Erfahrungsberichte - Cultural Studies: Culture and Organization

Auf dieser Seite finden Sie Erfahrungsberichte von Studierenden und Ehemaligen zum Master Cultural Studies: Culture and Organization an der Leuphana Graduate School.

Antonina berichtet

05.12.23 Nach Abschluss des Bachelorstudiums in Belgrad wählte Antonina Kovačević das Programm Cultural Studies: Culture and Organization, um den Wunsch nach einem Master zu verfolgen, der offen für queere Ausdrucksformen ist. Gleichzeitig wollte Kovačević ein Masterstudium auf kritisch und theoretisch hohem Niveau. Diesen Master hat Kovačević an der Leuphana Graduate School gefunden.

Portraitfoto von Antonina Kovačević, Student*in des Masters Culture and Organization ©Ciara Charlotte Burgess/Leuphana
"Der Campus ist voller einzigartiger und inspirierender Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt, die sich ohne Zurückhaltung selbst voll und ganz zum Ausdruck bringen."

Warum haben Sie sich für den Master Cultural Studies: Culture and Organization an der Leuphana Graduate School entschieden?

Der Hauptaspekt, der mich zu CAO und an die Leuphana geführt hat, waren die englischsprachigen Kurse, insbesondere zu digitale Kulturen und Queer Studies. Für das Bachelor-Abschluss-Projekt an meiner Heimatuniversität organisierte ich ein Festivalprogramm über die Kunst des Drag und ihre untrennbare Verbindung mit dem Theater; und obwohl viele meiner Professor*innen mich sehr unterstützten, gab es kein systematisches Wissen über queere Kunst und Kultur, und mein Projekt sogar kurz vor der Absage, weil die Professor*innen anderer Fakultäten es für "unangemessen" hielten. Als ich also über einen Masterstudiengang im Ausland nachdachte, wusste ich, dass ich einen Ort finden wollte, der nicht nur offen für unterschiedlichste Ausdrucksformen ist, sondern auch Kulturwissenschaftler*innen mit einem breiten Spektrum an Erfahrungen und Fachwissen zusammenbringt, von denen ich lernen kann.

Was haben Sie vor Ihrem jetzigen Masterstudium studiert und wie konnten Sie darauf aufbauen?

Vor meinem Studium an der Leuphana habe ich meinen Bachelor in Management und Produktion in Theater, Radio und Kultur an der Fakultät für Theaterwissenschaft in Belgrad gemacht. Ich weiß, der Titel ist etwas hochtrabend, aber im Grunde bedeutet er Kunstproduktion und Kulturmanagement - ein sehr praxisorientierter Bachelor-Studiengang. Der Culture and Organization-Master ist dagegen eher theoretisch und forschungsorientiert. Diese Umstellung erforderte definitiv ein wenig Anpassung, aber ich habe das Gefühl, dass sich die beiden Ansätze ergänzen; meine praktische Erfahrung hat es mir ermöglicht, die Auswirkungen der Forschung und der Konzepte, die ich jetzt erforsche, in der realen Welt zu verstehen, während der theoretische Input meine zukünftigen praktischen Bemühungen besser untermauern wird.

Was sind Ihre Tipps für andere internationale Studierende, wenn es um ein Studium in Deutschland geht?

Das hat nichts mit dem Studienprogramm selbst zu tun, aber KAUFT KEINE NEUEN MÖBEL. Ich wünschte, jemand hätte mir das gesagt, bevor ich hierhergezogen bin. In Lüneburg gibt es ein tolles Netzwerk für den Austausch von gebrauchten Sachen, einschließlich Kleidung, Möbeln und Haushaltsgeräten. Bittet eure Kommiliton*innen, die schon eine Weile hier leben, euch zu allen Telegram-Gruppen hinzuzufügen. Ihr werdet es nicht bereuen!

In den Modulen des kulturwissenschaftlichen Integrationsbereichs kommen Studierende aus allen Masterprogrammen der Fakultät Kulturwissenschaften zusammen. Wie haben sie diese Teile des Studiums erlebt?

Es ist interessant, wenn zum Beispiel Studierende mit kulturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Hintergründen zusammenkommen, um über Managementthemen zu diskutieren, die im Kapitalismus verankert sind. In solchen Veranstaltungen treffen eine kritische und eine profitorientierte Sichtweise aufeinander, was im Alltag selten der Fall ist. Es ist fast so, als ob im Seminarraum die akademische und die praktische Welt aufeinanderprallen, und man immer mit einem neun Denkanstoß nach Hause geht. Und auch wenn nicht, dann ist es zumindest eine unterhaltsame Debatte!

