Basiswissen

Was ist Open Access?

Open Access bedeutet, dass qualitätsgesicherte wissenschaftliche Informationen über das Internet frei zugänglich gemacht werden. Open-Access-Publikationen stehen allen interessierten Personen weltweit kostenfrei und dauerhaft zur Verfügung. Auf diese Weise können die Sichtbarkeit und Nachnutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse erhöht werden.
Die Open-Access-Bewegung fußt auf der Grundidee, dass öffentlich geförderte Forschung auch öffentlich verfügbar gemacht werden sollte. Die Leuphana unterstützt den Open-Access-Leitgedanken im Sinne der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen vom 22.Oktober 2003 und verabschiedete 2014 eine Open Access Policy.

Die Open-Access-Publikationspraxis wird im Rahmen zahlreicher Initiativen und Projekte (OA2020, DEAL) weiterentwickelt und mittlerweile von einigen Forschungsförderern entweder gefördert (BMBF), gefordert (DFG) oder als verpflichtend vorausgesetzt (Horizon 2020).

Vorteile von Open Access

Open Access eröffnet zahlreiche Vorteile sowohl für Autor*innen als auch Leser*innen und erweitert den wissenschaftlichen Diskurs:

  • Verbesserte und dauerhafte Auffindbarkeit: Open-Access-Publikationen sind über Nachweisdienste und Suchmaschinen frei, einfach und schnell zugänglich. Aufgrund der Vergabe von Persistent Identifiers (z. B. DOI) werden der Zugang und die Zitierfähigkeit der Publikatonen dauerhaft gewährlistet.
  • Größere Sichtbarkeit und erhöhte Zitierhäufigkeit: Die universelle Verfügbarkeit erhöht die Wahrnehmung, Nachnutzung und Zitationsrate von Publikationen.
  • Stärkung der Autorenrechte: Aufgrund der Vergabe von freien Lizenzen verbleiben die Verwertungsrechte bei den Autor*innen.
  • Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit: Open-Access-Publikationen erreichen ein breitgefächertes Publikum, so dass internationale und interdisziplinäre Forschungskooperationen gestärkt werden.
  • Förderung der globalen Informationsversorgung: Weltweit können Menschen ohne finanzielle Hürden auf wissenschaftliche Informationen zugreifen.

Wege des Open Access

Mittlerweile haben sich viele verschiedene Open-Access-Strategien herauskristallisiert, die mit diversen Bezeichnungen wie z. B. gelbes, diamantenes oder bronzenes Open Access umschrieben werden. Zu den wichtigsten Arten gehören der sog. goldene und grüne Weg.


Der goldene Weg

Als "Goldener Weg" wird die Erstveröffentlichung von wissenschaftlichen Beiträgen in Open-Access-Organen bezeichnet. Hierbei kann es sich u. a. um Zeitschriftenartikel, Monographien oder Sammelbände handeln. Zur Qualitätssicherung durchlaufen die Beiträge Peer Review-Verfahren oder Editorial Reviews und werden unter freien Lizenzen (z. B. Creative Commons) veröffentlicht, die eine einfache und schnelle Verbreitung der Inhalte ermöglichen. Für diese Erstveröffentlichungen sind Publikationsgebühren zu entrichten (sog. Article Processing Charges und Book Processing Charges), die i. d. R. von den Autor*innen bzw. deren Institutionen getragen werden. Um Universitätsangehörige beim Open-Access-Publizieren finanziell zu unterstützen, hat das MIZ verschiedene Verlagsvereinbarungen abgeschlossen. Je nach Verlagsvereinbarung können wissenschaftliche Artikel entweder zu vergünstigten Konditionen oder kostenlos im Open Access publiziert werden.

Ein verwandtes aber umstrittenes Geschäftsmodell stellt das sog. hybride Open-Access-Publizieren dar. Bei hybriden Journals handelt es sich um Subskriptionszeitschriften, bei denen die Autor*innen ihre Artikel optional gegen eine Gebühr im Open Access veröffentlichen können. Für Forschungseinrichtungen bedeutet dieses jedoch eine Doppelfinanzierung, da sowohl die Subskriptionsgebühren als auch die Open-Access-Publikationsgebühren bezahlt werden (sog. double dipping).

Einige Journals verlangen bei der Manuskripteinreichung eine ORCID iD. Dieser Identifier gewährleistet eine eindeutige Zuordnung von Wissenschaftler*innen zu ihrer Forschungsleistung und ermöglicht auf diese Weise exakte Zitationsanalysen. Mehr Informationen über die ORCID iD finden Sie hier.
 

Der grüne Weg

Der "Grüne Weg" bezeichnet die zusätzliche Veröffentlichung eines Artikels nach der Erstveröffentlichung in einer klassischen Verlagszeitschrift auf institutionellen oder disziplinären Open Access Dokumentenservern. Diese kann zeitgleich mit oder nachträglich zur Publikation der Inhalte im Verlag erfolgen und ist möglich für Preprints, Postprints oder die Verlagsversion, aber auch für andere Dokumentarten wie z.B. Monografien, Forschungsberichte oder Conference Proceedings. Voraussetzung ist, dass den Verlagen vertraglich kein ausschließliches, sondern nur ein einfaches Nutzungsrecht eingeräumt wurde oder die Autor*innen sich das Recht auf parallele Online-Veröffentlichung ausdrücklich vorbehalten haben. Ob unter welchen Bedingungen eine Zweitveröffentlichung erlaubt ist, legt der Verlagsvertrag fest, den es daher genau zu beachten gilt.
 

Angehörige der Leuphana können ihre Publikationen (wie z. B. Zeitschriftenartikel oder Abschlussarbeiten) über Pure und OPUS zweitveröffentlichen (sowie erstveröffentlichen).

  • Für den Einstieg in das Forschungsinformationssystem Pure melden Sie sich beim Forschungsservice an. Informationen zur Registrierung und Arbeitshilfen für das Prüfen und Verwalten Ihrer eigenen Einträge finden Sie hier.
  • Auf dem Hochschulschriftenserver OPUS können Sie Ihre Abschlussarbeit, elektronische Dissertation oder Habilitationsschrift schnell und kostenlos veröffentlichen.

Kontakt

Gesa Baron
Universitätsallee 1, CB.133
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1183
gesa.baron@leuphana.de

Martin Bilz
Universitätsallee 1, CB.105
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1113
martin.bilz@leuphana.de