(Kein) Bock auf MINT? Simone Abels im NDR-Kinderradio

07.05.2026 „Kinder sind toll, wie sie sind. Das Schulsystem muss sich verändern.“ Simone Abels, Professorin für Didaktik der Naturwissenschaften an der Leuphana, findet im Gespräch beim NDR-Kinderradio Mikado klare Worte. Unter dem Titel „Kein Bock auf Mathe & Co.“ war sie eingeladen, im Studio ihre Sicht auf die MINT-Fächer darzustellen. Das gesamte Interview läuft am Sonntag, 10. Mai, um 8.05 Uhr bei Mikado auf NDR Info und ist anschließend in der Mediathek abrufbar.

©Simone Abels
Forschendes Lernen: Simone Abels wagte im Aufnahmestudio des NDR-Kinderprogramms Mikado mit Schüler*innen kleine Experimente. Bild: NDR Info

Wie können MINT-Fächer mehr Spaß machen? Die Radiosendung Mikado hat sich dieser Frage angenommen und Simone Abels als Expertin für die Didaktik der Naturwissenschaften eingeladen. Abels, die unter anderem als wissenschaftliche Leitung der Leuphana Innovation Community Schulentwicklung und Leadership eng mit Schulen kooperiert, sagt: „Gute MINT-Bildung stärkt die Innovationsfähigkeit der Gesellschaft und sorgt für mehr Chancengerechtigkeit. Wessen Interesse geweckt wird, wer sich zugehörig und wohl fühlt und sich als selbstwirksam erlebt, zeigt deutlich bessere Leistungen.“ 

Insbesondere in den MINT-Fächern böte das Forschende Lernen Kindern die Möglichkeit, selbstwirksam zu lernen, Kontexte zu verstehen und lösungsorientiert zu denken. Das setzte sie auch im Aufnahmestudio direkt in die Tat um und untersuchte mit zwei Kindern, wie ein glibberiger Badezusatz (Superabsorber) wieder flüssig wird, um durch den Abfluss zu passen. Aber soll dieses Mikroplastik überhaupt in die Kanalisation und unsere Umwelt gelangen? Abels‘ Botschaft: „Nicht die Schüler*innen sind schuld, desinteressiert, unmotiviert oder schlecht, wie es manchmal heißt. Die Daten zeigen uns: Unser Bildungssystem schafft es nicht alle Schüler*innen zu erreichen. Das muss sich dringend ändern durch forschendes, problem- und kontextorientiertes Lernen, das motiviert.“

So arbeitet Abels gemeinsam mit ihrem Team und vielen Partnerschulen, Verwaltungsangehörigen und der Politik zum Beispiel in der Innovation Community an neuen Unterrichtskonzepten und Partizipationsmöglichkeiten. Bei der 1. Lüneburger Bildungskonferenz im Februar konnten so etwa 80 Kinder gemeinsam mit Lehrkräften und Verwaltungsmitarbeitenden ihre Schule zum Wohlfühlen gestalten. Auf der Community School Conference im März sprachen Schulvertreter*innen aus ganz Niedersachsen über offenen Unterricht und testeten neue Methoden zur Schulentwicklung aus.