Die Leuphana versteht sich als eine inter- und transdisziplinäre Universität. Auch die Ausrichtung Ihres Programms ist interdisziplinär. Wie nehmen Sie das wahr?

Meiner Erfahrung nach sind die Studieninhalte vor allem in der Soziologie und angrenzenden Bereichen angesiedelt, dazu kommt eine Prise Management. Natürlich kann man als Student*in die eigenen Wahlfächer und Module im Komplementärstudium transdisziplinär wählen und sie z.B. in Richtung Wirtschaft oder Nachhaltigkeit ausrichten, aber die Kernmodule decken vor allem verschiedenen Bereiche der soziologischen Kulturforschung ab. Das wichtigste interdisziplinäre Element des Studiengangs sind für mich jedoch die Studierenden mit ihren verschiedenen akademischen und beruflichen Hintergründen, die alle mit sehr unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen. Es besteht kein Zweifel daran, dass interdisziplinäre Teams mit der richtigen Kommunikation und Anleitung zu unerwarteten und spannenden Ergebnissen kommen können, aber es ist definitiv eine Herausforderung sowohl für die Professor*innen als auch für die Studierenden, wenn beispielsweise zwischen den Perspektiven von Marketing-Studierenden aus Italien und Soziologie-Studierenden aus Hongkong vermittelt werden muss. Auf jeden Fall sollten sich Studieninteressierte auf eine Menge interdisziplinärer Gruppenarbeit und ein hohes Lesepensum einstellen!

Wie ist das Verhältnis unter den Studierenden und zu den Dozierenden?

Obwohl Gruppenarbeiten nicht gerade meine Stärke sind, musste ich in vielen Fällen mit Personen in Kontakt zu treten, die ich sonst nie getroffen hätte. Einige meiner engsten Freund*innen sind Leute, die ich in Seminaren kennen gelernt habe. Sogar mein Partner war vorher ein Kommilitone an der Leuphana! Die Gemeinschaft von queeren Menschen und Allies ist wirklich eines der besten Dinge am Studium hier. Der Campus ist voller einzigartiger und inspirierender Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt, die sich ohne Zurückhaltung selbst voll und ganz zum Ausdruck bringen.

Und was die Dozierenden angeht - es gibt einige sehr coole Leute, die in den Kulturwissenschaften auf dem neuesten Stand der Forschung sind, und für viele von uns sind sie nicht nur Mentor*innen, sondern Vorbilder. Allen, die sich bewerben wollen oder bereits Culture and Organization studieren, kann ich nur empfehlen, Kurse bei Laura Hille, Ben Trott, Lynn Rother und Timon Beyes zu belegen.

Was beschäftigt Sie neben Ihrem Studium?

Während meines Studiums an der Leuphana hatte ich das Glück, ein DAAD-Stipendium für internationale Studierende zu erhalten, was mir zusätzliche Zeit verschaffte, meine künstlerischen Interessen zu verfolgen und mich mit anderen kreativen Menschen zu vernetzen. Vor kurzem haben wir angefangen, Veranstaltungen zu organisieren und gemeinsame Performances zu kreieren. Außerdem werde ich in diesem Semester als Forschungsstudent*in am Centre for Digital Cultures (CDC) der Leuphana anfangen.

Wem würden Sie Ihren Master an der Leuphana Graduate School empfehlen?

Ich würde diesen Master allen empfehlen, die sich für eine kritische, theoretische und forschungsorientierte Perspektive auf Culture and Organization interessieren, und insbesondere denjenigen, die ein freies und fortschrittliches Umfeld suchen, um Themen wie Andersartigkeit, digitale Räume oder die ungleichen Machtdynamiken zu erforschen, die auf alle Aspekte der Welt um uns herum Einfluss nehmen. Als Studierende von Kultur und Organisation könnt ihre wirklich alles erforschen, was ihr wollt - denn alles um euch herum ist Kultur, und alles ist organisiert (, auch wenn es manchmal schlecht organisiert ist)!

