Doctoral Track: Cara-Julie Kather - Mut zum Promovieren!

03.07.2024 Cara-Julie Kather kam nach ihrem Bachelor an der Uni Halle an die Leuphana, um das Masterprogramm „Kulturwissenschaften: Kritik der Gegenwart – Künste, Theorie, Geschichte“ zu absolvieren. Sie ergriff die Gelegenheit des Doctoral Track, der forschungsaffinen Studierenden schon während des Masters den Beginn der Promotion ermöglicht. Gefördert mit einem Begabtenstipendium erforscht Cara-Julie Kather im Promotionskolleg „Philosophie, Literatur und Geschichte“ an der Fakultät Kulturwissenschaften feministisch-dekoloniale Perspektiven auf Mathematik. Im Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen im Doctoral Track.

Cara-Julie Kather ©Leuphana
„Für mich war und ist es eine tolle Erfahrung, im Doctoral Track zu promovieren", sagt Cara-Julie Kather.
Sie sind nach Ihrem Bachelor an die Leuphana gekommen und haben sich umgehend für eine Bewerbung für den Doctoral Track entschieden - warum?
Mich hat die Idee, Masterstudium und Promotion zu verzahnen, total überzeugt. Zum einen macht dies den Übergang vom Master in die Promotion deutlich leichter und sanfter. Zum anderen hat man insgesamt mehr Zeit für die Promotion, eine sichere und klare Perspektive für das, was auf den Studienabschluss folgt. Das hat auch einen finanziellen Aspekt: Oft entsteht zwischen Masterstudium und Promotion ein Zeitraum, indem ein Exposé geschrieben und eine Betreuungsperson gefunden werden muss. Das alles kann einige Monate dauern und häufig ist genau dann die Finanzierung schwierig. Im Doc Track geschehen diese Dinge bereits im Masterstudium, sodass die Finanzierung im Übergang leichter ist. Außerdem wollte ich mein Masterstudium inhaltlich auf die Promotion ausrichten, in Ruhe den eigenen Weg in das Projekt und auch in die Zusammenarbeit mit der Betreuungsperson finden. Dies bedeutet auch Sicherheit, da man früher „einen Fuß in die Tür“ bekommt und noch im Studium den Kosmos Promotion kennenlernen kann. 
Seit dem zweiten Semester sind Sie in Lüneburg neben dem Master-Studium auch als Promovierende eingeschrieben. Welche Vorteile hat das?
Mit der Einschreibung ist man offiziell Doktorand*in und kann damit auch auf alle Angebote und Förderungen für Promovierende zugreifen und beispielsweise Reisekostenzuschüsse beantragen. Das gab mir die Möglichkeit, schon in meinem zweiten Lüneburger Semester an einer Fachkonferenz über den Zusammenhang von Wissen und Macht teilzunehmen. Hier habe ich wichtige Impulse für mein Projekt erhalten und spannende Forscher*innen kennengelernt, mit denen ich übrigens dieses Jahr ein Buch zu diesem Themenfeld herausgebe. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Veranstaltungen des Promotionsstudiums als Komplementärstudium im Master anrechnen zu lassen. Dadurch sind Promotion und Master verzahnt und man hat die Kurse des Promotionsstudiums bereits im Masterstudium erledigt. Schließlich hat mir die Vorarbeit am Exposé dabei geholfen, eine Finanzierung einzuwerben – ohne Lücke nach dem Master.
In welchem Verhältnis stehen bei Ihnen die Themen der Masterarbeit und der Doktorarbeit?
Ich arbeite zu einer feministischen und dekolonialen Perspektive auf Mathematik. Mich fasziniert, dass Mathematik zumeist als „neutrales Wissen“ verstanden wird und sich dann doch erstaunlich viel Politisches in diesem Verständnis und auch in der Mathematik versteckt. In meiner Arbeit darf ich also oft mit eigenen Vorstellungen und denen anderer brechen, sie hinterfragen und erforschen. Das bewegt mich sehr. Meine Masterarbeit behandelt das Mathematik-Verständnis von Ludwig Wittgenstein aus einer feministischen Perspektive. Das ist im Prinzip eine Art Exkurs zu meiner Promotion: Das Thema ist nicht Gegenstand der Dissertation, aber es ist inhaltlich verwandt. So habe ich sehr nützliches und hilfreiches Hintergrundwissen erarbeitet.
Wem würden Sie zu einer Bewerbung für den Doctoral Track raten?
Allen, die ein großes Interesse an Forschung haben. Es hilft natürlich sehr, wenn man schon ein Themenfeld hat, das einen begeistert, denn eine Promotion erfordert einen langen Atem. Der Doc Track empfiehlt sich auch für alle, die für die eigene Forschung früh Planungssicherheit gewinnen möchten – auch finanziell. Die ersten Schritte bestehen dann in einem Gespräch mit der Promotionsberatung und dann mit möglichen Betreuungspersonen. Dabei kann man herausfinden, ob der Doc Track für einen persönlich Sinn ergibt. Diese beiden Schritte zu gehen, würde ich allen empfehlen, die grundsätzlich eine Neugierde auf das Programm verspüren. Auf jeden Fall empfehle ich, sich nicht abschrecken zu lassen. Ich war damals zunächst auch nervös, aber heute bin ich sehr froh, den Mut entwickelt zu haben: Für mich war und ist es eine tolle Erfahrung, im Doctoral Track zu promovieren.

Mit dem Doctoral Track beschreitet die Leuphana Graduate School einen in der Breite der beteiligten Fachdisziplinen einzigartigen Weg der wissenschaftlichen Qualifizierung. Besonders forschungsaffine Bachelorabsolvent*innen und Masterstudierende steigen über das Doctoral Track-Programm frühzeitig in die Scientific Community unserer Promotionskollegs ein und haben so die einmalige Chance, Master- und Promotionszeit verzahnt zu gestalten und mit dem Doktortitel im Blick den Masterabschluss en-route zu erwerben.