Leuphana-Forscherin in internationales Gremium berufen

10.02.2026 Dr. María Fernanda Godoy León, Wissenschaftlerin am Social-Ecological Systems Institute (SESI) an der Leuphana Universität Lüneburg, wurde als Chapter Scientist für den kommenden Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ausgewählt.

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„Die Aufgabe zeigt auch, wie relevant die Forschung an der Leuphana im internationalen Nachhaltigkeitsdiskurs ist", sagt Dr. María Fernanda Godoy León.

Der IPCC gilt als weltweit wichtigste wissenschaftliche Instanz zur Bewertung des Klimawandels. Seine Sachstandsberichte fassen den aktuellen Stand der internationalen Forschung zusammen und bilden eine zentrale Grundlage für klimapolitische und umweltpolitische Entscheidungen auf nationaler und internationaler Ebene. Die beteiligten Forscher werden nach strengen wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt.

Als Chapter Scientist unterstützt María Fernanda Godoy León die koordinierenden und leitenden Autoren bei der wissenschaftlichen und strukturellen Entwicklung von Kapitel 8: Dienstleistungen und Nachfrage. Zu ihren Aufgaben gehören die Organisation und Auswertung umfangreicher Literatur, die inhaltliche Abstimmung zwischen verschiedenen Teilen des Berichts und die Unterstützung wichtiger Arbeitsprozesse innerhalb des internationalen Autorenteams. Die Position erfordert sowohl ein hohes Maß an Fachkompetenz als auch ausgeprägte Koordinations- und Kommunikationsfähigkeiten.

María Fernanda Godoy León forscht an der Leuphana Universität in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dave Abson, Professor für nachhaltige Ressourcennutzung. Sie beschäftigt sich unter anderem mit Suffizienz und Konsumverhalten in privaten Haushalten, insbesondere in Deutschland. Die zentrale Frage lautet, wie Ressourcenverbrauch, soziales Wohlergehen und die Grenzen des Erdsystems in Einklang gebracht werden können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Fragen der globalen Gerechtigkeit und der Berücksichtigung lokaler ökologischer Kapazitäten.

Für die Forscherin ist die Zusammenarbeit mit dem IPCC eine große Ehre: „Die Aufgabe zeigt auch, wie relevant die Forschung an der Leuphana im internationalen Nachhaltigkeitsdiskurs ist. In unserem Kapitel wird untersucht, wie Klimaschutz mit menschlichem Wohlbefinden zusammenhängt. Wir untersuchen, wie nachfrageseitige Lösungen und Suffizienz grundlegende Dienstleistungen und eine hohe Lebensqualität für alle gewährleisten können, wobei wir über einen rein technologischen Fokus zu einer ganzheitlicheren, sozial-ökologischen Perspektive gelangen.“

Die Zusammenarbeit mit dem IPCC ist auf vier Jahre angelegt und wird jährlich evaluiert. Die Arbeit wird hauptsächlich in international vernetzten, digitalen Teams durchgeführt und durch regelmäßige persönliche Treffen ergänzt.