Katherine berichtet

31.07.2023 Nach einem Bachelorstudium und Vollzeitarbeit in ihrem Heimatland, den USA, hat es Katherine Gaul für ihr Masterstudium nach Deutschland und an die Leuphana gezogen. Am Programm Culture and Organization gefallen ihr besonders der Austausch auf Augenhöhe und wie vielseitig sie die Inhalte ihres Studiums anwenden kann.

Portraitfoto von Katherine Gaul, Studentin des Masters Culture and Organization ©Ciara Charlotte Burgess/Leuphana
"Man kann so viel oder so wenig aus diesem Programm mitnehmen, wie man möchte, aber das liegt ganz bei dir!"

Warum haben Sie sich für das Masterprogramm Cultural Studies:Culture and Organization und die Leuphana Graduate School entschieden?

Ich habe mich für den Master Culture and Organization entschieden, weil ich mich schon immer für die Beziehung zwischen Kultur und Soziologie interessiert habe und dafür, wie sie die Welt um uns herum prägt, aber ich bisher noch keine Möglichkeit hatte, dies akademisch zu untersuchen. Das kulturwissenschaftliche Studium in einem internationalen Umfeld war daher für mich eine interessante und aufregende Gelegenheit. Als ich mich für das Programm beworben habe, habe ich außerdem Vollzeit in einem Unternehmen in den USA gearbeitet, das ein so schnelles Wachstum erlebte, dass die zuvor vorherrschende Organisationskultur zerstört wurde. Eben diese hatte mich aber ursprünglich dazu bewogen, langfristig in diesem Unternehmen arbeiten zu wollen. Ich hatte die Hoffnung, dass die organisatorischen Aspekte des Studiengangs würden mir helfen können, diese persönliche Erfahrung besser zu untersuchen und zu verstehen.

Was haben Sie vor Ihrem jetzigen Master studiert und wie konnten Sie auf dieses Studium aufbauen?

Ich habe in meinem Bachelor Kommunikationwissenschaft studiert. Daran konnte ich anknüpfen, weil Kommunikation in vielen Disziplinen anwendbar und wiedererkennbar ist. Allerdings ist der Studiengang Culture and Organization sehr viel theoretischer ausgerichtet als mein Bachelorstudium, was sehr viel praktischer und projektbezogener war. Ich habe also das Gefühl, dass ich durch den Abschluss zweier (vom Ansatz her) sehr unterschiedlicher Studiengänge insgesamt vielseitiger sein werde.

Was war für Sie als internationale Studierende das Überraschendste am Studium in Deutschland und an der Leuphana? Haben Sie Tipps für andere internationale Studierende, wenn es um ein Studium in Deutschland geht?

Das Überraschendste war das Klopfen auf die Tische am Ende der Vorlesung (ha!). Nein, wirklich, ich fand es überraschend, wie sehr sich die Studierenden hier trauen, in der Vorlesung etwas zu sagen, wenn etwas nicht richtig läuft oder wenn es eine Meinungsverschiedenheit gibt. Es findet ein Dialog zwischen Dozierenden und Studierenden statt, und so sollte es auch sein.

Mein Rat für neue internationale Studierende ist, früh genug in Lüneburg anzukommen, um am Orientierungsprogramm des International Office teilzunehmen und beim Deutsch Intensivkurs mitzumachen, der im Rahmen dieses Programms angeboten wird. Ich habe viele wunderbare Freunde kennengelernt, schnell ein bisschen Deutsch gelernt und konnte mich einleben, bevor das Semester richtig anfing.

Vielleicht als kleine Anmerkung: Das Sprach- und Orientierungsprogramm richtet sich eigentlich an internationale Kurzzeitstudierende (im Rahmen von Erasmus und anderen Austauschformaten), aber das war kein Problem. Für mich war es trotzdem hilfreich!

In den Modulen des kulturwissenschaftlichen Integrationsbereichs kommen Studierende aus allen Masterprogrammen der Fakultät für Kulturwissenschaften zusammen. Wie haben sie diese Teile des Studiums erlebt?

