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Training stärkt Unternehmer in Togo nachhaltig

02.07.2026 Das innovative Unternehmer*innen-Training von Prof. Dr. Michael Frese und seinen Fachkolleg*innen Prof. Dr. Mona Mensmann (Universität zu Köln) sowie Prof. Dr. Michael Gielnik (Leuphana) zeigt auch sieben Jahre nach seiner Durchführung bemerkenswerte Erfolge. Die Forscher erhielten für ihre Studie den Innovation Growth Lab Research Prize in der Kategorie „Best Experimental Paper for Potential Policy Impact“. Die Auszeichnung würdigt Forschungsarbeiten, die nicht nur wissenschaftlich überzeugen, sondern das Potenzial besitzen, Entscheidungen zu beeinflussen.

©Michael Frese
„Frauen geben den erzielten Gewinn eher in die Familien zurück als in ihr Unternehmen", sagt Prof. Dr. Michael Frese.

Bereits vor 30 Jahren entwickelte Prof. Dr. Michael Frese das heute international bekannte Personal-Initiative-Training. Im Unterschied zu anderen Schulungen vermittelt es kein betriebswirtschaftliches Wissen: „Unsere Teilnehmenden lernen Chancen aktiv zu erkennen, Probleme eigenständig zu lösen, oder Rückschläge zu überwinden“, erklärt der Professor für Psychologie, insbesondere Innovation und Entrepreneurship. Damit setzt das Training genau dort an, wo Michael Frese den Schlüssel zum Erfolg sieht: bei Eigeninitiative und Selbstwirksamkeit. 2017 wurde die randomisierte Studie mit Kontrollgruppen bereits in der renommierten Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Die aktuelle Weiterführung dieser Untersuchung belegt nun: Das 32-stündige Training führt auch noch siebeneinhalb Jahre später zu höheren Gewinnen, mehr Investitionen und größerem Unternehmenserfolg: „Das ist ein außergewöhnlicher Langzeiteffekt, den wir in der Entrepreneurship-Forschung nur selten nachweisen können“, erklärt er. 

Für die Studie wurden 1.500 Kleinunternehmer*innen in der togolesischen Hauptstadt Lomé nach Zufall verschiedenen Trainingsprogrammen zugeteilt: Eine Gruppe erhielt ein klassisches Managementtraining, eine zweite nahm am Personal-Initiative-Programm teil und eine dritte erhielt kein Training. Die Ergebnisse zeigen, dass das psychologisch ausgerichtete Training langfristig deutlich wirksamer war als traditionelle Schulungen zu Buchhaltung, Marketing oder Personalmanagement: Unternehmer, die das Training absolviert hatten, erzielten nach sieben Jahren durchschnittlich 91 US-Dollar mehr Gewinn pro Monat als die Vergleichsgruppe. Das entspricht einer Steigerung von rund 52 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Kontrollgruppe.

Dennoch enttäuschend für Michael Frese: Frauen profitierten nicht wie erhofft von dem Training: „Anfang konnten wir noch eine Steigerung messen. Der langfristige Erfolg wie bei den Männern allerdings blieb aus.“ Der Forscher vermutet ein unterschiedliches Investitionsverhalten: „Frauen geben den erzielten Gewinn eher in die Familien zurück als in ihr Unternehmen.“

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass gezielte Förderung von Eigeninitiative und unternehmerischem Denken langfristig erhebliche wirtschaftliche Wirkungen entfalten kann. Nach Berechnungen der Autoren übersteigen die zusätzlichen Gewinne die Kosten des Trainings um ein Vielfaches. Das Programm könnte damit als Vorbild für zukünftige Fördermaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern dienen.

Kontakt

  • Prof. Dr. Michael Frese