Offener Hörsaal: Jonna Bollow – Gleiches Ziel, anderer Weg
14.09.2026 Die 19-jährige beginnt im Wintersemester ihr Lehramtsstudium am College mit den Fächern Deutsch und Religion. Warum ihr Weg zur Leuphana über Maastricht führte, was das Gasthör-Programm damit zu tun hat und wie sie sich in die Hansestadt verliebte, erzählt sie im Interview.
©Leuphana/Teresa Halbreiter
Schon vor dem Abi war klar: Jonna Bollow möchte sich für Demokratie engagieren – nicht nur privat, sondern auch beruflich. „Ich stellte mir damals vor, bei der EU zu arbeiten oder Diplomatin zu werden.“ Der Plan war durchaus realistisch: Jonna Bollow spricht fließend Englisch und erhielt einen der begehrten Studienplätze für Europastudien in Maastricht. Sie zog in die Niederlande, alles schien perfekt.
Doch dann folgte die Ernüchterung: Die Studieninhalte waren spannend, aber sie würden Jonna Bollow nicht zu ihrem angestrebten Ziel führen. „Ich merkte schnell: Wenn ich politisch wirksam werden möchte, dann passt die EU-Ebene nicht für mich. Ich sah, wie schwer umsetzbar vieles ist. Dabei möchte ich mich viel direkter für Demokratie engagieren.“
Sie änderte ihren Plan, aber nicht ihr Ziel: „Meine Mutter ist Lehrerin und ich habe gesehen, was Bildung bewirken kann.“ Doch diesmal wollte sie ihre Entscheidung besser absichern – und stieß auf den Offenen Hörsaal an der Leuphana. Menschen jeden Alters können dabei an regulären Vorlesungen teilnehmen. „Für mich war das eine sehr gute Möglichkeit, die Leuphana und das Campusleben kennenzulernen. Mich haben die Diskussionskultur und die die Möglichkeit zum offenen Austausch überzeugt.“
Aus über 200 Vorlesungen können Gasthörende wählen. Jonna Bollow entschied sich unter anderem für eine Vorlesung zum Neuen Testament: „Das Schulfach Religion bietet viel Raum, mit Kindern und Jugendlichen über Ethik, Nächstenliebe und charakterliche Entwicklung zu sprechen. Für mich ist dieser Austausch wichtiger Teil einer demokratischen Bildung“, erklärt Jonna Bollow.
Aber noch etwas anderes gehört für sie dazu: „Schon die Kleinsten können erleben, wie sich ein Leben in einer Gemeinschaft anfühlt, wo alle die gleichen Rechte haben, aber auch die einzelnen Bedürfnisse zählen. Demokratie beginnt nicht erst im Klassenzimmer.“ Deswegen absolvierte Jonna Bollow einen Bundesfreiwilligendienst in einem Lüneburger Kindergarten.
Ihr Abitur machte sie in Mölln: „Die Leuphana hat einen sehr guten Ruf im Lehramt, deswegen habe ich mich für Lüneburg entschieden.“ Nicht nur die Leuphana auch die Hansestadt mit ihrer über 1000-jährigen Geschichte, den Staffelgiebeln und den vielen Freizeitmöglichkeiten hat sie überzeugt: „Ich habe mich gleich bei meinem ersten Besuch in Lüneburg verliebt.“
Im kommenden Wintersemester startet Jonna Bollow ihr Lehramtsstudium mit den Fächern Deutsch und Evangelische Religion an der Leuphana. „Der Offene Hörsaal hat mir bei meiner Entscheidung Sicherheit gegeben. Jetzt freue ich mich auf die Startwoche und mein Studium an der Leuphana.“ Manchmal kann ein Umweg genau in die richtige Richtung führen.