Für mich fühlten sich diese Module nicht klar getrennt oder unterscheidbar von den Kernmodulen an, aber das soll nicht heißen, dass ich sie nicht bereichernd fand. Ich fand diese Module sehr hilfreich, da sie einen guten Überblick und Hintergründe über eine Vielzahl von Theorien bieten, die andere Teile des Masters beeinflussen, insbesondere wenn man aus einem weniger theoretischen Bachelor-Studiengang kommt. Besonders gut gefallen hat mir das Modul "Aktuelle Debatten in den Kulturwissenschaften". Für meine Kohorte war das Thema Restitution. Es hat mir Spaß gemacht, tief in ein Thema einzutauchen und wirklich alle Seiten dieses sehr aktuellen Themas in diesem Bereich zu analysieren.

Was hältst du von Lüneburg als Studienort? Was sollte man in Lüneburg und Umgebung unternehmen?

Ich habe es sehr genossen, in Lüneburg zu leben und zu studieren. Es ist eine sehr hübsche Stadt, die eine gute Mischung aus vielen Bars, Geschäften, Restaurants und anderen Aktivitäten bietet, aber auch von Natur umgeben ist. Man kann sehr gut in der Ilmenau schwimmen oder im Wald spazieren gehen. Ich habe meinen Hund mitgebracht, als ich nach Deutschland gezogen bin, und ihr Lieblingsplatz ist der Kurpark! Ich würde auch empfehlen, mit dem Semesterticket einen Ausflug nach Lübeck zu machen und dann im Sommer von Lübeck zum Timmendorfer Strand. Dort gibt es einen sehr schönen Sandstrand!

Haben Sie schon eine Idee, in welche Richtung Ihre Masterarbeit gehen könnte?

Eines meiner akademischen Interessen ist die Untersuchung von Rassismus und den (schrecklichen) Auswirkungen auf der ganzen Welt. Ich habe die Richtung meiner Masterarbeit noch nicht ganz festgelegt, aber ich denke, das ist die allgemeine Forschungsrichtung, zu der ich beitragen möchte.

Welche Pläne haben Sie nach Ihrem Masterabschluss?

Das ist eine schwere Frage! Ich hoffe, dass ich nach meinem Abschluss mindestens noch einige Jahre in Deutschland bleiben kann. Daher würde ich nichts lieber tun, als eine Stelle im Bereich der Kulturwissenschaften zu finden und den Weg fortzusetzen, der mit der Wahl des Culture and Organization-Masters begonnen hat.

Wem würden Sie Ihren Masterstudiengang an der Leuphana Graduate School empfehlen?

Ich empfehle Culture and Organization allen, die daran interessiert sind, die kulturellen und soziologischen Grundlagen fast aller Aspekte unseres modernen Lebens genauer zu untersuchen. Dieses Programm hat mir geholfen, die Welt umfassender zu sehen und zu verstehen, aber ich würde sagen, dass dieses Programm für Leute geeignet ist, die persönlich oder individuell motiviert sind, zu lernen. Man kann so viel oder so wenig aus diesem Programm mitnehmen, wie man möchte, aber das liegt ganz bei dir!

Interviewer: Jonas Kernein

Lena berichtet

04.03.2022 Nachdem Lena Kostuj bereits einen Doppel-Bachelor am Leuphana College gemacht hat, hat sie sich dazu entschlossen, ihren Master ebenfalls in Lüneburg an der Leuphana Graduate School zu absolvieren. Nun, kurz vor ihrer Masterarbeit und mit der Promotion im Blick, haben sich Ihre Erwartungen mehr als erfüllt.

Lena Kostuj berichtet. ©Leuphana Videoredaktion
"Das Programm ermöglicht es mir, von meinen wirtschaftlichen Vorkenntnissen zu profitieren, auf diesen aufzubauen und mich gleichzeitig mit kulturwissenschaftlichen Themen näher auseinanderzusetzen."

Was sind Ihre akademischen Interessen?

Schon seit Beginn meines Studiums interessiere ich mich sehr für Themen der Kultursoziologie und Organisationstheorie. Aktuell beschäftige ich mich vermehrt mit den Arbeitsbedingungen in der Kultur- und Kreativbranche sowie der Plattformwirtschaft. Dabei liegt mein Fokus auf digitalen Transformationsprozessen und den daraus resultierenden Ungleichheitsverhältnissen. Empirisches Arbeiten, insbesondere mithilfe qualitativer Methoden, bereitet mir dabei viel Freude.

Warum haben Sie sich für den Master Cultural Studies: Culture and Organization entschieden?

