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Wissenschaftliches Publizieren meistern: Insider-Tipps von Catherine Tait

07.07.2026 Am 2. Juli 2026 erhielten Doktorand:innen des „Embracing Transformation“-Programms und der Fakultät Nachhaltigkeit in Catherine Taits Publikations-Workshop wertvolle Einblicke: Vom Verständnis redaktioneller Entscheidungen bis zum Umgang mit Peer-Review-Kommentaren lernten die Teilnehmenden, wie sie ihre Forschung strategisch positionieren, Fallstricke vermeiden und Selbstvertrauen im Publikationsprozess aufbauen.

©Leuphana / Wiebke Vorrath
©Leuphana / Wiebke Vorrath
©Leuphana / Wiebke Vorrath

Der Workshop begann mit einer ermutigenden Erkenntnis: Die meisten abgelehnten Beiträge sind nicht unbedingt schlecht – sie passen lediglich nicht zur Zeitschrift. Catherine Tait, wissenschaftliche Redakteurin bei One Earth, betonte, dass Redakteur:innen in Fachzeitschriften i. d. R. promoviert sind. Sie sind Expert:innen in ihren Fachgebieten und treffen redaktionelle Entscheidungen auf dieser Grundlage: „Als Redakteurin kann ich sagen, dass ich selten schlechte Wissenschaft sehe. Wenn ein Beitrag abgelehnt wird, liegt das zumeist daran, dass er nicht zum Themenbereich der Zeitschrift passt. In diesem Fall empfehle ich, den Beitrag bei einer anderen Zeitschrift einzureichen.“ Bei der Auswahl der richtigen Zeitschrift sollten sich Forschende Fragen stellen wie: Wer ist meine Zielgruppe? Ist mein Beitrag auf globaler, nationaler oder regionaler Ebene relevant?

Tait erklärte, dass Gutachtende nicht nur nach ihrer wissenschaftlichen Fachkompetenz, sondern auch hinsichtlich ihrer Vertrautheit mit dem geografischen oder kulturellen Kontext der jeweiligen Studie sorgfältig ausgewählt werden. Sie gab zudem praktische Ratschläge: Nicht jeder Kommentar eines Gutachtenden muss berücksichtigt werden. Autor:innen sollten sich auf sinnvolle Überarbeitungen konzentrieren, auf nicht berücksichtigte Punkte wohlüberlegt antworten und nicht zögern, sich zur Klärung an die Redakteur:innen zu wenden. „Ich begleite Sie bei jedem Schritt“, versicherte sie. Auch wenn der Prozess Zeit in Anspruch nimmt, ist er ihrer Ansicht nach unerlässlich: „Das Peer-Review-Verfahren ist keine Hürde, sondern eine notwendige Garantie für fundierte Wissenschaft.“

Die Teilnehmenden erhielten zudem praktische Hilfsmittel, um ihre Einreichung zu verbessern. Tait ermutigte sie, vorab mit Redakteur:innen in Kontakt zu treten, um die Eignung des Beitrags einzuschätzen – z. B. mithilfe von pre-submission-Formularen der Fachzeitschriften. Darüber hinaus hob sie die Bedeutung eines aussagekräftigen Titels hervor, der idealerweise die wichtigsten Ergebnisse benennt, sowie eines prägnanten Abstracts, der eine anregende, kleine Geschichte der Forschung erzählt: „Die Gutachtenden sind Ihre ersten Leser:innen“, gab Tait zu bedenken.

Forschende der frühen Karrierephase lernten im Workshop, den Publikationsprozess selbstbewusst zu meistern, indem sie redaktionelle Arbeitsabläufe verstehen, Zeitschriften strategisch auswählen und durchdacht auf Feedback reagieren. Catherine Taits von Empathie, Fachwissen und Zugänglichkeit geprägte Anleitung versorgte die Teilnehmenden nicht nur mit Informationen, sondern inspirierte sie auch dazu, ihre Beiträge zielgerichtet einzureichen. Eine Teilnehmerin bemerkte: „Ihre Erläuterungen sind nicht nur für die Veröffentlichung wertvoll, sondern helfen generell dabei, eine wirklich gute wissenschaftliche Arbeit zu verfassen.“

Der Workshop für Forschende der frühen Karrierephase wurde von der Fakultät Nachhaltigkeit in Zusammenarbeit mit dem „Embracing Transformation“-Programm organisiert – initiiert von Prof. Dr. Berta Martín-López (Social-Ecological Systems Institute), die als Co-Direktorin des Leuphana Transformation Lab tätig ist und im Forschungsbereich „Auf dem Weg zu einer regenerativen Gesellschaft“ mitwirkt.

Kontakt

  • Prof. Dr. Berta Martín-López