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Neues Forschungsprojekt SynTrace: Bewegungsdaten noch sicherer nutzen

21.10.2026 Sowohl die digitale Souveränität als auch den europäischen Datenschutzstandard stärken? Das Forschungsprojekt „SynTrace“ entwickelt eine nachhaltige Basis für datengestützte Geschäftsmodelle.

Ulf Brefeld ©Leuphana
Projektleiter Ulf Brefeld, Professor für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Machine Learning

Lebenswerter, nachhaltiger, sozial inklusiver sowie technisch fortschrittlicher – dafür stehen Smart Cities. Doch wie wird eine Stadt „smart“? Indem Daten wie Verkehrsaufkommen, Energieverbrauch und Luftqualität, und in vielen Fällen damit zusammenhängend, persönliche und Bewegungsdaten von Personen gesammelt und analysiert werden. Davon profitieren Bürger*innen, Verwaltung und Umwelt – vorausgesetzt es wird mit den Daten verantwortungsvoll umgegangen. Auch Unternehmen sind auf Nutzerdaten angewiesen. Online-Angebote, sowohl von Big Playern als auch von kleinen und mittelständischen Unternehmen, lassen sich so zielgerichtet optimieren sowie die Angebots-Reichweite vergrößern. Das wiederum stärkt den wirtschaftlichen Standort Deutschlands im internationalen Wettbewerb. 

Die Nutzung solcher Verhaltens- und Bewegungsdaten noch sicherer zu gestalten – das steht im Fokus des Verbundprojekts „SynTrace“. Denn weniger vorteilhaft und vertrauenserweckend erscheint eine solche immense Sammlung von Daten, wenn es zu einem Leck kommt, wie bei dem Ende 2024 medial breit diskutierten VW-Vorfall. Privateste Bewegungs- und Personendaten von rund 800.000 Fahrzeugbesitzer*innen waren monatelang auf einem ausländischen Server einsehbar. Da besonders Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern einen hohen Wert auf Datenschutz legt, saß der Schock entsprechend tief.

Anonymisierung und Synthese von Bewegungsdaten

Um solchen Leaks entgegenzuwirken, hatte sich das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt bereits 2021, im Rahmen des Programms „Digital. Sicher. Souverän“, die „Anonymisierung für eine sichere Datennutzung“ zum Ziel gesetzt. Es fördert seitdem exzellente Forschung für IT-Sicherheit und Privatheit. So auch das Anfang Juni dieses Jahres gestartete Verbundprojekt „SynTrace: Anonymisierung und Synthese von Bewegungsdaten in Web und Smart Cities“. Entwickelt werden sollen neuartige, praxistaugliche Verfahren zur anonymisierten Nutzung und Generierung von Bewegungsdaten, die sowohl einen hohen Datenschutzstandard als auch eine hinreichende Datenqualität gewährleisten. Ein wichtiges Unterfangen für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Anwendung dieser Daten.  

Das von der Leuphana Universität Lüneburg und dem Karlsruher Institut für Technologie ins Leben gerufene Projekt möchte mit seinem Forschungsvorhaben digitale Souveränität stärken, den europäischen Datenschutzstandard festigen und eine nachhaltige Basis für datengestützte Geschäftsmodelle schaffen. Die Forschung soll direkt in die praktische Anwendung, in Kooperation mit INFOnline GmbH und Urban Software Institute GmbH kommen, die als Best-Practice-Beispiele für andere Unternehmen dienen.

„SynTrace“ führt damit die früheren Forschungsarbeiten weiter, insbesondere die der BMBF-geförderten Projekte „SynthiClick“ und „PROPOLIS“, und kann damit auf erprobte Methoden und Open-Source-Artefakte zurückgreifen. Inhaltlich legt es den Schwerpunkt auf die sichere Weitergabe von Trajektorien (der Bewegungspfad eines Datenpakets), indem der Personenbezug zwischen Datenerhebern und -verarbeitern entfernt wird. Gelingen soll dies mithilfe des Verfahrens der „differential Privacy“, dem gezielten „Verrauschen“ von Daten, während gleichzeitig relevante Daten erhoben werden. Durch die Kombination mit generativen KI-Modellen, werden so realistische, aber anonyme synthetische Daten erzeugt. Dabei werden öffentlich verfügbare Daten genutzt, um seltene Ereignisse besser zu modellieren und die Datenqualität zu erhöhen. 

Durch die Forschung von „SynTrace“ könnte zukünftig der Zugang zu hochwertigen, datenschutzfreundlichen Trajektoriendaten ermöglicht werden, die sicher, rechtskonform und zugleich wirtschaftlich sinnvoll nutzbar sind.

Prof. Dr. Ulf Brefeld

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