Da ich an der Leuphana bereits einen Doppel-Bachelor in den Fächern International Business Administration & Entrepreneurship sowie Kulturwissenschaftenabsolviert hatte, erschien mir der Master Culture & Organization als optimale Verbindung der mir vertrauten Disziplinen. Das Programm ermöglicht es mir, von meinen wirtschaftlichen Vorkenntnissen zu profitieren, auf diesen aufzubauen und mich gleichzeitig mit kulturwissenschaftlichen Themen näher auseinanderzusetzen. Gerade der Fokus auf empirisches Arbeiten im Bereich der Kultursoziologie oder hinsichtlich des Lebens und Arbeitens in der Kultur- und Kreativindustrie bietet mir optimale Möglichkeiten, um meinen akademischen Interessen nachzugehen.

Sie sind jetzt im dritten Semester: Haben sich Ihre Erwartungen an das Studium erfüllt?

Auch wenn der Start des Masters inmitten einer Pandemie nicht die optimale Ausgangslage bot, haben sich meine Erwartungen definitiv erfüllt. Trotz der Umstände wurde ich von der interdisziplinären Ausrichtung, dem starken Praxisbezug und der Flexibilität des Programms nicht enttäuscht – im Gegenteil.

Was konnten Sie aus den Praxis-Modulen des Studiengangs für sich mitnehmen?

Die verschiedenen Kooperationen mit Praxispartner*innen aus der Kunstszene waren eine große Bereicherung. Gerade da ich selbst keinen künstlerischen Hintergrund habe, war es sehr spannend zu sehen, wie die unterschiedlichen Expertisen und Perspektiven der Studierenden meiner Kohorte und den Kooperationspartner*innen in den Projektarbeiten zusammenkamen. Die Kreativität und das Engagement, mit denen von allen Seiten versucht wurde, ein gemeinsames Ergebnis zu erzielen, haben mich für mein weiteres Studium sehr motiviert.

Wie schätzen Sie das Verhältnis von unternehmerischen zu kulturwissenschaftlichen Inhalten in Ihrem Studienprogramm ein?

Das Programm bietet viel Flexibilität, um selbst über das Verhältnis unternehmerischer und kulturwissenschaftlicher Elemente zu entscheiden, insbesondere durch die Möglichkeit Wahlfächer im Management-Bereich zu belegen. An sich stehen unternehmerische Inhalte nicht im Vordergrund, sondern eher eine theoretische und praktische Sichtweise auf Kultureinrichtungen als Organisationen, die sich deutlich von anderen Unternehmen unterscheiden können. Für mich sind es Fragen nach Machtverhältnissen sowie organisationstheoretische und soziologische Fragestellungen, die das Programm ausmachen, und eine kontinuierliche Verbindung kulturwissenschaftlicher und unternehmerischer Elemente ermöglichen.

Die Leuphana versteht sich als eine inter- und transdisziplinäre Universität. Auch die Ausrichtung Ihres Studienprogramms ist interdisziplinär. Wie nehmen Sie dies wahr?

Die interdisziplinäre Ausrichtung des Programms war einer der Gründe für meine Entscheidung, weiterhin an der Leuphana zu studieren. Diese Ausrichtung nehme ich einerseits in meiner Kohorte wahr, insofern Personen mit sehr unterschiedlichen disziplinären Hintergründen zusammenarbeiten, und andererseits in den Modulen des Integrations-, Wahl- und Komplementärbereichs. Der Austausch mit Studierenden anderer Masterprogramme ermöglicht hier spannende Diskussionen und bietet mir zusätzlich die Gelegenheit von meinen Kommiliton*innen zu lernen.

Was beschäftigt Sie neben Ihrem Studium? Arbeiten Sie neben dem Studium oder sind Sie ehrenamtlich engagiert?

Aktuell arbeite ich am Dekanat Kulturwissenschaften und für zwei Professorinnen am Institut für Management und Organisation (IMO), Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich und Prof. Dr. Boukje Cnossen. Während ich am Dekanat administrative Aufgaben im Bereich der Lehrplanung übernehme und im letzten Semester ein Tutorium für die Bachelorkonferenz gegeben habe, kann ich am IMO nähere Einblicke in die Forschungsarbeit gewinnen und dabei unterstützen. Ehrenamtlich bin ich Mitglied im lunatic e. V., wo ich vor allem während meines Bachelors aktiv war.

Was halten Sie von Lüneburg als Studienstadt? Was sollte jede*r in oder um Lüneburg mal gemacht haben?

