Organizing Culture: Lernlab am Lenbachhaus München

07.01.2026 Studierende der Leuphana Universität Lüneburg und der Universität St. Gallen waren vom 03. bis 07. November als Forschende und Lernende zu Gast am Lenbachhaus München, um sich im Rahmen des Lernlab Organizing Culture: The Art Museum as Site of Organizational Change Fragen organisationalen Wandels an und in Kunstmuseen zu widmen.

©Duygu Örs-Ildiz
Lenbachhaus Direktor Dr. Matthias Mühling und Studierende während der Führung durch das Museum 

In Zusammenarbeit mit dem Lenbachhaus München untersuchte dieser Kurs die organisatorischen Herausforderungen, vor denen Museen stehen, und reflektierte mögliche Antworten sowie neue Praktiken des Organisierens. Die Studierenden erhielten die einzigartige Möglichkeit, sich empirisch mit einem führenden Kunstmuseum und der breiteren institutionalisierten Landschaft der Organisation von Kunst und Kultur auseinanderzusetzen.

Als ortsspezifischer Kurs, der der feldforschungsbasierten Lehre und dem Lernen gewidmet war, konnten die Teilnehmenden einen genaueren Blick hinter die Kulissen werfen, die Prozesse, Technologien und Atmosphären des Organisierens im Museum erkunden und mit dessen Kurator*innen, Techniker*innen, Verwaltungsmitarbeitenden, Vermittler*innen und Manager*innen in Austausch treten: 

So begann das Lernlab etwa mit einer Einladung des Lenbachhauses zu der Ausstellungseröffnung “Out of Focus: Leonore Mau und Haiti”. In den folgenden Tagen konnten die Studierenden an Performances, Interventionen, oder Relational Viewings des Kurator*innen Teams teilnehmen, mit Besucher*innen des Lenbachhauses sprechen und den naheliegenden Stadtraum, das Kunstareal München erkunden. Gleichzeitig standen Mitarbeitende des Lenbachhauses den Studierenden für Gruppeninterviews zur Verfügung, während der Direktor des Lenbachhauses, Dr. Matthias Mühling, den Teilnehmenden eine mehrstündige Führung durch das Haus gab, und dabei auf die Geschichte, die Sammlung, ebenso wie auf gegenwärtige Herausforderungen musealer Arbeit und Organisation einging. 

Die Studierenden nutzen dieses empirische Material, um sich in Gruppen aus verschiedenen Perspektiven, etwa Digitalität oder Nachhaltigkeit, neue Formen des Kuratierens oder neue Praktiken der Inklusion der Komplexität musealer Arbeit zu widmen und diese zu erkunden und zu analysieren. 

Die Ergebnisse stellten sie in einer Art Vernissage am letzten Tag öffentlich am Lenbachhaus aus.

„Organizing Culture: The Art Museum as Site of Organizational Change“ am Lenbachhaus ist Teil einer Reihe von Learning Laboratories, die als Teil des Community Arts und Culture, Studierende der Leuphana und der HSG an verschiedene europäische Museen führt: Neben dem Lenbachhaus, waren dies in Vergangenheit etwa das Zentrum Paul Klee und das Kunstmuseum Basel, ebenso wie das MUDAM (Luxemburg). Das nächste Lernlab wird im November 2026 am Belvedere Wien stattfinden.

©Duygu Örs-Ildiz
Performance des Vodou-Priesters, Künstlers und Generaldirektors des Nationalen Büros für Ethnologie Erol Josué anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Out of Focus - Leonore Mau und Haiti" am Lenbachhaus München.

Hintergrund

Neben der Universität gehört das Kunstmuseum zu den ältesten Institutionen, in denen Menschen über die Organisation, Darstellung und Geschichte von Wissen sowie über Artefakte und Objekte nachdenken und diese praktisch umsetzen. Gegenwärtig befinden sich Kunstmuseen in einem tiefgreifenden Wandel ihrer Funktionen und Organisationsformen. Dieser Wandel wird durch mehrere Entwicklungen vorangetrieben: Den gesellschaftlichen Übergang zu einer Erlebnisökonomie und die Kulturalisierung urbanen Lebens, neue Formen der Publikumsbeteiligung und des Ausstellens sowie Debatten um inklusivere und dekoloniale Praktiken des Sammelns, Zeigens und Reflektierens von Kunst. Hinzu kommen die Anforderungen an nachhaltigere Formen der Konservierung und Organisation sowie die zunehmende Bedeutung digitaler Infrastrukturen, Informationstechnologien und Medienplattformen. Das zeitgenössische Kunstmuseum ist damit ein exemplarischer Ort organisationalen Wandels. Offen bleibt jedoch, wie dieser Wandel konkret vollzogen wird und wie das Museum heute neu organisiert wird.

Fragen? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

  • Dr. Maximilian Schellmann

Die Leuphana Innovation Community Kunst & Kultur arbeitet am organisationalen Wandel von Kunsträumen und bringt dafür Akteur*innen aus lokalen Kunstvereinen und Kulturzentren sowie internationalen Kunstmuseen zusammen.