DFG-Netzwerk untersucht gesellschaftliche Transformation
08.04.2026 Die Organisationsforscherin Dr. Laura Fey aus der LOST-Gruppe initiierte das internationale Netzwerk. Es untersucht, wie Organisationen den Wandel gestalten. Dabei rückt es Transformation als fortlaufenden Prozess in den Fokus.
©Brinkhoff-Moegenburg/Leuphana
Klimakrise, soziale Ungleichheit, technologische Umbrüche: Die Welt befindet sich im tiefgreifenden Wandel. Doch wie genau entstehen solche Veränderungen und welche Rolle spielen Organisationen dabei? Ein neues internationales DFG-Forschungsnetzwerk will diesen Fragen nachgehen.
Koordiniert wird das Projekt „Organizing Societal Transformation: A process-based Perspective“ von der Leuphana-Wissenschaftlerin Dr. Laura Fey, die als Hauptantragstellerin zusammen mit Dr. Alex Christian (TU München), Jun.-Prof. Dr. Ignas M. Bruder (TU Dresden), Dr. Andrea Wessendorf (University of Edinburgh) und Dr. Rasmus Pichler (Erasmus University Rotterdam) ein von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Netzwerk aufgebaut hat. Über drei Jahre hinweg arbeiten Forschende aus verschiedenen europäischen Universitäten zusammen, um neue Perspektiven auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu entwickeln. Laura Fey selbst ist am Leuphana-Forschungszentrum LOST (Leuphana Center for Organization & Social Transformation) angesiedelt.
Ein besonderer Fokus des DFG-Netzwerks liegt auf der Rolle von Organisationen. Unternehmen, NGOs, Sozialunternehmen oder staatliche Institutionen übernehmen dabei eine doppelte Funktion: Sie treiben Veränderungen aktiv voran, etwa durch Innovationen oder neue Geschäftsmodelle, und reagieren gleichzeitig auf gesellschaftlichen Druck, politische Vorgaben oder veränderte Erwartungen. Bislang wurden diese beiden Rollen in der Forschung meist getrennt betrachtet. Das Netzwerk möchte diese Perspektiven bündeln und blickt insbesondere auf die Entwicklung: „Wir wollen Transformation nicht als plötzlichen Zustand begreifen, sondern als fortlaufenden Prozess. Uns interessieren insbesondere die verflochtenen Dynamiken des aktiven Antreibens und des passiven Reagierens auf gesellschaftliche Transformationen. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis von Transformationsprozessen zu entwickeln, das über den Rahmen einzelner Forschungsprojekte hinausgeht und so die Grundlage für eine neue Forschungsagenda schafft“, erklärt Laura Fey.
Neben theoretischen Fragen verfolgt das Netzwerk auch konkrete Anwendungsbezüge. So untersucht Laura Fey beispielsweise in ostdeutschen Regionen, wie Organisationen den Strukturwandel etwa den Übergang von der Braunkohle zu erneuerbaren Energien begleiten können. Dabei gehe es nicht nur um wirtschaftliche Aspekte, sondern auch um Fragen von Identität und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Das Netzwerk plant mehrere internationale Treffen sowie einen gemeinsamen Sammelband. Zugleich soll es jungen Forschenden die Möglichkeit bieten, sich international zu vernetzen und neue Forschungsimpulse zu setzen.
Die DFG fördert das Vorhaben mit rund 93.000 Euro.
Kontakt
- Akad. Rätin Dr. Laura Fey-Kreuzer