Als Studienstadt hat Lüneburg mir in den letzten fünf Jahren unzählige schöne Erinnerungen beschert. Auch wenn ich mittlerweile in Hamburg wohne, werde ich das lunatic Festival am Campus auch in diesem Jahr auf keinen Fall verpassen – und das würde ich auch allen anderen raten!

Welche Pläne haben Sie nach Ihrem Masterstudium?

Im Herbst steht für mich zunächst ein Praktikum in einer Kultureinrichtung in New York an, worauf ich mich riesig freue. Danach hoffe ich meine Promotion beginnen zu können, im Idealfall an der Leuphana.

Wem würden Sie den Master Cultural Studies: Culture and Organization empfehlen?

Ich würde das Studium insbesondere Personen empfehlen, die Lust auf eine Zukunft in der Kultur- und Kreativbranche haben. Durch den starken Praxisbezug bietet der Studiengang die optimale Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und wertvolle Erfahrungen im Bereich der Kulturorganisation zu sammeln. Personen, die Spaß an empirischer Arbeit und interdisziplinärem Austausch haben, sollten sich in diesem Programm ebenfalls wohlfühlen.

Interviewer: Jonas Kernein

Timon berichtet

13.09.2021 Das neue Masterprogramm „Culture and Organization“ verbindet Kulturwissenschaften mit unternehmerischen Inhalten. Neben seinem Studium engagiert sich der 25-Jährige beim „Originalton Lüneburg e.V.“. Der studentische Verein will im Herbst den Salon Hansen in der Lüneburger Innenstadt als Kulturzentrum wiedereröffnen.

Timon berichtet. ©Leuphana/Marie Meyer
"Ich finde Kulturpolitik sehr spannend, deshalb habe ich im Bachelor den Minor Politikwissenschaft studiert. An der Leuphana hat man die Möglichkeit, sein eigenes Profil zu schärfen."

Nach dem Abitur hat sich Timon Scheuer nur bei einer einzigen Uni beworben: der Leuphana. „Ein Studium in einer Metropole war für mich nicht ausschlaggebend und ich hatte bereits viel Positives über die Uni in Lüneburg gehört. Ich genieße das Campusleben, netzwerke gerne und mag es, mich aktiv am kulturellen Leben der Stadt zu beteiligen. Das geht hier für mich auf“, sagt der Student. Wegen der Corona-Pandemie hat er das erste Jahr seines Masters allein online studiert. Das innovative Studienprogramm „Kulturwissenschaften: Culture and Organisation“ widmet sich der Beziehung zwischen Kunst und Kultur und Organisation. Es liefert eine Einführung in Kulturtheorie und Soziologie in kritischer Auseinandersetzung mit heutigen Organisationen und Organisierung. Basierend auf diesen Grundlagen lernen Studierende, sich mit organisatorischen und unternehmerischen Praktiken in verschiedenen Bereichen und Branchen in Kunst und Kultur zu befassen. Timon Scheuer hatte bereits während seines Bachelorstudiums von dem neuen Master gehört. Der Student des B.A. Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Kulturorganisation arbeitete als studentische Hilfskraft am Institut für Soziologie und Kulturorganisation und verfolgte, wie das neue Programm entwickelt wurde: „Ich kannte aus dem Bachelor bereits viele der Lehrenden. Deshalb wollte ich gern an der Leuphana weiterstudieren und den Bereich Kulturorganisation vertiefen“, erinnert sich der Masterstudent.

Bereits während seines Bachelorstudiums engagierte sich Timon Scheuer bei der studentischen Initiative „Originalton“. Die Ehrenamtlichen setzen sich dort für ein modernes und vielfältiges Lüneburger Kulturleben ein. Studierende haben die Möglichkeit, erste Erfahrungen in der Kulturorganisation zu sammeln. Im vergangenen Jahr hat Originalton den Salon Hansen übernommen und haucht dem angeschlagenen Club nun neues Leben ein. Im Herbst soll der Salon Hansen nach langer Corona-Pause wieder öffnen mit Poetry Slams, Konzerten oder Lesungen. „Deshalb engagiere ich mich bei Originalton und studiere Culture and Organization: Ich möchte Kreativen eine Bühne bieten“, erklärt Timon Scheuer. Er ist im zehnköpfigen Team unter anderem für administrative Aufgaben zuständig. Originalton ist mittlerweile ein studentischer Verein und hat so bessere Möglichkeiten, Fördergelder einzuwerben. Dafür muss Timon Scheuer auch mit mehr Bürokratie kämpfen, sich um die Gewerbeanmeldung kümmern und eine*n Steuerberater*in beauftragen.

