Energieforum 2026: Wie kann die Energiewende lokal und regional in Niedersachen gelingen?
17.09.2026 Das 14. Energieforum der Leuphana Universität fand am 15. September 2026 im Zentralgebäude der Leuphana in der Hansestadt Lüneburg statt – mit einem klaren Fokus auf eine zukunftsfähige Stromversorgung in der Region. Prof. Dr. Thomas Schomerus von der Leuphana Universität Lüneburg begrüßte das Publikum im Libeskind-Bau und freute sich über ein ausgebuchtes Forum von etwa 220 Personen. Unter dem Thema „Stromversorgung der Zukunft: Worauf kommt es lokal und regional an, wenn die Energiewende gelingen soll?“ trafen sich Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Energieversorger und Bürger:innen, um gemeinsam Lösungsansätze für die Energiewende zu diskutieren.
Von links nach rechts: Prof. Dr. Thomas Schomerus, Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch, Lothar Nolte (Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen), niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Christian Meyer, Prof. Dr. Thomas Schomerus
Im Grußwort unterstrich die Oberbürgermeisterin der Hansestadt Lüneburg, Claudia Kalisch, die zentrale Rolle der lokalen Ebene: „Wir wollen, dass die Transformation der Energiewende rasch gelingt: Wir als Hansestadt wollen Windenergie erzeugen, den Anteil von Solarstrom weiter steigern und die Energiewende an öffentlichen Gebäuden voranbringen. Aber es funktioniert nicht ohne Umdenken und Kompromisse.“ Sie betonte, dass die Energiewende nur gelingen kann, wenn lokale Akteure gemeinsam planen, Bürger:innen einbinden und die Verwaltung als Begleiterin agiert. Besonders herausfordernd sei in Lüneburg die Kombination aus einer hohen Dichte an denkmalgeschützten Gebäuden und der Notwendigkeit einer Netzverstärkung – die nur im öffentlichen Raum möglich sei.
Anschließend war der der Präsident der Bundesnetzagentur Klaus Müller digital zugeschaltet und sprach über aktuelle Herausforderungen der Energiewende aus Perspektive der Bundesnetzagentur. Er wies auf die Notwendigkeit klarer Regeln im Energiemarkt hin, da das Prinzip von Angebot und Nachfrage in netzgebundenen Märkten nicht im klassischen Sinne funktioniere.
In den folgenden sieben Sessions wurden zentrale Bausteine für die zukünftige Stromversorgung erörtert. Auch rechtliche und finanzielle Fragen standen auf der Agenda. Die Fachforen befassten sich unter anderem mit Vorranggebieten für Windenergie im Landkreis Lüneburg, finanzieller Teilhabe bei Wind- und Solarprojekten, dem Netzzugang für erneuerbare Energien und Speicher sowie der Finanzierung notwendiger Investitionen in Kommunen und Regionen. Die Diskussionen verdeutlichten, dass technische Innovation, klare Regelungen und finanzielle Beteiligungsmodelle die Grundpfeiler einer erfolgreichen Energiewende auf lokaler und regionaler Ebene bilden.
„Moin Freunde der Energiewende“
Am Nachmittag startete Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Christian Meyer seinen Vortrag norddeutsch trocken mit: „Moin Freunde der Energiewende“ und setzte damit die Tonalität seiner Rede: Niedersachsen ist vorne an, was Windenergie betrifft, setzt weiterhin auf regenerative Energien. Er warb dafür, Überschüsse aus Wind- und Solarstrom besser zu nutzen und er fasst zusammen: „Niedersachen will weiter die erneuerbaren Energien ausbauen. Wir wollen auch in diesen Zeiten eine resiliente, unabhängige Energieversorgung mit heimischen Energien haben.“
Im Anschluss diskutierte Christian Meyer unter der Moderation von KEAN-Leiter Lothar Nolte (in Vertretung für Claudia Kemfert, die ihre Teilnahme leider kurzfristig absagen musste)mit Thomas Schomerus und den ModeratorInnen der Sessions . Hier wurde deutlich, dass Planungs- und Finanzierungssicherheit die Grundvoraussetzung für den weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie, Netzinfrastruktur sowie Batteriespeichern ist. Klare Netz-Priorisierungsregeln, ein einheitlicher Wasserstoff-Rahmen und gezielte staatliche Finanzierungsinstrumente wurden als zentrale Maßnahmen identifiziert, um die aktuelle Verunsicherung von Investoren, Netzbetreibern und Bürger:innen zu überwinden und die Energiewende in Niedersachsen zügig voranzutreiben.
Prof. Dr. Thomas Schomerus ergänzte nach der Veranstaltung: "Themen wie die Elektrifizierung aller Bereiche des Lebens, Sektorkopplung, die Bereitstellung von Flächen für Wind- und Solarparks, Netzausbau wurden in Vorträgen, Sessions und Diskussionen, u.a. mit dem Präsidenten der Bundesnetzagentur Klaus Müller oder dem niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer behandelt. Dass die Tagung wegen eines Feueralarms unterbrochen werden musste, tat der guten Stimmung keinen Abbruch, die Zeit wurde für intensive Gespräche genutzt. Fazit: Das Energieforum hat seinen Zweck, eine Plattform für die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und für den Austausch in der Region zu bieten, erfüllt."
Das 14. Energieforum wurde gemeinsam mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN), dem ECOLOG-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung, der Stiftung für Finanzierung und Finanzwirtschaft und der Stiftung Umweltenergierecht organisiert. Das nächste Leuphana Energieforum ist für den 7. September 2027 geplant.


