Leuphana-Forscherin als „entscheidender Kopf“ der Bildungsszene ausgezeichnet
26.01.2026 Schulleitungen als Schlüsselakteure des Wandels: Für ihre Perspektive auf Bildung wurde Dr. Sarah Fichtner von der Bildung.Table-Redaktion als einer der „100+10 entscheidenden Köpfe der Bildungsszene 2025“ in der Kategorie Think Tanks ausgewählt.
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Schulleiter*innen sind für Sarah Fichtner Menschen, die nicht nur verwalten, sondern Zukunft gestalten. Diese Überzeugung zieht sich wie ein roter Faden durch den Werdegang der Sozialanthropologin. Sarah Fichtner verstärkt seit April 2025 das Team von Prof. Dr. Marcus Pietsch, Professor für Bildungsmanagement, an der Leuphana. In einem DFG-Forschungsprojekt zu Innovation und Schulleitung leistet sie Pionierarbeit und verantwortet den Aufbau eines euro-afrikanischen Forschungsteams. Ziel ist eine qualitative Metasynthese, die vorhandene Studien zu Schulführung und Innovationsprozessen in Afrika systematisch zusammenführt und international zugänglich macht.
Während und nach ihrer Promotion forschte Fichtner mehrere Jahre in Westafrika und begleitete in Benin ethnografisch den Alltag eines Schulleiters. Auch ein Dokumentarfilm entstand. „Diese Erfahrung hat mich sehr geprägt“, sagt sie. „Dort habe ich verstanden, wie zentral Schulleitungen für persönliche und gesellschaftliche Entwicklungen sind.“
Seit 2020 ist Fichtner am Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) in Berlin tätig. Dort baute sie unter anderem die Cornelsen Schulleitungsstudie mit auf und leitete mehrere bundesweite Erhebungen. Die Studie kombiniert Tiefeninterviews mit repräsentativen Online-Befragungen und macht sichtbar, unter welchen Bedingungen Schulleitungen in Deutschland arbeiten – und wie stark sie sich als Gestalter*innen von Schulentwicklung verstehen.
Für diese Arbeiten wurde sie nun von Bildung.Table ausgezeichnet, vor allem ihre Expertise zur Rolle von innovativen Schulleitungen und ihre Arbeit zu Bildungsfragen in Subsahara-Afrika stachen hervor. Die Würdigung bestätigt ihren Status als eine der profiliertesten Vordenkerinnen in der Kategorie „Think Tanks“.
Sarah Fichtner versteht die Auszeichnung als Anerkennung für ein Forschungsfeld, das lange wenig Aufmerksamkeit erhalten habe: „Gerade die qualitative Forschung über den Tellerrand hinaus, welche sozialanthropologische und bildungswissenschaftliche Perspektiven vereint, kann uns entscheidende Hinweise geben, wie Schulleitungen in unterschiedlichen Kontexten Innovation ermöglichen. Dass sie es tun, wissen wir bereits“, erklärt die Wissenschaftlerin.
Das Forschungsvorhaben „Educational Leadership and Innovation: Systematising the Evidence“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit rund 350 000 Euro gefördert.
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- Dr. Sarah Fichtner