Kultur reicht für ihn aber weiter als in die reine Kunst- und Kulturszene. Neben seinem Studium arbeitet er bei einem Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft: „Ich finde Kulturpolitik sehr spannend, deshalb habe ich im Bachelor den Minor Politikwissenschaft studiert. An der Leuphana hat man die Möglichkeit, sein eigenes Profil zu schärfen“, sagt der Student. Im Master „Kulturwissenschaften: Culture and Organization“ schätzt er die Verbindung zwischen theoretischem Wissen, Gesellschaftskritik und praktischer Anwendung. Zuletzt haben Studierende beispielsweise gemeinsam mit dem Kunstverein Lüneburg das Kulturmagazin „The Window“ herausgebracht. „Da die Uni nicht so groß ist, besteht auch ein guter Kontakt zu den Lehrenden und sie sind offen für den Austausch mit Studierenden“, berichtet Timon Scheuer. Der Master „Culture and Organization“ stellt kulturelle, wirtschaftliche, aber auch nachhaltige Aspekte der Kulturbranche in den Vordergrund. „Ganz konkret versuchen wir das gerade im Salon Hansen umzusetzen. Das reicht von Ökostrom über D-Jane-Workshops bis zu einem gendergerechten Programm“, berichtet der Student.

Im kommenden Jahr wird seine Kulturarbeit in Lüneburg ruhen. Timon Scheuer plant ein Auslandssemester in Posen. Gefördert wird er dabei von der Friedrich-Ebert-Stiftung, der er als Stipendiat seit Beginn des Masterstudiums angehört.

Autorin: Dr. Marietta Hülsmann

Luca berichtet

13.10.2021 Luca Marie Tüshaus hat ihren Bachelor im Fach Intermedia absolviert. An ihrem Masterprogramm Culture & Organization schätzt sie besonders die Kombination aus Theorie und Praxis sowie die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit kulturellen Institutionen zu treten.

Luca berichtet. ©Privat
"Ich war schon immer interessiert an internationalem, kulturellem Austausch – insbesondere in der Kunstszene. Das Studium bereitet einen durch die Auslegung und die Lehrsprache Englisch optimal auf das Arbeiten und Erfahrungen-Sammeln im Ausland vor."

Was haben Sie vor Ihrem jetzigen Master studiert und wo konnten Sie an dieses Studium anknüpfen?

Ich habe meinen Bachelor an der Universität zu Köln im Fach Intermedia mit Schwerpunkt Zeitgenössische Kunst & Kunsttheorie absolviert. Der Masterstudiengang Culture and Organization erlaubt mir einen breiten Einblick in die Arbeits- und Organisationsprozesse der Kunst- und Kulturszene. Mein Bachelorstudiengang war eher künstlerisch-praktisch orientiert. Im Master kann ich dagegen mein theoretisches und praktisches Wissen in Bezug auf künstlerische Prozesse im Allgemeinen und Kulturorganisation schärfen.

Warum haben Sie sich für den Master Cultural Studies: Culture & Organization entschieden?

Bereits im Bachelor habe ich ein verstärktes Interesse für die Prozesse und Strukturen von kulturellen Institutionen entwickelt. Besonders der Austausch mit Künstler*innen über gemeinsame Visionen und Kunst-Erfahrungen liegt mir am Herzen. Ein Studium der Schnittstelle von Kunst, Kultur und ihrer Organisation, gelehrt mit internationaler Ausrichtung, schien wie für mich gemacht. Neben der breiten Theorie im Fachbereich Kultursoziologie und –management versprach das Studium Kooperationen mit kulturellen Institutionen. Dort konnten wir Studierenden bereits Erfahrungen aus der realen Praxis gewinnen. Dieser praktische Bezug und der direkte Kontakt mit kulturellen Institutionen verschiedener Art war für mich ausschlaggebend bei der Studienwahl.

Die Leuphana versteht sich als eine inter- und transdisziplinäre Universität. Auch die Ausrichtung Ihres Studienprogramms ist interdisziplinär. Wie nehmen Sie dies wahr?

