Zum Hauptinhalt springen

Aktionswoche Wissenschaft gegen Faschismus vom 01.-07.06.2026

29.05.2026 Die Fakultät Kulturwissenschaften beteiligt sich an der Aktionswoche Wissenschaft gegen Faschismus. Dabei wird diskutiert, ob es angesichts des Aufstiegs rechts-autoritärer Parteien und ihrer tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbaupläne begrifflich richtig und politisch notwendig ist, von Faschismus zu sprechen. Diese Debatte wird in über 120 Veranstaltungen an mehr als 70 Hochschulstandorten bundesweit an Universitäten weitergeführt. Die Beiträge der Fakultät Kulturwissenschaften finden Sie in der folgenden Übersicht. Die Veranstaltungen sind für alle Interessierten geöffnet.

Die Fakultät Kulturwissenschaften beteiligt sich an der Aktionswoche Wissenschaft gegen Faschismus. Dabei wird diskutiert, ob es angesichts des Aufstiegs rechts-autoritärer Parteien und ihrer tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbaupläne begrifflich richtig und politisch notwendig ist, von Faschismus zu sprechen. Diese Debatte wird in über 120 Veranstaltungen an mehr als 70 Hochschulstandorten bundesweit an Universitäten weitergeführt. Die Beiträge der Fakultät Kulturwissenschaften finden Sie in der folgenden Übersicht. Die Veranstaltungen sind für alle Interessierten geöffnet.


Dienstag, 2.6.2026 

12:15 – 13:45 Uhr 

C 40.146 Seminarraum 

Serhat Karakayali

Das Seminar " Understanding Culture and Society with Marx" wurde dem Thema angepasst und beschäftigt sich mit “Faschismustheorien im Anschluss an Marx”:

Im Rahmen des Seminars zu Marx befassen wir uns mit marxistischen Faschismustheorien, die angesichts des italienischen und deutschen Faschismus entwickelt wurden, etwa bei Clara Zetkin, Antonio Gramsci, August Thalheimer oder Anton Pannekoek. Im Zentrum steht die Frage, wie Faschismus ausgehend von Marx’ Analyse kapitalistischer Krisen, Klassenverhältnisse und politischer Herrschaft begriffen wurde. Ein kurzer Bezugspunkt ist Marx’ Analyse des Bonapartismus: Eine Konstellation, in der die Exekutive scheinbar über den sozialen Klassen steht und eine relative Eigenständigkeit gewinnt, zugleich aber die Gesellschaftsordnung stabilisiert. Von hier aus diskutieren wir Faschismus als Krisenform politischer Herrschaft, als Mobilisierung sozialer Fraktionen und als Angriff auf die organisierte Arbeiter*innenbewegung. 


Dienstag, 2.6.2026 

14:15 – 15:45 Uhr 

C 5.310 Seminarraum

Das Seminar "Subjektkritik in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts" beschäftigt sich mit dem Thema “Elemente einer Antifaschistischen Ästhetik. The White tobe Angry von José Esteban Muñoz”

Disidentification ist ein (u.a.) von José Esteban Muñoz theoretisiertet Begriff, und bezeichnet einen performativen Modus, der von minorisierten Subjekten eingesetzt wurde und wird, um einem unterdrückenden und normalisierenden Diskurs Widerstand zu leisten. Disidentifiation widersetzt sich der Anrufung, die ein Subjekt in einem gesellschaftlichen System, politischen Machtapparat oder anderen Ordnungen fixiert. Es stellt eine Möglichkeit des Agierens jenseits der Binarität von Identifikation und Gegenidentifikation vor, und kann in seinem ganzen Ansinnen als ein Bestandteil einer antifaschistischen Ästhetik bezeichnet werden - zumal in der Performance der Drag Queen Vaginal Davis, die Munoz als „terroristdrag“ beschreibt.

Teilnahmevoraussetzung: Lektüre des Kapitelsaus Disidentification: „The White to be Angry “. 


Dienstag, 2.6.2026 

14:15 – 15:45 Uhr 

C 12.108 Seminarraum 

Roberto Nigro

Im Seminar "Eine Kritik der revolutionären Vernunft: Plebs, Multitude, Arbeiterklasse" behandeln wir das Thema „Massenpsychologie des Faschismus“.

Wir lesen Auszüge aus Kapitel 2 von Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus. 

Dabei geht es darum, zu untersuchen, warum Massen faschistische Bewegungen unterstützen, und zu verstehen, ob autoritäre Strukturen nicht nur äußerlich – auf der Ebene des Staates –, sondern auch innerlich verankert sind. Ideologie wird hierbei nicht nur als „falsches Bewusstsein“ verstanden, sondern als etwas, das emotional und körperlich verankert ist. Wir fragen nach dem Zusammenhang zwischen sexueller Unterdrückung und politischem Autoritarismus sowie nach der Rolle der Familie in der Herausbildung autoritärer Strukturen.


