Stipendiatin im Portrait: Julia Aylin Lehnert - Erklärvideos für eine bessere Klimakommunikation

Stipendiatin Julia Aylin Lehnert ©Privat
Julia Aylin Lehnert, 21, studiert im 6. Semester das Studium Individuale am Leuphana College. Die Leuphana und ihr Umfeld haben sie in ihrer akademischen und persönlichen Entwicklung sehr voran gebracht – sogar so weit, dass sie eine Karriere in der Wissenschaft in Betracht zieht. Die engagierte Studentin brennt für politische Bildung und macht sich stark für Antidiskriminierung und Klimaschutz. Gefördert wird sie von der Universitätsgesellschaft.
Aylin, warum haben Sie sich für das Studienprogramm „Studium Individuale“ entschieden?

Das Studium Individuale erlaubt mir, meine akademischen Interessen frei zu gestalten. Durch den individuellen Ansatz bin ich jedes Semester aufs Neue dazu eingeladen, meinen akademischen Weg zu reflektieren. Die Interdisziplinarität des Programms fordert meine Sicht stetig heraus und lehrt mich, meinen Schwerpunkt „Wissenschaftskommunikation“ aus verschiedenen Brillen betrachten und bewerten zu können. Mein Fokus liegt darauf, wie die gesellschaftliche Transformation zu einer nachhaltigen Welt durch Bildung unterstützt werden kann. Dazu belege ich hauptsächlich Veranstaltungen aus den Studiengängen der Politik-, Bildungs- und Umweltwissenschaften. Das Studium Individuale würde ich Menschen raten, die nicht studieren, um eine Jobbeschreibung zu erfüllen, sondern um jeden Tag über sich hinaus zu wachsen. Dieser Bachelor ist mit viel Reflexionsarbeit und Selbstorganisation verbunden, aber hat mich dafür nicht nur akademisch, sondern in meiner Persönlichkeit und Sicht auf die Welt geschult.  

Sind Sie neben Ihrem Studium an der Universität aktiv?

Die Leuphana bietet mir neben der akademischen Ausbildung vielmehr ein Netzwerk von facettenreichen und inspirierenden Menschen. Daher genieße ich die vielseitigen extracurricularen Vorträge, Workshops und aktivistischen Projekte mit den Studierenden. Denn die Uni in Lüneburg bietet mir viel mehr als die Vorlesungen. Sie ist für mich ein Raum zum Wachsen, neues ausprobieren, Sport machen und selbst politisch und gesellschaftlich aktiv werden.

Wo engagieren Sie sich außerhalb der Universität?

Da ich für die politischen Bildung brenne, engagiere ich mich neben dem Studium ehrenamtlich bei drei Projekten.

  • „UN im Klassenzimmer“ ist ein Projekt der Deutschen Vereinigung der Vereinten Nationen, bei dem ich regelmäßig (online) Workshops zur UN gebe und Schüler*innen aller Schulformen dazu einlade, gemeinsam etwas über die UN zu lernen und sich bei Simulationen des UN-Sicherheitsrates selbst in die Position einer Politikerin oder eines Politikers zu versetzen.
  • Bei dem Antidiskriminierungsprojekt „SCHLAU Lüneburg“ engagiere ich mich für queere Bildung und spreche in Workshops mit Schüler*innen und (angehenden) Lehrer*innen über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt.
  • Mit der studentischen Initiative „NaPsy“ (Naturschutz und Psychologie) nutzen wir die Erkenntnisse der angewandten Psychologie, um bessere Klimakommunikation und nachhaltiges Verhalten zu fördern. Dazu haben wir bisher Workshops und Erklärvideos erarbeitet.
Welche Pläne haben Sie nach Ihrem Studium?

Persönlich strebe ich an, nach der akademischen Bildung meine kulturelle und praktische Bildung durch Arbeitserfahrungen im Ausland zu vervollständigen und die im Studium gewonnenen Perspektiven in die Welt zu tragen. Beruflich zieht es mich in Richtung der politischen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.

Was schätzen Sie an Lüneburg, der Region und seinen Bewohner*innen?

