Wege zur Wirkung an der Leuphana
15.06.2026 Unsere Studierenden, Forschenden und Mitarbeitenden gestalten gesellschaftliche Transformation täglich aktiv mit. Als Leuphana verbinden wir dabei wissenschaftliche Stärke mit gesellschaftlicher Verantwortung und schaffen Räume, in denen neue Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit entstehen. Im Interview erklärt Markus Reihlen, Vizepräsident für Entrepreneurship und Transfer, wie die Hochschule Transfer und Impact strategisch aufstellt – und welche Rolle der Transfer- und Impact-Award dabei spielt.
©Leuphana Media Studio
Der Transfer- und Impact-Award der Hochschule zeichnet Projekte aus, die gesellschaftliche Veränderungen anstoßen. Welche Rolle spielen Forschungskooperationen und Transfer dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse wirksam werden zu lassen?
Forschung schafft neues Wissen. Ihren gesellschaftlichen Mehrwert entfaltet sie jedoch erst im Austausch mit der Gesellschaft. So beschreibt der Wissenschaftssoziologe Jason Owen-Smith Universitäten zugleich als Quellen neuen Wissens, als Anker ihrer Regionen und als Knotenpunkte zwischen gesellschaftlichen Bereichen. Gerade daraus erwächst ihre Fähigkeit, auf unvorhergesehene Herausforderungen zu reagieren. Dieses Potenzial wirkt vor allem dort, wo Forschung auf die Perspektiven, Erfahrungen und Bedarfe unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteur*innen trifft. Genau hier setzen Forschungskooperationen und Transfer an.
Gerade die großen Herausforderungen unserer Zeit – von der nachhaltigen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft über Fragen demokratischer Teilhabe bis hin zu technologischer Innovation – lassen sich nicht innerhalb einzelner gesellschaftlicher Sektoren lösen. Sie verlangen neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Unternehmen, öffentlichen Institutionen, Kultur und Zivilgesellschaft.
Wissenschaftsbasierte Gründungen sind ein wichtiges Feld, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse Veränderungen anstoßen: Sie übersetzen Forschungsergebnisse in neue Produkte oder Dienstleistungen und fungieren so als Brücken zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und gesellschaftlicher Anwendung.
Für uns ist Transfer dabei keine Einbahnstraße, sondern ein gemeinsamer Prozess, in dem Wissen entsteht und angewendet wird. Mit dem Transfer- und Impact-Award würdigen wir impactorientierte Projekte und machen das gesellschaftliche Engagement unserer Forschenden sichtbar.
Wie kann eine Impact-Strategie dazu beitragen, die vielfältigen Wirkungsbeiträge einer Universität sichtbar zu machen und gezielt weiterzuentwickeln?
Eine Impact-Strategie schafft die Voraussetzungen dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse ihr gesellschaftliches Potenzial bestmöglich entfalten. Sie verbindet Forschung, Lehre und Transfer als gleichrangige, miteinander verschränkte Aufgaben und stärkt die Wege, auf denen Wissen in gesellschaftliche Debatten, Organisationen, Innovationen und politische Prozesse einfließt. Unser Anspruch an eine Impact-Strategie: Sie soll überzeugend darstellen, wie Universitäten Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen und zugleich einer unabhängigen und freien Wissenschaft dienen.
Ein zentraler Ansatz sind sogenannte Impact Pathways (Wirkungspfade). Sie beschreiben die Schritte von der wissenschaftlichen Erkenntnis bis zur gesellschaftlichen Wirkung: von der gemeinsamen Identifikation relevanter Fragestellungen über ko-kreative Entwicklungsprozesse und Transferformate bis hin zu langfristigen Veränderungen in Praxis und Gesellschaft. Diese Pfade zeigen auf, welchen Wert die Beteiligten für die Wissenschaft und für die Gesellschaft geschaffen haben. Und sie helfen dabei, Impact systematisch zu verstehen, zu fördern und sichtbar zu machen.
Und wo steht die Hochschule diesbezüglich aktuell?
Wir verstehen Forschung mit Praxispartner*innen, Transfer und Entrepreneurship als eng verbundene Elemente eines gemeinsamen Transformationsprozesses: Wissenschaft bildet die Grundlage, Kooperationen eröffnen neue Anwendungsfelder, Transfer und Kommunikation schaffen Anschlussfähigkeit, und Gründungen ermöglichen es, Innovationen zu skalieren und dauerhaft in Gesellschaft und Wirtschaft zu verankern.
Strategisch orientieren wir uns an drei Handlungsfeldern: Erstens fördern wir Lernprozesse und möchten eine Impact-Kultur entwickeln, um Kapazitäten für eine Impactorientierung überhaupt erst aufzubauen. Zweitens stärken wir Kommunikation und Vernetzung, damit Forschungsergebnisse Resonanz finden und in den breiteren Diskurs einfließen. Drittens entwickeln wir unsere Kompetenzen in der datengestützten Analyse gesellschaftlicher Wirkung kontinuierlich weiter.
Wie trägt die Hochschule bereits konkret dazu bei, besonders drängende Herausforderungen unserer Zeit zu lösen?
Bereits jetzt verfügt die Leuphana über ein starkes Wirkungsökosystem: die Leuphana Innovation Communities, der Kooperationsservice, eine lebendige Gründungskultur und Formate wie die Utopie-Konferenz schaffen Räume, in denen Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam Zukunft gestalten. Unser universitätsweiter Forschungsschwerpunkt Transformation macht diese Wirkung zusätzlich greifbar – etwa im Strukturentwicklungsprojekt „Embracing Transformation“. Auch die AACSB-Akkreditierung der Fakultät für Management und Technologie hat die Impactorientierung gestärkt. Eine Impact-Strategie macht diese vielfältigen Verbindungen sichtbar, stärkt sie gezielt und baut die Rolle der Leuphana als Impulsgeberin für gesellschaftliche Transformation weiter aus.
Mehr Informationen zum Award finden Hochschulangehörige im Intranet „unter „Kooperationen und Transfer“.
Kontakt
- Prof. Dr. Markus Reihlen