Universitätsgesellschaftlicher Dienstag: Wer scheitert hier eigentlich? Die Schüler*innen oder das Bildungssystem?
10. Feb.
Vortrag von Prof. Dr. Simone Abels mit anschließender Diskussion
Dienstag, 10. Februar 2026 | 19:00 Uhr
Foyer im Museum Lüneburg
Willy-Brandt-Straße 1, 21335 Lüneburg
Die Teilnahme ist kostenfrei.
„Deutsche Schüler schneiden so schlecht ab wie nie“ - solche Schlagzeilen prägen regelmäßig die öffentliche Debatte – gern im Zusammenhang mit den PISA-Ergebnissen. Schnell entsteht dabei der Eindruck, einzelne Schüler*innen oder ganze Jahrgänge hätten versagt. Doch greift diese Schlussfolgerung überhaupt? Internationale Schulleistungsstudien messen nicht das individuelle Können, sondern die Leistungsfähigkeit eines Bildungssystems.
Der Vortrag von Prof. Dr. Simone Abels setzt genau an diesem Punkt an. Er beleuchtet, wie häufig in Bildungsdebatten die Ebenen von Individuum und System miteinander vermischt werden – mit weitreichenden Folgen für Unterricht, Schulentwicklung und Bildungspolitik. Besonders deutlich wird diese Problematik in zentralen Zukunftsfeldern wie Inklusion und Bildung für nachhaltige Entwicklung, in denen strukturelle Rahmenbedingungen entscheidend für das Gelingen von Bildungsprozessen sind.
Anhand ausgewählter Beispiele zeigt Simone Abels, Professorin für Didaktik der Naturwissenschaften und Vizepräsidentin unter anderem für Lehrkräftebildung, warum der Blick auf das System unverzichtbar ist. Der Vortrag lädt dazu ein, gängige Schuldzuweisungen zu hinterfragen und Bildungserfolg neu zu denken – differenziert, systemisch und zukunftsorientiert.
©Leuphana/Brinkhoff/Mögenburg
Hintergrund
Die Leuphana Universitätsgesellschaft Lüneburg e.V. will durch ihre Arbeit den Dialog zwischen der Leuphana und der Region Lüneburg fördern. Dazu schafft sie Gelegenheiten für Begegnung, Austausch und Verständigung zwischen Mitgliedern der Universität, Bürgerinnen und Bürgern, öffentlichen Institutionen, Interessensgruppen, Unternehmen, Politik und Verwaltung.
Der Universitätsgesellschaftliche Dienstag schafft während der Vorlesungszeit wöchentlich die Möglichkeit zum Gedankenaustausch über Forschungsthemen mit Wissenschaftler*innen der Universität.