Dienstag, 2.6.2026 

16:15 – 17:45 Uhr 

C 5.325 Seminarraum 

Roberto Nigro

Das M.A.-Seminar "Subjektivität und Macht" wird sich dem Thema „Die psychologische Struktur des Faschismus“ widmen.

Wir lesen den Text The Psychological Structure of Fascism von Georges Bataille. 

Georges Bataille sah sich in den dramatischen Jahren der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts gezwungen, sich mit der bitteren Realität des Faschismus auseinanderzusetzen. Er entwickelt dabei den Gegensatz zwischen Homogenität und Heterogenität. Verfasst in einem dramatischen historischen Kontext – dem Aufstieg Adolf Hitlers in Deutschland, der Konsolidierung des Faschismus in Italien und dem Auftreten faschistischer Verbände in Frankreich –, bricht seine Analyse mit zwei vorherrschenden Deutungen: erstens mit der liberalen Auffassung des Faschismus als vorübergehender Abweichung innerhalb des Modernisierungsprozesses, zweitens mit der vulgärmarxistischen Auffassung des Faschismus als bloßem Instrument des Kapitalismus. In diesem Text hebt Georges Bataille zwei entgegengesetzte Dimensionen hervor. Einerseits definiert er die Homogenität als die Sphäre der Kommensurabilität, der Nützlichkeit und der Produktion. Die Heterogenität hingegen bezeichnet all das, was sich dieser Logik der Äquivalenz entzieht.


Mittwoch, 3.6.2026 

12:15 – 15:45 Uhr 

C 14.202 Seminarraum 

Anne Gräfe

Das Seminar "Krise: Formen, Diagnosen, Möglichkeiten" wurde dem Thema angepasst und beschäftigt sich mit “Krise Faschismus”:

Wir lesen und diskutieren:  

Auszüge aus: Dagmar Herzog, Der neue faschistische Körper sowie die Aktuelle Feuilleton Faschismus-Debatte, u.a.:  
06.05.2026 Jan Philipp Reemtsma (FAZ): Woher kommt die Lust am Faschismus-Vorwurf? (https://archive.ph/wmA7n#selection-2129.0-2157.10) 
11.05.2026 Robin Celikates und Rahel Jaeggi (ZEIT): Wie Demokratien zu menschenfeindlichen Regimen werden (https://archive.is/3EC0G) 
14.05.2026 Dagmar Herzog: Aus Lust an der Zerstörung (SZ) (https://archive.is/SNrx6#selection-423.0-423.26) 
19.05.2026 Tania Martini (FAZ): Ab wann herrscht richtiger Faschismus?  (https://archive.ph/KowkM#selection-2141.0-2171.10) 
19.05.2026 Alex Demirović (ND): Vom Faschismus reden?  (https://www.nd-aktuell.de/artikel/1199852.faschismus-debatte-von-faschismus-reden.html?sstr=Demirovic) 


Thursday, 4th June 

9am-12noon 

C 14.001 seminarroom 

Armin Beverungen

The seminar “Media Technologies of Organizationfocuses on thetopic of techfascism.

This weekweareusingtheoccassion of theactionweek 'scienceagainstfascism' (https://wissenschaft-gegen-faschismus.de/) totalkabouttech-fascism. This is a recenttermthattriestomake sense of howcontemporary digital mediatechnologies, and theirassociatedknowledges, practices and ideologies, areentangledwithfascistorganizing. 
We will exploretowhatextendcontemporarytech, in manywaysemanatingfrom Silicon Valley, hasfascisttendencies (ormorethanthat), taking generative AI as an example. We will also exploresome of theideologiesthatdrivetechdevelopment, and howtheyareoftenexplicitlyfascist. 

Toprepare, pleaseread: 
Toscano, Alberto. (148 AD) 2025. ‘TheyBuildto Dominate, orFascism in the Age of Its Digital Reproducibility’. In Are You a Software Update?,editedby Nora O’Murchú and Janša Janša. Aksioma. 
Möllers, Norma. 2025. ‘We Have Never Not Been Fascist: Infrastructures of State Violenceas Technofascist Laboratories’. Dialogues on Digital Society 1 (3): 252–55. doi.org/10.1177/29768640251377169. 

