Zum Hauptinhalt springen

Musikzentrum: „Dear Evan Hansen“ feiert am 21. Oktober Premiere

07.10.2026 Seit Monaten proben knapp 20 Studierende für „Dear Evan Hansen“. Sie singen, spielen, tanzen, bauen Kulissen und organisieren hinter der Bühne fast alles selbst. Zwischen Sonntagsproben, Lampenfieber und unzähligen Wiederholungen wächst der Cast zu einem Team zusammen. Am 21. Oktober feiert das Musical des Musikzentrums an der Leuphana Premiere. Restkarten gibt es auch noch für die Vorstellungen am 22. und 23. Oktober.

Musikzentrum: „Dear Evan Hansen“ feiert am 21. Oktober Premiere ©Leuphana/Tengo Tabatadze
Musikzentrum: „Dear Evan Hansen“ feiert am 21. Oktober Premiere ©Leuphana/Tengo Tabatadze
Musikzentrum: „Dear Evan Hansen“ feiert am 21. Oktober Premiere ©Leuphana/Tengo Tabatadze

16 Augenpaare. Alle geschlossen. Der Cast von Dear Evan Hansen steht im Kreis. Alles scheint so weit. Seit dem Morgen proben sie das Diminuendo in diesem einen Chorstück. Rebecca Lang hat ihren Taktstock mittlerweile auf ihrem Pult abgelegt. Jetzt dirigiert sie mit dem ganzen Körper. Als das Ensemble leiser werden soll, sinkt sie zu Boden und nimmt die Lautstärke mit. 

Zufrieden ist sie noch nicht: „One more time, the whole thing.“ Das Klavier setzt erneut ein. Die Stimmen formen die Akkorde. Und noch einmal von vorn. Die Universitätsmusikdirektorin wischt mit den Händen durch die Luft. „Ihr dürft das Gefühl nicht verlieren.“ Again. Dann lächelt sie: „Goosebumps never lie.“

Dear Evan Hansen erzählt von einem einsamen Jugendlichen, der nach dem Tod eines Mitschülers in eine Lüge über eine vermeintliche Freundschaft gerät. Das Musical handelt von Einsamkeit, Zugehörigkeit, Trauer und den Folgen von Lügen. Seit Beginn des Sommersemesters probt der rein studentische Cast – mit genau einem Ziel: Gänsehaut für ihr Publikum. 

Monatelange, harte Arbeit soll dann bei der Premiere am 21. Oktober 2026 mit Applaus belohnt werden. Mathis Schräder verkörpert die Hauptrolle. Seine Partie enthält mehr als zehn Songs: „Es ist einzigartig, was wir hier machen. Wir sind als Cast über die Monate zu einem echten Team zusammengewachsen. Ich freue mich riesig auf die drei Shows, bin aber auch traurig, wenn diese schöne Zeit vorüber ist.“

Fürs Interview hat Mathis Schräder kaum Zeit. Choreografin Jessica Jäde möchte die Schlussszene noch einmal mit ihm proben: „Stell dir vor, du erzählst diese Geschichte deinem jüngeren Ich. Du musst den kleinen Mathis im Publikum sehen.“ Bis dahin soll der Digital-Media-Student erst einmal einen Fenstergriff ansingen. Er bricht ab, zweifelt, korrigiert sich und wiederholt. Noch einmal. Tree, four, five. One more time. Dann endlich: „Das ist es.“

Die szenische Probe mit Justus Konrad Harms folgt. Der Kuwi-Student mit dem Minor Popular Music Studies singt und spielt Connor, der sich in der Geschichte das Leben genommen hat. Eine Rolle, die viel emotionale Präsenz verlangt. Justus spielt sie mit großer Feinfühligkeit – und manchmal scheint ihm Connors Geschichte selbst sehr nah zu kommen: „Es ist eine große Verantwortung diese Rolle zu spielen.“ Der Student nimmt sie an – auch wenn er manchmal selbst sehr angefasst ist. „You have got it“, lobt Choreografin Jessica Jäde seinen warmen Bariton.

Hinten, ein bisschen abseits vom musikalischen Geschehen im Probensaal sitzt Giovanna Diaz Zinsel mit ihrem Laptop auf den Knien. Ihr Mail-Postfach ist schon wieder voll. Licht, Tontechnik, Bühnenaufbau: Als Produktionsleiterin spricht sie mit dem Cast, erstellt Besetzungspläne, organisiert Proben und führt das Regiebuch. Die Lehramtsstudentin studiert zusätzlich Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Kulturmanagement. Später würde sie gern im Musikmanagement arbeiten. „,Dear Evan Hansen‘ ist eine tolle Chance für mich“, sagt sie. Ihr Handy klingelt. Sie muss los. Jemand vom Technik-Team hat sich gemeldet. Giovanna muss klären, was passiert ist.

An fast allen Bereichen der Produktion von ‚Dear Evan Hansen‘ sind die Studierenden beteiligt. Auch die Kulissen sind selbst gebaut. Große Spinde wie sie in amerikanischen Colleges stehen, müssen noch mit Stickern beklebt werden. Martje Lina Henkies und Jasmina Will laufen in der Mittagspause in ihre WG, um die letzten fehlenden Aufkleber zu holen. Wie fast alle im Cast singen die beiden auch im Kammerchor der Leuphana: „Es ist unglaublich, wie viel wir in den vergangenen Monaten gelernt haben.“ Eine der größten Herausforderungen: die Zeit. Während des Sommersemesters wurde jeden Sonntag mit Regisseur Christoph Trauth geprobt. „Dafür musste ich manche Familienfeier schwänzen“, verrät Martje. 

Auch dieses Interview ist kurz. Es geht schon wieder weiter: Noch schnell etwas Wasser trinken, ein Stück Obst, einen Schluck Kaffee. Korrepetitor und Leuphana-Student Konstantin Egensperger spielt am Klavier die nächsten Melodien. Die Sänger*innen nehmen ihre Plätze auf der Probebühne ein.

Alles scheint so weit,
du hast so viel Zeit bis unendlich.
Zeit zu sehen, was du willst,
was du wirklich gern magst.

Nicht nur Augenpaare. Auch 16 tolle Stimmen. Und eine Geschichte. Erzählt, gesungen und geprobt für den ganz großen Auftritt. Vor Publikum.

Musikzentrum: „Dear Evan Hansen“ feiert am 21. Oktober Premiere ©Leuphana/Tengo Tabatadze
Musikzentrum: „Dear Evan Hansen“ feiert am 21. Oktober Premiere ©Leuphana/Tengo Tabatadze
Musikzentrum: „Dear Evan Hansen“ feiert am 21. Oktober Premiere ©Leuphana/Tengo Tabatadze

Kontakt Universitätsmusikdirektorin