Nachhaltigkeit umarmt die Zukunft

Festveranstaltung anlässlich 15 Jahre Fakultät Nachhaltigkeit

16.02.2026 „Das Wissen zur Nachhaltigkeit muss erweitert aber auch genutzt werden.“ Das ist die Botschaft der Festveranstaltung anlässlich der 15 Jahre Forschung und Lehre, die an der Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg entwickelt wurden. Die globalen politischen Herausforderungen, die dem gesellschaftlichen Zielbild einer nachhaltigen Lebensweise mittlerweile entgegenschlagen, sind groß. Den Lüneburger Appell unterstützen deshalb zahlreiche Experten*innen und Organisationen auf dem Symposium.

©Leuphana/Phillip Bachmann
15 Jahre Fakultät Nachhaltigkeit: Symposium im Forum des Zentralgebäudes

Erfolge müssen gewürdigt werden. Sie geben aber auch Anlass zur Reflexion. Die Leuphana School of Sustainability hat beides eingelöst. Sie wirkt in vorderster Linie. Den Blick aus der Gegenwart in die Zukunft wagten jetzt Impulse in hochrangig besetzten Podiumsdiskussionen, Keynotes und Workshops an der Leuphana. Für Dr. Stefan Schaltegger, Professor für Sustainability Management an der Leuphana, ist die Bilanz eindeutig: „Es ist die erste Fakultät für Nachhaltigkeit in Europa und eine von wenigen auf der Welt.“ Er ergänzte: „Manche haben begonnen, uns hier in Deutschland nachzuahmen und das ist eine gute Sache: Es zeigt offensichtlich, dass wir eine führende Institution geworden sind.“

In einer kurzweiligen Zeitreise führte jetzt im Februar der Professor für Nachhaltigkeitsmanagement die rund 150 Gäste durch die letzten eineinhalb Jahrzehnte der Fakultät. Die Entwicklung besticht: Inzwischen sind über 9 Institute mit rund 30 Professuren etabliert worden. Knapp 200 Mitarbeitende stehen täglich im Dienst der Nachhaltigkeit. Dabei verwies Schaltegger auf die Etappen zum Erfolg: „Jede Geschichte hat eine Vorgeschichte.“ Und so sei der Startpunkt der heutigen School of Sustainability auf die Entwicklung des Studiengangs Umweltwissenschaften in Lüneburg im Jahr 1997 zurückzuführen. Dass die heutige Fakultät zu einem „Kernstück der Leuphana DNA geworden“ sei, zeige sich laut Schaltegger nicht nur in den hervorragenden Forschungsleistungen, Promotionszahlen und erfolgreichen Studiengängen, sondern auch an der nachhaltigen Campusentwicklung. 

Fotozeile unten: Prof. Dr. Stefan Schaltegger (links), Sven Prien-Ribcke, Prof. Dr. Daniela Jacob, Prof. Dr. Maraja Riechers, Prof. Dr. Dr. Nils Ole-Oermann, Prof. Dr. Gerd Michelsen (mitte und rechts)

©Leuphana/Phillip Bachmann
©Leuphana/Phillip Bachmann

Hartnäckigkeit, Geschick und ein langer Atem sind notwendig

Eine Podiumsdiskussion nahm das Thema „Nachhaltigkeit/Wissenschaft: Gestern – Heute – Morgen“ auf. Unter Moderation von Sven Prien-Ribcke erinnerte Prof. Gerd Michelsen, einer der Mitbegründer des ersten Lüneburger Umweltstudiengangs und der Fakultät, daran, dass es beim Thema Nachhaltigkeit immer auch Widerstände zu überwinden gilt. Damals wie heute sind aus diesem Grund Hartnäckigkeit, Geschick und ein langer Atem notwendig.

Die Klimaforscherin Prof. Daniela Jacob vom Klimaservice Center Deutschland stimmte dem zu. Direkt an ihre Kolleginnen und Kollegen im Publikum gewandt, forderte sie: „Wir können nicht nur über den Klimawandel reden und sagen, dass es drei Grad wärmer wird. Das Wissen muss genutzt werden und dafür müssen wir als Wissenschaftler rauskommen und das jeweilige Gegenüber begeistern und auch bewusst irritieren, damit es auch umgesetzt wird“. 