Optional: 
Coeckelbergh, Mark. 2026. ‘Technofascism: AI, Big Tech, and the New Authoritarianism’. AI & SOCIETY, ahead of print, January 25. https://doi.org/10.1007/s00146-026-02862-9. 
re:publica. 2026. Re:Publica 26: Rainer Mühlhoff – KI Und Der Neue Faschismus. 30:59. www.youtube.com/watch. [Youcan switch on English subtitles.] 


Thursday, 4th June 2026 

10:15 – 11:45 a.m. 

C 5.310 seminarroom 

Susanne Leeb

Art, Politics, Censorship 
A Seminar with Madhusree Dutta (Filmmaker, Researcher, Feminist Activist) 

Madhusree Dutta will talk in the seminar about differences between censorship and control under various political systems. She will mainly address the film by Nina Gladitz about Leni Riefenstahl. 

"In 1982, filmmaker Nina Gladitz (1946–2021) producedthedocumentary *Zeit des Schweigens und der Dunkelheit* (Time of Silence and Darkness) forthe WDR. The subject of the film isthefate of the Sinti and Roma whom Leni Riefenstahl recruitedfromthe Maxglan camp near Salzburg toserveasextras on theset of her film *Tiefland*—many of whomweresubsequentlymurdered in Auschwitz. 
Severalsurvivorsspoke out in thefilm. However, Riefenstahl claimedtohaveknownnothing of theextras' fate and, twoyearslater, filed a lawsuitagainstGladitz'sfilm. While thesuit was dismissed on severalcounts, it was not dismissed on all, and Riefenstahl succeeded in obtaining an injunctionbanningitsbroadcast. Consequently, *Zeit des Schweigens und der Dunkelheit* has not beenscreenedbythe WDR sincethat time.“ (Expert from an entry at Deutschlandfunk Kultur).

We will also examine a musicvideoby Aline Benecke—based on a compositionby Fasia Jansen, a Black activist—in ordertodiscussthedifferencesbetweencensorship and controlundervariouspoliticalsystems. 

Please watch the film by Gladitz beforehand: To be seen at: https://www.youtube.com/watch?v=sZpUtJUeWkg 


Thursday, 4th June 2026 

2 p.m. – 5 p.m.  

Hamburg Media School, R. 210 

Jana Hitziger

AffectivePublics and Digital Fascism 

As part of the seminar Critical Perspectives on Digital Activism, this session will focus on the concept of ‘affective publics’ and its implications for ‘digital fascism’. We will explore how social media platforms mobilize ‘affective publics’ and to what extent memes and digital storytelling have emerged as key tools for contemporary advocacy campaigns. We will analyze how these emotional, aesthetic, and infrastructural conditions are utilized by far-right actors to normalize extremist worldviews and finally identify effective responses. 


Freitag, 5.6.2026 

10:0 – 15.00 Uhr 

C 14.203 Seminarraum 

Stephan Scheel

Öffnung des Blockseminars zum Thema „Narrative und Interventionen: Zur Verhandlung von Migration in den Sozialen Medien“ für die Aktionswoche

Ankündigung: 

„Als ein wesentlicher Grund für die jüngsten Erfolge rechtsextremer Parteien bei den Landtags- und Bundestagswahlen sowie der Verbreitung einer rechten Jugendkultur werden die Aktivitäten von Rechten aus social media Plattformen wie TikTok und Instragram aber auch Messenger-Diensten wie Telegram angesehen. Ein zentrales Thema, dass dabei in kurzen Videos, Memes und anderen Beiträgen verhandelt wird, ist Migration. Dieses Seminar widmet sich der kritischen Auseinandersetzung mit den von der radikalen Rechten in den Sozialen Medien verbreiteten Diskursen zu Migration. Nach einem kurzen Input zur Bedeutung dieser Narrative und ihrer Verbreitung auf Social Media für den „reflexiven Faschismus“ (Strick) werden in dieser Sitzung ein paar Kurzvideos (reels) mit rechten Narrativen zu Migration vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Anschließend stellen einige Arbeitsgruppen ihre Ideen und Konzepte für die Produktion eigener TikTok-reels vor, in denen rechte Narrative zu Migration dekonstruiert bzw. positive Framings von Migration entwickelt werden. 


Freitag, 5.6.2026 

14:15 – 15:45 Uhr 

C 5.311 Seminarraum 

Ulf Wuggenig

Das Seminar “Individuelle und kollektive Erinnerung: Kultur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven” wird sich dem Thema „Faschismus" unter semantischen wie auch erinnerungspolitischen Gesichtspunkten widmen, dabei auch Bezüge zum Kontext, speziell zum eigenen, i.e. Lüneburg, herstellen. Zusätzliche Teilnehmer*innen sind willkommen.