dem MUDAM, dem Lenbachhaus, dem Belvedere, dem Munch Museum und dem Met diskutierten die Teilnehmenden, wie Kunstmuseen ihre Aktivitäten diversifizieren, institutionelle Grenzen überwinden und ihre gesellschaftliche Relevanz stärken können. Im Mittelpunkt standen Fragen nach neuen Formen der Zusammenarbeit, digitalen Strategien und organisatorischen Voraussetzungen für kulturelle Innovation.
Museen neu organisieren
Ein besonderer Fokus lag auf den organisatorischen Bedingungen kultureller Transformation. Ausgehend von Einblicken der Museumsleitung und verschiedener Abteilungen des Louisiana Museums untersuchten die Teilnehmenden, wie institutionelle Strukturen, Prozesse und Formen der Zusammenarbeit angepasst werden können, um auf veränderte gesellschaftliche Erwartungen zu reagieren. So sprachen etwa Paul Erik Tøjner, Direktor des Louisiana Museums, Mathias Seeberg, Kurator und Head of Research, sowie Peder Wuth, Head of Louisiana Digital zu so unterschiedlichen Themen wie der Diversifizierung und Erweiterung von musealen Programmen und Programmatiken, internen Feeback- und Evaluationsprozessen, sowie der Gestaltung der digitalen Präsenz und insbesondere zur Einrichtung und dem Erfolg des Louisiana Chanels.
„Die Zukunft von Kunstmuseen entscheidet sich nicht allein in Ausstellungen, sondern ebenso in den organisatorischen Strukturen, die kulturelle Arbeit ermöglichen“, sagt Dr. Maximilian Schellmann von der Leuphana Innovation Community Kunst und Kultur. „Eine zentrale Frage ist, wie Museen kulturelle, digitale und gesellschaftliche Aufgaben zusammenführen können, ohne ihre institutionelle Identität zu verlieren.“
Der Workshop bildete zugleich den Auftakt für die Diskussion des Projekts „Organizing Art Museums: A–Z“. Das entstehende Handbuch und die digitale Plattformbündeln Erkenntnisse aus internationalen Fallstudien und eröffnen neue Perspektiven auf die Organisation von Kunstmuseen. Die Ergebnisse fließen in die weitere Forschung des Projekts „Expanding Art Museums“ ein und werden gemeinsam mit den beteiligten Häusern weiterentwickelt.
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- Dr. Maximilian Schellmann
Die Leuphana Innovation Community Kunst & Kultur arbeitet am organisationalen Wandel von Kunsträumen und bringt dafür Akteur*innen aus lokalen Kunstvereinen und Kulturzentren sowie internationalen Kunstmuseen zusammen.


