„Ab auf den Acker“ – Studierende der Leuphana gestalten jetzt eine CampusAckerdemie
24.04.2026
„Braucht ihr noch Pflanzen?“, „Ich hätte noch eine Gießkanne abzugeben.“, „Nee, ich bin das andere Beet.“ Fröhliches Stimmengemurmel vermischt sich mit Vogelgezwitscher, als bei Sonnenschein und Frühlingsluft Lehramtsstudierende die ersten Pflanzen in die CampusAckerdemie setzen. Die CampusAckerdemie ist der neu errichtete Garten auf dem Leuphana Campus, in dem Studierenden lernen, wie ein Schulgarten zu betreuen ist und wie sie später mit Schüler*innen gemeinsam einen Acker pflegen.
Seit März 2026 gibt es eine Freifläche in direkter Nähe zum Zentralgebäude der Leuphana, auf der die CampusAckerdemie, eine ca. 50m2 große Ackerfläche errichtet wurde. Zum Sommersemester 2026 starten nun bereits zwei Seminare in der Lehramtsausbildung aus den Fächern Sachunterricht und Biologie bei den Dozierenden Dr. Sabine Richter vom Institut für Bildung für nachhaltige Entwicklung und transdisziplinäre Forschung und Nina Janßen vom Chemie-Institut mit der Arbeit im Garten. Vom Verein Acker begleitet ehrenamtlich Ackercoach Katja Frielinghaus das Seminar. Sie erklärt, welche Pflanzen eingesetzt werden, welches Saatgut eingebracht wird, wie breit der Abstand zwischen den Pflanzen sein sollte und vieles mehr. Die Studierenden lernen die landwirtschaftlichen Grundlagen des Gemüseanbaus kennen und erwerben alle wichtigen Fähigkeiten, um den Gemüsegarten als nachhaltigen Lernort an Schulen und Kitas wirkungsvoll einzurichten und zu betreuen.
Einige Studierende staunen über Gemüse, von dem sie vorher noch nichts gehört haben, dazu gehört etwa die Schwarzwurzel. Da wird erst einmal auf dem Smartphone nachgeschaut, warum es denn Schwarzwurzel heißt (für alle LeserInnen, die es auch nicht wissen sollten: es liegt an der braun-schwarzen Außenhaut des Wurzelgemüses, darunter ist die Schwarzwurzel jedoch weiß.). Auf die Frage, wie häufig außerhalb des Seminars die frisch gesetzten Pflanzen und die Saatgut angegossen werden sollte, antwortet Katja Frielinghaus mit der Gärtnerregel: „Einmal hacken spart dreimal gießen.“ Der Boden wird durch regelmäßiges Hacken aufgelockert und feine Kapillaren unterbrochen, welches die Verdunstung von Bodenfeuchtigkeit reduziert und Regenwasser besser versickern lässt.
START DER INITIATIVE
Mitarbeiter*innen des Hochschulprogramms CampusAckerdemie mit der Leitlinie „Raus aus dem Hörsaal, ran an den Acker!“ vom Verein Acker e.V. sind initiativ an die Fakultät Nachhaltigkeit herangetreten, da sie dieses Programm gezielt an Universitäten mit einer Lehramtsausbildung etablieren wollen, um möglichst viele angehende Lehrkräfte zu erreichen. Sie unterstützen bei der Organisation des CampusAckers – von der Flächenauswahl bis zur Ackereinrichtung über Begleitmaterialien wie einen praxiserprobten Seminarplan mit aufeinander aufbauenden Modulen und Lerntagebüchern bis zu einer Lernplattform. Die Aufbereitung der Fläche vor dem alten Vamos-Gelände, dazu gehört die Entsiegelung und der Bodenaustausch, der Staketenzaun und der Wasseranschluss, wurden über den Klimaschutzfond der Leuphana finanziert. Der Eigenanteil für das Programm CampusAckerdemie, der von der Leuphana zu zahlen ist, sowie die Gartengeräte und Hochbeete, die im Rahmen der Seminare noch aufgebaut werden, werden über die Bingo Umweltstiftung finanziert.
Angehende Lehrkräfte sind die Hauptzielgruppe des Angebots. Im weiteren Verlauf ist es angedacht, dass auch interessierte Studierende der Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften die Gelegenheit bekommen sich im Rahmen von Lehrveranstaltungen mit dem Thema Schulgarten und Bildung für Nachhaltige Entwicklung, kurz BNE, auseinander zu setzen.
Einmal wöchentlich treffen sich nun die Seminare auf dem CampusAcker. Wenn dann im Frühsommer die ersten Kohlrabi, Salate und Erbsen geerntet werden können, stellt sich bestimmt auch die Vorfreude auf den Verzehr des selbstangebauten Gemüses ein. So lernen die angehenden Lehrkräfte, selbst einen Bezug zu Lebensmittelherstellung aufzubauen und dann später auch an Schüler*innen zu vermitteln beim Aufbau eines eigenen Schulgartens.