In der Abend-Keynote im Anschluss an einen Workshop zur Zukunft der Nachhaltigkeitswissenschaften erweiterte Prof. Anna-Katharina Hornidge, Direktorin des German Institute of Development and Sustainability, die Perspektive. Es ging ihr um die Herausforderungen der globalen (Un-)Ordnung und geopolitischen Spannungen für die nachhaltige Entwicklung. Dabei wurde deutlich, wie eng Sicherheitspolitik verknüpft ist mit Nachhaltigkeitsfragen. Auf dem Abschlusspodium des Symposiums wurden die Lehre mit Praxiskooperationen verknüpft. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Lüneburg, Claudia Kalisch, und IHK-Präsident Andreas Kirschenmann, Bundestagsabgeordneter Jakob Blankenburg, Reallaborforscher Prof. Dr. Daniel Lang, Entrepreneurin Dr. Anna-Katharina von Stauffenberg und Energieökonomin Prof. Claudia Kemfert beleuchteten die Schnittstelle von Forschung, Lehre und gesellschaftlicher Praxis. Sie zeigten die Möglichkeiten und Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung für die Stadt und Region Lüneburg auf. 

Fotozeile unten: Sven Prien-Ribcke, Prof. Dr. Claudia Kemfert, Prof. Dr. Daniel Lang (links), Claudia Kalisch, Andreas Kirschenmann, Jakob Blankenburg (mitte), Andreas Kirschenmann, Jakob Blankenburg, Dr. Anna-Katharina von Stauffenberg (rechts)

©Leuphana/Phillip Bachmann
©Leuphana/Phillip Bachmann
©Leuphana/Phillip Bachmann

Ausblick: Für neue Themen und Ansätze öffnen

Prof. Harald Heinrichs, Dekan der School of Sustainability, schloss mit einem Blick in die Zukunft: „Trotz des unverkennbaren Drucks auf Nachhaltigkeit aufgrund gesellschaftlicher und politischer Veränderungen zeichnete sich das Symposium aus durch Zuversicht und eine neue Aufbruchstimmung. Wichtig dafür ist, dass Nachhaltigkeitsforschung und -lehre sich weiterentwickeln und noch mehr für neue Themen und Ansätze öffnen, wie beispielsweise Sicherheit und Geopolitik, Rechtspopulismus und Wissenschaftsfeindlichkeit, autoritäre Tendenzen, Künstliche Intelligenz, Resilienz und regenerative Nachhaltigkeit.“

Meinung in Social Media

Prof. Claudia Kemfert, Professorin für Energieökonomie und Energiepolitik an der Leuphana Universität Lüneburg und im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung tätig, schrieb auf LinkedIn: „Nachhaltige Transformation entsteht nicht im Konsensraum, sondern im Spannungsfeld zwischen klimapolitischer Notwendigkeit, wirtschaftlicher Rationalität und politischer Umsetzbarkeit.“

Prof. Uwe Schneidewind, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal und Präsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, würdigte ebenso auf LinkedIn: „Die Leuphana Universität Lüneburg ist zu einem der faszinierenden Universitäts-Transformationsprojekte in Deutschland geworden. Inzwischen ist es eine 20-jährige Erfolgsgeschichte. Im Kern der Universitätsentwicklung steht die im Wintersemester 2010/2011 gestartete damals erste eigenständige Nachhaltigkeits-Fakultät einer Deutschen Universität. Ich hatte damals das Vergnügen in der Berufungskommission für die ersten Eckprofessuren der Fakultät mitwirken zu dürfen.“ Und weiter sagt er zu den aktuellen Herausforderungen: „Diese sind gewaltig angesichts der gesellschaftlichen und politischen Umbrüche und dem zum Teil erheblichen Backlash der Nachhaltigkeitsdebatte national und international.“ 

Kontakt - Dekan

  • Prof. Dr. Harald Heinrichs