Lüneburg hat eine sehr bunte und engagierte Bevölkerung, die ich als eine generationsübergreifend warme und solidarische Gruppe erlebe. Besonders schätze ich (außerhalb der Pandemie) die vielen Aufeinandertreffen mit den Lüneburger*innen – ob öffentlich bei Demonstrationen, beim spontanen Wikingerschach im Park oder ganz privat bei Running Dinner Abenden. Durch die Pandemie ist das kulturelle Leben innerhalb der Stadt fast komplett eingefroren und ich habe dies zum Anlass genommen, die wunderschönen Seiten des Landkreises kennenzulernen. Besonders die Radwege und Wälder entlang der Ilmenau habe ich als eine erholsame Oase zu schätzen gelernt. Ob es das Zeichnen am Steg ist, das Joggen durchs Unterholz, Eislaufen oder Baden im See – Lüneburg ist für mich ein vielseitiges Zuhause geworden.

Sie haben Wurzeln in zwei Ländern und sind somit ein Mensch mit internationaler Geschichte. Wie ist Ihr Kontakt mit internationalen Studierenden?

Leider ist es in der Pandemie schwierig, über den engen Freundeskreis hinaus mit Menschen in den Kontakt zu treten, doch wir haben in unserem Studiengang einige internationale Studierende, mit denen ich mich auf Spaziergänge treffe. Dort konnte ich schon so einiges über russische Schönheitsideale, die politischen Herausforderungen in der Türkei und die österreichische Küche lernen. Meine Mitbewohnerin ist ebenfalls internationale Studentin und bei gemeinsamen Kochabenden sind wir regelmäßig auf kulinarische Reisen in die Küchen unserer Familien gegangen. Eine ganz Corona-konforme Weltreise also!

Planen Sie einen Auslandsaufenthalt in Ihrem Studium?

Die Heimat zu verlassen ist für mich ein Weg, die eigenen Perspektiven zu hinterfragen und durch den Austausch mit anderen neue zu gewinnen. Daher möchte ich meine akademische Heimat verlassen, um meinen akademischen sowie kulturellen Horizont zu erweitern. Dafür werde ich kommendes Wintersemester an der University of Edinburgh in Schottland studieren.

Was bedeutet für Sie das Deutschlandstipendium?

Das Stipendium bedeutet für mich in erster Linie direkter Kontakt zu Wissenschaftler*innen, der mir ohne meine Förder*innen nicht ermöglicht wäre. Neben dem inhaltlichen Austausch konnte ich somit Frauen kennenlernen, die mit ihrer wissenschaftlichen Karriere ein Vorbild für mich sind. Nicht zu vergessen ist die finanzielle Sicherheit, die mir das Stipendium gibt, da ich pandemiebedingt meinen Nebenjob verloren habe, mit dem ich mir mein Studium finanzieren.

Gefördert wird Julia Aylin Lehnert von der Leuphana Universitätsgesellschaft
Die Universitätsgesellschaft Lüneburg ermöglicht Aylin Zugang zu einem wertvollen Netzwerk engagierter Wissenschaftler*innen. Dadurch hat sie Kontakt zu verschiedenen Personen, die sie in ihrer akademischen Entwicklung unterstützen und sie herzlich in ihre Projekte einbinden. Aylin schätzt besonders, dass die Universitätsgesellschaft ihr alle Möglichkeiten der Unterstützung bietet und zugleich sagt „alles kann, nichts muss“ und ihr die Entscheidung über den Grad des Engagements überlässt.

Die Universitätsgesellschaft Lüneburg fördert das Deutschlandstipendium und lädt alle Lüneburger im Rahmen ihrer "Rundet-Auf-Kampagne" ein, sich mit Teilspenden an dem Projekt zu beteiligen. Mehr auf der Website der Universitätsgesellschaft (LINK).

Interesse geweckt?

Hier können Sie Ihr Interesse zur Vergabe eines Stipendiums an der Leuphana anmelden:

Programmkoordination

Dörte Krahn
Universitätsallee 1, C4.108b
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1554
doerte.krahn@leuphana.de