Die interdisziplinäre Ausrichtung des Studiengangs zeigt sich vor allem an den Kursangeboten des Wahl- und Komplementärbereichs. Werden im Wahlbereich diverse Seminare der Kulturwissenschaften angeboten – von Sound Studies über Migration und Zirkulation bis Gender, Körper und Queerness, können die Studierenden im Komplementärbereich ihr Wissen in anderen Fachbereichen erweitern. Ich sehe Inter- und Transdisziplinarität als große Chance an, Wissen zu verknüpfen, zu verdichten und neue, innovative Zusammenhänge herzustellen.

Sie haben im Master Cultural Studies: Culture & Organization die Möglichkeit zwischen verschiedenen Modulen zu wählen und selbst Schwerpunkte zu setzen. Für welche Module haben Sie sich entschieden? Was kann man sich darunter vorstellen?

Mein Fokus liegt auf der (internationalen) Kunstszene, kreativen Prozessen in der Stadt, einem generellen Interesse für Ästhetik und auf dem Konzept der Atmosphären. Bisher habe ich mich im Wahlbereich für die Module Praxisfeld Künste, Organization: Space, Aesthetics, Materiality und Urbanität und Raum entschieden. Gemein ist den Seminaren in diesen Modulen ein Interesse für kreative Prozesse. Aus unterschiedlichen Perspektivierungen wird die Frage gestellt: Welche Rolle spielt Kunst und Kultur als Auslöser von gesellschaftlichen und urbanen Prozessen? Inwiefern kann Kunst als Vermittlerin gesellschaftspolitischer Themen fungieren? Und welche Konzepte (ob unternehmerisch, soziologisch, philosophisch oder ästhetisch) kommen dabei zum Tragen?

Wie ist das Verhältnis zu anderen Studierenden und den Dozierenden?

Leider konnte ich bisher durch Corona nur einen Bruchteil meiner Kommiliton*innen persönlich kennenlernen. Dennoch würde ich behaupten, ist das Verhältnis zu den anderen Studierenden sehr eng, da wir so ein kleiner Studiengang sind. Das Verhältnis zu den Dozierenden empfinde ich als sehr nahbar. Sie haben stets ein offenes Ohr für die Interessen und Belange ihrer Studierenden, sind sehr engagiert und ermöglichen den Studierenden auch über das Studium hinaus, sich zu engagieren und erste Kontakte in die Kunst- und Kulturszene zu knüpfen.

Sind Sie neben Ihrem Studium an der Uni aktiv, beispielsweise in einer Initiative oder beim Hochschulsport?

Neben meinem Studium arbeite ich als wissenschaftliche Hilfskraft für zwei unserer Professoren –  Prof. Timon Beyes und Prof. Volker Kirchberg. Herrn Beyes assistiere ich in seiner eigenen Forschung, Herrn Kirchberg unterstütze ich in seiner Lehre unseres Kernmoduls im dritten Semester Fields of Culture and the Arts. Darüber hinaus untersuche ich als Teil vom Forschungsprojekt COLLECTive zusammen mit anderen Studierenden der Leuphana die Arbeits- und Organisationsstrukturen der Documenta GmbH und ruangrupa. Das indonesische Künstler*innenkollektiv ruangrupa kuratiert die Documenta fifteen 2022 in Kassel.

Welche Pläne haben Sie nach Ihrem Masterstudium?

Ich war schon immer interessiert an internationalem, kulturellem Austausch – insbesondere in der Kunstszene. Das Studium bereitet einen durch die Auslegung und die Lehrsprache Englisch optimal auf das Arbeiten und Erfahrungen-Sammeln im Ausland vor. Daher werde ich mich nach meinem Studium im Bereich der Kuration/künstlerischen Leitung im Ausland bewerben.

Wem würden Sie dieses Studium empfehlen?

Das Studium richtet sich vor allem an Bachelor-Absolvent*innen, die ein Interesse für kulturelle und künstlerische Prozesse und deren Organisation haben. Ich würde dieses Studium Personen empfehlen, die offen, kreativ und kommunikativ sind. Studierende sollten Spaß an internationalem Austausch und gemeinsamem Arbeiten haben. Außerdem sollten sie Visionen und Projekte umsetzen und das kulturelle Feld neu und innovativ denken wollen.

Interviewer: Jonas Kernein

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