Global Environmental and Sustainability Sciences: Leonie Rauchholz – Nachhaltigkeit weltweit
09.07.2026 Auslandssemester in Mexiko und Norwegen, Lieferketten verfolgen - lokal in Kolumbien, global in Indien: Für die 24-jährige Alumna war das Studium am Leuphana College weit mehr als Hörsaal und Seminarraum. Bei internationalen Aufenthalten sammelte sie Erfahrungen, die ihre wissenschaftliche Ausbildung entscheidend prägten. Studieninteressierte können sich bis 15. Juli 2026 für den Bachelor „Global Environmental and Sustainability Sciences“ und andere Studienprogramme am Leuphana College bewerben.
©Dr. Marietta Hülsmann
Nach dem Abitur war für Leonie Rauchholz klar: Sie wollte Umweltwissenschaften studieren. Die Antworten auf Fragen der globalen Nachhaltigkeitstransformation suchte sie aber nicht allein in den Naturwissenschaften. Das Studienprogramm „Global Environmental and Sustainability Sciences“ an der Leuphana Universität Lüneburg überzeugte sie: „Mich interessiert vor allem, wie wir als Gesellschaft den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit schaffen“, erklärt sie. Die interdisziplinäre Verbindung aus Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften führte sie nach Lüneburg. Studierende erwerben in dem englischsprachigen Programm Schlüsselkompetenzen, mit denen sie auf internationaler und systemischer Ebene zu nachhaltigen Entwicklungen beitragen können.
Genau diesen Weg ging Leonie Rauchholz mit verschiedenen Auslandssemestern und Stipendienprogrammen für Praktika in Mexiko, Norwegen, Kolumbien und vor allem in Indien: Über das entwicklungspolitische ASA-Programm reiste sie gemeinsam mit einer Projektpartnerin durch Indien. Beide folgten der kompletten Lieferkette eines fair hergestellten Bio-Baumwoll-T-Shirts – von den Baumwollfeldern über Spinnerei, Färberei und Näherei bis zum fertigen Kleidungsstück.
Leonie Rauchholz führte Interviews, schoss Fotos und sammelte Eindrücke. Daraus entsteht derzeit ein Magazin, das nicht nur Produktionsprozesse erklärt, sondern vor allem die Geschichten der Menschen erzählt. Besonders bewegend war für die Studentin ein Gespräch mit Näherinnen in einer Fast-Fashion-Exportfabrik. „Sie erzählten, dass sie während ihrer Schicht kaum trinken, damit sie nicht zur Toilette müssen. Der Produktionsdruck ist extrem hoch“, berichtet sie. Die Begegnungen zeigten ihr, wie viel Leid hinter gerade billigen, konventionellen Produkten stecken kann: „Viele Nachhaltigkeitsthemen wirken oft weit weg. Geschichten über Menschen machen sie greifbar.“
Theoretisch hatte sich Leonie Rauchholz mit Nachhaltigkeitsmanagement und Lieferketten bereits im Studium auseinandergesetzt. Besonders das Cradle-to-Cradle-Konzept von Professor Dr. Michael Braungart beeindruckte sie nachhaltig. Die Idee, Produkte von Anfang an so zu gestalten, dass sie vollständig in biologische oder technische Kreisläufe zurückkehren können, wurde zum Schwerpunkt ihres Studiums. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie über zirkuläre Innovationen in der Textilindustrie.
Wie unterschiedlich Lernen aussehen kann, zeigte ihr Auslandssemester in Norwegen. An einer Hochschule nördlich von Trondheim belegte sie das Studienprogramm „Outdoor Studies“, das auf der norwegischen Lebensphilosophie Friluftsliv basiert: dem bewussten Leben in und mit der Natur.
Fünf Monate lang standen Skitouren, Wintercamping und mehrtägige Exkursionen auf dem Stundenplan: „Wir waren ständig draußen unterwegs und haben anschließend gemeinsam reflektiert, was wir erlebt haben. Es war experimentelles Lernen in Reinform.“
Unterstützt wurde sie bei den Bewerbungen für ihre Auslandsaufenthalte vom International Center der Leuphana, das sie sowohl bei der Organisation als auch bei der Anerkennung ihrer Studienleistungen begleitete. „Ich konnte mich immer an das Team wenden. Alles war hervorragend organisiert“, berichtet Leonie Rauchholz.
Jetzt ist die gebürtige Kölnerin gerade in Kolumbien, wo sie über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ein Forschungspraktikum zu agroökologischen Ernährungssystemen absolviert und sich mit nachhaltigen Wertschöpfungsketten im Amazonasgebiet beschäftigt. „Im Studium hatte ich viele Zusammenhänge bereits kennengelernt. Im Ausland wird daraus plötzlich Realität.“
Parallel bewirbt sie sich für einen Masterstudiengang – wieder im Bereich Umweltwissenschaften und Governance. Fest steht für Leonie Rauchholz aber bereits jetzt: „Ich möchte später dort arbeiten, wo Nachhaltigkeit verständlich wird: an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.“